Solar-, Windstrom: %-Anteile am Strommix im europäischen Vergleich, globale und europäische Energiewende.
20.05.2026
Wind- und Solaranlagen produzieren erstmals mehr Strom als fossile Brennstoffe.
Der Übergang zu einer sauberen Energieversorgung in der EU hat 2025 einen historischen Wendepunkt erreicht: Erstmals produzierten Wind- und Solaranlagen mit einem Anteil von 30,1 % mehr Strom als fossile Brennstoffe wie Gas und Kohle (29,0 %). Insgesamt deckten erneuerbare Energien (einschliesslich Wasserkraft und Biomasse) im Jahr 2025 fast die Hälfte (47,7 %) der EU-Stromproduktion ab. Länder wie Dänemark und Portugal stehen kurz davor, ihren Strombedarf bilanziell zu 100 % aus erneuerbaren Quellen zu decken.
Entwicklungen in Deutschland.
Deutschland verzeichnete 2024 und 2025 Rekordwerte beim Ausbau der Erneuerbaren.
- Strommix: Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg auf über 55 %. An sonnigen Tagen oder in windstarken Perioden kann der Bedarf zeitweise bereits zu über 100 % gedeckt werden.
- Ziele: Die Bundesregierung strebt bis 2030 einen Anteil von 80 % an. Aktuelle Prognosen rechnen jedoch eher mit rund 67 %, sofern das Ausbautempo nicht massiv beschleunigt wird.
- Wirtschaftlichkeit: Sinkende Kosten für Photovoltaik (ca. -89 % seit 2010) und Windkraft (-67 %) treiben den Wandel zunehmend marktwirtschaftlich voran, da diese Quellen oft günstiger sind als Kohle oder Gas.
Die Situation der Schweiz im Ländervergleich.
Trotz der traditionell starken Wasserkraft hinkt die Schweiz beim Ausbau der „neuen“ erneuerbaren Energien (Sonne und Wind) hinterher.
- Rangliste: Im europäischen Vergleich der Pro-Kopf-Produktion von Solar- und Windstrom belegt die Schweiz 2024 lediglich Platz 22 von 28.
- Anteil am Verbrauch: Neue erneuerbare Quellen decken nur 11,2 % des Schweizer Stromverbrauchs, während der EU-Mittelwert bei 28,3 % liegt.
- Potenzial: Das Land verfügt über enorme ungenutzte Ressourcen; allein auf Gebäudedächern könnten jährlich über 50 Terawattstunden Solarstrom erzeugt werden.
- Politische Weichenstellung: Das neue Stromgesetz und Instrumente wie die gleitende Marktprämie sollen den Ausbau nun beschleunigen, um die Ziele einer vollständig erneuerbaren Versorgung zu erreichen.
Strategische Herausforderungen und Lösungen.
Um die Volatilität von Wind- und Sonnenenergie zu bewältigen, rücken technische und regulatorische Innovationen in den Fokus:
- Speichertechnologien: Der Ausbau von Batteriespeichern, bidirektionalem Laden (Elektroautos als Speicher) und neuen Ansätzen wie Wärmespeichern in Salz ist entscheidend für die Netzstabilität.
- Netzausbau & Flexibilität: Ein massiver Ausbau der Stromnetze sowie die Einführung dynamischer Stromtarife sind notwendig, um den Verbrauch an die Produktion anzupassen und Engpässe zu vermeiden.
- Internationale Kooperation: Für die Schweiz ist ein Stromabkommen mit der EU essenziell, um die Versorgungssicherheit – insbesondere durch Stromimporte im Winter – zu gewährleisten.
Es lässt sich festhalten, dass die technologische Revolution durch Solar, Wind und Batterien unaufhaltsam ist. Während die EU als Ganzes und Deutschland grosse Fortschritte machen, muss die Schweiz ihre Anstrengungen intensivieren, um den Anschluss an die europäischen Spitzenreiter nicht zu verlieren.
Die Globale und Europäische Energiewende: Ein umfassender Bericht über den Aufstieg der erneuerbaren Energien
Die Welt befindet sich inmitten einer technologischen Revolution, die mit der industriellen Revolution oder dem IT-Zeitalter vergleichbar ist. Getrieben durch den Klimaschutz und die wirtschaftliche Überlegenheit neuer Technologien vollzieht sich ein beispielloser Wandel weg von fossilen Brennstoffen hin zu Wind-, Solar- und Batterietechnologien.
1. Globaler Status und Rekordwerte.
Im ersten Halbjahr 2025 erreichten die erneuerbaren Energien einen historischen Meilenstein: Mit einem Anteil von über 34 % stellten sie erstmals die grösste Quelle im weltweiten Strommix dar und überholten damit die Kohle (33 %). Der Anteil der Erneuerbaren an der globalen Stromerzeugung ist seit 2010 um fast 12 Prozentpunkte auf 32 % im Jahr 2024 gewachsen. Einige Länder wie Äthiopien, Albanien, Bhutan und Island decken ihren Strombedarf bereits zu 100 % aus erneuerbaren Quellen, primär durch Wasserkraft und Geothermie. Die Volksrepublik China führt die Welt bei der installierten Kapazität mit 1161 GW an, gefolgt von den USA (352 GW) und Brasilien (175 GW).
2. Europa am Wendepunkt: Wind und Solar vor fossilen Brennstoffen.
In der Europäischen Union wurde 2025 ein entscheidender Durchbruch erzielt: Erstmals produzierten Wind- und Solaranlagen mit 30,1 % mehr Strom als Gas und Kohle zusammen (29,0 %).
- Historischer Rückgang der Kohle: Der Kohleanteil in der EU sank auf einen Tiefstand von 9,2 %. In 19 EU-Ländern spielt Kohle kaum noch eine Rolle (weniger als 5 % Anteil).
- Wachstumstreiber: Die Solarenergie wuchs allein 2025 um über 20 %. Insgesamt lieferten erneuerbare Energien (einschliesslich Wasserkraft und Biomasse) im Jahr 2025 fast die Hälfte (47,7 %) des EU-Stroms.
- Spitzenreiter: Dänemark (88,04 %) und Portugal (85,19 %) führen die Rangliste der erneuerbaren Anteile in Europa an. Dänemark deckt bereits über 75 % seines Stromverbrauchs allein durch Solar- und Windenergie.
3. Deutschland: Fortschritte und strukturelle Hürden.
Deutschland hat seine Position als Energiewende-Pionier gefestigt, steht aber vor grossen Herausforderungen.
- Strommix 2025: Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch erreichte einen neuen Höchstwert von 55,1 %. Die Windenergie ist mit 133,9 Mrd. kWh der wichtigste Erzeuger, gefolgt von der Photovoltaik mit 91,6 Mrd. kWh.
- Ziele für 2030: Die Bundesregierung strebt einen Anteil von 80 % Erneuerbaren an. Prognosen deuten jedoch darauf hin, dass ohne Beschleunigung eher 67 % erreicht werden.
- Netzausbau-Problematik: Ein massives Hindernis ist der schleppende Netzausbau. Beispielsweise wurde die Stromtrasse Südostlink bereits 2013 beschlossen, der Bau begann jedoch erst 2023, und die Inbetriebnahme wird nicht vor 2030 erwartet.
- Import-Export-Dynamik: Deutschland importiert Strom oft dann, wenn er in Nachbarländern (wie Dänemark oder Norwegen) günstiger aus erneuerbaren Quellen verfügbar ist, obwohl theoretisch genügend eigene Kapazitäten zur Deckung der Grundlast vorhanden wären.
4. Die Schweiz: Wasserkraft-Riese, aber Solar- und Wind-Nachzügler.
Trotz eines traditionell hohen Anteils an Wasserkraft (57 % des Bedarfs) hinkt die Schweiz beim Ausbau der „neuen“ Erneuerbaren hinterher.
- Europäischer Vergleich: In der Pro-Kopf-Produktion von Solar- und Windstrom belegt die Schweiz 2024 Platz 22 von 28. Nur 11,2 % des Schweizer Stromverbrauchs stammen aus diesen Quellen, während der EU-Schnitt bei 28,3 % liegt.
- Windenergie-Stagnation: Mit nur 19 kWh pro Kopf liegt die Schweiz beim Windstrom auf Platz 25. Zum Vergleich: Schweden produziert mit 3930 kWh pro Kopf über 180-mal mehr.
- Potenziale: Allein auf Schweizer Gebäudedächern könnten jährlich über 50 Terawattstunden Solarstrom erzeugt werden. Das technische Potenzial für Windenergie wird auf fast 30 Terawattstunden geschätzt.
- Politische Weichen: Das neue Stromgesetz, das 2024 vom Volk angenommen wurde, führt Instrumente wie die gleitende Marktprämie ein, um den Ausbau zu beschleunigen. Zudem ist ein Stromabkommen mit der EU essenziell für die Versorgungssicherheit, insbesondere für den Winterstrom-Austausch.
5. Wirtschaftlichkeit und technologische Dynamik.
Der weltweite Boom der Erneuerbaren ist massgeblich auf den massiven Preisverfall zurückzuführen.
- Lernkurven: Zwischen 2010 und 2022 sanken die Kosten für Photovoltaik um 89 % und für Windkraft um 67 %. Solar- und Windenergie sind an vielen Orten bereits günstiger als Kohlekraft.
- Exponentielles Wachstum: Die Jahresproduktion von Solar- und Windenergie steigt jährlich um 15 % bis 20 %, was einer Verdoppelung alle 4 bis 5 Jahre entspricht. Bei diesem Tempo könnte die fossile Stromproduktion bis 2035 weltweit um 60 % sinken.
6. Herausforderungen der Netzintegration (IEA-Phasenmodell).
Die Integration variabler Energien (VRE) erfordert laut der Internationalen Energieagentur (IEA) Anpassungen in sechs Phasen.
- Phasen 1-3: Geringe Auswirkungen, die durch operative Verbesserungen und bessere Prognosen bewältigt werden können.
- Phasen 4-6: Erneuerbare bestimmen den Systembetrieb. Dänemark befindet sich bereits in Phase 5, in der es zu signifikanten Stromüberschüssen kommt.
- Technische Lösungen: Erforderlich sind flexiblere Kraftwerke, dynamische Stromtarife zur Nachfragesteuerung (Demand Response) und netzbildende Wechselrichter, um die Stabilität ohne grosse Rotationsmassen konventioneller Kraftwerke zu gewährleisten.
7. Innovationen in der Energiespeicherung.
Da Sonne und Wind volatil sind, rücken neue Speichertechnologien in den Fokus der Forschung.
- Wärmespeicherung in Salz (ISOchest): Nutzt das Wärmepumpenprinzip, um Energie bei 315°C in Salz zu speichern; der erwartete Wirkungsgrad liegt bei 70 %.
- Wasserstoff-Rückverstromung (Reverion): Ein System aus Brennstoffzellen, das zwischen Elektrolyse (H2-Erzeugung) und Stromerzeugung umschalten kann, mit einem angestrebten Wirkungsgrad von 80 % durch Abwärmenutzung.
- Neue Batterietypen: Forschung an membranlosen Redox-Flow-Batterien oder der Nutzung von günstigem Natriumchlorid (Meersalz) statt teurem Vanadium verspricht Kostensenkungen von bis zu 30 %.
- Sektorkopplung: Das bidirektionale Laden von Elektroautos könnte künftig Millionen mobiler Batterien als Puffer für das Stromnetz nutzbar machen.

Illustration © stromzeit.ch*
Fazit
Die Energiewende ist von einer subventionierten Nische zu einer marktwirtschaftlichen Dominanz übergegangen. Während die EU als Ganzes den Abschied von fossilen Brennstoffen beschleunigt, müssen Länder wie die Schweiz und Deutschland vor allem in Netze, Speicher und regulatorische Flexibilität investieren, um das volle Potenzial der kostengünstigen erneuerbaren Energien auszuschöpfen.
Europäische Länder nach prozentualen Anteilen der Erneuerbaren Energien am Stromnetz.
Basierend auf den vorliegenden Quellen, insbesondere der Wikipedia-Datenliste für das Jahr 2024, ergibt sich folgende Übersicht über den Anteil erneuerbarer Energien (einschliesslich Wasserkraft, Wind, Solar, Biomasse, Geothermie etc.) am Strommix europäischer Länder:
Anteil erneuerbarer Energien am Stromnetz (Stand 2024).
Rang |
Land |
Anteil Erneuerbare (in %) |
|
1 |
Norwegen |
98,39 % |
|
2 |
Luxemburg |
90,38 % |
|
3 |
Dänemark |
88,04 % |
|
4 |
Österreich |
86,72 % |
|
5 |
Portugal |
85,19 % |
|
6 |
Litauen |
80,33 % |
|
7 |
Lettland |
74,30 % |
|
8 |
Kroatien |
72,85 % |
|
9 |
Schweden |
69,45 % |
|
10 |
Schweiz |
67,21 % |
|
11 |
Deutschland |
63,00 % |
|
12 |
Spanien |
57,21 % |
|
13 |
Estland |
56,67 % |
|
14 |
Finnland |
55,42 % |
|
15 |
Niederlande |
50,77 % |
|
16 |
Griechenland |
49,71 % |
|
17 |
Italien |
49,32 % |
|
18 |
Rumänien |
47,65 % |
|
19 |
Türkei |
45,62 % |
|
20 |
Irland |
45,32 % |
|
21 |
Slowenien |
42,00 % |
|
22 |
Belgien |
35,86 % |
|
23 |
Ungarn |
31,77 % |
|
24 |
Polen |
29,85 % |
|
25 |
Frankreich |
26,24 % |
|
26 |
Slowakei |
23,97 % |
|
27 |
Zypern |
23,78 % |
|
28 |
Tschechien |
17,10 % |
|
29 |
Malta |
16,74 % |
Wichtige Anmerkungen zu den Daten:
- Gesamtanteil vs. Neue Erneuerbare: Diese Tabelle zeigt den Anteil aller erneuerbaren Energieträger. In Ländern wie Norwegen, Österreich und der Schweiz ist dieser Wert aufgrund der traditionell starken Wasserkraft sehr hoch.
- Fokus Solar und Wind: Betrachtet man ausschliesslich „neue“ erneuerbare Energien (Sonne und Wind), so deckt die Schweiz lediglich 11,2 % ihres Verbrauchs, während der EU-Mittelwert bei 28,3 % liegt. Spitzenreiter in diesem Bereich ist Dänemark mit über 75 %.
- Entwicklung 2025: Neuere Berichte für das Jahr 2025 geben für die gesamte Europäische Union einen Anteil von 47,7 % erneuerbarer Energien an der Stromproduktion an. Erstmals übertrafen dabei Wind- und Solaranlagen (30,1 %) die fossilen Brennstoffe (29,0 %) im EU-weiten Mix.
Europäische Länder nach prozentualen Anteilen der Solar-Energie am Stromnetz.
Basierend auf den vorliegenden Quellen, insbesondere der SES-Studie "Ländervergleich 2024", zeigt die folgende Tabelle den prozentualen Anteil der Solarenergie (Photovoltaik) am gesamten Stromverbrauch für das Jahr 2024 in den EU-Staaten und der Schweiz.

Illustration © stromzeit.ch*
Anteil der Solarenergie am Stromnetz (Stand 2024).
Rang |
Land |
Solar-Anteil (PV) |
|
1 |
Spanien |
23,3 % |
|
2 |
Ungarn |
21,2 % |
|
3 |
Griechenland |
20,8 % |
|
4 |
Niederlande |
20,3 % |
|
5 |
Zypern |
20,3 % |
|
6 |
Bulgarien |
16,8 % |
|
7 |
Deutschland |
16,0 % |
|
8 |
Estland |
14,4 % |
|
9 |
Portugal |
14,1 % |
|
10 |
Österreich |
13,5 % |
|
11 |
Italien |
12,5 % |
|
12 |
Dänemark |
11,9 % |
|
13 |
Malta |
11,9 % |
|
14 |
Litauen |
11,5 % |
|
15 |
Schweiz |
10,9 % |
|
16 |
Belgien |
10,4 % |
|
17 |
Polen |
10,3 % |
|
18 |
Slowenien |
8,9 % |
|
19 |
Luxemburg |
8,6 % |
|
20 |
Rumänien |
7,8 % |
|
21 |
Tschechien |
6,3 % |
|
22 |
Lettland |
6,1 % |
|
23 |
Frankreich |
6,0 % |
|
24 |
Kroatien |
3,6 % |
|
25 |
Schweden |
3,4 % |
|
26 |
Slowakei |
3,2 % |
|
27 |
Irland |
2,1 % |
|
28 |
Finnland |
1,5 % |
Ergänzende Erkenntnisse:
- Spitzenreiter: Südeuropäische Länder wie Spanien, Ungarn und Griechenland führen beim reinen Solar-Anteil, da sie von hohen Einstrahlungswerten profitieren. In Spanien stammte im Mai 2024 zeitweise bereits über die Hälfte des Stroms aus Wind und Sonne.
- Schweiz im Vergleich: Die Schweiz belegt mit 10,9 % den 15. Platz im Solar-Ranking. Damit liegt sie zwar im Mittelfeld, wird aber von deutlich nördlicher gelegenen Ländern wie Deutschland oder den Niederlanden übertroffen, obwohl diese weniger Sonnenstunden aufweisen.
- Gesamtdynamik: Der EU-weite Mittelwert für den Anteil von Solar- und Windenergie am Stromverbrauch lag 2024 bei 28,3 %. Für das Jahr 2025 wird berichtet, dass Solaranlagen bereits 13,2 % zum gesamten EU-Strommix beitrugen.
- Wirtschaftlichkeit: Der Erfolg der Solarenergie wird massgeblich durch den Preisverfall getrieben; die Kosten für Photovoltaik sanken zwischen 2010 und 2022 um etwa 89 %, was sie an vielen Orten zur günstigsten Stromquelle macht.
Europäische Länder nach prozentualen Anteilen der Wind-Energie am Stromnetz.
Basierend auf der SES-Studie „Ländervergleich 2024“ zeigt die folgende Tabelle den prozentualen Anteil der Windenergie am gesamten Stromverbrauch für das Jahr 2024 in den EU-Staaten und der Schweiz.

Illustration © stromzeit.ch*
Anteil der Windenergie am Stromnetz (Stand 2024).
Rang |
Land |
Wind-Anteil am Verbrauch |
|
1 |
Dänemark |
64,6 % |
|
2 |
Irland |
37,0 % |
|
3 |
Schweden |
33,6 % |
|
4 |
Litauen |
31,6 % |
|
5 |
Niederlande |
31,3 % |
|
6 |
Deutschland |
30,0 % |
|
7 |
Portugal |
28,8 % |
|
8 |
Finnland |
27,3 % |
|
9 |
Spanien |
27,1 % |
|
10 |
Griechenland |
25,3 % |
|
11 |
Belgien |
17,3 % |
|
12 |
Polen |
17,3 % |
|
13 |
Estland |
16,6 % |
|
14 |
Kroatien |
15,6 % |
|
15 |
Rumänien |
14,5 % |
|
16 |
Österreich |
14,4 % |
|
17 |
Frankreich |
10,9 % |
|
18 |
Italien |
7,8 % |
|
19 |
Luxemburg |
7,8 % |
|
20 |
Bulgarien |
4,8 % |
|
21 |
Zypern |
4,3 % |
|
22 |
Lettland |
4,2 % |
|
23 |
Ungarn |
1,4 % |
|
24 |
Tschechien |
1,2 % |
|
25 |
Schweiz |
0,3 % |
|
26 |
Malta |
0,0 % |
|
27 |
Slowenien |
0,0 % |
|
28 |
Slowakei |
0,0 % |
Ergänzende Erkenntnisse zur Windenergie:
- Dominanz des Nordens: Länder mit Zugang zu viel Küstenfläche wie Dänemark, Irland und Schweden führen die Liste an. Dänemark deckt bereits fast zwei Drittel seines Bedarfs allein durch Windkraft.
- Situation der Schweiz: Die Schweiz belegt mit lediglich 0,3 % einen der hintersten Plätze (Rang 25). Während andere Binnenländer wie Österreich (14,4 %) oder Luxemburg (7,8 %) signifikante Anteile erzielen, stagniert der Ausbau in der Schweiz bisher auf sehr tiefem Niveau.
- EU-weiter Trend: Im Jahr 2025 war die Windenergie mit einem Anteil von 16,9 % an der EU-Stromerzeugung erstmals wichtiger als Gas (16,7 %). In Finnland erreichte der Windstrom 2025 sogar einen neuen Höchstwert von 27 % der Produktion.
- Wirtschaftlichkeit: Der Ausbau wird durch massiv sinkende Kosten vorangetrieben; zwischen 2010 und 2022 fielen die Kosten für Windenergie um etwa 67 %. Dennoch ist die Integration ins Netz eine Herausforderung, da Windkraft räumlich oft weit entfernt von den Verbrauchszentren entsteht.
Wie hoch ist das Potenzial für Solarstrom auf Dächern?
In den vorliegenden Quellen wird ein detailliertes Potenzial für Solarstrom auf Gebäudedächern spezifisch für die Schweiz ausgewiesen. Eine umfassende Tabelle, die dieses spezifische „Dach-Potenzial“ für alle europäischen Länder vergleicht, ist in den Dokumenten nicht direkt enthalten. Die Quellen konzentrieren sich primär auf die aktuellen Produktionsdaten und den Anteil am Verbrauch.
Potenzial für Solarstrom auf Dächern (und technisches Potenzial).
Land |
Potenzial Solarstrom (Dächer) |
Zusätzliche Informationen zum Potenzial |
|
Schweiz |
> 50 TWh/Jahr |
Das Potenzial allein auf Gebäudedächern übersteigt 50 Terawattstunden pro Jahr. Zum Vergleich: Das technische Potenzial für Windenergie in der Schweiz liegt bei fast 30 TWh/Jahr. |
|
Deutschland |
Nicht quantifiziert |
Studien (z. B. Hochschule RheinMain) zeigen, dass Deutschland seinen Strombedarf theoretisch komplett durch erneuerbare Energien (Sonne, Wind, Speicher) decken könnte. |
|
EU insgesamt |
Nicht quantifiziert |
Das Ziel der COP28 sieht vor, die globale Kapazität für erneuerbare Energien bis 2030 zu verdreifachen, wobei Solar-PV und Wind 92 % dieses Anstiegs ausmachen sollen. |
Weitere Erkenntnisse:
- Brachliegendes Potenzial: Die Quellen betonen, dass Länder wie die Niederlande, Deutschland, Österreich und Luxemburg bereits deutlich mehr Solarstrom pro Kopf produzieren als die Schweiz, obwohl die Schweiz (insbesondere in alpinen Regionen) sehr gute Einstrahlungsverhältnisse besitzt. Dies deutet auf ein erhebliches, noch nicht ausgeschöpftes Potenzial in der Schweiz hin.
- Dezentrale Erzeugung: Solarenergie wird als die wichtigste Energiequelle der Zukunft beschrieben, die vor allem dezentral (z. B. auf Dächern) anfällt.
- Innovative Flächennutzung: Neben Dächern wird auch das Potenzial von Solarfassaden (insbesondere im Winter effizient) und Agri-Photovoltaik (Anlagen über landwirtschaftlichen Flächen) hervorgehoben.
Wie hoch ist das Potenzial für Windenergie?
In den bereitgestellten Quellen wird das technisch mögliche Potenzial für Windenergie primär für die Schweiz mit einem konkreten Wert beziffert. Für die übrigen europäischen Länder werden zwar weitreichende Ausbauziele und eine hohe Ausbaudynamik beschrieben, jedoch fehlen in den Dokumenten spezifische Terawattstunden-Werte für das theoretische Gesamtpotenzial jedes einzelnen Staates. Die folgende Tabelle fasst die verfügbaren Informationen zum Potenzial und den Ausbauzielen zusammen:
Potenzial und Ausbauziele für Windenergie.
|
Land / Region |
Technisches Potenzial (jährlich) |
Ausbauziele & Kontext |
|
Schweiz |
fast 30 TWh |
Das Potenzial ist bisher kaum ausgeschöpft; aktuell werden nur 0,17 TWh produziert. |
|
EU insgesamt |
Nicht quantifiziert |
Ziel (COP28): Verdreifachung der Kapazität für Erneuerbare bis 2030; Wind & Solar sollen 92 % des Anstiegs ausmachen. |
|
Deutschland |
Nicht quantifiziert |
Ausbau von Wind an Land und auf See stieg 2025 um 5.100 MW; ein noch schnellerer Ausbau ist für die Klimaziele nötig. |
|
Österreich |
Nicht quantifiziert |
Produziert bereits über 50-mal mehr Windstrom als die Schweiz, was auf ein hohes realisiertes Potenzial bei ähnlicher Topologie hindeutet. |
Weitere Erkenntnisse zum Windpotenzial:
- Brachliegendes Potenzial in der Schweiz: Trotz der ähnlichen Voraussetzungen (Topologie, Ressourcen) wie in Binnenländern wie Österreich oder Luxemburg stagniert der Windausbau in der Schweiz bisher,. Experten betonen, dass die Schweiz durch das technische Potenzial von 30 TWh ihre Versorgungssicherheit massiv stärken könnte.
- Bedeutung für den Winterstrom: Windenergieanlagen produzieren in der Regel über zwei Drittel ihrer Jahresstromproduktion im Winterhalbjahr. Daher ist die Erschliessung des Windpotenzials (auch im europäischen Umland) für die Schweiz essenziell, um Winterstromlücken zu schliessen,.
- Globaler und europäischer Trend: Es wird ein stetiger Ausbau der Windkapazitäten bis 2030 erwartet. In der EU überholte die Windenergie 2025 mit einem Anteil von 16,9 % am Strommix erstmals die Stromerzeugung aus Gas.
- Wirtschaftliche Dynamik: Die Kosten für Windkraft sind zwischen 2010 und 2022 um etwa 67 % gesunken, was den Ausbau zunehmend marktwirtschaftlich attraktiv macht.
Warum hinkt die Schweiz beim Windstrom-Ausbau so stark hinterher?
Das Zurückbleiben der Schweiz beim Ausbau der Windenergie ist im europäischen Vergleich besonders deutlich: Während die Schweiz bei der Solarenergie im vorderen Mittelfeld liegt, belegt sie beim Windstrom mit lediglich 19 Kilowattstunden pro Kopf weiterhin den 25. Platz von 28 untersuchten Ländern. Nur 0,3 % des Schweizer Stromverbrauchs werden durch Windkraft gedeckt.
Die Gründe für dieses starke Hinterhinken sind vielschichtig:
- Lange Bewilligungsprozesse: Einer der Hauptgründe ist das sehr langsame Vorankommen der Projekte durch die verschiedenen Stadien der Bewilligungsverfahren. Zwar ist derzeit eine gewisse Dynamik durch Projekte in der Realisierungs- oder Planungsphase spürbar (z. B. Sainte-Croix, Gütsch oder Montagne de Tramelan), doch die regulatorischen Hürden bremsen das Tempo massiv.
- Fehlende Flächen und politische Argumentation: Oft wird angeführt, dass die Schweiz zu wenig verfügbare Fläche für einen grossflächigen Ausbau besitze. Die Quellen weisen jedoch darauf hin, dass dies oft als Argument genutzt wird, um eine dauerhafte Subventionierung der Schweizer Produktion zu rechtfertigen, ähnlich wie in der Landwirtschaft.
- Stagnation trotz Potenzial: Das technisch mögliche Potenzial für Windenergie in der Schweiz wird auf fast 30 Terawattstunden pro Jahr geschätzt. Dennoch stagniert der Ausbau bisher weitgehend, während vergleichbare Binnenländer (siehe unten) ihre Ressourcen deutlich besser nutzen.
- Vergleich mit ähnlichen Binnenländern: Der Rückstand lässt sich nicht allein durch die Topografie oder fehlende Ressourcen erklären. Andere Binnenländer wie Österreich oder Luxemburg, die über ähnliche natürliche Ressourcen und Flächen verfügen, produzieren mehr als doppelt so viel Strom aus Sonne und Wind wie die Schweiz. Österreich allein produzierte im Jahr 2024 über fünfzig Mal mehr Windstrom pro Kopf als die Schweiz.
- Fokus auf Wasserkraft und Solar: Da die Schweiz traditionell über 57 % ihres Bedarfs durch Wasserkraft deckt, wurden andere erneuerbare Energieträger lange Zeit vernachlässigt. Während die Solarenergie in den letzten Jahren Rekordzuwächse verzeichnete, verharrte die Windenergie auf einem extrem tiefen Niveau.
- Bedeutung des Windstroms für die Schweiz: Der schleppende Ausbau ist besonders kritisch für die Versorgungssicherheit im Winter. Windturbinen produzieren in der Regel über zwei Drittel ihres Stroms im Winterhalbjahr. Da die Schweiz in dieser Zeit stark auf Importe angewiesen ist, würde die Erschliessung des inländischen Windpotenzials die Abhängigkeit vom Ausland und von fossilen Reservekraftwerken verringern.
Mit dem neuen Stromgesetz und Instrumenten wie der gleitenden Marktprämie, die nun auch für Windanlagen gilt, hofft man, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern und den Ausbau endlich zu beschleunigen.
Wie viel Winterstrom könnten Deutschland, Oesterreich und die Schweiz durch Windkraft gewinnen?
Basierend auf den Quellen lässt sich das Potenzial für Winterstrom aus Windenergie für die Schweiz konkret beziffern, während für Deutschland und Österreich vor allem aktuelle Produktionsdaten als Basis dienen. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Erkenntnis, dass Windturbinen in der Regel über zwei Drittel (2/3) ihrer Jahresstromproduktion im Winterhalbjahr generieren.
Die folgende Tabelle zeigt das technisch mögliche Potenzial (für die Schweiz) bzw. die aktuelle Produktion (für DE/AT) und den daraus resultierenden Anteil an wertvollem Winterstrom:
Windenergie-Potenzial und Winterstrom-Gewinnung.
Land |
Jahreswert (Potential oder Ist-Produktion) |
Anteil Winterstrom (ca. 2/3) |
Status / Bemerkung |
|
Schweiz |
~30 TWh (Technisches Potenzial) |
~20 TWh |
Das Potenzial ist bisher kaum ausgeschöpft; 2024 wurden nur 0,17 TWh produziert. |
|
Österreich |
~9,2 TWh (Produktion 2024) |
~6,1 TWh |
Österreich nutzt als Binnenland mit ähnlicher Topologie seine Ressourcen bereits wesentlich stärker als die Schweiz. |
|
Deutschland |
~133,9 TWh (Produktion 2025) |
~89,3 TWh |
Wind ist der wichtigste Stromerzeuger; für die Klimaziele ist ein noch schnellerer Ausbau der Kapazitäten notwendig. |
Wichtige Erkenntnisse:
- Winterstrom-Bedeutung: Da die Schweiz im Winter stark auf Stromimporte angewiesen ist, wird der Ausbau der Windenergie im In- und Ausland als essenziell für die Versorgungssicherheit angesehen
- Windstrom hilft direkt dabei, die Abhängigkeit von teuren Reservekraftwerken zu verringern.
- Brachliegendes Potenzial: Die Quellen heben hervor, dass die Schweiz mit einem technischen Potenzial von 30 TWh ihre Windstromproduktion massiv steigern könnte. Aktuell deckt Windkraft nur 0,3 % des Schweizer Verbrauchs, während es in Österreich bereits 14,4 % und in Deutschland 30,0 % sind.
- Vergleichbarkeit: Dass Binnenländer wie Österreich pro Kopf über fünfzig Mal mehr Windstrom produzieren als die Schweiz, verdeutlicht laut den Quellen, dass die topografischen Voraussetzungen für eine starke Winterstrom-Gewinnung auch in der Schweiz gegeben wären.
- Zubau-Dynamik: In Deutschland stieg die installierte Leistung von Windenergie allein im Jahr 2025 um 5.100 MW. In der Schweiz befinden sich zwar Projekte wie in Sainte-Croix oder auf der Montagne de Tramelan in der Umsetzung, der Ausbau stagniert jedoch im europäischen Vergleich weiterhin auf tiefem Niveau.
Welche Rolle spielt die Wasserkraft für die Schweizer Versorgungssicherheit?
Die Wasserkraft nimmt eine zentrale Rolle für die Schweizer Versorgungssicherheit ein und gilt als das Rückgrat der inländischen Stromproduktion.
Hier sind die wichtigsten Aspekte ihrer Bedeutung im Detail:
1. Hauptpfeiler der Stromversorgung.
Seit Jahrzehnten deckt die Wasserkraft mehr als die Hälfte der inländischen Stromproduktion ab. Im Jahr 2021 stammten beispielsweise rund 57 % des schweizerischen Strombedarfs aus Lauf- und Speicherkraftwerken. Damit ist sie die mit Abstand wichtigste heimische Energiequelle der Schweiz.
2. Flexibilität und Systemsicherheit.
Ein entscheidender Vorteil der Wasserkraft gegenüber anderen erneuerbaren Energien wie Wind und Solar ist ihre Flexibilität.
- Steuerbarkeit: Insbesondere Speicherkraftwerke können Strom dann produzieren, wenn er benötigt wird. Dies macht die Schweiz prädestiniert für eine rasche Umsetzung der Energiewende, da die Wasserkraft die Schwankungen neuer erneuerbarer Energieträger ideal ausgleichen kann.
- Speicherfunktion: Physische Speicher wie Pumpspeicherkraftwerke sind essenziell, um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen und das Stromnetz stabil zu halten.
3. Unverzichtbarkeit für die Energiewende.
Für eine vollständig erneuerbare Energieversorgung der Zukunft wird die Wasserkraft als unverzichtbar eingestuft. Sie bildet die Basis, auf der der Ausbau von Photovoltaik und Windkraft aufbaut. Obwohl die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Kraftwerke teilweise herausfordernd sind, wird weiterhin massiv in Wasserkraftprojekte investiert, um diese tragende Rolle langfristig zu sichern.
4. Herausforderungen im Winter.
Trotz der starken Stellung der Wasserkraft gibt es Grenzen bei der Versorgungssicherheit:
- Importabhängigkeit: Im Winter reicht die heimische Produktion (Wasserkraft und Kernkraft) oft nicht aus, um den Bedarf zu decken, was zu einer starken Abhängigkeit von Stromimporten führt.
- Ergänzung durch Windkraft: Da Windturbinen zwei Drittel ihres Stroms im Winter produzieren, wird deren Ausbau als notwendige Ergänzung zur Wasserkraft gesehen, um die Winterstromlücke zu minimieren.
Die Wasserkraft ist aufgrund ihres hohen Anteils und ihrer Speicherfähigkeit die Garantin für die Netzstabilität, für eine vollständige Autarkie (insbesondere im Winter) jedoch die Kombination mit anderen Technologien und der Austausch mit Europa notwendig bleiben.
Welche Rolle spielt die Wasserkraft für die Oesterreichische Versorgungssicherheit?
In Österreich nimmt die Wasserkraft eine fundamentale Rolle ein und ist mit einem Anteil von über 60 % an der Stromversorgung der mit Abstand wichtigste Energieträger des Landes. Die Erzeugung strukturiert sich dabei so, dass etwa zwei Drittel der Elektrizität aus Laufkraftwerken gewonnen werden, während das restliche Drittel aus Speicherkraftwerken stammt.
Diese starke Basis trägt massgeblich dazu bei, dass Österreich im europäischen Vergleich eine Spitzenposition bei den erneuerbaren Energien einnimmt; im Jahr 2024 lag der Gesamtanteil erneuerbarer Energien am Strommix bei 86,72 %. In besonders produktiven Monaten, wie beispielsweise im Juni 2023, konnte Österreich dank seiner regenerativen Quellen zeitweise sogar mehr Strom erzeugen, als das Land selbst verbrauchte.
Die Wasserkraft bildet zudem das stabile Fundament, auf dem der weitere Ausbau anderer Technologien aufbaut, wobei Österreich insbesondere bei der Windkraft als Binnenland wesentlich erfolgreicher agiert als die topografisch vergleichbare Schweiz. Während die Schweiz noch mit einem geringen Anteil neuer Erneuerbarer kämpft, hat Österreich seinen Anteil aus Solar- und Windenergie am Stromverbrauch innerhalb von fünf Jahren um fast 14 Prozentpunkte gesteigert und ergänzt damit die dominante Wasserkraft.
Welche Rolle spielt die Wasserkraft für die Deutsche Versorgungssicherheit?
Im Vergleich zu den Alpenländern Schweiz und Österreich spielt die Wasserkraft für die deutsche Versorgungssicherheit eine deutlich untergeordnete Rolle. Während sie dort das Rückgrat der Versorgung bildet, ist sie in Deutschland die älteste erneuerbare Energiequelle, deren Anteil am Strommix seit 1990 jedoch relativ konstant bei lediglich 3 bis 4 % stagniert.
Hier sind die spezifischen Details zur Rolle der Wasserkraft in Deutschland:
1. Geringer Anteil am Energiemix.
Die Wasserkraft trägt nur einen kleinen Teil zur gesamten Bereitstellung erneuerbarer Energien bei. Im Jahr 2025 stammten lediglich 3 % der aus erneuerbaren Quellen bereitgestellten Energiemenge aus Wasserkraft (zum Vergleich: Biomasse 48 %, Wind 25 %, Solar 19 %). Die Stromerzeugung aus Wasserkraft belief sich 2025 auf etwa 16,9 Mrd. kWh, was aufgrund einer sehr trockenen Witterung einem Rückgang von 25 % gegenüber dem Vorjahr entsprach.
2. Begrenztes Ausbaupotenzial.
Im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie gilt das Ausbaupotenzial der Wasserkraft in Deutschland in weiten Teilen als ausgeschöpft.
- Die installierte Gesamtkapazität liegt seit einigen Jahren nahezu unverändert bei etwa 5.500 MW.
- Die Kraftwerke konzentrieren sich geografisch stark auf die Südhälfte Deutschlands.
3. Beitrag zur Systemstabilität.
Trotz des geringen quantitativen Anteils leistet die Wasserkraft einen wichtigen technischen Beitrag zur Versorgungssicherheit:
- Netzstabilität: Als traditionelle synchrone Generatoren bieten Wasserkraftwerke wichtige netzstabilisierende Eigenschaften für die Frequenz- und Spannungsregelung, die variable Quellen wie Wind und Solar (die über Wechselrichter einspeisen) nicht im gleichen Masse bereitstellen.
- Grundlast: Zusammen mit fossilen Energieträgern und Biomasse trägt die Wasserkraft zur wetterunabhängigen Absicherung der Grundlast bei.
4. Bedeutung von Importen.
Da die eigene Wasserkraftkapazität begrenzt ist, nutzt Deutschland die Wasserkraft seiner Nachbarn zur Absicherung der eigenen Versorgung:
- Deutschland importiert Strom bevorzugt dann, wenn er in Ländern wie Norwegen, Schweden oder Dänemark günstig aus Wind- und Wasserkraft verfügbar ist.
- Rund ein Drittel der deutschen Gasimporte stammt aus Norwegen, das seine eigene Stromversorgung fast vollständig (über 98 %) aus Wasserkraft deckt.
Die Wasserkraft ist in Deutschland zwar eine verlässliche und systemstabilisierende Komponente, aufgrund der ausgeschöpften Potenziale und der Dominanz von Wind und Solar jedoch keine tragende Säule für das quantitative Wachstum der Energiewende mehr darstellt.
Wie hängen die Strompreise mit dem Ausbau der Erneuerbaren zusammen?
Der Ausbau der erneuerbaren Energien hat einen direkten und signifikanten Einfluss auf die Strompreise, wobei die Quellen sowohl kostensenkende Effekte als auch neue Herausforderungen für die Preisstabilität und Wirtschaftlichkeit beschreiben.
Senkung der Strompreise durch geringe Grenzkosten.
Erneuerbare Energien wie Wind und Solar senken die Strompreise, insbesondere in sonnen- und windreichen Perioden. Dies liegt primär an ihrer Kostenstruktur:
- Keine Brennstoffkosten: Im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken, für die teure Energieträger (Kohle, Gas) eingekauft werden müssen, nutzen Erneuerbare kostenlose Ressourcen.
- Geringe Betriebskosten: Die laufenden Kosten für den Betrieb von Solar- und Windparks sind deutlich niedriger als bei fossilen Brennstoffen.
- Technologischer Preisverfall: Zwischen 2010 und 2022 sanken die durchschnittlichen Kosten für Photovoltaik um 89 % und für Windkraft um 67 %. Dadurch sind diese Technologien an vielen Orten bereits ohne Subventionen günstiger als Kohlekraft.
Preisvorteile durch internationalen Stromhandel.
Länder wie Deutschland importieren Strom bevorzugt dann, wenn der Preis in Nachbarländern aufgrund eines hohen Anteils an Erneuerbaren (z. B. Windkraft in Dänemark oder Wasserkraft in Norwegen) niedriger ist als die heimische Produktion aus fossilen Quellen. Früher verkaufte Deutschland billigen Kohlestrom, doch durch den Kohleausstieg und die CO2-Steuer ist dieser Preisvorteil entfallen.
Herausforderungen: Preisvolatilität und Marktstabilität.
Ein sehr hoher Anteil an variablen erneuerbaren Energien (VRE) verändert die Marktdynamik grundlegend:
- Preisverfall bei Überschüssen: In Phasen mit extrem hoher Produktion (IEA-Phase 5) können die Strompreise so stark sinken, dass das Geschäftsmodell neuer Projekte gefährdet wird, da sie ihre Kosten am Markt nicht mehr decken können.
- Notwendigkeit von Ausgleichsmassnahmen: Um stabile und verlässliche Energiepreise zu gewährleisten, ist ein massiver Ausbau von Batteriespeichern, die Stärkung der Stromnetze und eine flexible Nachfragesteuerung essenziell.
Neue Tarifmodelle für Endkund:innen.
Um die schwankenden Preise an die Verbraucher:innen weiterzugeben und das System zu entlasten, rücken innovative Ansätze in den Fokus:
- Dynamische Stromtarife: Diese ermöglichen es Konsument:innen, Geld zu sparen, indem sie Strom dann beziehen, wenn er aufgrund hoher Produktion günstig ist.
- Regulatorische Absicherung: Instrumente wie die gleitende Marktprämie (z. B. in der Schweiz) sollen Produzenten gegen starke Preisschwankungen am Strommarkt absichern. Eine Minimalvergütung bei sehr tiefen Marktpreisen soll zudem die Wirtschaftlichkeit von Kleinanlagen erhöhen.
Der Ausbau der Erneuerbaren senkt die Erzeugungskosten, erfordert aber gleichzeitig eine Modernisierung der Infrastruktur und der Tarifmodelle, um diese Preisvorteile stabil nutzbar zu machen.
Das IEA-Phasenmodells zur Netzintegration.
Das Phasenmodell der Internationalen Energieagentur (IEA) ist ein Rahmenwerk mit sechs Phasen, das die zunehmenden Auswirkungen von fluktuierenden erneuerbaren Energien (VRE) wie Wind und Photovoltaik auf das Stromsystem beschreibt. Jede Phase bringt spezifische technische und regulatorische Herausforderungen sowie entsprechende Lösungssätze mit sich.
Phasen 1 bis 3: Niedrige Integration.
In diesen Phasen haben die erneuerbaren Energien noch keine oder nur moderate Auswirkungen auf den Systembetrieb.
- Charakteristik: VRE-Anlagen sind weitgehend passiv im Netz.
- Herausforderungen: Diese können meist durch operative Verbesserungen oder einfache Anpassungen bestehender konventioneller Anlagen bewältigt werden.
- Massnahmen: Im Fokus stehen die Verbesserung der Prognosegenauigkeit für Erzeugung und Last sowie die Mobilisierung von Nachfragereserven (Demand Response), insbesondere bei industriellen Grossverbrauchern.
Phase 4: Systembestimmende VRE.
Ab dieser Phase bestimmen Wind und Solar massgeblich den Betriebsablauf des Stromsystems.
- Charakteristik: Erneuerbare Energien decken zeitweise fast den gesamten Strombedarf.
- Herausforderungen: Die Hauptprobleme sind die Systemstabilität bei hoher VRE-Einspeisung sowie weitverbreitete Netzengpässe.
- Lösungen: Es ist eine grundlegende Transformation der Betriebsweise und Planung erforderlich. Da VRE-Anlagen über Wechselrichter einspeisen und keine natürliche "Trägheit" wie rotierende Generatoren bieten, müssen Technologien wie netzbildende Wechselrichter oder synchrone Kondensatoren eingesetzt werden, um die Netzspannung stabil zu halten.
Phase 5: Strukturelle Überschüsse.
In dieser Phase kommt es zu signifikanten Energieüberschüssen über das gesamte Jahr hinweg.
- Charakteristik: Das System muss lange Perioden mit sehr hohen oder sehr niedrigen Anteilen an Erneuerbaren effizient managen.
- Herausforderungen: Überschüsse stellen primär eine ökonomische Herausforderung dar, da sie die Strompreise so stark senken können, dass das Geschäftsmodell für neue Projekte untergraben wird.
- Beispiele: Länder wie Dänemark befinden sich bereits in dieser Phase.
Phase 6: Fast ausschliessliche Versorgung durch VRE.
Dies ist die höchste Integrationsstufe, in der die sichere Stromversorgung fast nur noch durch variable erneuerbare Energien erfolgt.
- Charakteristik: Aktuell befindet sich weltweit noch kein grosses Stromsystem in dieser Phase.
- Herausforderungen: Hier werden Strategien für extreme Überschüsse und Defizite sowie fortschrittliche Systemdienstleistungen zur Netzstabilität kritisch.
Zusammenfassung der Integrationsmassnahmen.
Um höhere Phasen zu erreichen, müssen Länder laut IEA verschiedene Massnahmen kombinieren:
- Flexibilisierung: Einsatz von Batteriespeichern (kurzfristig) und Pumpspeicherkraftwerken oder Sektorkopplung (z.B. Wasserstoff) für langfristige Flexibilität.
- Netzinfrastruktur: Verstärkung der Übertragungsnetze und grenzüberschreitende Interkonnektoren.
- Regulatorik: Anpassung von Marktregeln und Vergütungssystemen (z.B. Kapazitätsmechanismen), um Investitionen in flexible Ressourcen auch bei volatilen Preisen zu sichern.
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Disclaimer / Abgrenzung
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Quellenverzeichnis (Mai 2026).
Studie:
20250611_SES-Studie_Ländervergleich_2024
Rekordanteil erneuerbarer Energien am Strommix - Gewerbesteuer News
https://www.youtube.com/watch?v=lbuTffM8jDI
Deutschland erreicht Rekordwert bei erneuerbaren Energien – doch es gibt einen Haken
https://www.youtube.com/watch?v=nOx7soN3iqw
Neues Ziel bis 2030: EU will schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien
https://www.youtube.com/watch?v=m4o8Q2GujeA
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https://www.youtube.com/watch?v=A5EzO4doXCM
Liste der Länder nach Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Stromerzeugung_aus_erneuerbaren_Energien
Energiemix: Solar- und Windenergie sowie Elektrifizierung verdrängen fossile Energieträger in den Sektoren Verkehr und Wärme.
https://www.stromzeit.ch/blog/energiewende-6/energiemix-solar-und-windenergie-sowie-elektrifizierung-verdrangen-fossile-energietrager-in-den-sektoren-verkehr-und-warme-629
Diese zwei EU-Länder schaffen bald 100 Prozent Ökostrom
https://share.google/8t0tOS2U4co5AShTq
Die Quellen untersuchen den aktuellen Stand und die zukünftigen Potenziale der europäischen Energiewende, wobei ein deutlicher Fokus auf dem Vergleich zwischen verschiedenen Nationen liegt. Während Dänemark und Portugal kurz davor stehen, ihren Strombedarf bilanziell vollständig durch regenerative Quellen zu decken, zeigt sich für Deutschland und die Schweiz ein differenzierteres Bild mit erheblichem Nachholbedarf. Die Berichte verdeutlichen, dass Wind- und Solarenergie in der EU bereits fossile Brennstoffe als Hauptstromquelle überflügelt haben, was die Abhängigkeit von Importen reduziert und die Versorgungssicherheit stärkt. Kritisch thematisiert werden jedoch technische und politische Hürden wie der schleppende Netzausbau, fehlende Speicherkapazitäten sowie komplexe Genehmigungsverfahren. Innovative Ansätze wie bidirektionales Laden von Elektroautos und der Ausbau der Wasserkraft in den Alpenländern werden als essenzielle Bausteine für ein stabiles, klimaneutrales Energiesystem hervorgehoben. Insgesamt unterstreichen die Texte, dass eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energien technisch machbar ist, sofern die technologische Integration und die politische Entschlossenheit europaweit zunehmen.
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