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800 Helioplant-Solarbäume im hochalpinen „PV-Solarwald“ Sölden, 6,3 MWp, 28 GWh pro Jahr, 43 % Winterstrom.

Bauhöhe 6 m, 4 Flügel, jeweils ca. 2 m breit, 16 bifaziale Photovoltaik-Module, 7,2 kWp pro Element, SolarEdge Elektronik.

800 Helioplant-Solarbäume im hochalpinen „PV-Solarwald“ Sölden, 6,3 MWp, 28 GWh pro Jahr, 43 % Winterstrom.

08.06.2026

Alpine Solaranlage Sölden – innovative, hochalpine Photovoltaik-Technologie.

Der „Solarwald“ von Sölden als Wegweiser für die alpine Energiewende. In den Ötztaler Alpen, genauer gesagt auf dem Tiefenbachgletscher in Sölden, entsteht derzeit ein weltweit einzigartiges Energieprojekt. Auf einer Höhe von bis zu 3.000 Metern wächst ein sogenannter „Solarwald“, der die Erzeugung von Sonnenenergie im Hochgebirge revolutionieren soll. Das Herzstück bildet das patentierte Helioplant-System, das speziell für die extremen Bedingungen im alpinen Raum entwickelt wurde.

Bild © https://bergbahnen.soelden.com/

1. Die technologische Innovation: Vom Lawinenschutz zum Kraftwerk.

Das Design der Anlage unterscheidet sich grundlegend von herkömmlichen Photovoltaik-Systemen im Flachland:

  • Baumähnliche Struktur: Ein Helioplant-Element besteht aus einem zentralen, etwa sechs Meter hohen Masten, an dem vier Flügel kreuzförmig angeordnet sind. Diese Konstruktion erinnert optisch an einen kahlen Baum oder ein Kreuz.
  • Inspiration durch Kolkkreuze: Die Idee für die Kreuzform stammt aus dem Lawinenschutz. Dort verhindern sogenannte Kolkkreuze durch gezielte Windverwirbelungen die Bildung von Schneewechten.
  • Der Kolk-Effekt: Durch die Kreuzstruktur entstehen bereits bei geringen Windgeschwindigkeiten Turbulenzen, die den Schnee von den Modulen wegwehen. Rund um den Mast bildet sich eine Mulde im Schnee, ein sogenannter Kolk, wodurch die Anlage selbst bei massiven Neuschneemengen schneefrei und betriebsbereit bleibt.
  • Flächeneffizienz und Montage: Ein einzelner „Solarbaum“ benötigt lediglich eine Grundfläche von etwa einem Quadratmeter und wird mittels Mikropfählen ohne Betonfundament im Fels verankert.
2. Effizienzsteigerung durch alpine Standortvorteile.

Obwohl die Installation im Hochgebirge logistisch anspruchsvoll ist, bietet der Standort enorme energetische Vorteile. Die Projektentwickler kalkulieren mit einem Mehrertrag von 40 Prozent gegenüber vergleichbaren Anlagen im Tal.

Der Albedo-Effekt und bifaziale Module.

Die Anlage nutzt doppelseitige (bifaziale) Module, die Licht sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite in Strom umwandeln können. Der Schnee wirkt dabei wie ein natürlicher Spiegel, der das Sonnenlicht reflektiert und so den Ertrag massiv steigert.

Optimale Betriebsbedingungen:
  • Niedrige Temperaturen: Photovoltaik-Module arbeiten bei Kälte effizienter, da sie weniger überhitzen.
  • Dünne Atmosphäre: In der Höhe ist die Luft dünner und klarer, wodurch weniger Sonnenlicht gestreut wird und mehr direkte Strahlung auf die Zellen trifft.
  • Winterertrag: Während das Flachland oft unter Hochnebel liegt, scheint im Hochgebirge häufig die Sonne. Alpine Anlagen liefern bis zu 43 Prozent ihres Jahresstroms im Winterhalbjahr, während Dachanlagen im Tal nur etwa 25 bis 30 Prozent erreichen.
3. Strategische Partnerschaft mit SolarEdge.

Ein technisches Problem der Kreuzform ist die gegenseitige Verschattung der Flügel. In konventionellen Systemen würde ein verschattetes Modul die Leistung des gesamten Strangs drosseln.

Um dies zu verhindern, kooperiert Helioplant mit dem Unternehmen SolarEdge. Durch den Einsatz von Leistungsoptimierern arbeitet jedes der 15 bis 16 Module pro Baum unabhängig. Dies stellt sicher, dass sonnige Module nicht durch verschattete Module ausgebremst werden, was die Wirtschaftlichkeit und den Gesamtertrag der Anlage maximiert.

4. Das Grossprojekt in Sölden: Umfang und Meilensteine.

Was 2023 mit einem Pilotprojekt von zwölf Test-Strukturen begann, wird nun massiv ausgebaut:

  • Zielzustand: Bis zum Herbst 2026 sollen insgesamt 800 Solarbäume installiert sein.
  • Leistung: Die Anlage wird eine Spitzenleistung von etwa 6,3 Megawatt (MWp) erbringen.
  • Energieertrag: Es wird ein jährlicher Ertrag von ca. 28 Gigawattstunden (GWh) erwartet.
  • Versorgung: Diese Energiemenge kann etwa ein Drittel des gesamten Strombedarfs der drei Söldener Skigebiete decken, einschliesslich Seilbahnen, Beschneiungsanlagen und Gastronomie.
5. Wirtschaftlichkeit und Finanzierung.

Die Errichtung im Hochgebirge ist kostspielig, da Material oft per Hubschrauber eingeflogen werden muss:

  • Investitionsvolumen: Die Gesamtkosten für das Projekt in Sölden belaufen sich auf rund 14 Millionen Euro.
  • Förderung: Der österreichische Klima- und Energiefonds unterstützt das Vorhaben als „Muster- und Leuchtturmprojekt“ mit etwa 4,1 Millionen Euro.
  • Amortisation: Die kalkulierte Amortisationszeit liegt bei etwa zwölf Jahren, sofern eine hohe Eigenverbrauchsquote erreicht wird.
  • Eigenverbrauch: Da Skigebiete genau dann viel Strom benötigen, wenn alpine PV-Anlagen am besten performen (Winterbetrieb), ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit durch die Einsparung von Netzgebühren und Marktpreisschwankungen gegeben.
6. Ökologische Aspekte und Kritik.

Trotz der Vorteile für die Energiewende gibt es auch kritische Stimmen:

  • Landschaftsbild: Die Entwickler betonen, dass sich das baumähnliche Design besser in die Natur einfüge als grossflächige Reihenanlagen. Dennoch bleibt die optische Veränderung der Bergwelt ein Thema.
  • Naturschutz: Organisationen wie Mountain Wilderness Schweiz warnen vor der Industrialisierung unberührter alpiner Freiräume, da diese wichtige Rückzugsgebiete für Flora und Fauna seien.
  • Nachhaltiger Ansatz: Die Betreiber in Sölden sehen das Projekt als Erfüllung ihres unternehmerischen Auftrags, innovativ und nachhaltig zu handeln. Zudem wird die Energie dort produziert, wo sie direkt verbraucht wird.
7. Globales Marktpotenzial.

Das Start-up Helioplant, gegründet von Florian Jamschek, Alexander Ploner und Thomas Sönser, sieht in dem Projekt erst den Anfang. Weltweit gibt es etwa 6.000 Skigebiete, von denen viele vor ähnlichen Herausforderungen stehen: hoher Strombedarf bei gleichzeitig schwierigen Bedingungen für konventionelle Solaranlagen. Anfragen aus Neuseeland, Südamerika und anderen Alpenregionen unterstreichen das globale Interesse an dieser Tiroler Innovation.

Der Solarwald in Sölden demonstriert, wie technologische Inspiration aus der Natur und moderne Optimierungstechnik den Weg für eine effiziente Stromerzeugung in extremen Höhenlagen ebnen können. Es ist ein wegweisendes Beispiel dafür, wie der winterliche Energiebedarf im Tourismus zunehmend durch grüne, lokale Quellen gedeckt werden kann.

SÖLDEN: Ökostrom am Gletscher.


Wie ein mächtiges Photovoltaik-Kraftwerk am Tiefenbachferner in Sölden entsteht.
https://www.youtube.com/watch?v=bqiEPbQX7FM

Welche Vorteile bieten Solarbäume gegenüber herkömmlichen PV-Anlagen im Hochgebirge?

Solarbäume, wie sie im Helioplant-System am Tiefenbachgletscher in Sölden eingesetzt werden, bieten gegenüber herkömmlichen Photovoltaik-Anlagen (PV) im Hochgebirge eine Vielzahl von technologischen, wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen. Während klassische Reihenanlagen in alpinen Höhenlagen oft an ihre Grenzen stossen, nutzt das innovative Design die extremen Bedingungen des Hochgebirges gezielt aus.

Wesentliche Vorteile im Detail:

1. Überlegene Schneemanagement-Technologie.

Das Hauptproblem herkömmlicher PV-Anlagen im Gebirge ist der massive Schneefall. Klassische Reihenanlagen werden oft meterhoch eingeschneit, was nicht nur die Stromproduktion stoppt, sondern die Konstruktionen durch die enorme Last zerstören kann:

  • Selbstreinigung durch Windturbolenzen: Die kreuzförmige Struktur (X-Form) der Solarbäume erzeugt bereits bei geringen Windgeschwindigkeiten gezielte Verwirbelungen. Diese „kleinen Wirbelstürme“ sorgen dafür, dass Schnee von den Modulen weggeblasen wird und die vertikal angebrachten Paneele stets schneefrei bleiben.
  • Der Kolk-Effekt: Durch die Windbewegungen bildet sich rund um den Mast eine natürliche Schneemulde, ein sogenannter Kolk. Dies verhindert, dass sich Schneewechten direkt an der Anlage aufbauen, während herkömmliche Dachanlagen oder Bodenreihen oft vollständig unter Schneemassen verschwinden.
2. Massive Ertragssteigerung durch alpine Standortfaktoren.

Solarbäume erreichen im Hochgebirge einen bis zu 40 % höheren Energieertrag als vergleichbare Anlagen im Tal:

  • Albedo-Effekt und bifaziale Module: Die Anlagen nutzen doppelseitige (bifaziale) Module, die Licht auf der Vorder- und Rückseite umwandeln können. Der umgebende Schnee wirkt dabei wie ein natürlicher Spiegel, der das Sonnenlicht in die Paneele reflektiert.
  • Optimale Betriebsbedingungen: In der Höhe ist die Luft dünner und klarer, was zu einer höheren direkten Sonneneinstrahlung führt. Zudem arbeiten die Solarzellen bei den dort herrschenden niedrigen Temperaturen effizienter, da sie weniger überhitzen.
  • Hoher Winterertrag: Während das Flachland oft unter Hochnebel liegt, liefern alpine Solarbäume im Winterhalbjahr (Oktober bis März) rund 43 % ihres Jahresstroms. Herkömmliche Dachanlagen im Flachland erreichen im gleichen Zeitraum nur etwa 25 bis 30 %.
3. Flexibilität und geringer Flächenverbrauch.

Die Errichtung herkömmlicher PV-Systeme in unebenem alpinem Gelände ist oft extrem aufwendig, da jede Stütze individuell an den Hang angepasst werden muss:

  • Minimaler Fussabdruck: Ein Solarbaum benötigt lediglich eine Grundfläche von etwa einem Quadratmeter.
  • Verzicht auf Betonfundamente: Anstelle von massiven Betonfundamenten werden die Masten mit Mikropfählen oder Ankern direkt im Fels verankert. Dies reduziert den baulichen Eingriff in die sensible Natur und ermöglicht eine flexible Anordnung im Gelände.
  • Anpassungsfähigkeit: Die Konstruktion kann je nach Hangneigung mit 15 bis 16 Modulen bestückt werden und kommt ohne aufwendige Einebnungen des Bodens aus.
4. Technologische Überlegenheit durch Einzelsteuerung.

Ein spezifischer Nachteil der Kreuzform ist die gegenseitige Verschattung der Flügel. Um diesen Nachteil gegenüber linearen Systemen auszugleichen, wird moderne Elektronik eingesetzt:

  • Leistungsoptimierer: Durch den Einsatz von SolarEdge-Optimierern arbeitet jedes Modul unabhängig. In herkömmlichen Systemen würde ein einziges verschattetes Modul die Leistung des gesamten Strangs drosseln; bei den Solarbäumen beeinträchtigen Schatten eines Flügels die sonnigen Module nicht.
5. Optische und landschaftliche Integration.

Die Akzeptanz von PV-Grossanlagen in touristisch genutzten Gebieten hängt stark vom Erscheinungsbild ab:

  • „Solarwald“ statt Industrieoptik: Das baumähnliche Design der sechs Meter hohen Konstruktionen wird oft als weniger störend empfunden als grossflächige, monotone Modulreihen. Die Projektbetreiber betonen, dass sich die Strukturen harmonischer in das alpine Landschaftsbild einfügen.

Solarbäume ermöglichen die Nutzung der Sonne als Hauptstromquelle genau dort, wo Skigebiete im Winter den höchsten Bedarf für Lifte und Beschneiung haben, während konventionelle Anlagen unter diesen extremen Bedingungen oft funktionsunfähig wären.


Technischen Daten.

Wichtigste technische Daten des Helioplant-Systems und des Projekts am Tiefenbachgletscher in Sölden zusammengefasst:

Merkmal
Detailinformationen

Systembezeichnung

Helioplant® (patentiertes System)

Strukturtyp

Baumähnliche, kreuzförmige Trägerstruktur (X-Form/Kolkkreuz-Design)

Bauhöhe

Etwa 6 Meter

Flügeldimensionen

4 unabhängige Flügel, jeweils ca. 2 m breit

Modultyp

Bifaziale (doppelseitige) Photovoltaik-Module

Anzahl Module pro Baum

15 bis 16 Module (abhängig von der Hangneigung)

Leistung pro Element

Ca. 7,2 kWp (entspricht etwa 12 Balkonkraftwerken)

Elektronik / Optimierung

SolarEdge Leistungsoptimierer und Wechselrichter für Einzelmodulsteuerung

Fundamentierung

4 Mikropfähle/Anker im Fels; kein Betonfundament nötig

Platzbedarf pro Baum

Ca. 1 Quadratmeter Grundfläche


Projektdaten Sölden (Endausbau geplant für Herbst 2026).

Merkmal
Detailinformationen

Standort / Höhe

Tiefenbachgletscher Sölden, 2.850 m bis 3.000 m ü. d. M.

Gesamtanzahl Strukturen

Rund 800 Solarbäume

Installierte Gesamtleistung

6,3 MWp

Jährlicher Energieertrag

Geplant ca. 28 GWh (28 Mio. kWh)

Gesamtfläche

Ca. 6,1 Hektar

Ertragssteigerung

Bis zu 40 % Mehrertrag gegenüber Anlagen im Tal

Winterstrom-Anteil

Ca. 43 % des Jahresertrags im Winterhalbjahr (Oktober–März)

Projektvolumen

Ca. 14 Millionen Euro

Förderung

Ca. 4,1 Millionen Euro (Klima- und Energiefonds)

Amortisationszeit

Rund 12 Jahre (bei hoher Eigenverbrauchsquote)

 

Wie beeinflusst die extreme Höhenlage die Energieerbeute dieses Solarprojekts?

Die extreme Höhenlage am Tiefenbachgletscher (bis zu 3.000 Meter über dem Meeresspiegel) wirkt sich massiv positiv auf die Energieausbeute des Projekts aus. Laut den Quellen erzielt die Anlage einen Mehrertrag von etwa 40 Prozent gegenüber vergleichbaren Standorten im Tal.

Dieser signifikante Zuwachs an Energie lässt sich auf mehrere spezifische Faktoren der Hochgebirgslage zurückführen:
  • Dünnere und klarere Atmosphäre: In der Höhe ist die Luft dünner, wodurch das Sonnenlicht weniger gestreut wird. Dies führt dazu, dass mehr direkte Strahlung die Paneele erreicht. Die Sonneneinstrahlung im Gebirge ist aufgrund geringerer Wolkenbildung bis zu 1,5-mal höher als im Flachland.
  • Der Albedo-Effekt: Die oft monatelang vorhandene Schneedecke wirkt wie ein natürlicher Spiegel, der das Sonnenlicht reflektiert. Da das Projekt bifaziale (doppelseitige) Module einsetzt, können diese sowohl die direkte Einstrahlung als auch das vom Schnee reflektierte Licht auf der Rückseite in Strom umwandeln, was den Wirkungsgrad erheblich steigert.
  • Optimale Betriebstemperaturen: Photovoltaik-Module auf Siliziumbasis arbeiten effizienter, wenn sie kühl bleiben. Die niedrigen Temperaturen und starken Winde in der Höhe verhindern ein Überhitzen der Zellen, was deren Leistungsfähigkeit verbessert.
  • Vorteil im Winter (Vermeidung von Hochnebel): Während im Winter tiefer gelegene Gebiete oft unter einer dichten Hochnebeldecke liegen, herrscht in der Höhe von 3.000 Metern häufig strahlender Sonnenschein. Alpine Anlagen liefern daher rund 43 Prozent ihres Jahresstroms im Winterhalbjahr (Oktober bis März), während klassische Dachanlagen im Flachland im gleichen Zeitraum nur etwa 25 bis 30 Prozent erreichen.

Um diesen hohen Ertrag trotz der widrigen Umstände (wie bis zu 14 Meter Neuschnee pro Saison) zu sichern, ist das Helioplant-System so konstruiert, dass die Paneele vertikal stehen und durch Windverwirbelungen (Kolk-Effekt) stets schneefrei bleiben. Ohne diese spezielle Bauweise würde der Schnee die Module verdecken und die energetischen Vorteile der Höhenlage zunichtemachen.

 

Wie viel Strom produziert die Anlage in Sölden jährlich, wie viel im Winter und wie viel im Sommer?

Die Photovoltaikanlage in Sölden soll im Endausbau jährlich rund 28 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren. Dies entspricht einer Energiemenge von 28 Millionen Kilowattstunden (kWh) pro Jahr.

Die Verteilung der Stromproduktion über das Jahr gestaltet sich wie folgt:
  • Winter: Im Winterhalbjahr zwischen Oktober und März liefert die Anlage etwa 43 Prozent ihres gesamten Jahresstroms. Dies ist im Vergleich zu Anlagen im Flachland (ca. 25–30 Prozent) ein aussergewöhnlich hoher Wert, da die Solarmodule in der Hochalpenregion im Winter Erträge von mehr als 570 kWh/kWp erzielen.
  • Sommer: Für die Sommermonate wird angegeben, dass die Anlage bis zu 100 Prozent des Eigenstrombedarfs der Bergbahnen Sölden decken kann.

Mit diesem Ertrag kann die Anlage insgesamt etwa ein Drittel des gesamten Strombedarfs der drei Söldener Skigebiete für Seilbahnen, Gastronomie und Beschneiungsanlagen abdecken.

Bild © https://bergbahnen.soelden.com/

Welche Rolle spielt SolarEdge bei der Verschattung der Flügel?

Bei dem Helioplant-Projekt spielt SolarEdge eine entscheidende Rolle, um die systembedingten Nachteile der Selbstverschattung auszugleichen. Aufgrund der speziellen baumähnlichen Kreuzstruktur werfen die vier Flügel der Konstruktion je nach Sonnenstand teilweise Schatten aufeinander.

Rolle von SolarEdge:

Einsatz von Leistungsoptimierern: Jedes der 15 bis 16 bifazialen Module pro Solarbaum wird mit einem Leistungsoptimierer von SolarEdge ausgestattet. In herkömmlichen Systemen würde ein einziges verschattetes Modul die Leistung des gesamten Strangs auf sein niedriges Niveau drosseln.

  • Unabhängiges Modul-Management: Die Technologie ermöglicht es, dass jedes Modul unabhängig arbeitet. Dadurch bremsen verschattete Module die in der Sonne stehenden Module nicht aus.
  • Maximierung des Energieertrags: Da die Module im Hochgebirge aufgrund der Kreuzform oft mehrere Stunden am Tag verschattet sind, ist diese Einzelsteuerung die einzige Lösung, um die Energieerträge zu maximieren und das System wirtschaftlich zu machen.
  • Stabilität bei variablen Bedingungen: Besonders bei bifazialen Modulen, deren Rückseitenertrag durch unebene Schneereflexionen stark schwanken kann, sorgen die Optimierer für eine gleichmässigere und zuverlässigere Stromproduktion über den Tag hinweg.

SolarEdge-Technologie stellt sicher, dass trotz der unvermeidbaren Verschattung durch das innovative Design eine stabile und leistungsfähige Energieversorgung für das Skigebiet gewährleistet bleibt.


Wie funktioniert die Verankerung ohne Betonfundamente im Detail?

Die Verankerung der Helioplant-Solarbäume erfolgt ohne herkömmliche Betonfundamente durch eine spezielle Bohr- und Ankertechnik, die direkt auf die felsigen Untergründe des Hochgebirges abgestimmt ist.

Details der Verankerung:
  • Vier-Punkt-Fixierung im Fels: Pro Solarbaum werden vier Mikropfähle (auch als Mikroanker bezeichnet) direkt in den anstehenden Fels gebohrt. Diese vier Verankerungspunkte reichen aus, um die gesamte Konstruktion stabil zu sichern.
  • Logistischer Ablauf: Da die Standorte im Hochgebirge oft schwer zugänglich sind, werden die Arbeiter und das Bohrgerät zum Standort gebracht, um die Pfähle zu setzen. Anschliessend fliegt ein Helikopter den zentralen Mast ein, der auf dieser Pfahlkonstruktion fixiert wird.
  • Geringer Flächenverbrauch: Durch diesen Verzicht auf grossflächige Betonfundamente benötigt ein einzelnes Element lediglich eine Grundfläche von etwa einem Quadratmeter.
  • Anpassungsfähigkeit: Die Technik ermöglicht es, die Anlagen flexibel im unebenen Gelände anzuordnen, ohne dass der Boden aufwändig geebnet werden muss. Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber herkömmlichen Linienanlagen, die oft teure, massgefertigte Stützen für unebene Hänge benötigen.
  • Widerstandsfähigkeit: Trotz dieser im Vergleich zu herkömmlichen Systemen „bescheidenen“ Fundamentierung ist die Konstruktion so konzipiert, dass sie den extremen Windlasten und mechanischen Belastungen im Hochgebirge (bis über 3.000 Meter) standhält.

Diese Methode der Fundamentierung wird als wesentlich kostengünstiger und flexibler als traditionelle Unterkonstruktionen beschrieben, da sie den logistischen Aufwand und den baulichen Eingriff in die sensible alpine Umgebung minimiert.

 

Welches sind die ökologischen Auswirkungen von PV-Anlagen im Hochgebirge auf die alpine Tierwelt?

Der Ausbau von Photovoltaikanlagen im Hochgebirge wird von Naturschutzorganisationen kritisch gesehen, da er die letzten unberührten alpinen Freiräume gefährdet. Die wesentlichen ökologischen Auswirkungen auf die Tierwelt und ihren Lebensraum lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Verlust von Rückzugsräumen: Naturschutzorganisationen wie Mountain Wilderness Schweiz betonen, dass wilde und unerschlossene Gebirgsräume die letzten grossflächigen Rückzugsräume für viele Tier- und Pflanzenarten sind. In diesen Gebieten kann sich die Natur noch weitgehend frei entwickeln.
  • Gefahr der Industrialisierung: Durch die Errichtung von Grossanlagen werden bisher unberührte Landschaften „industrialisiert“. Dies führt dazu, dass das sensible Ökosystem Alpen, das bereits durch den Klimawandel und den Ausbau der Tourismusinfrastruktur stark unter Druck steht, weiter belastet wird.
  • Infrastrukturelle Belastung: Der Bau solcher Anlagen erfordert ein Wetznetz, Stromleitungen und logistischen Aufwand durch Hubschrauber, Bagger und LKWs, was zusätzliche Störungen für die Tierwelt in abgelegenen Gebieten bedeutet.

Die Entwickler des in den Quellen beschriebenen Helioplant-Systems versuchen jedoch, diese negativen Auswirkungen durch ein spezielles Design zu minimieren:

  • Geringer Flächenverbrauch: Ein einzelner „Solarbaum“ benötigt lediglich eine Grundfläche von etwa einem Quadratmeter. Dies wird als flächenverträgliche Integration in die sensible Umgebung beschrieben.
  • Verzicht auf Beton: Da die Masten mit Mikroankern direkt im Fels befestigt werden und keine massiven Betonfundamente benötigen, bleibt der bauliche Eingriff in den Boden minimal.
  • Nutzung bestehender Infrastruktur: In Sölden wird die Anlage an einem Standort errichtet, an dem Infrastrukturen wie Bauwege und Stromnetze durch den Skibetrieb bereits vorhanden sind, was zusätzliche Neuerschliessungen vermeidet.

Während Kritiker den Verlust wertvoller Wildnisflächen und Lebensräume beklagen, führen Befürworter innovativer Systeme wie in Sölden an, dass durch punktuelle Installationen und den Verzicht auf Bodenversiegelung die ökologischen Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten werden.

 

Wie viel kostet ein einzelner Solarbaum inklusive Installation?

Ein einzelner Solarbaum der Firma Helioplant kostet inklusive der aufwendigen Installation rund 15.000 Euro.

Dieser Preis resultiert aus den spezifischen Herausforderungen und dem hohen logistischen Aufwand im Hochgebirge:

  • Komplexe Verankerung: Für jeden Baum müssen vier Mikropfähle direkt in den Fels gebohrt werden.
  • Helikopter-Einsatz: Da die Standorte oft schwer zugänglich sind, muss der Flügelmast per Hubschrauber eingeflogen werden.
  • Einzelmontage: Die vier Flügel jedes Baums werden vor Ort einzeln montiert.

Im Vergleich zu Photovoltaik-Anlagen im Flachland sind die Kosten deutlich höher. Während im Flachland Kosten von etwa 500 Euro pro Kilowatt-Peak (kWp) erreicht werden können, liegen die Kosten für die alpinen Solarbäume aufgrund der speziellen Strukturen und der Hochlagen-Logistik deutlich darüber.

Das Gesamtprojekt in Sölden, welches die Installation von insgesamt 800 dieser Solarbäume bis Herbst 2026 vorsieht, umfasst ein Investitionsvolumen von rund 14 Millionen Euro. Davon werden etwa 4,1 Millionen Euro durch den österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert.

 

Welche anderen Skigebiete nutzen das Helioplant-System bereits oder planen den Einsatz von Solarbäumen?

Neben dem Hauptprojekt in Sölden wird das Helioplant-System bereits an weiteren Standorten eingesetzt oder ist dort fest eingeplant:

  • Pitztaler Gletscher: Das Unternehmen plant nach dem Erfolg in Sölden einen weiteren Ausbau am Pitztaler Gletscher in Tirol. Dort ist eine Erweiterung auf eine Leistung von vier Megawatt vorgesehen.
  • Hochzeiger: Neben Sölden diente der Hochzeiger als einer der drei ursprünglichen Teststandorte, an denen sich die Leistungsfähigkeit der Solarbäume bereits bewiesen hat.
  • Simplonpass (Schweiz): Dies ist ein weiterer Teststandort ausserhalb Österreichs. Laut den Quellen existiert am Schweizer Simplonpass eine Versuchsanlage, um Erfahrungen unter alpinen Bedingungen zu sammeln.
  • Globales Interesse: Die Gründer berichten von Anfragen aus der ganzen Welt, insbesondere aus Südamerika und Neuseeland. Da es weltweit rund 6.000 Skigebiete gibt, die vor ähnlichen Herausforderungen durch Schneemassen stehen, wird hier ein enormes Marktpotenzial gesehen.

Frühere Versuche der Firmengründer mit herkömmlichen PV-Anlagen am Wildkogel in Salzburg scheiterten 2009 massiv an den Schneemassen, was letztlich den Anstoss zur Entwicklung der speziellen Kreuzform der Helioplant-Solarbäume gab.



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Disclaimer / Abgrenzung

Stromzeit.ch übernimmt keine Garantie und Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen Texte, Massangaben und Aussagen.


Quellenverzeichnis (April 2026).

Solarbäume in Sölden, alpine Photovoltaik.

https://alpine-pv.ch/wiki/additional-projects/soelden-at/

https://www.zdfheute.de/politik/ausland/photovoltaik-start-up-solarmodule-gebirge-100.html

https://bergbahnen.soelden.com/de/projekte-investitionen/geplante-projekte/pv-anlage

https://www.ee-news.ch/de/article/57815/helioplan-bauen-in-solden-ersten-park-mit-kreuzformigem-bifazialem-solarsystem-mit-solaredge-technologie

https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/energie/solarkraftwerk-in-3000-m-hoehe-trotzt-den-wetterbedingungen/

https://www.focus.de/earth/ploetzlich-wachsen-in-den-alpen-solar-baeume_237f2386-d7a7-40fe-9d4f-07fac8e90793.html

https://www.solarbranche.de/news/nachrichten/artikel-39507-solaredge-und-helioplant-starten-kooperation-bifaziales-pv-system-fuer-alpine-skigebiete

https://www.klimafonds.gv.at/projekt/helioplant-photovoltaikanlagetiefenbachgletscher-soelden/

https://www.photovoltaik.sh/news/helioplant-und-solaredge-bauen-63-mw-bifacial-solaranlage-mit-baum-foermigen-strukturen-in-soelden-innovation-fuer-alpine-skiresorts/

https://www.20min.ch/story/helioplant-schneefreie-solaranlagen-fuer-die-alpen-103219241

https://pro.earth/2024/01/25/innovative-photovoltaik-technik-im-hochgebirge-liefert-40-mehr-sonnenenergie/

https://www.sonnenseite.com/de/zukunft/soelden-neue-technologie-liefert-40-mehr-sonnenenergie/


Video:
SÖLDEN: Ökostrom am Gletscher.
https://www.youtube.com/watch?v=bqiEPbQX7FM

Bilder © https://bergbahnen.soelden.com/


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