Supermärkte, Einkaufszentren, Solaranlagen, Strom für: Kühlung, Wärme, Beleuchtung, Backöfen, Klimaanlagen, Lüftung.
24.07.2026
Vom Energieverbraucher zum Kraftwerk: Die solare Revolution im Einzelhandel und Gewerbe
1. Einleitung: Der „schlafende Riese“ erwacht.
Supermärkte und Einkaufszentren galten lange Zeit als reine Energiesenken. Doch angesichts steigender Strompreise und des Drangs zur Nachhaltigkeit entwickeln sich diese Immobilien zu den spannendsten Akteuren der Energiewende. Mit ihren riesigen, meist flachen und unverschatteten Dachflächen sowie den weitläufigen Parkplatzarealen stellen sie ein enormes Potenzial für die dezentrale Energieversorgung dar. Experten bezeichnen sie als „schlafende Riesen“, deren Aktivierung nicht nur ökologisch notwendig, sondern vor allem ökonomisch hochgradig attraktiv ist.
2. Das Energieprofil: Warum Supermärkte die idealen Solarstandorte sind.
Die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik (PV) im Gewerbe hängt maßgeblich von der Übereinstimmung zwischen Erzeugung und Verbrauch ab.
- Enormer Stromhunger: Ein mittelgroßer Supermarkt mit 2.000 m² Verkaufsfläche verbraucht jährlich etwa 400.000 bis 600.000 Kilowattstunden (kWh). Das entspricht dem Bedarf von ca. 150 Einfamilienhäusern.
- Hauptverbraucher Kältetechnik: Der größte Energiefresser ist die Kühlung, die rund um die Uhr exakte Temperaturen halten muss. Hinzu kommen Beleuchtung, Backöfen, Klimaanlagen und Lüftungssysteme.
- Die „magische“ Erzeugungskurve: Der Stromverbrauch im Einzelhandel ist tagsüber am höchsten, wenn Kunden die Kühltheken öffnen, das Licht brennt und die Backöfen laufen. Da PV-Anlagen genau in diesen Stunden ihren Höchstertrag liefern, passen Erzeugungs- und Verbrauchskurve ideal zusammen.
- Synergieeffekt Kühlung: An heißen Sommertagen müssen Kühlaggregate am stärksten arbeiten – genau dann liefert die Sonne die meiste Energie für den Betrieb dieser Anlagen.
3. Innovative Technologien und Konzepte.
3.1. Dach-PV und hocheffiziente Module.
Moderne Anlagen setzen auf maximale Leistungsdichte. Im Einkaufszentrum Serfontana (Schweiz) wurden beispielsweise hocheffiziente N-Type ABC-Module eingesetzt, die selbst bei Teilverschattung und hohen Temperaturen konstante Erträge liefern. Diese Technologie ermöglichte eine Leistungssteigerung von über 9 % im ersten Jahr im Vergleich zu herkömmlichen Modulen.
3.2. Solar-Carports: Die Doppelnutzung versiegelter Flächen.
Parkplatzüberdachungen bieten einen mehrfachen Nutzen:
- Energieerzeugung: Große versiegelte Flächen werden zu Kraftwerken, ohne zusätzlichen Boden zu verbrauchen.
- Komfort: Kunden können ihre Fahrzeuge im Schatten oder geschützt vor Niederschlag parken.
- Ladeinfrastruktur: Der Strom kann direkt für E-Ladesäulen genutzt werden. Beispiele hierfür sind das Einkaufszentrum Chablais (Migros) mit 9.500 m² Solarpanels auf Carports oder das Center West in Graz, das seinen Kunden sogar kostenloses E-Tanken während des Einkaufs ermöglicht.
3.3. Fassaden-PV und intelligente Gebäudehülle.
Neue Konzepte nutzen auch die Fassadenflächen. Das Glattzentrum in Wallisellen installiert eine Anlage an einer Parkhausfassade. Im Stücki Park in Basel wird zudem auf begrünte Fassaden gesetzt, die das Mikroklima verbessern und im Winter isolierend wirken.
3.4. Speicher und intelligentes Energiemanagement.
Um den Eigenverbrauch zu maximieren, kommen Energiemanagementsysteme zum Einsatz.
- Thermische Speicher: Durch intelligentes Steuern kann die Kühlkette bei Solarüberschuss die Temperatur in den Theken leicht absenken. Die Ware dient dann als thermischer Speicher, wodurch die Aggregate später weniger oft anspringen müssen.
- Batteriespeicher: Diese fangen teure Lastspitzen ab, insbesondere in den frühen Abendstunden, wenn die PV-Produktion sinkt, der Markt aber noch hell erleuchtet ist.
4. Wirtschaftlichkeit und Investitionsmodelle.
Photovoltaik im Gewerbe ist heute ein „unschlagbarer Business Case“.
- Amortisation: Bei direkter Investition liegt die Amortisationszeit oft bei nur 4 bis 5 Jahren. Bei größeren Projekten oder Carports kann sie zwischen 10 und 15 Jahren liegen.
- Eigenverbrauch als Renditetreiber: Da der Eigenverbrauch direkt den teuren Stromeinkauf ersetzt (z. B. 30-35 Cent/kWh im Vergleich zu niedrigen Einspeisevergütungen von ca. 10 Cent/kWh), ist die Rendite bei hohem Eigenverbrauch am höchsten.
- Investitionsalternativen:
- PPA (Power Purchase Agreement): Ein Partner baut und betreibt die Anlage auf dem Dach des Marktes; der Betreiber kauft den günstigen Solarstrom langfristig zu einem festen Preis ein, ohne selbst investieren zu müssen.
- Abo-Modelle: Für kleinere Eigentümer bieten Firmen wie Rayo (Migros-Tochter) Komplettlösungen gegen eine monatliche Gebühr an.
- Kostenkontrolle: PV-Anlagen wirken wie eine Versicherung gegen schwankende Energiepreise und „frieren“ die Stromkosten für Jahrzehnte ein.
5. Fallstudien: Vorreiter in Europa.
Standort |
Besonderheit |
Eckdaten |
|
Shopping City Süd (SCS), Österreich |
Größte Anlage auf einem EKZ in Europa |
3 Mio. kWh/Jahr Ertrag, 8.000 Paneele |
|
Werre-Park, Deutschland |
Größte Anlage auf einem EKZ in Deutschland |
3,8 MWp Leistung, deckt gesamten Eigenbedarf |
|
Paunsdorf Center, Leipzig |
Große Eigenversorgung der öffentlichen Bereiche |
1,1 MWp, spart 528 Tonnen CO2 pro Jahr |
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Brandbachcenter, Dietlikon |
Deckt 50 % des Strombedarfs durch 1.750 Panels |
675.000 kWh/Jahr Produktion |
|
Center West, Graz |
Fokus auf E-Mobilität und Kundenbindung |
Größte Anlage der Steiermark, 16 Tesla-Supercharger |
|
Edeka Kappe, Wunstorf |
Ganzheitliches Konzept (PV, BHKW, LED, Dämmung) |
Spart 80.000 - 100.000 € Energiekosten jährlich |
6. Ökologische und gesellschaftliche Bedeutung.
Die Umstellung auf Sonnenenergie ist ein zentraler Baustein für die Erreichung von Klimazielen (z. B. Netto-Null bis 2050 bei Coop).
- CO2-Einsparung: Große Anlagen wie die der SCS sparen jährlich über 675 Tonnen CO2 ein.
- Marketing und Kundenbindung: Nachhaltigkeit ist für Kunden heute ein Differenzierungsmerkmal. Ein Supermarkt, der Solarstrom produziert und E-Ladestellen anbietet, kommuniziert Verantwortung und schafft eine positive emotionale Bindung.
- Biodiversität: Projekte wie im Center West kombinieren Solarenergie mit Wildblumenwiesen für Bienen und Insekten.
7. Fazit.
Die Nutzung von Gewerbedachflächen und Parkplätzen für Photovoltaik ist weit mehr als nur ein Trend – es ist eine strategische Notwendigkeit. Unternehmen, die ihre Flächen effizient nutzen, erzielen nicht nur eine hohe wirtschaftliche Rendite und Unabhängigkeit von Energiemärkten, sondern leisten auch einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz. Wie die Beispiele zeigen, schließen sich Ökonomie und Ökologie hierbei keineswegs aus, sondern gehen „Hand in Hand“.

Illustration © stromzeit.ch*
Einkaufszentren mit Kennzahlen (Beispiele).
Basierend auf den Quellen lassen sich zahlreiche Einkaufszentren identifizieren, die Photovoltaikanlagen nutzen. Hier ist eine detaillierte Liste mit den entsprechenden Kennzahlen:
Einkaufszentren in Österreich.
- Westfield Shopping City Süd (SCS), Vösendorf:
- Dachanlage: Größte Anlage auf einem Einkaufszentrum in Europa mit einer Nennleistung von rund 2.720 kWp. Sie umfasst über 8.000 Paneele auf fast 14.000 m² und produziert jährlich etwa 3 Millionen kWh Grünstrom.
- Carport-Anlagen: Ein überdachter Parkplatz bei Eingang 8 mit rund 1.300 Paneelen auf 2.500 m² erzeugt jährlich 450.000 kWh. Eine weitere Anlage bei Eingang 9 umfasst ebenfalls rund 1.300 Paneele mit knapp 500 kWp.
- CO2-Einsparung: Insgesamt bis zu 675 Tonnen pro Jahr.
- Center West, Graz:
- Leistung & Ertrag: Aktuell größte Anlage auf einem steirischen Einkaufszentrum mit 1,2 MWp (1.200 kWp) und einer jährlichen Produktion von ca. 1,3 Millionen kWh.
- Fläche: Über 8.000 m² Modulfläche.
- Eigenversorgung: Deckt etwa 50 % des gesamten Allgemeinstroms ab.
- Zusatznutzen: 16 Tesla Supercharger; Kunden können bis zu zwei Stunden kostenlos E-Auto tanken.
- WIEN MITTE The Mall, Wien:
- Leistung & Ertrag: BürgerInnen-Solarkraftwerk mit einer Leistung von 356 kWp (in einer Quelle auch mit 346 kWp angegeben) und einer jährlichen Produktion von ca. 324 MWh.
- Fläche: Rund 9.000 m² Dachfläche mit 1.424 Modulen (Modulfläche ca. 3.100 m²).
- CO2-Einsparung: 130 Tonnen pro Jahr.
Einkaufszentren in Deutschland.
- Werre-Park, Bad Oeynhausen:
- Leistung & Ertrag: Laut Quellen die größte Anlage auf einem Shopping-Center-Dach in Deutschland mit über 3,8 MWp (3.800 kWp) und jährlich rund 3,8 Millionen kWh Produktion.
- Fläche: Rund 33.000 m² Dachfläche mit 8.384 Modulen.
- Eigenversorgung: Etwa 660.000 kWh werden für den Eigenbedarf genutzt, der Rest (über 3 Mio. kWh) wird eingespeist.
- Paunsdorf Center, Leipzig:
- Leistung & Ertrag: 1,1 MWp Leistung mit einer jährlichen Erzeugung von 1,1 Millionen kWh.
- Fläche: Knapp 2.700 Module auf 10.000 m².
- Eigenversorgung: 845.000 kWh werden selbst verbraucht, was 30 % des Bedarfs der öffentlichen Bereiche deckt.
- Einkaufszentrum in Nordhorn:
- Leistung: 2,2 MW AC Aufdach-Solaranlage.
- Fläche: 8.461 Module.
- Besonderheit: Aufgrund niedriger ausgehandelter Strompreise wurde hier die vollständige Netzeinspeisung gegenüber dem Eigenverbrauch bevorzugt.
- Einkaufszentrum Nußdorf, Überlingen:
- Fläche & Investition: 3.000 m² Photovoltaik-Anlage auf einer Parkplatz-Überdachung; Investitionskosten ca. 500.000 Euro.
Einkaufszentren in der Schweiz.
- Brandbachcenter, Dietlikon:
- Ertrag: Liefert rund 675.000 kWh klimaneutralen Strom pro Jahr.
- Fläche: Fast 1.750 Solarpanels auf 3.413 m² (Gesamtfläche des Centers ca. 8.100 m²).
- Eigenversorgung: Deckt die Hälfte des gesamten Stromverbrauchs ab.
- Zentrum Regensdorf (Zänti):
- Leistung & Ertrag: Etwa 680 kWp mit einer jährlichen Erzeugung von rund 600.000 kWh.
- Fläche: Über 1.500 moderne Solarmodule.
- Eigenversorgung: Deckt fast drei Viertel (75 %) des Eigenbedarfs.
- Länderpark (Länzgi), Stans:
- Leistung & Ertrag: 854 kWp mit einer durchschnittlichen Jahresproduktion von 0,8 Millionen kWh.
- Fläche: 2.010 Module auf 3.930 m².
- Eigenversorgung: Deckt rund 85 % des Strombedarfs des MMM-Supermarkts.
- Stücki Park, Basel:
- Ertrag & Deckung: Jährliche Produktion von ca. 1.000 MWh; deckt bis zu 70 % des Strombedarfs ab.
- Mythen Center Schwyz, Ibach:
- Leistung & Fläche: 861,41 kWp Anlage mit 2.101 Modulen auf einer Fläche von 4.200 m².
- CO2-Einsparung: Rund 316 Tonnen pro Jahr.
- Einkaufszentrum Serfontana, Morbio Inferiore:
- Leistung: 93,1 kWp Aufdach-PV-Anlage (eine von drei geplanten Anlagen am Standort).
- Wirtschaftlichkeit: Ausgelegt auf 100 % Eigenverbrauch; ROI von fast 900 % und Amortisationszeit von ca. 25 Monaten.
- Herblinger Markt, Schaffhausen:
- Fläche & Deckung: 6.000 m² Photovoltaikanlage, die etwa 60 % des Stromverbrauchs (Allgemeinstrom) abdeckt.
- Einkaufszentrum Chablais (Migros), Aigle:
- Leistung & Ertrag: Spitzenwerte von bis zu 1,6 MW; jährliche Produktion von ca. 1,8 Millionen kWh.
- Fläche: Fast 9.500 m² Solarpanels auf fünf Parkplatzdächern (Carports).
- Fribourg Süd, Villars-sur-Glâne:
- Fläche & Deckung: Rund 4.300 m² Solarzellen; deckt ca. 90 % des Solarstrombedarfs direkt vor Ort (Kühlung, Beleuchtung).
- Rheinpark, St. Margrethen:
- Ertrag & Fläche: Produziert jährlich mindestens 150.000 kWh mit 1.260 Glasmodulen auf einer 148 m langen Parkplatzüberdachung.
Weitere Standorte.
- Einkaufszentrum in Windhoek, Namibia:
- Leistung & Ertrag: 2,816 MW Leistung; erzeugt im ersten Jahr rund 4.844 MWh.
- Fläche: 8.600 polykristalline Module auf 18.000 m² Dachfläche (verteilt auf 10 Dächer).
- Einkaufszentrum in Chemnitz (Projekt Voltaro):
- Leistung & Ertrag: 178 kWp mit einer Erzeugung von 506.367 kWh/Jahr; CO2-Einsparung von 526 Tonnen/Jahr.

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Welche Vorteile bieten Solaranlagen für Einkaufszentren und deren Mieter?
Solaranlagen auf Einkaufszentren und Supermärkten verwandeln diese großflächigen Immobilien von reinen Energiesenken in aktive Kraftwerke und bieten sowohl für Eigentümer als auch für Mieter erhebliche ökonomische und strategische Vorteile. Da diese Gebäude enorme Mengen an Strom für Kühlung, Beleuchtung und Belüftung benötigen, stellt die Solarenergie eine hocheffiziente Lösung zur Kostenreduktion dar.
Vorteile für die Betreiber und Eigentümer der Einkaufszentren:
- Optimale Deckung des Lastprofils: In Einkaufszentren herrscht eine „magische“ Übereinstimmung zwischen Stromerzeugung und -verbrauch: Der Bedarf ist tagsüber am höchsten, wenn die Sonne am stärksten scheint und die Kunden die Kühltheken öffnen.
- Synergieeffekt bei der Kühlung: An heißen Sommertagen müssen die Kühlaggregate am härtesten arbeiten – genau dann liefern PV-Anlagen ihren höchsten Ertrag und puffern so die größte Last ab. Durch intelligentes Management kann die Kühlkette sogar als thermischer Speicher genutzt werden, indem die Temperatur bei Solarüberschuss leicht gesenkt wird.
- Wirtschaftliche Rentabilität: Investitionen amortisieren sich oft in nur 4 bis 5 Jahren (bei Aufdachanlagen) oder bis zu 15 Jahren bei komplexeren Carport-Lösungen. In Projekten wie dem Serfontana wurde ein Return on Investment (ROI) von fast 900 % errechnet.
- Kostenkontrolle und Unabhängigkeit: Solaranlagen wirken wie eine Versicherung gegen schwankende Energiepreise, da die Stromkosten für die nächsten 20 bis 25 Jahre quasi „eingefroren“ werden.
- Doppelnutzung von Flächen: Durch Solar-Carports werden bereits versiegelte Parkplatzflächen doppelt genutzt: Sie erzeugen Strom und bieten Kunden gleichzeitig Schutz vor Hitze und Niederschlag.
- Neue Geschäftsmodelle: Überschüssiger Strom kann für E-Ladesäulen auf dem Parkplatz genutzt werden. Dies dient entweder als Marketinginstrument (kostenloses Laden zur Kundenbindung) oder als zusätzliche Einnahmequelle.
Vorteile für die Mieter (Shops und Gastronomie):
- Günstigere Strompreise: Durch Modelle wie den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) können Vermieter den Solarstrom direkt an Mieter verkaufen, was oft zu deutlich geringeren Energiekosten führt als der Bezug aus dem öffentlichen Netz.
- Langfristige Preisstabilität: Mieter profitieren von einer langfristigen Absicherung gegen steigende Marktpreise. Im Center West in Graz wird beispielsweise mit einer Kostenersparnis von 20 bis 30 % für die Shop-Betreiber gerechnet.
- Unterstützung von ESG-Zielen: Viele Handelsketten haben eigene Nachhaltigkeitsstrategien (z. B. Coop oder Edeka) und bevorzugen Standorte, die ihnen helfen, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und ihre Klimaziele zu erreichen.
Image und Kundenbindung:
- Nachhaltigkeitsbotschaft: Ein mit Solarmodulen belegtes Dach sendet ein klares Signal für ökologische Verantwortung, was eine positive emotionale Bindung bei den Kunden schafft und ein starkes Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb darstellt.
- Erhöhter Kundenkomfort: Insbesondere Parkplatzüberdachungen steigern die Attraktivität des Standorts, da Kunden im Schatten parken können, während ihr Fahrzeug mit sauberem Strom lädt.
Solaranlagen vereinen Ökonomie und Ökologie: Sie senken die Betriebskosten massiv, erhöhen die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und steigern die Attraktivität der Immobilie für Mieter und Kunden gleichermaßen.
Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV).
Das Modell Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ist ein Konzept, bei dem sich mehrere Endverbraucher zusammenschließen, um den auf ihrem Areal produzierten Solarstrom gemeinsam zu nutzen. In der Schweiz wird dieses Modell häufig genutzt, um die Aufrüstung von Dächern bei Wohnliegenschaften, Büroobjekten oder Gewerbeimmobilien mit Photovoltaikanlagen zu realisieren.
Hier sind die zentralen Merkmale und Funktionsweisen des ZEV-Modells:
- Rolle des Eigentümers: Der Eigentümer der betreffenden Liegenschaft finanziert und installiert die Photovoltaikanlage. Er tritt daraufhin als Verkäufer des produzierten Solarstroms an die Mieter innerhalb des Zusammenschlusses auf.
- Vorteile für Mieter: Die Mieter profitieren von günstigerem, vor Ort produziertem Solarstrom im Vergleich zum Bezug aus dem öffentlichen Netz.
- Wirtschaftlichkeit für Vermieter: Für die Vermieterschaft stellt das Modell eine attraktive Investitionsmöglichkeit dar, da der lokal produzierte Strom direkt an die Mieterschaft verkauft werden kann, was eine Win-win-Situation in Bezug auf Kosten und Nachhaltigkeit schafft.
- Anwendungsbeispiele: Im Einkaufszentrum Herbliger Markt in Schaffhausen wird beispielsweise ein „virtueller ZEV“ eingesetzt. Dort deckt die PV-Anlage rund 60 % des Stromverbrauchs des Centers ab, wobei ein Teil der Energie direkt für die Infrastruktur (Beleuchtung, Lüftung, Kühlung) genutzt wird.
- Abgrenzung zu anderen Modellen: Während beim ZEV der Eigentümer oft selbst investiert, gibt es auch alternative Konzepte wie das PPA-Modell (Power Purchase Agreement). Hierbei stellt ein Immobilieneigentümer lediglich die Dachfläche zur Verfügung, während ein Partner (wie ein Energieversorger oder spezialisierter Investor) die Anlage baut, betreibt und den Strom zu einem festen Preis an die Nutzer im Gebäude liefert.
Das ZEV-Modell ermöglicht eine dezentrale Energieversorgung, bei der die erzeugte Energie direkt am Ort der Produktion verbraucht wird, was die Rentabilität von Solaranlagen auf Mietobjekten deutlich erhöht.

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Unterschiede zwischen einem ZEV und einem PPA.
Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) und ein Power Purchase Agreement (PPA) sind zwei unterschiedliche Modelle, um Solarstrom direkt vor Ort zu nutzen, die sich vor allem in der Investitionsstruktur, der Betriebsverantwortung und der Vertragsgestaltung unterscheiden.
Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV)
Dieses Modell findet sich häufig bei Schweizer Liegenschaften wie Wohn- oder Büroobjekten und Einkaufszentren.
- Investition und Eigentum: Beim ZEV ist in der Regel der Eigentümer der Liegenschaft derjenige, der die Installation der Photovoltaikanlage finanziert und besitzt.
- Nutzerstruktur: Mehrere Endverbraucher auf einem Areal (z. B. verschiedene Mieter in einem Einkaufszentrum) schließen sich zusammen, um den vor Ort produzierten Strom gemeinsam zu nutzen.
- Stromverkauf: Der Eigentümer tritt als Verkäufer auf und verkauft den Solarstrom direkt an die Mieter im Zusammenschluss.
- Vorteil: Es entsteht eine Win-win-Situation, bei der die Mieter von günstigerem Strom profitieren und der Vermieter eine Rendite auf seine Investition erzielt.
Das Power Purchase Agreement (PPA)
Ein PPA (oft auch im Rahmen eines Contracting-Modells genutzt) ist ein langfristiger Stromliefervertrag, der besonders für Unternehmen attraktiv ist, die keine eigenen Investitionsmittel binden möchten.
- Investition durch Dritte: Im Gegensatz zum ZEV muss der Eigentümer der Immobilie nicht selbst investieren. Ein externer Partner oder Investor (z. B. ein Energieversorger) finanziert, plant, baut und betreibt die Anlage auf dem bereitgestellten Dach.
- Risikoverteilung: Der Gebäudeeigentümer trägt keinerlei Risiko für die Installation oder die Wartung der Anlage, da diese Aufgaben beim Vertragspartner liegen.
- Strombezug: Der Eigentümer bzw. Nutzer (z. B. eine Supermarktkette) verpflichtet sich, den produzierten Strom über einen langen Zeitraum (oft 20 bis 25 Jahre) zu einem festen, vereinbarten Preis abzunehmen.
- Optionen nach Vertragsende: Nach Ablauf der Vertragslaufzeit besteht oft die Möglichkeit, die Solarinfrastruktur zu übernehmen oder den Vertrag zu verlängern.
Die wesentlichen Unterschiede im Überblick.
Merkmal |
Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) |
Power Purchase Agreement (PPA) / Contracting |
|
Investition |
Hauseigentümer trägt die Kosten. |
Externer Investor/Partner trägt die Kosten. |
|
Betrieb & Wartung |
Meist durch den Eigentümer oder beauftragte Firmen. |
Liegt vollständig in der Verantwortung des Partners. |
|
Finanzielles Risiko |
Liegt beim Eigentümer (Amortisation). |
Kein Risiko für den Gebäudeeigentümer. |
|
Strompreis |
Wird vom Eigentümer für die Mieter festgelegt (oft günstiger als Netzstrom). |
Langfristig fixierter Preis, der vor Marktpreisschwankungen schützt. |
|
Eignung |
Ideal für Eigentümer, die selbst investieren und Rendite erzielen wollen. |
Ideal für Unternehmen, die ohne Kapitalaufwand grün werden wollen. |
Während der ZEV ein Modell für investitionsbereite Eigentümer zur Eigenversorgung ihrer Mieter ist, ist das PPA ein Dienstleistungsmodell, bei dem das Dach lediglich als Fläche bereitgestellt wird, um im Gegenzug günstigen Solarstrom ohne eigenes Investment zu beziehen.
Welche innovativen Konzepte zur Eigenstromnutzung und E-Mobilität gibt es?
Innovative Konzepte für Einkaufszentren und Supermärkte verwandeln diese Immobilien von reinen Energieverbrauchern in aktive Energie-Hubs, die Stromerzeugung, Speicherung und Mobilität intelligent verknüpfen.
Hier sind die zentralen innovativen Ansätze zur Eigenstromnutzung und E-Mobilität:
1. Intelligente Eigenstromnutzung und thermische Speicher.
Ein Supermarkt verbraucht enorm viel Energie für die Kältetechnik, was innovative Steuerungsmöglichkeiten eröffnet:
- Kühlung als thermischer Speicher: Intelligente Energiemanagementsysteme können bei hohem Solarstromüberschuss die Kühlkette anweisen, die Temperatur in den Kühltheken um ein halbes Grad weiter abzusenken. Die gekühlte Ware fungiert dann als Kältespeicher, sodass die Aggregate später seltener anspringen müssen, wenn die Sonne weniger scheint.
- Wärmerückgewinnung und Kopplung: In Vorreiter-Märkten wie Edeka Kappe wird die Abwärme der Kälteanlagen genutzt, um riesige Warmwassertanks (z. B. 4.500 Liter) zu füllen. In Kombination mit Blockheizkraftwerken (BHKW), die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren, entsteht ein hocheffizientes Gesamtsystem mit einem Wirkungsgrad von über 90 %.
- Lastspitzenkapping: Große Batteriespeicher werden eingesetzt, um teure Lastspitzen am frühen Abend abzufangen, wenn die Photovoltaikanlage (PV) weniger produziert, aber die Beleuchtung und Kühlung im Markt noch voll laufen.
2. E-Mobilität als Geschäftsmodell und Service.
Die Kopplung von Parkflächen und Solarenergie schafft neue Anreize für Kunden und Betreiber:
- Kundenladen als Marketinginstrument: Einkaufszentren bieten E-Ladestationen an, an denen Kunden während des Einkaufs sauberen Solarstrom vom Dach tanken können. Standorte wie das Center West in Graz bieten Kunden sogar bis zu zwei Stunden kostenloses Laden an.
- Integration von Schnellladeparks: Innovative Standorte integrieren leistungsstarke Infrastrukturen wie Tesla Supercharger der neuesten Generation, die für alle Fahrzeugmarken offenstehen und Ladezeiten von nur 25 bis 30 Minuten ermöglichen.
- Elektrische Lieferflotten: Überschüssiger Solarstrom kann genutzt werden, um die eigene Flotte von elektrischen Liefertransportern tagsüber kostengünstig zu laden.
3. Innovative Flächennutzung (Carports und Fassaden).
Da Dachflächen oft begrenzt sind, rücken andere Flächen in den Fokus:
- Solar-Carports (Doppelnutzung): Parkplatzüberdachungen bieten Witterungsschutz für Kundenautos und erzeugen gleichzeitig im großen Stil Energie, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Projekte wie im Einkaufszentrum Chablais nutzen fast 9.500 m² Solarpanels auf Carports.
- Fassaden-Photovoltaik: Wenn Dächer voll sind oder saniert wurden (wie beim Glatt-Tower), werden Solarmodule an Fassaden, beispielsweise von Parkhäusern, installiert.
- Intelligente Glasfassaden: Das Glattzentrum nutzt elektrochromes Glas, das sich automatisch tönt, um Hitzeschutz zu bieten und Klimatisierungskosten um bis zu 95 % zu senken.
4. Partizipations- und Finanzierungsmodelle.
- BürgerInnen-Solarkraftwerke: Modelle wie bei WIEN MITTE The Mall ermöglichen es Bürgern, direkt in die PV-Anlage des Centers zu investieren und so die Energiewende finanziell mitzugestalten.
- ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch): Hierbei verkauft der Eigentümer den Solarstrom direkt an die Mieter im Center, wodurch diese von stabilen, günstigeren Preisen profitieren.
- Contracting/PPA: Partner wie LichtBlick oder Romande Energie finanzieren und betreiben die Anlagen auf den Centern (z. B. Werre-Park oder Migros), sodass der Betreiber ohne eigenes Investment von günstigen, fixen Strompreisen profitiert.
Wie funktionieren thermische Speicher bei der Supermarkt-Kühlung genau?
Die thermische Speicherung in der Supermarkt-Kühlung funktioniert über zwei zentrale Konzepte: die Nutzung der gekühlten Ware als Kältespeicher sowie die Rückgewinnung und Speicherung der Abwärme der Kälteanlagen.
Hier ist die genaue Funktionsweise basierend auf den Quellen:
1. Die Ware als thermischer Kältespeicher.
Dieses Prinzip nutzt die Masse der im Supermarkt gelagerten Produkte (wie Joghurt, Fleisch oder Tiefkühlkost), um Energie zeitlich zu verschieben.
- Intelligente Steuerung bei Solarüberschuss: Ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS) überwacht die Stromproduktion der Photovoltaikanlage. Wenn ein hoher Solarüberschuss besteht (meist zur Mittagszeit), weist das System die Kälteaggregate an, die Temperatur in den Kühltheken um einen geringen Wert, beispielsweise ein halbes Grad, weiter abzusenken.
- Puffereffekt der gekühlten Ware: Die ohnehin vorhandene, gekühlte Ware nimmt diese zusätzliche Kälte auf und wirkt dadurch wie ein thermischer Speicher.
- Überbrückung von Erzeugungslücken: Sinkt die Solarleistung kurzzeitig ab – etwa durch eine vorüberziehende Wolke oder am frühen Abend –, müssen die Kälteaggregate nicht sofort wieder anspringen. Da die Ware „vorgekühlt“ wurde, hält sie die Temperatur länger im zulässigen Bereich, wodurch der Eigenverbrauch des Solarstroms maximiert wird.
2. Speicherung durch Wärmerückgewinnung.
Da Kühlsysteme rund um die Uhr laufen und dabei kontinuierlich Wärme aus den Kühltheken abführen, entsteht eine erhebliche Menge an Abwärme.
- Abwärmenutzung: Anstatt die Wärme ungenutzt an die Umgebung abzugeben, wird sie über Wärmerückgewinnungssysteme aufgefangen.
- Pufferspeicher (Warmwassertank): Diese Energie wird genutzt, um große Warmwassertanks (Pufferspeicher) zu erhitzen. Im Beispiel eines Edeka-Marktes wird hierfür ein Tank mit einem Volumen von 4.500 Litern verwendet.
- Verwendung der gespeicherten Energie: Die in diesem Tank „gepufferte“ Wärme steht dann zeitversetzt zur Verfügung, wenn sie im Markt benötigt wird – entweder zum Heizen des Gebäudes im Winter oder ganzjährig für Reinigungsarbeiten und zum Abwaschen.
3. Zusammenfassung der Funktionsweise.
Die thermische Speicherung macht sich die Tatsache zunutze, dass die Kältetechnik der größte Energieverbraucher im Supermarkt ist. Durch die Kombination aus gezielter Unterkühlung der Produkte bei Energieüberschuss und der Speicherung der Prozessabwärme in Wasserreservoirs wird das gesamte System flexibler. Dies ermöglicht es dem Supermarkt, sich teilweise vom aktuellen Strommarkt abzukoppeln und teure Lastspitzen zu vermeiden.
Welche Rolle spielen Blockheizkraftwerke bei der Energieversorgung von Märkten?
In der Energieversorgung von Märkten sowie im Rahmen der solaren Transformation übernehmen Blockheizkraftwerke (BHKW) eine entscheidende Funktion als effiziente und flexible Energieerzeuger.
Rolle bei der Energieversorgung von Märkten.
- Hoher Wirkungsgrad durch Kraft-Wärme-Kopplung: BHKWs erreichen einen Gesamtwirkungsgrad von über 90 %, da sie gleichzeitig Strom und Wärme produzieren.
- Direkte Eigenversorgung: Der im BHKW erzeugte Strom wird in der Regel direkt im Markt verbraucht, während die Abwärme im Winter für die Heizung und ganzjährig für die Warmwasserbereitung (z. B. zum Reinigen und Spülen) genutzt wird.
- Verdrängung fossiler Heizsysteme: Durch den Einsatz von BHKWs in Kombination mit Wärmerückgewinnung aus der Kältetechnik kann ein Supermarkt nahezu seinen gesamten Wärmebedarf decken. Eine herkömmliche Gasheizung wird dadurch oft nur noch an wenigen Extremtagen im Jahr benötigt.
- Schnelle Amortisation: Mit einer Amortisationszeit von etwa drei bis vier Jahren gelten BHKWs als eine der wirtschaftlichsten Investitionen für Supermarktbetreiber.
Rolle bei der solaren Transformation.
- Komplementäre Energieerzeugung: BHKWs dienen als wichtiger Baustein in einem vernetzten System, um Strom, Wärme und Speicher intelligent miteinander zu verbinden. Während Photovoltaikanlagen (PV) vor allem im Sommer hohe Erträge liefern, laufen BHKWs insbesondere im Winter kontinuierlich, um Wärme bereitzustellen, und produzieren dabei gleichzeitig Strom, wenn die Solarstrahlung gering ist.
- Steigerung der Unabhängigkeit: Die Kombination aus PV-Anlagen und BHKWs ermöglicht es Betrieben, etwa die Hälfte ihres gesamten Strombedarfs selbst zu decken. Dies schafft ein Gefühl der Freiheit und Autonomie gegenüber schwankenden Preisen am Energiemarkt.
- Voraussetzung für Sektorenkopplung: BHKWs unterstützen die Transformation weg von rein fossilen Systemen, indem sie die regionale Energieversorgung stärken und langfristig niedrige Energiekosten sichern. Sie fungieren als Brückentechnologie, bis Märkte durch weitere Schritte wie den Einsatz von Wärmepumpen komplett auf regenerative Stromnutzung umgestellt werden können.
Wann lohnt sich eine Wärmepumpe statt eines Blockheizkraftwerks?
Basierend auf den Erfahrungen des Unternehmers Cord Kappe lohnt sich eine Wärmepumpe vor allem dann, wenn ein Betrieb den letzten Schritt zur vollständigen Abkehr von fossilen Brennstoffen gehen möchte. Während ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit einem Wirkungsgrad von über 90 % zwar hocheffizient Strom und Wärme gleichzeitig produziert, wird es in der Regel noch mit Gas betrieben.
Eine Wärmepumpe wird in den Quellen als die strategische Alternative zum BHKW unter folgenden Bedingungen angeführt:
- Vollständige Elektrifizierung: Wenn das Ziel darin besteht, das gesamte System auf Strom umzubauen und somit unabhängig von Öl- und Gasimporten zu werden.
- Hoher Eigenstromanteil: Eine Wärmepumpe ist besonders dann sinnvoll, wenn der Markt bereits über eine starke Eigenstromproduktion (z. B. durch Photovoltaik) verfügt, mit der die Pumpe betrieben werden kann.
- Strategischer Ersatzzyklus: Im Falle des Beispielmarktes in Wunstorf wird die Wärmepumpe als der „nächste Schritt“ betrachtet, sobald die aktuell noch neuen Blockheizkraftwerke ihren Dienst getan haben oder die Transformation zum rein regenerativen Standort abgeschlossen werden soll.
Im direkten wirtschaftlichen Vergleich zeigt sich jedoch, dass das BHKW derzeit noch eine sehr schnelle Amortisationszeit von nur 3 bis 4 Jahren aufweist, da es die prozessbedingte Last (Heizung und Warmwasser zum Reinigen) sehr effizient abdeckt. Die Wärmepumpe wird in diesem Kontext eher als die Zukunftstechnologie für die „Net-Zero“-Vision beschrieben, um den fossilen Pfad endgültig zu verlassen.
Welche Vorteile bieten Batteriespeicher für die Abendstunden?
Batteriespeicher spielen in der Energieversorgung von Gewerbeimmobilien wie Supermärkten eine entscheidende Rolle, um die Diskrepanz zwischen Erzeugung und Verbrauch in den Übergangszeiten auszugleichen.
Für die Abendstunden bieten sie folgende wesentliche Vorteile:
- Abfangen teurer Lastspitzen (Peak Shaving): In den frühen Abendstunden ist der Stromverbrauch in einem Supermarkt oft noch sehr hoch, da die Verkaufsflächen voll beleuchtet sind und die Kältetechnik unter Volllast läuft. Gleichzeitig sinkt die Produktion der Photovoltaikanlage mit dem Sonnenuntergang drastisch ab. Ein Batteriespeicher kann hier die teuren Lastspitzen abfangen, indem er gespeicherten Strom abgibt, anstatt diesen teuer aus dem öffentlichen Netz beziehen zu müssen.
- Maximierung des Eigenverbrauchs: Tagsüber produzieren großflächige Solaranlagen auf Supermarktdächern oft mehr Strom, als das Gebäude unmittelbar verbrauchen kann. Ohne Speicher müsste dieser Überschuss zu meist niedrigen Einspeisevergütungen ins Netz fließen. Ein Speicher ermöglicht es, diesen sauberen Überschussstrom zwischenzulagern und ihn gezielt dann zu nutzen, wenn die Sonne nicht mehr scheint.
- Schutz vor Preisschwankungen: Durch die Nutzung von eigenem Speicherstrom in den Abendstunden vermeiden Unternehmen den Bezug von Strom zu Spitzenstromtarifen. Dies führt zu einer besseren Kostenkontrolle und macht den Betrieb unabhängiger von künftigen Preisschwankungen am Energiemarkt.
- Strategische Ergänzung für die E-Mobilität: Wenn Kunden oder die eigene Lieferflotte am späten Nachmittag oder Abend laden möchten, kann der Speicher die benötigte Energie bereitstellen, ohne die Netzinfrastruktur des Marktes zu überlasten.
Batteriespeicher erhöhen die Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems, indem sie die Autarkie des Standorts bis in die Nachtstunden hinein verlängern und die Betriebskosten durch die Vermeidung teurer Netzbezüge am Abend senken.
Welche Vorteile bieten Solar-Carports gegenüber klassischen Dachanlagen und wie rentabel sind sie?
Solar-Carports und klassische Dachanlagen bieten jeweils spezifische Vorteile, wobei Carports insbesondere durch ihre multifunktionale Flächennutzung bestechen, während Dachanlagen meist eine schnellere Rentabilität aufweisen.
Vorteile von Solar-Carports gegenüber Dachanlagen.
Solar-Carports werden in den Quellen als „gigantische Kraftwerke mitten in unseren Städten“ beschrieben, die zahlreiche Zusatznutzen bieten:
- Sinnvolle Doppelnutzung: Carports ermöglichen die energetische Nutzung von bereits versiegelten Parkplatzflächen, ohne dass wertvolle Grünflächen oder Äcker beansprucht werden müssen.
- Witterungsschutz und Komfort: Sie bieten den Kunden einen erheblichen Mehrwert, indem sie Fahrzeuge im Sommer vor Hitze schützen (Schatten) und bei schlechtem Wetter Schutz vor Niederschlag bieten.
- Laden an der Quelle: Elektrofahrzeuge können direkt dort geladen werden, wo der Strom erzeugt wird, was die Ladeinfrastruktur besonders effizient macht.
- Geringeres technisches Risiko für das Hauptgebäude: Im Gegensatz zu Hausdächern spielen eventuelle Undichtigkeiten oder Reparaturen am Untergrund bei Carports eine untergeordnete Rolle. Zudem entfällt die statische Belastung des Hauptdaches, die vorab oft aufwendig geprüft werden muss.
- Optimale Ausrichtung: Auf Parkplätzen lassen sich oft ideale Ost-West-Ausrichtungen realisieren, die über den Tag verteilt einen gleichmäßigeren Ertrag liefern und weniger windanfällig sind als aufgeständerte Dachanlagen.
Rentabilität im Vergleich.
In Bezug auf die Wirtschaftlichkeit zeigen die Quellen deutliche Unterschiede zwischen den Systemen:
- Amortisationszeit von Dachanlagen: Klassische Photovoltaikanlagen auf Supermarktdächern rechnen sich extrem schnell. Die Quellen nennen Amortisationszeiten von oft nur 4 bis 5 Jahren. Bei hocheffizienten Systemen wie im Einkaufszentrum Serfontana wurde sogar eine Amortisation von lediglich 25 Monaten erreicht. Andere Beispiele im Gewerbebereich liegen bei ca. 7 bis 9 Jahren.
- Amortisationszeit von Solar-Carports: Diese gelten als die „teurere“ Variante, da die Konstruktions- und Entwicklungskosten deutlich höher sind als bei einer Montage auf einem vorhandenen Dach. Ein Praxisbeispiel zeigt, dass die Amortisation früher bei 20 Jahren lag, durch steigende Strompreise jedoch auf etwa 15 Jahre gesunken ist. Moderne Planungen können mittlerweile einen Return on Invest (ROI) von unter 10 Jahren darstellen.
- Renditetreiber: Der Hauptvorteil für die Wirtschaftlichkeit ist bei beiden Systemen der Eigenverbrauch. Jede selbst erzeugte Kilowattstunde ersetzt den teuren Stromeinkauf (z. B. 35 Cent/kWh), während die Einspeisung ins Netz (ca. 10 Cent/kWh) deutlich weniger lukrativ ist.
Während die Dachanlage das wirtschaftliche Fundament legt, da sie günstiger in der Anschaffung ist und sich schneller bezahlt macht, bietet der Solar-Carport strategische Vorteile in der Kundenbindung und Flächeneffizienz, benötigt jedoch einen längeren Zeitraum, um profitabel zu werden.
Wie lässt sich der Eigenverbrauch bei bewölktem Wetter optimieren?
Um den Eigenverbrauch bei bewölktem Wetter zu optimieren, setzen moderne Gewerbeimmobilien auf eine Kombination aus intelligenter Steuerungstechnik, speziellen Modultechnologien und komplementären Energiequellen.
Hier sind die zentralen Strategien zur Optimierung basierend auf den Quellen:
1. Thermische Speicherung durch die Kühlkette.
Ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS) kann den Eigenverbrauch massiv steigern, indem es die Kühlkette flexibel steuert.
- Vorkühlung bei Sonnenüberschuss: Wenn die Sonne scheint, kann das System die Kühltheken anweisen, die Temperatur um ein halbes Grad weiter abzusenken.
- Puffereffekt: Die gekühlte Ware wirkt dann wie ein thermischer Speicher. Wenn eine Wolke aufzieht und die Solarleistung sinkt, müssen die Aggregate dank der „kühleren Reserve“ in der Ware nicht sofort wieder anspringen.
2. Einsatz von Modulen für diffuses Licht.
Die Wahl der Photovoltaik-Technologie spielt eine entscheidende Rolle für den Ertrag bei Bewölkung.
- Dünnschichttechnologie: Anlagen wie die auf dem Parkplatz des Rheinpark St. Margrethen nutzen „micromorphe Dünnschichttechnologie“, die speziell darauf ausgelegt ist, auch bei diffusen Lichtverhältnissen gute Ertragswerte zu liefern. Dies ist für die Rentabilität entscheidend, da so auch bei bedecktem Himmel Strom produziert wird.
- ABC-Technologie (All Back Contact): Moderne N-Type ABC-Module (wie im Einkaufszentrum Serfontana) bieten eine höhere Leistung pro Quadratmeter und eine stabilere Performance. Sie weisen geringere Verluste durch Teilabschattung auf und produzieren so auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen mehr Energie als herkömmliche Module.
3. Optimierung durch Ost-West-Ausrichtung.
Während Südanlagen zur Mittagszeit extreme Spitzen produzieren, bieten Ost-West-Ausrichtungen (oft in Form flacher Pyramiden auf Carports) Vorteile für den Eigenverbrauch. Diese Bauweise ermöglicht einen gleichmäßigeren Ertrag über den gesamten Tag, was die Abhängigkeit von direkter Mittagssonne verringert und auch bei Bewölkung eine konstantere Grundversorgung unterstützt.
4. Sektorenkopplung mit Blockheizkraftwerken (BHKW).
In Systemen wie beim Edeka-Markt Kappe werden BHKWs als Ergänzung zur Solarenergie genutzt.
- Grundlastabdeckung: Ein BHKW produziert gleichzeitig Strom und Wärme mit einem Wirkungsgrad von über 90 %.
- Winter- und Schlechtwetterbetrieb: Besonders im Winter oder an stark bewölkten Tagen, wenn die PV-Anlage wenig liefert, laufen die BHKWs durch, um Wärme zu erzeugen, und decken dabei gleichzeitig einen Teil des Strombedarfs ab. Dies erhöht die Autarkie des Standorts unabhängig von der Wetterlage.
Vor allem die intelligente Verschiebung von Lasten (wie der Kühlung) und die Nutzung von Technologien, die auch bei diffusem Licht effizient arbeiten, sind die besten Hebel zur Optimierung des Eigenverbrauchs bei bewölktem Wetter.
Wie viel Geld spart ein Supermarkt durch eine eigene Solaranlage?
Ein Supermarkt kann durch eine eigene Solaranlage erhebliche Summen einsparen, wobei die konkreten Beträge je nach Größe der Anlage und dem Strompreis variieren. Die Einsparungen ergeben sich primär dadurch, dass teurer Netzstrom durch günstigen, selbst produzierten Solarstrom ersetzt wird.
Basierend auf den Quellen lassen sich die Einsparungen wie folgt beziffern:
1. Jährliche Einsparungen in konkreten Beispielen.
- Standard-Szenario: Ein mittelgroßer Supermarkt mit einem Jahresverbrauch von 500.000 kWh und einer 200-kWp-Anlage kann jährlich etwa 150.000 kWh selbst verbrauchen. Bei einem angenommenen Strompreis von 30 Cent pro kWh spart der Markt allein dadurch 45.000 € pro Jahr. Hinzu kommt die Vergütung für den ins Netz eingespeisten Strom.
- Ganzheitliches Konzept: Der Unternehmer Cord Kappe spart in seinem Edeka-Markt durch die Kombination von Photovoltaik und Blockheizkraftwerken (BHKW) jährlich sogar 80.000 € bis 100.000 € an Energiekosten ein. Er deckt damit etwa die Hälfte seines Strombedarfs (ca. 300.000 kWh Erzeugung bei 700.000 kWh Bedarf) selbst ab.
2. Einsparungen über die gesamte Laufzeit.
Am Beispiel des Einkaufszentrums Serfontana in der Schweiz wird deutlich, wie massiv die langfristigen Effekte sind:
- Die dort installierte 93,1-kWp-Anlage ist auf 100 % Eigenverbrauch ausgelegt.
- Jede produzierte Kilowattstunde ersetzt den Zukauf von Strom für 0,35 €/kWh.
- Über die gesamte Lebensdauer der Anlage von 30 Jahren wird der Wert des erzeugten sauberen Stroms auf ca. 1,15 Millionen Euro geschätzt.
- Der Return on Investment (ROI) wird hier mit fast 900 % angegeben.
3. Wirtschaftliche Faktoren und Amortisation.
- Eigenverbrauch als Renditetreiber: Da Supermärkte den Strom dann verbrauchen, wenn die Sonne scheint (Kühlung, Licht, Backöfen), erreichen sie Eigenverbrauchsquoten von 80 % bis 90 %. Dies ist finanziell deutlich attraktiver als die Einspeisung, die oft nur mit ca. 10 Cent vergütet wird.
- Amortisationszeiten: Die Investitionskosten für eine PV-Anlage auf einem Supermarktdach (ca. 200.000 € für 200 kWp) amortisieren sich oft bereits nach 4 bis 5 Jahren. Danach produziert die Anlage für mindestens 20 weitere Jahre nahezu kostenlosen Strom. Bei Carport-Anlagen liegt die Amortisationszeit aufgrund höherer Baukosten etwas höher, etwa bei 15 Jahren (früher 20 Jahre).
- Schutz vor Preissteigerungen: Eine Solaranlage wirkt wie eine Versicherung gegen steigende Strompreise, da die Kosten für den Eigenstrom für Jahrzehnte quasi „eingefroren“ werden.
Eine Solaranlage für einen typischen Supermarkt bedeutet eine jährliche Entlastung im fünfstelligen bis niedrigen sechsstelligen Bereich und das Projekt macht sich in der Regel innerhalb weniger Jahre vollständig bezahlt.
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Disclaimer / Abgrenzung
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Quellenverzeichnis (Juni 2026).
Einkaufszentren mit Solaranlagen: produzieren selbst Strom.
Frau Reiches Energie- ALPTRAUM ist dieser Unternehmer. – YouTube
https://www.youtube.com/watch?v=uc4XjwvEpU8
#45 Solarenergie für Supermärkte - Dein Einkauf wird zum Kraftwerk
https://www.youtube.com/watch?v=sUhVMZ36DrA
Sowie diverse Artikel zu Einkaufszentren mit Solaranlagen.
Zahlreiche Berichte dokumentieren den Trend, Einkaufszentren in der Schweiz, Deutschland und Österreich durch großflächige Photovoltaikanlagen energetisch zu modernisieren. Große Shoppingcenter wie die Shopping City Süd bei Wien, das Paunsdorf Center in Leipzig oder der Werre-Park in Bad Oeynhausen nutzen ihre weitläufigen Dach- und Parkplatzflächen, um signifikante Mengen an klimaneutralem Eigenstrom zu erzeugen. Die Projekte verfolgen dabei das Ziel, die Betriebskosten langfristig zu senken, die Unabhängigkeit von schwankenden Energiepreisen zu erhöhen und den CO2-Ausstoß massiv zu reduzieren. Neben Dachinstallationen gewinnen auch Solar-Carports und innovative Fassadenmodule an Bedeutung, um versiegelte Flächen doppelt zu nutzen. Oft decken diese Anlagen einen beträchtlichen Teil des Allgemeinstrombedarfs für Kühlung und Beleuchtung, während Überschüsse in das öffentliche Netz fließen. Ergänzt werden diese Nachhaltigkeitsstrategien häufig durch den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur für Kunden direkt am Standort.
Illustration © stromzeit.ch* NotebookLM:
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