Reversible Festoxid-Brennstoffzellen (rSOC), Modi: Stromerzeug (Gas-to-Power), Elektrolyse (Power-to-Gas).
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28.09.2026
Reversible Festoxid-Brennstoffzellen (rSOC).
Reversible Festoxid-Brennstoffzellen (reversible Solid Oxide Cells, rSOC) sind hochentwickelte elektrochemische Zellen, die bei hohen Betriebstemperaturen von etwa 600 °C bis 750 °C arbeiten. Das technologische Alleinstellungsmerkmal von rSOCs ist ihre Fähigkeit, vollkommen nahtlos in zwei entgegengesetzte Richtungen betrieben zu werden (Reversibilität):
- Stromerzeugungsmodus (Gas-to-Power): Die Zellen arbeiten als klassische Brennstoffzellen (Solid Oxide Fuel Cells, SOFC). Sie wandeln die chemische Energie von Biogas, Erdgas oder Wasserstoff elektrochemisch direkt in elektrische Energie um. Dabei erreichen sie durch ein patentiertes Systemdesign elektrische Wirkungsgrade von bis zu 80 %.
- Elektrolysemodus (Power-to-Gas): Bei einem Stromüberschuss im Netz kehrt sich der Prozess um. Die Zellen arbeiten nun als Elektrolysezellen (Solid Oxide Electrolyzer Cells, SOEC). Sie nehmen den überschüssigen elektrischen Strom auf und nutzen ihn, um Wasserstoff oder – unter Zufuhr von Kohlendioxid – synthetisches Methan (SNG) zu erzeugen.
Dank dieser rSOC-Technologie liegt die Umschaltzeit zwischen der Strom- und Gaserzeugung bei unter einer Minute. Dadurch können die Anlagen in Echtzeit auf schwankende Netzbedingungen reagieren, das Stromnetz stabilisieren und Energie langfristig und saisonal im Gasnetz speichern.

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Verbrennungsmotor vs. Elektrochemische Umwandlung.
Der grundlegende Unterschied zwischen einem klassischen Verbrennungsmotor (wie er in herkömmlichen Blockheizkraftwerken genutzt wird) und der von Reverion eingesetzten elektrochemischen Umwandlung liegt in der Physik des Prozesses:
Der Verbrennungsmotor:
- Funktionsprinzip: Im Zylinder eines Motors bewegt sich ein Kolben auf und ab. Dem Zylinder wird ein Gemisch aus Luft und Brennstoff zugeführt, das entzündet wird und explosionsartig verbrennt.
- Wirkungsgrad-Limit: Durch den Verbrennungsprozess selbst geht thermodynamisch bedingt pauschal vorab ein erheblicher Teil der nutzbaren Energie (ca. 25 bis 30 %) verloren. Dies lässt sich nicht vermeiden und drückt den realen elektrischen Wirkungsgrad von Motoren oder Gasturbinen in der Praxis auf typischerweise nur 35 bis 40 %. Ein Grossteil der eingesetzten Energie wird somit als Wärme ungenutzt verschwendet.
- Emissionen: Die Verbrennung bei hohen Temperaturen führt zur Entstehung von schädlichen Abgasen, insbesondere von Stickoxiden (\(NO_x\)) und Kohlenmonoxid, was die Luftqualität stark beeinträchtigen kann.
Die elektrochemische Umwandlung (Brennstoffzelle):
- Funktionsprinzip: Es findet keine Verbrennung statt. Die Brennstoffzelle arbeitet stattdessen ähnlich wie eine Batterie, bei der elektrisch geladene Teilchen (Ionen) durch eine keramische Membran wandern.
- Herausragende Effizienz: Da keine thermische Verbrennung stattfindet, ist der Prozess theoretisch nicht auf dieselbe Weise thermodynamisch beschränkt; die theoretische Effizienz der Umwandlung liegt bei 100 %. Unter Berücksichtigung realer Systemverluste erzielen die Reverion-Systeme so einen elektrischen Wirkungsgrad von bis zu 80 %. Dies bedeutet eine Verdopplung der Stromausbeute aus derselben Menge Biogas im Vergleich zu Verbrennungsmotoren.
- Umweltfreundlichkeit: Da kein Verbrennungsprozess stattfindet, entstehen 0,0 % Stickoxide oder ähnliche Schadstoffemissionen. Darüber hinaus wird das im Biogas enthaltene CO₂ durch das elektrochemische Verfahren nicht als unkontrolliertes Abgas in die Atmosphäre geblasen, sondern kann direkt in sehr hoher Reinheit abgeschieden, gespeichert oder industriell weiterverwendet werden (Carbon Capture).
Der reversible Betrieb (Power-to-Gas & Gas-to-Power).
Die rSOC-Technologie vereint zwei entgegengesetzte Betriebsarten in einem einzigen physischen System:
- SOFC (Solid Oxide Fuel Cells / Festoxid-Brennstoffzelle): Im Stromerzeugungsmodus wandeln die Zellen die in einem Brenngas (wie Biogas, Erdgas oder Wasserstoff) gespeicherte chemische Energie hocheffizient elektrochemisch in Strom um.
- SOEC (Solid Oxide Electrolyzer Cells / Festoxid-Elektrolysezelle): Im Elektrolysemodus kehrt sich die Funktionsweise um. Die Zellen nehmen Strom auf, um Wasser aufzuspalten und Gase wie Wasserstoff zu erzeugen.
Im Gegensatz zu klassischen Gasmotoren oder Turbinen findet in einer rSOC keine thermische Verbrennung statt. Stattdessen wandern elektrisch geladene Teilchen (Ionen) direkt durch eine keramische Membran. Da dieser elektrochemische Prozess thermodynamisch nicht wie eine Verbrennung durch enorme Hitzeabstrahlungsverluste vorab limitiert ist (die theoretische Effizienz liegt bei 100 %), erreichen die Systeme im Stromerzeugungsmodus einen realen elektrischen Wirkungsgrad von bis zu 80 %.
Der reversible Betrieb (Power-to-Gas & Gas-to-Power).
Der reversible Betrieb beschreibt die Fähigkeit des Systems, hochflexibel zwischen der Erzeugung von Strom (Gas-to-Power) und der Erzeugung von Gasen (Power-to-Gas) hin- und herzuschalten. Dank des patentierten Systemdesigns von Reverion liegen die Umschaltzeiten zwischen den beiden Modi bei unter einer Minute.
Die beiden Betriebsarten im Detail:
Gas-to-Power (Stromerzeugung):
- Wann: Dieser Modus wird aktiviert, wenn im Stromnetz zusätzliche grüne Energie benötigt wird.
- Prozess: Das System nutzt Biogas, Wasserstoff oder Erdgas, um Strom zu erzeugen. Aus derselben Menge Biogas holen die Systeme im Vergleich zu herkömmlichen Motoren die doppelte Stromausbeute heraus.
- Zusatznutzen: Während der Stromerzeugung wird das im Biogas enthaltene CO₂ automatisch in hoher Reinheit abgeschieden (Carbon Capture), anstatt als Abgas in die Atmosphäre abgegeben zu werden.
Power-to-Gas (Gaserzeugung):
- Wann: Dieser Modus wird gestartet, wenn das Stromnetz durch ein Überangebot an erneuerbaren Energien (z. B. bei starker Wind- oder PV-Einspeisung) überlastet ist und die Strompreise stark sinken.
- Prozess: Das Kraftwerk kehrt seine Wirkungsrichtung um und entzieht dem Netz gezielt den Überschussstrom. Mit diesem Strom erzeugt das System entweder grünen Wasserstoff oder stellt unter Verbrauch des zuvor abgeschiedenen CO₂ synthetisches Biomethan (SNG) her, welches fossiles Erdgas eins zu eins ersetzen kann.
- Speicherung: Die so erzeugten Moleküle lassen sich direkt in das bestehende Erdgasnetz einspeisen und dort extrem langfristig oder saisonal (vom Sommer in den Winter) speichern.

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Durch diese sekundenschnelle Umschaltung stabilisieren rSOC-Systeme das Stromnetz bei Schwankungen und überbrücken im Gegensatz zu reinen Batteriespeichern auch wochenlange Dunkelflauten.

Carbon Capture (CO₂-Abscheidung), echte CO₂-Negativität.
Das innovative Systemdesign von Reverion ermöglicht es, Carbon Capture (CO₂-Abscheidung) direkt in den Prozess der Stromerzeugung zu integrieren und so eine echte CO₂-Negativität zu erzielen.
Funktionsweise von Carbon Capture und CO₂-Negativität:
- Keine Abgase: Im Gegensatz zu herkömmlichen Technologien wie Blockheizkraftwerken (BHKW), die das Kohlendioxid als unkonzentriertes Abgas in die Atmosphäre blasen, stossen Reverion-Systeme bei der Stromerzeugung kein CO₂ aus.
- Abscheidung in hoher Reinheit: Das im Biogas enthaltene CO₂ wird während der elektrochemischen Umwandlung in hoher Reinheit direkt abgeschieden.
- Dauerhafte Speicherung (CCS): Wird das reine, biogene CO₂ dauerhaft im Boden gespeichert, entstehen echte negative Emissionen, da der Atmosphäre zuvor durch die Pflanzen photosynthetisch gebundenes CO₂ permanent entzogen wird.
- Industrielle Weiternutzung (CCU): Das abgeschiedene Gas kann auch als wertvoller Rohstoff in der Industrie eingesetzt werden – beispielsweise in der Getränkeproduktion, in Gewächshäusern oder zur Erzeugung nachhaltiger Kunststoffe. Bereits ohne eine dauerhafte Speicherung wird die Klimaauswirkung der Gesamtanlage durch den veränderten Prozess erheblich reduziert; mit der Speicherung oder stofflichen Weiternutzung wird die Energieerzeugung hochgradig klimapositiv.
- Vorteil gegenüber Direct Air Capture (DAC): Um grüne Chemie oder synthetische Gase herzustellen, wird eine Kohlenstoffbasis benötigt. Ihn mittels Direct Air Capture (DAC) direkt aus der Umgebungsluft zu filtern, ist extrem energieintensiv und ineffizient, da CO₂ in der Luft stark verdünnt ist (nur ca. jedes 10.000ste Molekül). Biogasanlagen bieten hier eine ideale, konzentrierte Quelle. Reverion fängt diesen grünen Kohlenstoff hocheffizient ab, bevor er ungenutzt verbrannt wird.
Eckdaten der CO₂-Mengen (M-Serie).
Je nach Betriebsmodus der Biogaskraftwerke (M-Serie) wird CO₂ entweder produziert (abgeschieden) oder als Rohstoff zur Erzeugung von synthetischem Methan (SNG) wieder verbraucht.
Spezifikation / Modell |
REVERION M-100/250 (20-Fuss-Container) |
REVERION M-500/1250 (40-Fuss-Container) |
|
CO₂-Produktion *(im Stromerzeugungsmodus / Gas-to-Power)* |
20 – 25 Nm³/h (entspricht 40 – 50 kg/h) |
100 – 125 Nm³/h (entspricht 200 – 250 kg/h) |
|
CO₂-Verbrauch *(im Gaserzeugungsmodus / Power-to-Gas, nur bei SNG-Synthese)* |
20 Nm³/h (entspricht 40 kg/h) |
100 Nm³/h (entspricht 200 kg/h) |
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SNG-Ausstoss bei CO₂-Einsatz |
20,0 Nm³/h (200 kW) |
100 Nm³/h (1000 kW) |
Hinweis: Beim reinen Betrieb mit Wasserstoff (H-Serie) fällt kein CO₂ an.

100 % erneuerbare Energien.
In einem Energiesystem, das sich zunehmend in Richtung 100 % erneuerbare Energien entwickelt, spielen reversible Festoxid-Brennstoffzellen (rSOC) eine zentrale, systemstabilisierende Schlüsselrolle. Sie lösen die fundamentalen physikalischen und ökonomischen Herausforderungen, die mit der Energiewende und dem Wegfall konstanter Grosskraftwerke (wie Atom- oder Kohlekraftwerke) einhergehen.
Die Rolle der rSOC-Technologie im zukünftigen Energiesystem stützt sich auf folgende Kernbereiche:
1. Ausgleich fluktuierender erneuerbarer Energien.
Da Wind- und Solarenergie vom Wetter abhängen, kommt es im Stromnetz phasenweise zu extremen Überschüssen oder massiven Unterdeckungen.
- Gas-to-Power (Stromerzeugung): Bei ausbleibendem Wind und Sonnenschein erzeugen rSOC-Systeme hochflexibel Strom aus Biogas, Erdgas oder Wasserstoff – und das mit einem bahnbrechenden elektrischen Wirkungsgrad von bis zu 80 %.
- Power-to-Gas (Einspeicherung): Scheint die Sonne intensiv und die Strompreise fallen (oftmals ins Negative), schalten rSOC-Anlagen in unter einer Minute um. Sie entziehen dem Netz den Überschussstrom und wandeln ihn in grüne, speicherbare Gase wie Wasserstoff oder synthetisches Methan (SNG) um.
2. Die physikalische Notwendigkeit der Langzeitspeicherung.
In der öffentlichen Debatte wird oft fälschlicherweise behauptet, dass Batterien oder Lastmanagement (Demandside Management) allein alle Netzschwankungen ausgleichen könnten. Batterien sind jedoch primär für den ultrakurzfristigen Ausgleich (z. B. Tag-Nacht-Speicherung) wirtschaftlich sinnvoll. Bei langanhaltenden Dunkelflauten, die über 200 Stunden oder mehrere Wochen andauern können, scheitern Batterien an unbezahlbar hohen Kapazitätskosten und physischen Limits. rSOC-Systeme überbrücken diese kritische Lücke. Sie nutzen das bestehende Gasnetz, welches in Deutschland bereits ausreichend Energie speichert, um den nationalen Gasbedarf für drei Monate komplett autark zu decken. Solange Gas zugeführt wird, liefern rSOC-Kraftwerke kontinuierlich gesicherte Leistung.
3. Sektorkopplung und Rohstoffbasis für grüne Chemie.
Die Energiewende benötigt für Sektoren wie Verkehr oder die Chemieindustrie ("ChemDelta") flüssige oder gasförmige Kohlenstoffträger (grüne Moleküle). Hierbei erweist sich die Kombination aus Biogas und rSOC als hocheffizient:
- Um kohlenstoffhaltige grüne Energieträger herzustellen, wird eine CO₂-Quelle benötigt. Kohlendioxid direkt über Direct Air Capture (DAC) aus der Luft zu filtern, ist energetisch extrem ineffizient, da CO₂ in der Atmosphäre nur hochgradig verdünnt vorkommt.
- Die rSOC-Systeme trennen das im Biogas enthaltene CO₂ im Stromerzeugungsmodus in hoher Reinheit direkt ab (Carbon Capture). Im Gaserzeugungsmodus kann dieses biogene CO₂ unter Einsatz von grünem Überschussstrom direkt wieder in synthetisches Methan (SNG) umgewandelt werden. Dies schafft eine kostengünstige, hocheffiziente Rohstoffbasis und ermöglicht echte CO₂-negative Kreisläufe.
4. Emissionsfreie, dezentrale Grossstromversorgung (z. B. Rechenzentren).
Durch den weltweiten KI-Boom explodiert der Strombedarf von Rechenzentren, wodurch das herkömmliche Stromnetz vielerorts an seine Kapazitätsgrenzen stösst. rSOC-Kraftwerke bieten eine saubere, dezentrale Alternative direkt vor Ort ("Behind the Meter"):
- Im Gegensatz zu herkömmlichen Gasturbinen, die wegen Verbrennungsprozessen bei hohen Temperaturen schädliche Stickoxid-Emissionen (\(NO_x\)) ausstossen und Anwohnerklagen nach sich ziehen, arbeiten rSOC-Systeme komplett elektrochemisch.
- Es findet keine thermische Verbrennung statt, weshalb 0,0 % Stickoxide oder Feinstaub emittiert werden. Zudem erzielen rSOC-Systeme mit Erdgas rund 80 % Wirkungsgrad statt der 35–40 % von Turbinen oder 60 % konkurrierender Brennstoffzellensysteme (wie Bloom Energy) – was den Gasverbrauch und die CO₂-Emissionen bei maximaler Leistung nahezu halbiert.
Die Revolution der dezentralen, reversiblen und CO₂-negativen Energieversorgung.
Der globale Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran und macht unmittelbare, skalierbare Lösungen erforderlich, um die Erderwärmung einzudämmen. Mit dem fortschreitenden Ausbau fluktuierender erneuerbarer Energien wie Windkraft und Photovoltaik gerät das klassische Energiesystem zunehmend aus dem Gleichgewicht. Es fehlt an flexiblen Speichern und steuerbaren Kraftwerken, die die Netzstabilität sichern können, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.
Hier setzt die Mission des deutschen Clean-Tech-Unternehmens Reverion an. Unter der Leitung von Co-Founder und CEO Dr. Stephan Herrmann hat ein interdisziplinäres Team eine neuartige Kraftwerkstechnologie entwickelt, die eine klimapositive Stromerzeugung ermöglicht. Das erklärte, ambitionierte Ziel von Reverion ist es, durch den weltweiten Einsatz ihrer Einheiten in Biogas- und Industrieanlagen über 6 Gigatonnen CO₂-Einsparung pro Jahr zu realisieren und so einen entscheidenden Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung zu leisten.
Carbon Capture und echte CO₂-Negativität.
Ein wesentliches Problem herkömmlicher Verbrennungsmotoren ist der unkontrollierte Ausstoss von Abgasen. Neben klimaschädlichem Kohlendioxid (CO₂) emittieren sie gesundheitsgefährdende Schadstoffe wie Stickoxide (\(NO_x\)) und Kohlenmonoxid (CO).
Da bei Reverion keine Verbrennung stattfindet, entstehen 0,0 % Stickoxide oder ähnliche Schadstoffemissionen. Die Emission von Kohlenmonoxid ist vernachlässigbar.
Zudem verfügen die Einheiten über ein integriertes Carbon-Capturing-System (CO₂-Abscheidung). Im Gegensatz zu herkömmlichen Abgasen, bei denen das CO₂ stark verdünnt vorliegt, wird das im Biogas enthaltene CO₂ durch das elektrochemische Verfahren in sehr hoher Reinheit abgeschieden. Dieses reine, biogene CO₂ kann anschliessend:
- dauerhaft im Boden gespeichert werden (CCS), um echte negative Emissionen zu erzeugen,
- oder industriell weitergenutzt werden (CCU), beispielsweise in der Getränkeproduktion, in Gewächshäusern oder zur Synthese nachhaltiger Kunststoffe.
Selbst ohne eine dauerhafte Speicherung des abgeschiedenen Kohlenstoffs verringert die Reverion-Technologie die Klimaauswirkungen von Biogasanlagen drastisch. Wird das reine CO₂ stofflich verwertet oder gespeichert, wird der gesamte Prozess der Energieerzeugung hochgradig klimapositiv.
Das Produktportfolio und technische Spezifikationen.
Reverion bietet seine Technologie in standardisierter, modularer Plug & Play-Containerbauweise an. Dies vereinfacht den Transport, die Installation vor Ort und die Skalierbarkeit der Systeme erheblich. Das Portfolio teilt sich in Biogas- und Wasserstoff-Kraftwerke auf.
A. Die Biogas-Kraftwerkslinie (M-Serie).
Diese Serie ist für den Betrieb mit Biogas, Klärgas oder Deponiegas optimiert.
1. REVERION M-100/250 (20-Fuss-Container)
- Stromerzeugung: 100 kW elektrische Leistung bei bis zu 80 % Wirkungsgrad.
- Strombezug (Elektrolyse): 250 kW Leistungsaufnahme.
- Abmessungen & Gewicht: Standard-ISO-Norm 20-Fuss-Container, ca. 20 Tonnen Gewicht.
- Gaserzeugung: Nominale Gasleistung von 12,5 \(Nm^3/h\) Biomethan (125 kW) oder wahlweise 20,0 \(Nm^3/h\) synthetischem Methan (SNG, 200 kW) bzw. 66,6 \(Nm^3/h\) Wasserstoff (6 kg/h).
- CO₂-Verbrauch im SNG-Modus: 20 \(Nm^3/h\) (40 kg/h).
- Thermische Leistung: 18 kW.
- Betriebsbedingungen: Geeignet für den Aussenbereich im Temperaturbereich von -20 °C bis 45 °C bei 0–100 % Luftfeuchtigkeit.
- Geräuschemission: Extrem leise mit einem Schalldruckpegel von < 55 dB in 1 Meter Entfernung.
2. REVERION M-500/1250 (40-Fuss-Container)
- Stromerzeugung: 500 kW elektrische Leistung bei bis zu 80 % Wirkungsgrad.
- Strombezug (Elektrolyse): 1250 kW Leistungsaufnahme.
- Abmessungen & Gewicht: Standard-ISO-Norm 40-Fuss-Container, ca. 35 Tonnen Gewicht.
- Gaserzeugung: Nominale Gasleistung von 63 \(Nm^3/h\) Biomethan oder wahlweise 100 \(Nm^3/h\) synthetischem Methan (SNG, 1000 kW) bzw. 333 \(Nm^3/h\) Wasserstoff (30 kg/h).
- CO₂-Verbrauch im SNG-Modus: 100 \(Nm^3/h\) (200 kg/h).
- Thermische Leistung: 90 kW.
- Betriebsbedingungen & Lautstärke: Identisch zur M-100er-Klasse (-20 °C bis 45 °C, < 55 dB auf 1 m).
Die Wasserstoff-Kraftwerkslinie (H-Serie).
Speziell für die hocheffiziente, reine Strom-zu-Wasserstoff-und-zurück-Umwandlung entwickelt. Sie bietet einen herausragenden Round-Trip-Wirkungsgrad von bis zu 75 % über den gesamten Speicherzyklus (Strom \(\rightarrow\) Wasserstoff \(\rightarrow\) Strom).
1. REVERION H-300/100 (20-Fuss-Container)
- Strombezug (Elektrolyse): 300 kW.
- Stromerzeugung: 100 kW elektrische Leistung.
- Wasserstoffqualität: 99,99 % auf Trockenbasis (vollständig mit Wasser gesättigt).
- Thermische Leistung: 18 kW.
- Lebensdauer: Ausgelegt auf 20 Jahre.
- Gewicht & Masse: 20 Tonnen, 20-Fuss-Container.
2. REVERION H-3000/1000 (40-Fuss-Container)
- Strombezug (Elektrolyse): 3000 kW.
- Stromerzeugung: 1000 kW (1 MW) elektrische Leistung.
- Wasserstoffqualität: 99,99 % auf Trockenbasis (wassergesättigt).
- Thermische Leistung: 180 kW.
- Gewicht & Masse: 35 Tonnen, 40-Fuss-Container.
Vielfältige Anwendungsbereiche und Sektorkopplung.
Dank der extremen Systemflexibilität und der verschiedenen Produktlinien erschliesst Reverion völlig unterschiedliche Märkte und Anwendungen:
- Landwirtschaftliche Biogasanlagen: Betreiber können die Stromausbeute aus ihrem Biogas verdoppeln. Bei negativen Strompreisen beziehen sie günstigen Strom aus dem Netz, produzieren synthetisches Methan oder Wasserstoff und sichern sich durch den Verkauf von biogenem CO₂ oder Methan zusätzliche, vom EEG unabhängige Ertragsströme.
- Energieversorger und Kommunen: Systeme eignen sich hervorragend für Kläranlagen, Müllverwertungen oder kommunale Energiezentralen. Sie ermöglichen eine wetterunabhängige, stabile Grund- und Spitzenlastabdeckung sowie die Produktion von grünem Wasserstoff für den lokalen ÖPNV.
- Wind- und PV-Parks: Durch "Peak Shaving" und "Peak Shaping" verhindern die H-Systeme unrentable Abschaltungen bei Überkapazitäten. Der überschüssige Wind- oder Solarstrom wird verlustarm in speicherbaren Wasserstoff umgewandelt.
- Industrieparks: Unternehmen können ihre Energiekosten drastisch senken und sich durch lokale Wasserstoffproduktion und saisonale Energiespeicherung unabhängig von externen Märkten machen.
- Der Rechenzentrumsmarkt (KI-Boom): Künstliche Intelligenz verursacht einen gigantischen Boom im Strombedarf, dem die Stromnetze oft nicht gewachsen sind. Betreiber weichen zunehmend auf dezentrale Erdgasturbinen aus – wie xAI bei dem Grossprojekt "Colossus" mit 35 mobilen Turbinen –, was massive Kritik und Klagen wegen Schadstoff- und Lärmbelastung nach sich zieht. Reverion bietet hier einen radikalen Paradigmenwechsel: Anstelle von Gasturbinen mit mageren 35–40 % Wirkungsgrad können die containerbasierten Einheiten das Erdgas dezentral mit 80 % Wirkungsgrad in Strom umwandeln – ohne jegliche Stickoxid- oder Feinstaubemissionen und vollständig CO₂-neutral dank integriertem Carbon Capture. Gegenüber dem US-amerikanischen Mitbewerber Bloom Energy, dessen Systeme bei Erdgas einen elektrischen Wirkungsgrad von rund 60 % aufweisen, liefert Reverion 30 % mehr Strom aus derselben Menge Gas.
Forschungsprojekte und Skalierungsinitiativen.
Reverion treibt die technologische Weiterentwicklung und die Industrialisierung seiner Systeme über strategische Verbundprojekte intensiv voran:
A. PReFuCell (Fortschritt für druckbetriebene rSOC).
Im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms leitet Reverion als Gesamtprojektleiter das Verbundvorhaben PReFuCell. Zusammen mit den Partnern Lehrstuhl für Energiesysteme der TU München (TUM-LES), smk und dem bifa Umweltinstitut forscht das Unternehmen am Druckbetrieb von keramischen Festoxidzellen (rSOC).
- Ziele: Signifikante Effizienzsteigerung und drastische Kostensenkung der rSOC-Technologie.
- Laufzeit: Januar 2026 bis Dezember 2028.
- Zusatzinhalte: Lebenszyklusanalysen und eine Machbarkeitsstudie für ein hochwertiges Recycling der Systeme am Lebensende.
- Bedeutung: Dieses Projekt legt den Grundstein für die zukünftige Skalierung der Reverion-Brennstoffzellen auf die Megawatt-Skala.
B. RESILIENCE (Skalierung der Fertigung).
Gefördert durch den hochkarätigen European Innovation Fund (Europäischer Innovationsfonds) der Europäischen Union, adressiert das Projekt RESILIENCE die grösste aktuelle Hürde des Unternehmens – die Produktionskapazität.
- Inhalt: Massiver Ausbau der Produktionsstätte in Eresing (Deutschland). Es entstehen neue, hochmoderne Montagelinien, spezialisierte Testbereiche sowie dedizierte Zonen zur Fertigung eigener Systemkomponenten.
- Effekte: Erhöhung des Fertigungsdurchsatzes, Stärkung regionaler Zulieferketten und die Schaffung zahlreicher hochqualifizierter Arbeitsplätze in der Region.
C. H2-Reallabor Burghausen (ChemDelta Bavaria).
Als Industriepartner leitet Reverion das wegweisende Arbeitspaket 7 in diesem bayerischen Grossprojekt.
- Projektziel: Klimaneutrale Transformation der chemischen Industrie durch stoffliche Nutzung von grünem Wasserstoff.
- Reverions Beitrag: Erstmalige Demonstration des netzdienlichen Betriebs einer kompletten Prozesskette. Hierfür wurde die Technologie auf ein System mit 500 kW Brennstoffzellen- bzw. 1,5 MW Elektrolyseleistung skaliert. Die Container-Anlage wird im Jahr 2025 fertiggestellt und zwecks ausführlicher Feldversuche in eine bestehende Biogasaufbereitungsanlage integriert, um Wasserstoff und CO₂ direkt an die Partner im ChemDelta Bavaria zu liefern.
Praxisprojekte und Fallstudien im Realbetrieb.
Die Praxistauglichkeit der Technologie wird bereits an mehreren landwirtschaftlichen und kommunalen Standorten erfolgreich demonstriert:
Projektstandort |
Betreiber / Partner |
Anlagen-Typ |
Besonderheiten & Meilensteine |
|
Waldmünchen (Landkreis Cham) |
Josef Haller, BioEnergie GmbH & Co. KG |
100 kW M-Serie (Pilot-/Vorserie) |
Weltweit erste Pilotanlage (installiert 2023). Integriert in eine güllebasierten 520-kW-Biogasanlage, die ohne dominierenden Maisanbau betrieben wird. Die Pilotanlage wurde mittlerweile durch ein optimiertes Vorserien-Kraftwerk ersetzt. |
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Eggertshof (Freising bei München) |
Michael Pellmeyer |
100 kW M-Serie |
Übergeben im April 2025. Der traditionsreiche, über 600 Jahre alte Hof nutzt das Kraftwerk zur hocheffizienten Verstromung hofeigenen Biogases sowie für den flexiblen Power-to-Gas-Modus im Rahmen seines Kreislaufwirtschaftskonzepts. |
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Mühlacker (Baden-Württemberg) |
Biomethananlage Mühlacker & Stadtwerke Mühlacker |
Reversibles Container-Kraftwerk |
Erste kommunale Biogasanlage mit Reverion-Technik. Realisiert eine lokale, CO₂-neutrale Sektorkopplung und schafft für den Betreiber ein neues wirtschaftliches Standbein abseits der klassischen EEG-Förderung. |
Die Rolle von Reverion im Energiesystem der Zukunft.
In der energiepolitischen Diskussion wird häufig fälschlicherweise behauptet, dass Batterien oder Lastmanagement allein die Energiewende vollziehen und alle Schwankungen ausgleichen könnten. Dies ist jedoch ein Trugschluss. Batterien sind ökonomisch und technisch für extrem kurze Speicherzeiträume optimiert (z. B. Tag-Nacht-Ausgleich).
Bei lang anhaltenden, winterlichen Dunkelflauten, die oft mehrere Wochen andauern können, stossen Batterien an unüberwindbare physikalische und wirtschaftliche Grenzen. Das deutsche Erdgasnetz hingegen speichert heute bereits genug Energie, um den gesamten nationalen Gasverbrauch für drei Monate vollständig zu decken.
Reverion schliesst die kritische Lücke zwischen Stromnetz und Gasnetz:
- Es transformiert überschüssigen Strom hocheffizient in transportable und saisonal speicherbare Moleküle (Wasserstoff oder Methan).
- Bei Dunkelflauten kann das System diese Moleküle über unbegrenzte Zeiträume wieder in Strom zurückverwandeln – solange Gas zugeführt wird, fliesst kontinuierlich Strom.
Biogas spielt hierbei eine unschätzbare, politisch oft unterschätzte Rolle. Es liefert die notwendige kohlenstoffhaltige Rohstoffbasis für grüne, synthetische Chemieprodukte und synthetische Kraftstoffe. Ohne Biomasse müsste CO₂ unter extrem hohem Energieaufwand mittels Direct Air Capture (DAC) mühsam aus der Luft gefiltert werden. Reverion wertet das heimische Biogas massiv auf, indem es den enthaltenen Kohlenstoff hocheffizient nutzt und veredelt, anstatt ihn ungenutzt in die Atmosphäre zu verbrennen.
Unternehmensentwicklung und Ausblick.
Die Entstehungsgeschichte von Reverion ist eng mit der akademischen Spitzenforschung verknüpft. Gründer Dr. Stephan Herrmann forschte ab 2012 am Lehrstuhl für Energiesysteme der TU München im Bereich der Brennstoffzellentechnologie. Gestört von der Diskrepanz zwischen den exzellenten Laborwerten der Zellen und den schlechten Wirkungsgraden realer Kraftwerke am Markt, entwickelte er im Jahr 2015 ein völlig neues, patentiertes Systemdesign. Gefördert durch das Bundesforschungsministerium baute er eine universitäre Forschungsgruppe auf, deren erster Prototyp die hervorragende Funktion der Technologie validierte und schliesslich zur Ausgründung führte.
Inzwischen hat sich Reverion zu einem rasant wachsenden Hardware-Unternehmen mit 210 Mitarbeitern entwickelt. In einer erfolgreichen Finanzierungsrunde konnte das Startup knapp 80 Millionen US-Dollar an Wachstumskapital einsammeln. Zu den namhaften Investoren gehören der Berliner Climate-Tech-Fonds Extanzia, der japanische Technologiekonzern Honda sowie der New Yorker Fonds Energy Impact Partners, dessen Investorenbasis massgeblich aus grossen, spezialisierten Kraftwerksbetreibern und Utilities besteht.
Das grösste Nadelöhr des Unternehmens ist derzeit nicht die Nachfrage, sondern die physikalische Produktionskapazität. Obwohl Reverion seine Produktionsfläche in Eresing innerhalb der letzten eineinhalb Jahre bereits verfünfzehnfacht hat, ist die gesamte aktuelle Produktionspipeline bereits für die nächsten 20 Jahre komplett durch Kundenprojekte ausgebucht. Mit dem neuen Kapital strebt Reverion eine nochmalige Zehnfachung der Produktion an. Um das immense globale Potenzial – insbesondere im Gigawatt-Bereich der internationalen Rechenzentren – schnellstmöglich bedienen zu können, setzt Reverion verstärkt auf den Aufbau strategischer Produktionspartnerschaften.
Dieser Artikel basiert ausschliesslich auf den verifizierten Hersteller- und Projektdaten von Reverion sowie den offiziellen Dokumentationen der Forschungspartner.
Die Elektrifizierung der Wirtschaft.
Strom hat eine grosse Zukunft - dank innovativen Technologien.
Übersichtsseiten mit Inhaltsverzeichnissen.
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Energiepolitik.
Energiepolitik Schweiz: Elektrizität, Photovoltaik, Wind, Wasserkraft, Wasserstoff, Erdöl, Erdgas, Biogas, Kernkraft.
Disclaimer / Abgrenzung
Stromzeit.ch übernimmt keine Garantie und Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen Texte, Massangaben und Aussagen.
Quellenverzeichnis (September 2026).
https://www.youtube.com/watch?v=3rjQlt6jcRM
https://reverion.com/technologie/
https://reverion.com/biogas-kraftwerke/
https://reverion.com/wasserstoff-kraftwerke/
https://reverion.com/projekte/
https://reverion.com/projekte/prefucell-fortschritt-fuer-druckbetriebene-reversible-festoxidzellen/
https://reverion.com/projekte/resilience/
https://reverion.com/projekte/erste-reverion-pilotanlage/
https://reverion.com/projekte/reallabor-burghausen/
https://reverion.com/projekte/muehlacker/
https://reverion.com/projekte/eggertshof/




















