Autonomes Fahren mit VW ID. Buzz AD: Level-4 Robotaxi, MOIA, Turnkey Solution, ADMaaS Ecosystems Platform.
7.1.2026
I. Technologische Führung im Autonomen Fahren.
Einer der Bereiche, in denen Europa bereits eine führende Rolle spielt, ist das autonome Fahren.
Der ID. Buzz AD: Volkswagens autonomes Robotaxi als europäische Antwort auf Bigtech.
Volkswagen (VW) hat mit seinem ID. Buzz AD (Autonomous Driving) ein ambitioniertes Robotaxi-Projekt vorgestellt, das nicht nur den Einstieg des Konzerns in ein potenzielles Milliardengeschäft markiert, sondern auch eine Kampfansage an US-Wettbewerber wie Tesla und Waymo darstellt. Im globalen Wettrennen um die autonome Mobilität, in dem US-Konzerne regelmässig ehrgeizige Pläne verkünden, bringt die VW-Tochter MOIA die Lösung nun offenbar zuerst serienreif auf die Strasse.

© VW: MOIA - ID. Buzz AD, At IAA MOBILITY 2025:
Unternehmensvideo von VW.
Dieses vollautonome Fahrzeug der Stufe Level 4 (SAE Standard) ist speziell für den Einsatz in Mobilitätsdiensten entwickelt worden und soll ab 2026 in Europa und den USA im grossen Massstab ausgerollt werden.
Level-4-Ambitionen von Volkswagen.
Obwohl Volkswagen jüngst mit Stellenabbau und finanziellen Herausforderungen konfrontiert war, starteten die Wolfsburger eines der ambitioniertesten Robotaxi-Projekte der Welt, das auf Level-4-Fahren im Stadtverkehr ausgelegt ist. Der selbstfahrende ID. Buzz AD soll die Zukunft des Konzerns gestalten und wurde in Hamburg als erstes vollautonomes und serienreifes Fahrzeug vorgestellt. Mit insgesamt 27 Sensoren, darunter 13 Kameras, neun Lidarscanner und fünf Radarsensoren, ermöglicht der ID. Buzz AD eine 360-Grad-Umfelderfassung.
1.1 Das Fahrzeug: Design und technologische Überlegenheit.
Der ID. Buzz AD basiert auf dem ID. Buzz mit verlängertem Radstand und erhöhter Dachlinie, um maximalen Komfort und Platz für vier Passagiere zu bieten. Er wurde als das erste zweckbestimmte und serienreife autonome Fahrzeug für europäische Standards konzipiert.
1.2 Die Multi-Sensor-Architektur (360-Grad-Wahrnehmung).
Der entscheidende Unterschied zu reinen kamerabasierten Systemen (wie bei Tesla Vision) liegt in der redundanten und umfassenden Sensorik, die eine vollständige 360-Grad-Erfassung der Umgebung ermöglicht. Dies gilt als kritisch, um auch bei schlechtem Wetter wie Schnee, Nebel oder Regen zuverlässig zu funktionieren.
Das Sensor-Setup umfasst insgesamt 27 Sensoren: 13 Kameras, 9 Lidarscanner (auch "Lightars" genannt), 5 Radarsensoren. Diese Sensoren, einschliesslich Ultraschalltechnologie, ermöglichen es dem Fahrzeug, seine Umgebung kontinuierlich zu überwachen und Fahrentscheidungen in Echtzeit zu treffen. Die Lidar-Technologie ermöglicht es dem System, bis zu 300 Meter weit zu scannen. Das selbstfahrende System wird von Mobileye geliefert und ist nach Automobilstandards homologiert.
Multi-Sensor-Architektur (360-Grad-Wahrnehmung).
Die Multi-Sensor-Architektur des VW ID. Buzz AD Robotaxi, die eine redundante 360-Grad-Wahrnehmung ermöglicht, wurde entwickelt, um höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit im kommerziellen Betrieb zu gewährleisten. Sie basiert auf einem vielfältigen Sensor-Set, das die Umgebung kontinuierlich überwacht und dem Fahrzeug die Fähigkeit zur Echtzeit-Entscheidungsfindung verleiht.
Funktion und Aufbau der Sensorarchitektur.
Die Architektur integriert verschiedene Sensortechnologien, um die Abhängigkeit von nur einem System (wie beispielsweise nur Kameras, wie es bei einigen Wettbewerbern der Fall ist) zu vermeiden. Dies ist besonders wichtig, um unter schwierigen Bedingungen wie Schnee, Regen oder Nebel zuverlässig zu funktionieren.
Das Gesamtsystem besteht aus 27 Sensoren, die zusammen eine vollständige 360-Grad-Sicht auf die Umgebung ermöglichen:
- 13 Kameras: Diese dienen der visuellen Erfassung und sind entscheidend für die Auswertung von Verkehrszeichen, Ampeln und allgemeinen Verkehrssituationen.
- 9 Lidarscanner (Lightars): Lidar (Light Detection and Ranging) verwendet Lasertechnologie zur Abstandsmessung und Erstellung präziser 3D-Karten der Umgebung. Die Lidar-Technologie des ID. Buzz AD kann bis zu 300 Meter weit scannen. Lidar ist essenziell für den Einsatz in Nordeuropa oder bei schlechtem Wetter, da es im Gegensatz zu Kameras nicht von Beleuchtung oder Schnee gestört wird.
- 5 Radarsensoren: Radar (Radio Detection and Ranging) misst die Entfernung und Geschwindigkeit von Objekten mittels Radiowellen und ist besonders robust gegenüber schlechten Sichtverhältnissen.
Zusätzlich zur eigentlichen Sensorik kommen auch Ultraschallsensoren zum Einsatz.
Entwicklung und Systemintegration.
Das selbstfahrende System, das diese Multi-Sensor-Daten verarbeitet und die Fahrbefehle generiert, wird von Mobileye geliefert und ist nach Automobilstandards homologiert.
Die Architektur wurde mit eingebautem Sensorschutz entwickelt und ist Teil einer mehrschichtigen Redundanz ("multilayered redundancy"). Redundante Systeme sind auch in den Bereichen Lenkung, Bremsen und Energieversorgung integriert, was die maximale Zuverlässigkeit gewährleistet, falls eines der Hauptsysteme ausfällt.
Die Sensorik liefert die Rohdaten an die ADMaaS Ecosystem Platform (Autonomous Driving Mobility as a Service Ecosystem Platform). Dort analysiert der FSD Computer (Full Self-Driving Computer) die Umgebung in Echtzeit mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI).
Dieser umfassende Ansatz, der Kameras, Lidar und Radar kombiniert, wird als "Full Sensor Suite" bezeichnet und unterscheidet sich bewusst von reinen Kamerabasierten Systemen, um auch in Umgebungen mit schneereichen Wintern, Regen und Nebel zuverlässig zu funktionieren – eine notwendige Voraussetzung für den Einsatz in Europa und den USA.
1.3 Redundanz und Sicherheit.
Sicherheit ist ein zentrales Anliegen des Projekts. Der ID. Buzz AD verfügt über mehrfach abgesicherte Systeme für Lenkung, Bremsen und Energieversorgung, um höchste Zuverlässigkeit zu gewährleisten. Sollte eines der Systeme ausfallen, greifen sofort Ersatzmechanismen.
Interessanterweise bleibt im Fahrzeug ein Lenkrad und ein weggeklappter Fahrersitz erhalten, was als "doppelter Boden" dient. Sollte die gesamte Technik versagen, kann das Fahrzeug konventionell bewegt werden, ein Vorteil gegenüber minimalistischen Konzepten einiger Wettbewerber. Allerdings ist der Beifahrersitz und die Mittelkonsole entfernt, um Platz für ein Gepäckfach zu schaffen.
Selbstfahrender (autonomer) VW ID.Buzz | VW & Moia zeigen serienreifes Robotaxi.
II. Das Ökosystem.
MOIA liefert nicht nur das Fahrzeug, sondern eine integrierte Komplettlösung (Turnkey Solution) für Mobilitätsanbieter, die aus drei Elementen besteht: dem autonomen Fahrzeug, der Ökosystem-Plattform und den Dienstleistungen zur Betriebsunterstützung.
2.1 AD MoD-Plattform und KI-Management.
Das Herzstück des Betriebs ist die Autonomous Driving Mobility as a Service (ADMaaS) Ecosystem Platform. Diese Plattform steuert die Flotten in Echtzeit mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) und optimiert die Flottenleistung. Die KI unterstützt Fahrgäste automatisch, überwacht die Kabinenaktivität (z. B. ob Passagiere angeschnallt sind) und führt automatisierte "Drive Ready Checks" durch.
Die Plattform integriert sich nahtlos in bestehende Buchungs-Apps und ermöglicht eine Fernunterstützung in Echtzeit. Für Flottenbetreiber bietet MOIA eine White-Label-Lösung an, die Algorithmen für Routenplanung, Dispatching und Flottenoptimierung enthält.
Sie wurde entwickelt, um Flottenbetreibern eine schlüsselfertige ("turnkey") Lösung zu bieten, die alle Aspekte des fahrerlosen Betriebs – von der Buchung über die Flottensteuerung bis zum Krisenmanagement – abdeckt.
Das Ziel der Plattform ist es, Mobilitätsdienste in Echtzeit sicher, effizient und komfortabel zu betreiben.
2.2 Entwicklung und strategische Positionierung:
Die ADMaaS Ecosystem Platform ist ein wesentlicher Bestandteil der "Turnkey Solution" von MOIA. MOIA bietet diese integrierte Lösung öffentlichen und privaten Mobilitätsanbietern an, um autonome Dienste schnell, sicher und skalierbar zu etablieren.
Die schlüsselfertige Lösung umfasst drei Kernelemente:
- Das sichere autonome Fahrzeug (ID. Buzz AD).
- Die ADMaaS Ecosystem Platform.
- Umfassende Betreiber- und Unterstützungsdienste ("supporting services for seamless fleet management").
MOIA agiert dabei als Technologieanbieter, der das Fahrzeug integriert und die gesamte Software und Plattform bereitstellt. Die Plattform enthält die gesamte Intelligenz, die notwendig ist, um die Fahrzeuge sicher, effizient und komfortabel zu betreiben.
2.3 Funktionsweise des KI-Managements und der Flottenoptimierung.
Die Plattform steuert die autonomen Flotten in Echtzeit mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) und ist darauf ausgelegt, die Leistung der Flotte zu optimieren ("optimizing fleet performance").
Flottenmanagement und Routing.
Die KI-gestützten Algorithmen der Plattform sind darauf spezialisiert, operative Entscheidungen zu treffen, die über die reine Fahrfunktion hinausgehen:
- Routenplanung und Dispatching: Die Plattform enthält Algorithmen für das Routing (Routenplanung), das Dispatching (Zuteilung von Fahrten) und die allgemeine Flottenoptimierung.
- Geonet Management: Das System nutzt ein proaktives Geonet Management, um anspruchsvolle oder gefährliche Gebiete, die ausserhalb des normalen Betriebsbereichs des autonomen Fahrsystems liegen könnten, frühzeitig zu identifizieren und zu vermeiden. Dies leitet das Fahrzeug entlang der sichersten Route.
- Betriebsüberwachung und Fernunterstützung: Die tiefe Fahrzeugintegration in die Plattform ermöglicht Echtzeit-Fernunterstützung ("real-time remote support"). Die Softwarelösung gewährleistet zudem umfassende Sicherheitschecks und Fernführung, um sicherzustellen, dass die Fahrzeuge jederzeit einsatzbereit sind ("mission ready").
Das Passenger Management (Fahrgast-Management).
Ein zentrales Feature der Plattform ist die Übernahme traditioneller Fahreraufgaben, da kein Fahrer zur Durchführung dieser Kontrollen mehr an Bord ist. Das KI-gestützte Passagier-Management umfasst folgende automatisierte Prozesse:
- Abwicklung von Fahrtanfragen: Die Plattform wickelt die Fahranfragen und die Buchung über die integrierte App ab.
- Identitätsprüfung und Authentifizierung: Da kein Fahrer zur Überprüfung anwesend ist, erfolgt die Identifizierung vor dem Einstieg per Handy (über NFC) am B-Säule, um sicherzustellen, dass nur der berechtigte Kunde einsteigt.
- Überwachung der Kabinenaktivität: Die Plattform überwacht die Sicherheit im Innenraum mit KI ("supervising the cabin activity with AI"). Interne Kameras und Sensoren im Sitz sowie in der Gurtschnalle überprüfen automatisch, ob die Passagiere angeschnallt sind ("Is everyone buckled up").
- Automatisierte "Drive Ready Checks": Bevor eine Fahrt beginnt, führt das System eine automatisierte Überprüfung der Startbereitschaft durch ("running automated drive ready checks").
- Support-Funktionen: Im Fahrzeug gibt es SOS-Support-Buttons. Zudem steht die KI den Fahrgästen jederzeit zur Verfügung. Das Flottenkontrollzentrum kann bei Bedarf eine Audioverbindung zu den Fahrgästen herstellen, falls menschliche Interaktion oder Unterstützung gewünscht ist.
2.4 Compliance und Skalierung.
Die Plattform spielt eine entscheidende Rolle bei der Erfüllung regulatorischer Anforderungen und der Skalierung des Dienstes:
- Regulatorische Einhaltung: Das System ist darauf ausgelegt, alle regulatorischen Anforderungen für Fahrzeuge mit dem Automatisierungslevel 4 nach SAE-Standard zu erfüllen.
- Krisenmanagement: Dies beinhaltet die Fähigkeit zur Fernüberwachung und das sichere Krisenmanagement, beispielsweise bei Rettungseinsätzen oder Situationen, in denen der Wagen aufgrund strikter Regelkonformität nicht weiterfahren kann (z. B. bei durchgezogenen Linien). In solchen Fällen sorgt die Plattform für ein automatisiertes Vorfall-Handling ("automated incident handling").
- Flexible Integration: Die Betreiber haben die Wahl: Sie können die autonome Fahrfunktion in ihre bestehenden Dienste integrieren, indem sie ihre eigene App und ihr eigenes Backend mit MOIAs Plattform verbinden, oder sie nutzen MOIAs All-in-One-Plattform. MOIA bietet zudem seine bewährte Passagier-App als White-Label-Lösung an, die an die jeweilige Marke des Betreibers angepasst werden kann.
2.5 Passagiererlebnis und Sicherheit an Bord.
Der Innenraum ist auf das fahrerlose, geteilte Mobilitätserlebnis ausgelegt. Er verfügt über vier komfortable Sitze in einer Konfiguration von zwei vorderen und zwei hinteren Sitzen.
Das Einsteigen erfolgt intuitiv per Smartphone (NFC-Authentifizierung) über die Schiebetür auf der strassenabgewandten Seite, da kein Fahrer zur Überprüfung der Passagiere mehr anwesend ist. Im Innenraum gibt es Start/Stopp-Knöpfe, SOS-Support-Buttons, und die KI im Fahrzeug steht den Fahrgästen jederzeit zur Verfügung. Interne Kameras und Sensoren im Sitz und in der Gurtschnalle überprüfen, ob die Passagiere angeschnallt sind. Über das Flottenkontrollzentrum kann auch eine Audiokommunikation hergestellt werden, falls menschliche Interaktion gewünscht ist.
III. Testbetrieb, Herausforderungen und Markteinführung.
Volkswagen und MOIA haben das System ausgiebig in realen Umgebungen getestet, um die Herausforderungen komplexer urbaner Szenarien zu meistern.
3.1 Umfangreiche Tests und kritische Situationen.
Der ID. Buzz AD wird in mehreren Städten gleichzeitig getestet: Hamburg dient als Startpunkt, aber auch in München, Oslo und Austin, Texas, sind Testfahrzeuge unterwegs:
- Testumfang: Mehr als 600.000 Testkilometer wurden in Hamburg mit 30 Prototypen zurückgelegt.
- Herausforderungen: Die Fahrzeuge müssen alle Wetterbedingungen (heisses Sommerwetter, schneereiche Winter, Regen, Nebel) und dichten Stadtverkehr beherrschen.
- Regelkonformität: Eine häufige Herausforderung im Testbetrieb ist die strikte Regelkonformität des Autos. Wenn beispielsweise ein Lieferwagen auf der Strasse steht und eine durchgezogene Linie das Umfahren verbietet, hält das autonome Fahrzeug an, während ein menschlicher Fahrer die Regeln brechen würde, um nicht stecken zu bleiben. In solchen Fällen muss ein Mensch – entweder der Sicherheitsfahrer oder die Steuerungszentrale – eingreifen, um den Stillstand zu beenden.
Unfälle im Testbetrieb in Austin waren bisher ausschliesslich Auffahrunfälle, bei denen andere Verkehrsteilnehmer auf das stehende Robotaxi aufgefahren sind.
3.2 Der Fahrplan zur Serienreife.
Die Einführung erfolgt schrittweise, wobei die Sicherheit und die Akzeptanz in der Bevölkerung wichtige Aspekte sind.
- Aktueller Status: Ab Juli 2025 beginnt eine geschlossene Benutzergruppe (Mitarbeiter des VW-Konzerns und MOIA sowie ausgewählte Partner) mit dem Testen der gesamten Kundenreise über die App. Ab dem 1. Juli wird die Warteliste für diese geschlossene Gruppe in Hamburg geöffnet.
- Marktstart 2026/2027: Hamburgs Verkehrssenator äusserte sich zuversichtlich, dass VW Ende 2026 mit der Serienproduktion beginnen wird. Der breite Rollout im grossen Massstab in Europa und den USA ist für 2026 geplant. Einige Quellen nennen auch 2027 als Ziel für den Start ohne Sicherheitsfahrer.
- Betrieb und Skalierung: MOIA wird in Zukunft als Technologieanbieter fungieren, der die Fahrzeuge, Software und Plattform bereitstellt, damit andere Kunden (Städte, Gemeinden, Flottenbetreiber) die autonomen Fahrzeuge betreiben können. In Hamburg sollen bis zu 1.000 Fahrzeuge eingesetzt werden, und auch in Los Angeles ist ein Start geplant.
Volkswagen positioniert den ID. Buzz AD als Level-4-Fahrzeug als Teil eines ganzheitlichen Ökosystems. Die Entwicklung ist darauf ausgerichtet, eine skalierbare und zuverlässige Mobilitätsform zu etablieren, die in Städten und ländlichen Gebieten gleichermassen funktioniert.
3.3 Hochautomatisierte Systeme auf dem Markt.
Dass Europa im autonomen Fahren vorne mitspielt, beweisen auch die derzeit in Europa mit der höchsten zugelassenen Automatisierungsstufe (Level 3) erhältlichen Modelle, die alle von deutschen Herstellern stammen. Dazu gehören die Mercedes-Benz S-Klasse, der elektrische Mercedes-Benz EQS (mit Drive Pilot) und der BMW 7er (mit Personal Pilot L3). Deutschland hat frühzeitig entschieden, Level-3-Systeme nicht nur zu testen, sondern auch im realen Verkehr zuzulassen, was Europas führende Rolle in diesem Bereich festigt.
Unterschied zwischen Level 3 und Level 4 des autonomen Fahrens.
Der Unterschied zwischen Level 3 und Level 4 des autonomen Fahrens basiert auf dem SAE-Standard (Society of Automotive Engineers) und betrifft hauptsächlich die Verantwortlichkeit und die Notwendigkeit des Eingreifens durch den menschlichen Fahrer.
- Level 3-Systeme sind derzeit die höchste Stufe der Automatisierung, die in Europa im realen Verkehr für den privaten Endkunden zugelassen ist:
- Verantwortlichkeit: Bei Level 3 kann das Fahrzeug die Steuerung auf bestimmten Strecken und unter bestimmten Bedingungen (wie Autobahnen) vollständig übernehmen.
- Menschliches Eingreifen: Der Fahrer muss jedoch jederzeit bereit sein, die Kontrolle zu übernehmen, wenn das System dies anfordert oder wenn die Betriebsbedingungen verlassen werden.
Level 4 (Vollautomatisiertes Fahren).
Das VW MOIA ID. Buzz AD Robotaxi ist explizit als Level-4-Fahrzeug konzipiert.
- Definition: Level 4 bedeutet, dass das Fahrzeug die gesamte Fahraufgabe ohne menschliches Eingreifen selbstständig und sicher bewältigen kann, allerdings nur innerhalb eines spezifischen Betriebsbereichs (Operational Design Domain – ODD), wie definierten Städten oder geografischen Gebieten.
- Verantwortlichkeit: Der Fahrer ist nicht verpflichtet, die Kontrolle zu übernehmen. Wenn das Fahrzeug an seine Grenzen stösst, muss es entweder selbstständig einen sicheren Zustand (Minimal Risk Condition) erreichen oder eine Lösung über eine Steuerungszentrale freigegeben werden.
- Anwendungsbereich: Das Level-4-Konzept des ID. Buzz AD ist spezifisch auf den Einsatz in Mobilitätsdiensten (Robotaxi, Ride-Pooling) zugeschnitten.
- Sicherheit beim VW-Projekt: Trotz der Level-4-Konzeption wird der ID. Buzz AD zu Beginn mit Sicherheitsfahrern getestet, die bei Bedarf eingreifen müssen, bis die volle Zertifizierung für den fahrerlosen Betrieb (driverless) in der EU und den USA vorliegt. Diese Sicherheitsfahrer müssen die Hände in der Nähe des Lenkrads halten, um bei unerwarteten Situationen (z. B. Stillstand wegen zu strikter Regelkonformität) eingreifen zu können. Langfristig soll der Dienst jedoch ohne Fahrer betrieben werden.
Der ID. Buzz AD: Volkswagens Kampfansage im autonomen Fahren.
Das Robotaxi-Projekt von Volkswagen ist ein zentraler Grund dafür, warum das Jahr 2026 als Beginn des Comebacks der europäischen Industrie betrachtet werden könnte.
3.4 Der Fahrplan zur Serienreife bis 2026.
Volkswagen hat einen klaren Plan für die Markteinführung und die Skalierung seiner autonomen Shuttles, wobei 2026 das entscheidende Jahr für die Serienreife sein soll.
Testbetrieb und europäischer Rollout.
Die autonomen Shuttles befinden sich bereits im Testbetrieb in den deutschen Metropolen Hamburg und Berlin. Der erste grosse Schritt zur Skalierung und Serienreife ist für 2026 geplant, beginnend in Oslo. Dort soll der ID. Buzz AD bereits im Frühjahr in Dienst gestellt werden. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Verkehrsgesellschaft Ruter und dem dänischen Betreiber Holo.
Expansion in die USA.
Mitte 2026 folgt die Einführung in den USA. Als erster Testmarkt wurde Los Angeles ausgewählt. Die Buchung dieser vollautonomen Busse soll über die Uber-Plattform erfolgen.
Langfristiges Flottenziel.
Für Volkswagen ist dieses Projekt der Einstieg in ein Milliardengeschäft und gleichzeitig eine klare Kampfansage an Wettbewerber wie Tesla. Die langfristigen Ziele des Konzerns sind hochgesteckt:
- Bis 2030 plant Volkswagen, allein in Hamburg 10.000 vollautonome Shuttles zu betreiben.
- Das weltweite Ziel liegt bei über 100.000 vollautonomen Shuttles.
IIII. Europas führende Rolle im autonomen Fahren.
Das VW-Projekt untermauert Europas generelle Stärke im Bereich des autonomen Fahrens, die bereits durch andere deutsche Hersteller belegt wird.
4.1 Level-3-Systeme im realen Verkehr.
Der derzeitige Beweis, dass Europa beim autonomen Fahren vorne mitspielt, findet sich bereits beim Händler in Form von Level-3-Systemen. Aktuell sind nur drei Modelle in Europa mit der höchsten zugelassenen Automatisierungsstufe (Level 3) erhältlich, und alle drei stammen von deutschen Herstellern:
- Die Mercedes-Benz S-Klasse.
- Der elektrische Mercedes-Benz EQS (ausgestattet mit dem Fahrsystem Drive Pilot).
- Der BMW 7er (ausgestattet mit dem System Personal Pilot L3).
Diese Systeme können auf Autobahnen das Fahren komplett übernehmen, die Spur halten, Tempo und Abstand regeln und selbstständig durch fliessenden Verkehr fahren.
4.2 Die Rolle der Enabler.
Europas führende Rolle in diesem Bereich ist kein Zufall; Deutschland hat frühzeitig entschieden, Level-3-Systeme nicht nur zu testen, sondern auch im realen Verkehr zuzulassen, anstatt sie auf eng begrenzte Testfelder zu beschränken. Im Hintergrund dieser grossen Automarken spielen nebst vielen deutschen auch österreichische Unternehmen eine Schlüsselrolle als „unsichtbare Enabler“. Autonomes Fahren benötigt sicherheitskritische Software und Elektronik:
- TTTech (Wien): Entwickelt Echtzeit- und Safety-Systeme, die sicherstellen, dass Sensorik, Steuergeräte und Software auch im Fehlerfall kontrolliert reagieren.
- Infineon (Villach): Produziert Leistungselektronik und Halbleiter, die für Sensorik, die Rechenzentren im Fahrzeug und das Energiemanagement unverzichtbar sind.
- AVL (Graz): Arbeitet an Test- und Validierungssystemen, die zur Absicherung und Zulassung autonomer Fahrfunktionen notwendig sind.
Mehr Informationen zu Elektroautos.
E-Autos, Trends, Entwicklung, Technologien, Batterien, Märkte, Robotik, KI, FSD (autonomes Fahren), Ladezeit, Reichweite. Ausblicke in die dynamische Entwicklung des Elektroautomarktes: Technologien und globale Skalierung.
Mehr Informationen zu Elektroautos.
Disclaimer / Abgrenzung
Stromzeit.ch übernimmt keine Garantie und Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen Texte, Massangaben und Aussagen.
Bannerbild aus Video von VW:
© VW: MOIA - ID. Buzz AD, At IAA MOBILITY 2025
https://www.volkswagen-group.com/en/videos-and-footage/moia-id-buzz-ad-12857
09/10/2025 Duration: 00:00:49 Rights: Use for editorial purposes free of charge
Quellenverzeichnis (Dezember 2025).
https://m.youtube.com/watch?v=mF_VqRcJfCw&pp=ygUQZGV1dHNjaGxhbmQgbmV3c9IHCQlNCgGHKiGM7w%3D%3D
https://www.youtube.com/watch?v=po-kGWVfAVQ
https://www.youtube.com/watch?v=7T2MuJ64Nko
https://www.youtube.com/watch?v=KX9Y4stS76s
https://www.youtube.com/watch?v=58sJmWvg-TE
https://www.youtube.com/watch?v=EMvywc4NY5A
https://www.youtube.com/watch?v=oYxO8rJgTQk
https://www.youtube.com/watch?v=QHQ8dKU40O0
https://www.youtube.com/watch?v=q4-mqoP-ey0
https://www.youtube.com/watch?v=CbTFKDHn4V8
