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Grösste Einzeldach-Solaranlage der Schweiz in Domdidier: 10 MWp, 8 GWh pro Jahr, 21'742 Solarmodule.

Meilenstein für die Schweizer Energiewende: enormes Potenzial von Gewerbe- und Industriedächern.
25. September 2026 durch
stromzeit.ch

Grösste Einzeldach-Solaranlage der Schweiz in Domdidier: 10 MWp, 8 GWh pro Jahr, 21'742 Solarmodule.



Illustration / Video © stromzeit.ch*


25.09.2026

In der Gemeinde Domdidier im Kanton Freiburg wurde Ende März 2026 ein bedeutendes Energieprojekt erfolgreich ans Netz gebracht. Es handelt sich um die aktuell leistungsstärkste Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) der Schweiz, die auf dem Dach eines einzelnen Gebäudes realisiert wurde. Das Projekt auf dem Verteilzentrum von ALDI SUISSE unterstreicht das enorme Potenzial von Gewerbe- und Industriedächern für die nationale Stromproduktion.

1. Technische Dimensionen und Eckdaten.

Die Anlage beeindruckt durch ihre schiere Grösse und technische Komplexität. Auf einer Dachfläche von rund 59'000 Quadratmetern – was etwa der Fläche von acht Fussballfeldern entspricht – wurden modernste Komponenten verbaut:

  • Installierte Leistung: 10 Megawatt-Peak (MWp).
  • Solarmodule: 21'742 Stück.
  • Verkabelung: Insgesamt wurden 455 Kilometer Kabel verlegt.
  • Wechselrichter: 34 Einheiten mit einer Leistung zwischen 100 und 330 kVA wandeln den Gleichstrom in Wechselstrom um.
2. Energieproduktion und Nutzung.

Das jährliche Produktionspotenzial der Anlage liegt bei rund acht Gigawattstunden (GWh) Solarstrom. Um diese Menge zu veranschaulichen: Dies entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 2'650 Drei-Personen-Haushalten.

Kombination aus Eigenverbrauch und Netzeinspeisung.

Das Energiekonzept der Anlage in Domdidier ist zweigeteilt, um eine maximale Effizienz zu gewährleisten:

  • Eigenverbrauch: Rund ein Fünftel (20 %) des erzeugten Stroms nutzt ALDI SUISSE direkt vor Ort, um das Distributionszentrum zu betreiben.
  • Netzeinspeisung: Die verbleibenden vier Fünftel (80 %) werden als grüner Strom in das regionale Stromnetz eingespeist und stehen somit der Allgemeinheit zur Verfügung.
3. Partnerschaften und Realisierung.

Hinter dem Grossprojekt steht eine Kooperation verschiedener Fachakteure, die ihre Expertise bündelten:

  • Helion Energy AG (Zuchwil): Verantwortlich für die vollständige technische Realisierung, die Planung und die Installation der Anlage.
  • ALDI SUISSE: Als Eigentümer des Standorts treibt das Unternehmen damit seine Nachhaltigkeitsstrategie voran.
  • EPS Energie Pool Schweiz AG: Fungiert als Contractor und übernimmt den operativen Betrieb sowie die Vermarktung der überschüssigen Energie.
  • EKT AG: Tritt als Investorin auf, stellt die langfristige Wirtschaftlichkeit sicher und integriert die Anlage in ihr Leitsystem.
  • Volton: Unterstützte das Projekt durch eine umfassende Standortanalyse und Fachplanung.
4. Innovative Technik und bauliche Herausforderungen.

Die Umsetzung eines Projekts dieser Grössenordnung erforderte innovative Ansätze und eine präzise Logistik.

Effizienz durch 800VAC-Architektur.

Ein technisches Highlight ist die verwendete 800VAC-Architektur. Diese moderne Systemgestaltung ermöglicht es, Leitungsquerschnitte zu reduzieren, wertvolles Material einzusparen und gleichzeitig die Gesamteffizienz der Anlage zu steigern.

Bau während des laufenden Betriebs.

Besonders anspruchsvoll war die Installation bei laufendem Betrieb des Verteilzentrums. Da die Kühl- und Tiefkühlinfrastruktur von ALDI SUISSE niemals unterbrochen werden durfte, mussten notwendige, kurzzeitige Stromunterbrüche für die Aufschaltung minutiös geplant werden. Dank einer engen Zusammenarbeit mit Schweizer Zulieferern konnte die Anlage dennoch termingerecht fertiggestellt werden.

Intelligentes Energiemanagement.

Die Anlage verfügt über eine intelligente Einspeisesteuerung und ist in der Lage, automatisiert auf negative Spotpreise am Strommarkt zu reagieren. Dies stellt sicher, dass die Produktion stets wirtschaftlich und netzdienlich gesteuert wird.

5. Strategischer Kontext und Nachhaltigkeit.

Die Inbetriebnahme in Domdidier ist Teil eines grösseren Bildes. ALDI SUISSE betreibt bereits Photovoltaik-Anlagen auf über 80 Filialen sowie auf den Verteilzentren in Perlen und Schwarzenbach, wobei die Anlage in Domdidier nun die grösste im Portfolio ist.

Die Rolle für die Schweiz.

Angesichts geopolitischer Spannungen und der Notwendigkeit nach mehr Energieunabhängigkeit rücken Projekte wie dieses stärker in den Fokus. Aktuell stammen rund 14 Prozent des Schweizer Stroms aus Photovoltaik. Während sich die Produktion in den letzten zehn Jahren auf rund 8 Terawattstunden vervierfacht hat, setzt der Bund für das Jahr 2035 ein ehrgeiziges Ziel von 28 Terawattstunden. Experten betonen, dass jedes bisher ungenutzte Gewerbe- oder Industriedach eine Chance darstellt, dieses Ziel zu erreichen.

Fazit.

Das Mega-Solarkraftwerk in Domdidier ist mehr als nur eine technische Höchstleistung; es ist ein Inspirationsprojekt. Es beweist, dass durch die intelligente Kombination von Erzeugung, Eigenverbrauch und Vermarktung ökologisch und wirtschaftlich überzeugende Lösungen entstehen können, die einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Reduktion und zur Schweizer Energieversorgung leisten.


Grösste Einzeldach-Solaranlage der Schweiz

Illustration © stromzeit.ch*

Wie reagiert die Anlage automatisch auf negative Spotpreise?

Die Solaranlage in Domdidier verfügt über eine intelligente Einspeisesteuerung, die eine automatisierte Reaktion auf negative Spotpreise am Strommarkt ermöglicht.

Diese Funktion ist wie folgt in das System integriert:
  • Systemintegration: Die Leistungssteuerung der Anlage ist direkt auf dem bestehenden Leitsystem der EKT AG aufgebaut und nahtlos in deren Systemumgebung eingebunden.
  • Flexibilitätsvermarktung: Die automatisierte Reaktion ist Teil eines umfassenden technischen Konzepts, das auch die sogenannte Flexibilitätsvermarktung umfasst.
  • Verantwortung: Die technische Realisierung dieser automatisierten Prozesse lag vollständig in der Verantwortung der Helion Energy AG.

Durch diese Automatisierung kann die Anlage effizient auf Marktschwankungen reagieren, was zur wirtschaftlichen Stabilität und zur netzdienlichen Einspeisung des produzierten Solarstroms beiträgt.


Wie unterstützt das Leitsystem der EKT die Anlage?

Das Leitsystem der EKT AG spielt eine zentrale Rolle bei der technischen Steuerung der Solaranlage in Domdidier. Es unterstützt den Betrieb auf folgende Weise:

  • Basis für die Leistungssteuerung: Die gesamte Leistungssteuerung der Photovoltaikanlage wurde auf dem bereits bestehenden Leitsystem der EKT aufgebaut.
  • Systemintegration: Die Anlage ist dadurch nahtlos in die Systemumgebung der EKT eingebunden.
  • Ermöglichung intelligenter Funktionen: Diese Integration ist die technische Voraussetzung dafür, dass Funktionen wie die intelligente Einspeisesteuerung, die Flexibilitätsvermarktung sowie die bereits erwähnte automatisierte Reaktion auf negative Spotpreise umgesetzt werden konnten.

Zusätzlich zur technischen Unterstützung durch das Leitsystem sichert die EKT AG als Investorin die langfristige Wirtschaftlichkeit des gesamten Projekts ab.


Wie trägt das Leitsystem zur langfristigen Wirtschaftlichkeit bei?

Das Leitsystem der EKT AG trägt zur langfristigen Wirtschaftlichkeit der Anlage bei, indem es die technische Basis für eine intelligente und marktgesteuerte Betriebsweise bietet.

Konkret unterstützt das System die Wirtschaftlichkeit durch folgende Funktionen:

  • Intelligente Leistungssteuerung: Die gesamte Steuerung der Anlage ist nahtlos in die Systemumgebung der EKT eingebunden und ermöglicht eine präzise Verwaltung der Energieflüsse.
  • Automatisierte Marktreaktion: Das System ermöglicht eine automatisierte Reaktion auf negative Spotpreise,. Dadurch kann verhindert werden, dass Strom zu Zeiten eingespeist wird, in denen die Marktpreise unter null sinken, was die Ertragsrechnung vor Verlusten schützt.
  • Flexibilitätsvermarktung: Durch das Leitsystem kann die Anlage an der sogenannten Flexibilitätsvermarktung teilnehmen. Dies erlaubt es, die Produktion flexibel an die Bedürfnisse des Strommarktes anzupassen und zusätzliche Erlöspotenziale zu erschliessen.
  • Effiziente Betriebsführung: Als Investorin nutzt die EKT AG dieses System, um den Eigenverbrauchsteil und die Netzeinspeisung optimal zu kombinieren und so die langfristige Rentabilität des Grossprojekts abzusichern.

Wie profitieren andere Schweizer Unternehmen von diesem Vorzeigeprojekt?

Dieses Vorzeigeprojekt in Domdidier dient als bedeutender Inspirationsquelle und technologischer Wegweiser für die gesamte Schweizer Wirtschaft. Andere Unternehmen profitieren auf verschiedenen Ebenen von den Erkenntnissen und der Umsetzung dieses Grossprojekts:

1. Nachweis der Wirtschaftlichkeit für Grossanlagen.

Das Projekt demonstriert eindrücklich, dass sich Photovoltaik auf grossen Industrie- und Gewerbedächern durch das Zusammenspiel von Erzeugung, Eigenverbrauch und intelligenter Vermarktung ökologisch und wirtschaftlich lohnt. Unternehmen mit ähnlichen Dachflächen sehen hier ein funktionierendes Modell, wie sie durch Kooperationen mit Investoren (wie der EKT AG) und Betreibern (wie der EPS Energie Pool Schweiz AG) Projekte realisieren können, ohne alle Risiken selbst tragen zu müssen.

2. Technologische Innovationen als Standard.

Andere Schweizer Firmen können von den hier eingesetzten technischen Lösungen lernen:

  • 800VAC-Architektur: Der Einsatz dieser Architektur zeigt, wie durch höhere Spannungen Leitungsquerschnitte reduziert und wertvolles Material eingespart werden kann, was die Effizienz steigert.
  • Intelligente Marktintegration: Die Anlage beweist, dass eine automatisierte Reaktion auf negative Spotpreise und die Teilnahme an der Flexibilitätsvermarktung technisch möglich und sinnvoll sind. Dies setzt neue Standards für das Energiemanagement in der Industrie.
3. Aufträge für das Schweizer Gewerbe.

An der Realisierung waren massgeblich Schweizer Unternehmen beteiligt, was die heimische Wertschöpfung stärkt:

  • Die Helion Energy AG aus Zuchwil konnte ihre Expertise in der technischen Realisierung und Planung von Grossprojekten festigen.
  • Ein Schweizer Unterkonstruktionshersteller lieferte die Basis für die Modulmontage und trug wesentlich zur termingerechten Fertigstellung bei.
  • Fachplaner wie die Firma Volton waren für die Standortanalyse und Dimensionierung zuständig.
4. Blaupause für Bauen bei laufendem Betrieb.

Für Industriebetriebe ist die Erkenntnis wertvoll, dass eine solche Installation ohne Beeinträchtigung des laufenden Betriebs möglich ist. Das Projekt in Domdidier zeigt, dass selbst bei sensibler Infrastruktur – wie der Kühl- und Tiefkühllogistik – durch präzise Planung notwendige Stromunterbrüche ohne Risiko für die Kernprozesse durchgeführt werden können.

5. Beitrag zur nationalen Energiestrategie.

Indem das Projekt das „enorme Potenzial auf den zehntausenden bislang ungenutzten Dächern“ von Gewerbe- und Logistikgebäuden aufzeigt, fungiert es als Weckruf für andere Firmen. Es leistet einen Beitrag zur Erreichung des Bundes-Ziels von 28 Terawattstunden Solarstrom bis 2035 und stärkt durch die Netzeinspeisung von überschüssigem Strom die regionale Energieunabhängigkeit, wovon auch umliegende Unternehmen profitieren.

Illustration © stromzeit.ch*

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Disclaimer / Abgrenzung

Stromzeit.ch übernimmt keine Garantie und Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen Texte, Massangaben und Aussagen.


Quellenverzeichnis (August 2026).

Diverse Presseartikel.

In Domdidier im Kanton Freiburg wurde auf dem Logistikzentrum von Aldi Suisse das derzeit leistungsstärkste Solardach der Schweiz offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage umfasst über 21.000 Photovoltaikmodule auf einer Fläche von acht Fussballfeldern und produziert jährlich genug Strom, um rund 2.650 Haushalte zu versorgen. Während ein kleiner Teil der Energie direkt vor Ort für die Kühl- und Tiefkühlsysteme genutzt wird, speist das System den Grossteil in das regionale Stromnetz ein. Das Projekt entstand durch eine Kooperation zwischen Helion Energy, der EKT AG und Energie Pool Schweiz, um die nationale Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Experten betonen dabei vor allem das grosse Potenzial ungenutzter Industriedächer, die eine Schlüsselrolle beim Erreichen der schweizerischen Klimaziele bis 2035 spielen könnten. Insgesamt markiert dieses Bauwerk einen bedeutenden Meilenstein für den Ausbau der erneuerbaren Energien innerhalb der Schweizer Wirtschaft.

Illustration © stromzeit.ch* Gemini Notebook:

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