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Shenxing Pro LFP-Batterie, laden in Minuten für 478 Kilometer, Lebensdauer bis zu 1 Million Kilometer – Batterienews.

Diverse Batterienews: Natrium-Ionen-Batterien (Na-Ion) und Salzbatterien, Festkörperbatterien.

Shenxing Pro LFP-Batterie, laden in Minuten für 478 Kilometer, Lebensdauer bis zu 1 Million Kilometer – Batterienews.

 

 

 22.9.2025


CATL Shenxing Pro (LFP-Batterien).

CATL stellte die LFP-Batterieplattform „Shenxing Pro“ vor, die speziell auf die Anforderungen des europäischen Marktes ausgerichtet ist. Die Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP) ist materialsparender und kostengünstiger.

Super Long Life & Long Range.

Fokus liegt auf Haltbarkeit und Reichweite. Bietet eine WLTP-Reichweite von 758 Kilometern und eine Kapazität von 122 kWh. CATL garantiert eine Lebensdauer von zwölf Jahren oder einer Million Kilometern, bis die Kapazität unter 70 Prozent fällt (aktuell meist 8 Jahre/160.000 km). Die Degradation soll nach 200.000 km nur 9 Prozent betragen.

Super-Fast Charging.

Fokus liegt auf Ultraschnellladen. Erreicht eine Peak-Laderate von 12 C. Kann in zehn Minuten genügend Energie für 478 Kilometer WLTP-Reichweite nachladen (10% auf 80% SoC). Die theoretische maximale Ladeleistung beträgt 1,3 Megawatt, was die Kapazität heutiger europäischer Schnellladestationen (max. 350 kW) deutlich übersteigt.

Sicherheit.

Beide Varianten nutzen das „No Propagation 3.0“ (NP 3.0)-System. Diese innovative Brandschutztechnologie soll verhindern, dass thermisches Durchgehen auf andere Zellen übergreift. Sie soll garantieren, dass bei einem Zelldefekt kein Feuer oder Rauch austritt und das Auto noch mindestens eine Stunde mit voller Leistung weiterfährt.

Markt.

Die Akkus sind marktreif und bestellbar. CATL produziert bereits in Europa (Erfurt, geplantes Werk in Debrecen ab Anfang 2026).


Natrium-Ionen-Batterien (Na-Ion) und Salzbatterien.

Natrium-Ionen-Batterien (auch Salzbatterien genannt) gelten als vielversprechende Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus. Na-Ion-Batterien kommen ohne kritische Rohstoffe aus und nutzen Natrium, das als Bestandteil von Kochsalz (NaCl) quasi unbegrenzt auf der Erde vorhanden ist. Dies macht die Produktion günstiger, nachhaltiger und einfacher herzustellen als Lithium-Batterien. Natrium ist preisstabiler als Lithium.

CATL, der weltweit größte Batteriehersteller, hat die erste Na-Ion-Batterie für E-Autos entwickelt. Die zweite Generation erreicht eine Energiedichte von 175 Wh/kg. Dies ermöglicht Elektrofahrzeugen eine rein elektrische Reichweite von über 500 km.

Temperaturverhalten.

Die Technologie ist besonders leistungsfähig bei niedrigen Temperaturen und kann in einem viel breiteren Temperaturbereich (von -40°C bis +70°C) betrieben werden, ohne an Kapazität zu verlieren. Dies macht sie für kalte Klimazonen geeignet.

Sicherheit & Kommerzialisierung.

Sie gelten als sicher. CATL hat die erste EV-Sicherheitszertifizierung nach Chinas neuem nationalen Standard GB 38031-2025 erhalten, da sie keine reaktiven Metalle enthalten. Bluetti setzt die Technologie bereits in Powerstations ein. Die Massenproduktion soll im nächsten Jahr (nach Eingang der Bestellungen) beginnen.

Zukunftspotenzial.

CATL schätzt, dass diese Batterien bis zu 40 Prozent des chinesischen Pkw-Markts abdecken könnten. Die Technologie ist kompatibel mit CATLs Konzept für standardisierte Batteriepakete und Wechselstationen (wie bei NIO).

Forschung (Schnellladen).

Forscher in China entwickelten neuartige "anodenfreie" Natrium-Batterien, die in Labortests in sechs Minuten (10C) vollständig geladen werden konnten, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen. Dies wurde durch die Erhöhung der Salzkonzentration im Elektrolyten erreicht, was die Bildung von Kurzschluss-verursachenden Dendriten reduziert.


Lithium-Metall-Akkus (Li-Metal).

Panasonic arbeitet an Lithium-Metall-Akkus, die voraussichtlich etwa 2027 fertig sein könnten.

Technologie und Leistung.

Diese Akkus verwenden reines Lithium-Metall als Anode anstelle von Graphit, was mehr Spannung und Speicherkapazität liefert. Sie sollen die Speicherkapazität um 25 Prozent erhöhen. Dies könnte die maximale Reichweite eines Tesla Model Y RWD Long Range auf über 750 km steigern.

Anodenfrei.

Die Zellen werden auch als anodenfreie Zellen bezeichnet, da die Lithiumschicht erst beim Laden auf einem Stromsammler wächst. Die Vermeidung von Passivmaterial an der Anode führt zu einer höheren Energiedichte.

Vorteile.

Die höhere Energiedichte ermöglicht mehr Reichweite oder alternativ kleinere, leichtere und günstigere Batterien. Zudem soll Nickel eingespart werden.

Herausforderungen.

Metallisches Lithium ist hochreaktiv und verträgt sich nur mit wenigen flüssigen Elektrolyten. Es ist unbekannt, ob Panasonic flüssige oder feste Elektrolyte nutzen will.

 

Festkörperbatterien (Solid-State Batteries).

Festkörperbatterien gelten als Schlüsseltechnologie, da sie mit festen statt flüssigen Elektrolyten arbeiten.

Halbfeste (Semi-Solid).

Das Joint Venture von BASF und Welion (China) meldete die Serienreife von Kathodenmaterialien für halbfeste Festkörperbatterien. BASF liefert hierfür spezielle Kathodenaktivmaterialien (CAM) mit hohem Nickelgehalt. Diese halbfesten Varianten beschleunigen die Industrialisierung, da reine Festkörperbatterien noch in der Entwicklungsphase sind.

Natrium-Feststoff-Akkus

Wissenschaftler der University of Chicago gelang ein Durchbruch, indem sie diese Akkus wintertauglich machten. Das Team stabilisierte eine metastabile Form von Natrium-Hydridoborat, um die hohe ionische Konduktivität zu erhalten. Dadurch behalten die Akkus ihre Leistungsfähigkeit auch bei Temperaturen unter 0°C.

Gemeinsame Forschung.

Unternehmen wie VW-Partner Quantumscape, Solid Power und SES arbeiten ebenfalls an Festkörperbatterien, oft in Kombination mit Lithium-Metall-Technologie.


Geopolitik und europäische Batterieproduktion.

Europa kämpft darum, seinen großen Rückstand in der Batterieproduktion aufzuholen.

Dominanz Chinas.

China hat das Potenzial früh erkannt und die Produktion massiv gefördert (kostenlose Grundstücke, vergünstigter Strom). Chinesische Hersteller sind stark vertikal integriert (von Rohstoffabbau bis Recycling) und daher extrem wettbewerbsfähig. CATL ist Weltmarktführer mit knapp 38 Prozent Weltmarktanteil (H1 2024).

Europäisches Scheitern.

Zahlreiche Projekte in Europa (z.B. Northvolt, Porsche/Cellforce, ACC) sind gescheitert, wurden gestoppt oder liegen auf Eis. Ursachen sind gestiegene Kosten, Marktunsicherheiten und die Unterschätzung der langen Entwicklungs- und Produktionszeiten.

Technische Probleme.

Europäische Hersteller haben massive Probleme, die Ausschussraten (defekte Batteriezellen) in den Griff zu bekommen. Raten von 30 bis 40 Prozent wurden bei Northvolt und ACC genannt. Asiatische Konkurrenten erreichen 5 bis 10 Prozent oder weniger.

Abhängigkeit.

Über 90 Prozent aller Batterien für E-Autos und Stromspeicher in der EU stammen von asiatischen Herstellern. Das EU-Ziel, bis 2030 90 Prozent des Bedarfs durch heimische Produktion zu decken, ist wackelig; Experten halten 50 bis 60 Prozent für realistischer.

Souveränität.

Experten betonen die Notwendigkeit technologischer Souveränität. Die Übernahme gescheiterter europäischer Projekte durch ausländische Unternehmen (z.B. Lyten, USA, übernimmt Northvolt) wird als Möglichkeit gesehen, zumindest eine gewisse Kontrolle und Liefersicherheit zu gewährleisten.


Batterie-Lebenszyklus und Kreislaufwirtschaft.

Nach dem Fahrzeugeinsatz (dem "End of First Life", meist bei 70–80% Kapazität) sind Traktionsbatterien oft noch zu leistungsfähig für das Recycling.

Second Life.

Ausgediente Module können gebündelt als stationäre Speicher in Privathaushalten, Unternehmen oder bei Netzbetreibern weiter eingesetzt werden.

Recycling.

Die Menge an Altbatterien in der EU wird sich bis 2030 voraussichtlich mehr als verzehnfachen. Das Fraunhofer IWU in Chemnitz entwickelt eine Pilotanlage zur automatisierten, KI-gestützten Demontage.

Ziele der Kreislaufwirtschaft.

Das Ziel ist die sortenreine Zerlegung für das Recycling (Rückgewinnung von Lithium, Kobalt) und die Wiederverwendung intakter Komponenten. Dies schont Ressourcen und bietet Europa Zugang zu sonst fehlenden Rohstoffen wie Kobalt.

 

Zusammenhänge der einzelnen Themen.

Die verschiedenen Themenbereiche sind stark miteinander verknüpft, da sie alle auf die gemeinsame Herausforderung abzielen, die Elektromobilität zu skalieren, sicherer zu machen und die geopolitische Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen und asiatischen Herstellern zu verringern.

Technologische Innovation als Antwort auf Geopolitik:

Die Suche nach neuen Batteriechemien (Na-Ion, Li-Metall, Festkörper) ist direkt eine Reaktion auf die Rohstoffproblematik. Der Anteil der Rohstoffkosten an den Batteriekosten liegt bei 65 bis 70 Prozent.

Natrium-Ionen-Akkus (A) sind eine strategisch wichtige Alternative, da sie ohne kritische Metalle auskommen und preisstabiler sind. Dies ist ein direkter Hebel für Europa, um die Kostenführerschaft Chinas in der Rohstofflieferkette zu umgehen. Batterietechnologien wie Natrium-Ionen-Akkus könnten in bestehenden Lithium-Batterie-Werken hergestellt werden und somit zur Säule in der EU werden.

Die Innovationen von CATL, sei es in den Na-Ion-Akkus (A) oder den Shenxing Pro LFP-Batterien (B), legen die globalen Benchmarks für Reichweite, Ladezeit und Sicherheit fest. Europas mangelnde Wettbewerbsfähigkeit (hohe Ausschussraten, gestoppte Projekte) zwingt den Kontinent dazu, diese technologischen Standards, oft von asiatischen Herstellern, zu importieren.

Sicherheit und Skalierung der E-Mobilität:

Alle neuen Technologien treiben die Akzeptanz von E-Fahrzeugen voran. Shenxing Pro (B) erhöht die Attraktivität durch extreme Langlebigkeit (1 Mio. km) und ultraschnelles Laden (478 km in 10 Min.).

Lithium-Metall (C) und Festkörperbatterien (D) versprechen die nächste Stufe der Energiedichte und Reichweite (über 750 km).

Die Fortschritte bei Natrium-Ionen-Akkus (A) in Bezug auf Kälteresistenz (-40°C) und Schnellladefähigkeit machen die Elektromobilität auch in bisher schwierigen Regionen praktikabler.

Kreislaufwirtschaft zur Stärkung der Souveränität:

Die Notwendigkeit des Batterie-Recyclings und Second Life (F) ist nicht nur eine Frage der Nachhaltigkeit, sondern ein direkter Weg zur Gewinnung eigener Rohstoffe wie Kobalt und zur Reduktion der energieintensiven Neuproduktion.

Angesichts der massiven Abhängigkeit Europas von Asien kann die Förderung der Kreislaufwirtschaft dazu beitragen, die technologische Souveränität in einem kritischen Bereich zu bewahren.

Die Batterietechnologien sind unerlässlich für die Energiewende. Stationäre Speicheranwendungen – ein Markt, der durch das "Second Life" von E-Auto-Akkus bedient werden kann – sind notwendig, um den dezentral produzierten Strom zu speichern. Ein steigender Batteriebedarf in Europa unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl die Produktion als auch das Recycling zu meistern.



Übersicht Batterie-Themen.

Batterietechnik, Zellchemien, Cell-to-Pack, Trockenbeschichtung, Energiedichte, stationäre Energiespeicher, Netzstabilität. Innovative Speichertechnologien, Effizienz Batteriespeicher, Materialbasis, Innovationen in Zellchemie und -design.

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Disclaimer / Abgrenzung

Stromzeit.ch übernimmt keine Garantie und Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen Texte, Massangaben und Aussagen.



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