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Shell Triple 10 Challenge Konzept E-Auto: Dielektrische Immersionskühlung, mehr Reichweite, kleinere Batterie.

Batteriekapazität von nur etwa 31–32 kWh - praxisnahe Reichweite von ca. 320 km (200 Meilen).

Shell Triple 10 Challenge Konzept E-Auto: Dielektrische Immersionskühlung, mehr Reichweite, kleinere Batterie.

02.07.2026


Shell Triple 10 E-Auto: Eine neue Philosophie für die Elektromobilität.

 

Im Juni 2026 enthüllte Shell das Konzeptfahrzeug Triple 10 Challenge. Es handelt sich dabei nicht um ein geplantes Serienfahrzeug, sondern um einen Technologieträger (Proof-of-Concept), der demonstrieren soll, wie Effizienz, Leistung und Kosten der nächsten Generation von Elektroautos (EVs) durch innovative Wärmemanagement-Lösungen optimiert werden können.

1. Die drei Säulen der Triple 10 Challenge.

Der Name des Projekts leitet sich von drei ehrgeizigen Zielen ab, die Shell für das Fahrzeug definiert und erreicht hat:

  • 10 Minuten Ladezeit: Das Fahrzeug lädt von 10 % auf 80 % in genau 9 Minuten und 54 Sekunden. Bemerkenswert ist, dass dies an einer standardmäßigen 175-kW-Ladesäule geschieht und keine extrem seltenen Ultra-Schnelllader (>300 kW) erfordert.
  • 10 km/kWh Effizienz: Mit einem Verbrauch von 10 km pro Kilowattstunde (ca. 10 kWh/100 km) ist das Fahrzeug etwa 30 % effizienter als viele aktuelle Elektroautos. Zum Vergleich: Ein Tesla Model 3 liegt bei etwa 8 km/kWh.
  • 10 Tonnen CO2e Lebenszyklus-Emissionen: Die gesamten Emissionen über den Lebenszyklus (Produktion bis Entsorgung) betragen etwa 10 Tonnen CO2e. Dies entspricht einer Reduktion von rund 50 % gegenüber vergleichbaren heutigen Fahrzeugen auf dem europäischen Markt.
2. Die Schlüsseltechnologie: Dielektrische Immersionskühlung.

Der Kern der Innovation liegt im Wärmemanagement. Während herkömmliche EVs Wasser-Glykol-Gemische in komplexen Rohrsystemen zur Kühlung nutzen, setzt Shell auf direkte Immersionskühlung mit der neu entwickelten Shell Recharge Thermal Fluid.

Vorteile der Immersionskühlung:

  • Direkter Kontakt: Die Batteriezellen sind komplett in eine nicht-leitende (dielektrische) Flüssigkeit eingetaucht. Dadurch wird die Wärme viel schneller und gleichmäßiger abgeführt als bei indirekten Systemen über Kühlplatten.
  • Ein-Kreis-Architektur: Das Fahrzeug nutzt einen einzigen Kühlkreislauf für die gesamte Antriebseinheit – Batterie, Motor und Leistungselektronik teilen sich ein System. Dies reduziert die Komplexität, das Gewicht und die Anzahl der Bauteile wie Pumpen und Schläuche erheblich.
  • Kein Thermal Throttling: Dank der effektiven Kühlung kann die Batterie auch bei hohen Ladeständen die volle Ladeleistung halten, ohne dass die Geschwindigkeit zum Schutz vor Überhitzung gedrosselt werden muss.
3. Fahrzeugspezifikationen und Design.

Das Triple 10 Challenge Fahrzeug ist als kompaktes B-Segment-Hatchback konzipiert.

  • Batterie und Reichweite: Trotz der geringen Batteriekapazität von nur etwa 31–32 kWh erreicht das Fahrzeug eine praxisnahe Reichweite von ca. 320 km (200 Meilen). Die Batterie wiegt lediglich 210 kg.
  • Gewicht und Material: Das Gesamtgewicht liegt bei etwa 1.170 kg, was vergleichbar mit einem VW Polo ist und deutlich unter dem Gewicht gängiger Elektroautos liegt. Dies wurde durch Leichtbau, eine kleinere Batterie und den Verzicht auf schwere Kühlsysteme erreicht.
  • Aerodynamik: Mit einem Luftwiderstandsbeiwert (Cd-Wert) von 0,267, bündigen Türgriffen und digitalen Spiegeln ist das Design konsequent auf Effizienz getrimmt.
4. Kooperationspartner und Validierung.

Shell entwickelte das Fahrzeug zusammen mit führenden britischen Engineering-Spezialisten:

  • RML Group: Verantwortlich für die Architektur des Batteriepakets und die Integration der Immersionskühlung.
  • Empel Systems: Entwicklung der hocheffizienten Elektromotoren und Antriebseinheiten.
  • HORIBA MIRA: Durchführung der Fahrzeugintegration sowie umfangreicher Tests und Validierungen, unter anderem in simulierten Extremwetter-Szenarien.
5. Strategische Bedeutung für Shell.

Shell verfolgt mit diesem Projekt nicht das Ziel, selbst zum Autohersteller zu werden. Vielmehr möchte das Unternehmen demonstrieren, dass seine spezialisierten Flüssigkeiten eine Schlüsselrolle für die nächste EV-Generation spielen können. Zeitgleich mit der Vorstellung wurde bekannt gegeben, dass Shell sein gesamtes E-Mobilitätsangebot (Laden, Flüssigkeiten, Batterielösungen) unter der Marke Shell Recharge konsolidiert und den Markennamen Shell EV-Plus einstellt.

 

Ladetarife im Praxischeck: EnBW, Shell und Electroverse.

Neben der Hardware spielt die Software und Preisgestaltung an öffentlichen Ladesäulen eine entscheidende Rolle für die Akzeptanz der Elektromobilität. Ein aktueller Vergleich zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern.

1. Die Anbieter im Überblick.
  • Shell Recharge: Bietet Zugang zu einem sehr großen Ladenetz. An eigenen Shell-Säulen ist der Tarif oft am günstigsten (ca. 64 Cent/kWh), während Fremdanbieter teurer sein können.
  • EnBW mobility+: Verfügt über ein exzellentes und zuverlässiges eigenes Schnellladenetz. Ohne Grundgebühr ist EnBW jedoch oft teurer als die Konkurrenz (Preise teils über 80 Cent/kWh an Fremdsäulen).
  • Electroverse (Octopus Energy): Dieser Anbieter hat kein eigenes Netz, kooperiert aber mit fast allen großen Betreibern. Überraschenderweise bietet Electroverse oft die besten Preise ohne monatliche Grundgebühr an.
2. Kostenvergleich an verschiedenen Ladesäulen.

In Stichproben ergaben sich folgende Preisstrukturen für Gelegenheitslader (ohne monatliche Grundgebühr):

Ladesäulentyp
Günstigster Anbieter
Teuerster Anbieter

AC 22 kW

Electroverse (~57-62 Cent)

EnBW (~79-84 Cent)

DC 50 kW

Electroverse (~63 Cent)

EnBW (~84 Cent)

HPC (z.B. Shell)

Shell Recharge (~64 Cent)

Electroverse (~80 Cent)

HPC (z.B. EnBW)

EnBW (~59 Cent)

Electroverse (~87 Cent)

Ionity (350 kW)

Electroverse (~65 Cent)

Shell Recharge (~79 Cent)

3. Fazit für Nutzer.

Für Vielfahrer können sich Abomodelle von Shell (ca. 4,99 €/Monat) oder EnBW (ca. 5,99 €/Monat) lohnen, da diese die Preise an den jeweils eigenen Säulen um etwa 10 Cent pro kWh senken. Für Gelegenheitsnutzer, die keine Grundgebühr zahlen möchten, empfiehlt es sich, alle drei Apps auf dem Smartphone zu haben, um flexibel den jeweils günstigsten Preis für eine spezifische Säule zu finden. Electroverse sticht hierbei oft als Preis-Leistungs-Sieger an Fremdsäulen hervor.

Die drei Säulen der Triple 10 Challenge.

Die Triple 10 Challenge von Shell ist ein im Juni 2026 vorgestelltes Konzeptfahrzeug (Proof-of-Concept), das demonstrieren soll, wie durch eine Neugestaltung des Wärmemanagements die Effizienz gesteigert, die Ladezeiten verkürzt und die CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus gesenkt werden können. Das Projekt basiert auf drei zentralen Säulen, die jeweils durch den Wert „10“ definiert sind:

1. 10 Minuten Ladezeit (Charge Faster).

Das Hauptziel dieser Säule ist es, die Ladezeit von Elektroautos an die Dauer eines herkömmlichen Tankstopps anzugleichen.

  • Ergebnis: Das Fahrzeug lädt in nur 9 Minuten und 54 Sekunden von 10 % auf 80 %.
  • Technologische Neuerung: Dies wird durch die direkte Immersionskühlung ermöglicht. Anstatt Kühlmittel durch Rohre um die Zellen zu leiten, sind die Batteriezellen direkt in die nicht-leitende Shell Recharge Thermal Fluid (ein dielektrisches Fluid) eingetaucht.
  • Infrastruktur: Ein entscheidender Vorteil ist, dass diese Geschwindigkeit an einer standardmäßigen 175-kW-Ladesäule erreicht wird. Herkömmliche Fahrzeuge benötigen für ähnliche Zeiten oft Ultra-Schnelllader mit über 300 kW, die seltener verfügbar sind.
  • Leistung: Pro Minute Ladezeit gewinnt das Auto etwa 24 km Reichweite, was einer Steigerung von fast 90 % gegenüber dem Branchendurchschnitt von ca. 13 km/Minute entspricht.
2. 10 km/kWh Effizienz (Go Further).

Anstatt die Reichweite durch immer größere und schwerere Batterien zu erhöhen, setzt Shell auf radikale Effizienz.

  • Effizienzsteigerung: Mit einem Verbrauch von 10 km pro Kilowattstunde (entspricht 10 kWh/100 km) ist das Fahrzeug rund 30 % effizienter als viele aktuelle Elektroautos. Zum Vergleich: Ein Tesla Model 3 erreicht etwa 8 km/kWh.
  • Leichtbau und Kompaktbatterie: Das Fahrzeug wiegt nur ca. 1.170 kg. Die Batterie ist mit 31–32 kWh deutlich kleiner als bei heutigen Mittelklassewagen, bietet aber dank der Effizienz eine reale Reichweite von etwa 320 km (200 Meilen).
  • Vereinfachte Architektur: Durch das Thermalfluid konnte ein Einkreissystem entwickelt werden, das Batterie, Motor und Leistungselektronik gleichzeitig kühlt oder wärmt. Dies spart Gewicht, Bauteile (wie Pumpen und Schläuche) und Kosten.
3. 10 Tonnen CO2e Lebenszyklus-Emissionen (Drive Cleaner).

Diese Säule betrachtet den gesamten ökologischen Fußabdruck von der Herstellung über die Nutzung bis zum Recycling.

  • Reduktion: Die geschätzten Emissionen betragen ca. 10 Tonnen CO2-Äquivalent. Dies entspricht einer Reduktion von etwa 50 % gegenüber typischen heutigen Elektrofahrzeugen auf dem europäischen Markt, die oft bei 20 Tonnen oder mehr liegen.
  • Einflussfaktoren: Erreicht wird dies durch:
    • Die kleinere Batterie, deren Produktion weniger Rohstoffe erfordert und somit weniger CO2 verursacht.
    • Den Einsatz von kohlenstoffarmen und recycelbaren Materialien (z. B. Sitzgestelle aus Flachsfasern).
    • Die Annahme, dass das Fahrzeug über eine Lebensdauer von 200.000 km ausschließlich mit 100 % erneuerbarem Strom geladen wird.

Shell beabsichtigt nicht, dieses Auto in Serie zu produzieren, sondern möchte Automobilherstellern zeigen, dass durch Immersionskühlung und optimierte Systemarchitektur leichtere, günstigere und effizientere Fahrzeuge mit bestehender Infrastruktur möglich sind.


Illustration © stromzeit.ch* 

 

Dielektrische Immersionskühlung.

Die dielektrische Immersionskühlung ist die zentrale technologische Innovation des Shell Triple 10 Challenge Konzeptautos und stellt eine radikale Abkehr vom herkömmlichen Wärmemanagement in Elektrofahrzeugen dar.

Was ist dielektrische Immersionskühlung?

Im Gegensatz zu traditionellen Kühlsystemen, bei denen die Batteriezellen indirekt über Kühlplatten oder Rohrleitungen gekühlt werden, werden bei der Immersionskühlung die Zellen und Antriebskomponenten direkt in eine spezielle Flüssigkeit eingetaucht oder von ihr umspült.

  • Dielektrische Flüssigkeit: Das verwendete Medium ist eine nicht-leitende (isolierende) Flüssigkeit, das sogenannte Shell Recharge Thermal Fluid. Da es keinen Strom leitet, kann es in direkten Kontakt mit Hochspannungskomponenten kommen, ohne Kurzschlüsse oder Brände zu verursachen – ein entscheidender Sicherheitsvorteil gegenüber wasserbasierten Kühlmitteln.
  • Eigenschaften des Fluids: Die Flüssigkeit basiert auf einem hochreinen Basisöl, das aus Erdgas gewonnen wird. Trotz ihrer öligen Basis hat sie eine ähnliche Viskosität wie Wasser, was das Pumpen durch das System erleichtert.
Wie funktioniert die Technologie im Detail?

Die Funktionsweise lässt sich durch den direkten Wärmeaustausch und die Systemarchitektur beschreiben:

  • Maximale Kontaktfläche: In einem herkömmlichen System haben Kühlplatten oft nur Kontakt zu etwa 15 % der Oberfläche einer Batteriezelle. Bei der Immersionskühlung ist die Zelle vollständig vom Fluid umschlossen, wodurch die Wärme über die gesamte Oberfläche gleichmäßiger und deutlich schneller abgeführt werden kann.
  • Einkreissystem (Single-Circuit Architecture): Shell hat das System so konzipiert, dass ein einziger Kühlkreislauf die gesamte Antriebseinheit managt. Das Fluid fließt nacheinander durch:
    1. Die Batteriezellen.
    2. Den Elektromotor.
    3. Die Leistungselektronik.
  • Wärmeabfuhr: Die aufgenommene Wärme wird zu einem herkömmlichen, handelsüblichen Radiator transportiert, der die Flüssigkeit wieder abkühlt. Das System ist so effizient, dass es unter normalen Bedingungen sogar die thermische Trägheit der Flüssigkeit nutzt, um die Wärme während des Ladevorgangs zwischenzuspeichern, bevor sie während der Fahrt durch den Fahrtwind am Kühler abgegeben wird.
Warum ist diese Technologie überlegen?

Durch das effizientere Wärmemanagement werden physikalische Grenzen herkömmlicher Systeme überwunden:

  1. Keine Drosselung (Thermal Throttling): Standard-Batteriemanagementsysteme müssen die Ladeleistung oft drosseln, wenn die Zellen zu heiß werden. Die Immersionskühlung hält die Temperaturen so stabil, dass das Triple 10 Fahrzeug fast über den gesamten Ladevorgang die volle Leistung von 175 kW aufnehmen kann.
  2. Gewichts- und Komplexitätsreduktion: Da das Fluid selbst isoliert, entfallen schwere und komplexe Rohrleitungen innerhalb des Batteriepapiers. Dies reduziert das Gewicht und die Anzahl der Bauteile (weniger Pumpen und Ventile), was das System zuverlässiger und etwa 25 % kostengünstiger in der Herstellung macht.
  3. Langlebigkeit: Da die Zellen gleichmäßiger gekühlt werden und Hotspots vermieden werden, sinkt der thermische Stress, was die Lebensdauer der Batterie verlängern kann.

Die dielektrische Immersionskühlung ermöglicht, dass kleinere Batterien die Leistung wesentlich größerer Systeme erbringen, indem sie extreme Belastungen wie Ultraschnellladen in unter 10 Minuten ohne Überhitzung bewältigen.

Wie funktioniert die Immersionskühlung im Vergleich zu normalen E-Autos?

Im Vergleich zu herkömmlichen Elektroautos (EVs) stellt die Immersionskühlung, wie sie im Shell Triple 10 Challenge Konzeptfahrzeug eingesetzt wird, einen fundamentalen technologischen Paradigmenwechsel im Wärmemanagement dar. Während normale Elektroautos auf eine indirekte Kühlung setzen, nutzt das Shell-Konzept eine direkte Kühlung durch Eintauchen in eine Spezialflüssigkeit.

Die wesentlichen Unterschiede lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen:

1. Direktkontakt vs. Indirektkontakt.
  • Normale E-Autos: Sie verwenden in der Regel eine indirekte Flüssigkeitskühlung. Dabei zirkuliert ein Gemisch aus Wasser und Glykol durch ein Netzwerk von Rohren, Platten oder Kanälen, die an den Batteriezellen vorbeigeführt werden. Die Wärme muss erst mehrere Schichten (Zellwand, Schnittstellen, Rohrwand) durchdringen, bevor sie vom Kühlmittel aufgenommen werden kann. Oft haben diese Kühlplatten nur Kontakt zu etwa 15 % der Oberfläche jeder Zelle.
  • Immersionskühlung: Die Batteriezellen sind vollständig in die Kühlflüssigkeit eingetaucht („immersion“). Dadurch kommt das Kühlmittel in direkten Kontakt mit fast der gesamten Oberfläche der Zellen. Dies verkürzt den thermischen Pfad massiv und ermöglicht eine wesentlich schnellere und gleichmäßigere Wärmeabfuhr.
2. Das Kühlmedium: Dielektrisch vs. Leitfähig.
  • Normale E-Autos: Das übliche Wasser-Glykol-Gemisch ist elektrisch leitfähig. Es darf niemals direkt mit den unter Hochspannung stehenden Batterieteilen in Berührung kommen, da dies zu Kurzschlüssen, Schäden oder Bränden führen würde.
  • Immersionskühlung: Shell verwendet das Shell Recharge Thermal Fluid, eine sogenannte dielektrische Flüssigkeit. Diese ist elektrisch isolierend und nicht-leitend, wodurch sie sicher direkt mit den spannungsführenden Komponenten in Kontakt kommen kann. Trotz der öligen Basis (gewonnen aus Erdgas) ist sie so dünnflüssig wie Wasser und kann mit herkömmlichen Pumpen bewegt werden.
3. Ladegeschwindigkeit und „Thermal Throttling“.
  • Normale E-Autos: Beim Schnellladen entsteht enorme Hitze. Da die indirekte Kühlung die Wärme oft nicht schnell genug abführen kann, entstehen lokale Hotspots. Das Batteriemanagementsystem muss dann die Ladeleistung drosseln („throttling“), um die Zellen zu schützen.
  • Immersionskühlung: Da die Wärme über die gesamte Zelloberfläche abgeführt wird, bleibt die Temperatur extrem stabil. Das Triple 10 Fahrzeug kann dadurch nahezu während des gesamten Ladevorgangs die volle Leistung von 175 kW aufnehmen. So lädt es von 10 % auf 80 % in nur 9 Minuten und 54 Sekunden an einer Standard-Säule, wofür andere E-Autos oft deutlich teurere 300-kW-Ultra-Schnelllader benötigen.
4. Systemarchitektur und Komplexität.
  • Normale E-Autos: Sie verfügen häufig über mehrere, getrennte Kühlkreisläufe für die Batterie, den Motor und die Leistungselektronik, was viele Pumpen, Schläuche und Ventile erfordert.
  • Immersionskühlung: Die hohe Effizienz des dielektrischen Fluids ermöglicht eine Ein-Kreis-Architektur (Single-Circuit). Dieselbe Flüssigkeit kühlt nacheinander die Batterie, den Motor und die Elektronik und gibt die Wärme über einen einzigen, herkömmlichen Radiator ab.
Zusammenfassende Vorteile der Immersionskühlung.
  • Gewichtsreduktion: Durch den Wegfall komplexer Rohrleitungen und separater Kühlsysteme wird das Fahrzeug leichter.
  • Kosteneinsparung: Shell schätzt, dass das vereinfachte Design die Kosten für das Batteriepaket um etwa 25 % reduzieren kann.
  • Höhere Effizienz: Das Fahrzeug erreicht eine Wirtschaftlichkeit von 10 km/kWh, was rund 30 % besser ist als bei vielen aktuellen Modellen wie dem Tesla Model 3 (ca. 8 km/kWh).

 

Warum nutzt Shell herkömmliche 175-kW-Lader statt Ultra-Schnelllader?

Dass Shell für das Triple 10 Challenge Konzeptauto herkömmliche 175-kW-Lader anstelle von Ultra-Schnellladern (>300 kW) nutzt, ist eine bewusste strategische und technologische Entscheidung. Die Gründe hierfür liegen in der Verfügbarkeit der Infrastruktur, der Effizienz des Fahrzeugs und den Vorteilen der neuen Kühltechnologie:

  • Verfügbarkeit der Infrastruktur: Während einige aktuelle E-Autos ebenfalls unter 10 Minuten laden können, benötigen diese dafür extrem leistungsstarke Ultra-Schnelllader mit über 300 kW, die im öffentlichen Ladenetz noch selten und teuer zu installieren sind. 175-kW-Säulen hingegen sind bereits weit verbreitet und machen den Großteil des bestehenden Schnellladenetzes aus.
  • Hohe Fahrzeugeffizienz: Da das Triple 10 Konzeptauto mit 10 km/kWh etwa 30 % effizienter ist als herkömmliche E-Autos, muss es für die gleiche Reichweite deutlich weniger Energie aufnehmen. Dadurch reicht eine geringere Ladeleistung aus, um in kurzer Zeit eine praxisgerechte Reichweite nachzuladen.
  • Vermeidung von „Thermal Throttling“: Bei normalen E-Autos drosselt das System oft die Ladeleistung, wenn die Batterie zu heiß wird. Dank der dielektrischen Immersionskühlung kann das Shell-Fahrzeug die Wärme so effektiv abführen, dass es nahezu über den gesamten Ladevorgang (von 10 % bis 80 %) die volle Leistung von 175 kW halten kann.
  • Höherer Reichweitengewinn pro Minute: Auf derselben 175-kW-Hardware gewinnt das Shell-Auto pro Minute etwa 24 bis 25 km Reichweite, während ein durchschnittliches E-Auto nur etwa 13 km schafft. Das entspricht einem Plus von fast 90 % bei identischer Ladeinfrastruktur.
  • Beweis der Skalierbarkeit: Shell möchte der Industrie zeigen, dass man das Problem der Ladezeiten durch „smarte“ Technologie (besseres Wärmemanagement) statt durch immer größere Batterien oder teurere Ladestationen lösen kann. Das Konzept nutzt Technologien, die bereits heute existieren und direkt für den Massenmarkt skaliert werden könnten.

 

Fahrzeugspezifikationen und Design: welche Materialien machen das Auto besonders nachhaltig?

Das Shell Triple 10 Challenge Konzeptauto wurde als hocheffizienter Technologieträger entworfen, um zu zeigen, dass durch intelligentes Wärmemanagement kleinere Batterien die Leistung wesentlich größerer Systeme erbringen können. Hier sind die Details zu den Spezifikationen, dem Design und der Materialwahl:

Fahrzeugspezifikationen und Design.

Das Fahrzeug ist als kompakter Fünftürer im B-Segment (Hatchback) konzipiert und bricht mit dem Trend zu immer größeren und schwereren Elektroautos.

  • Antrieb und Leistung: Das Fahrzeug wird von einem 136 PS (100 kW) starken Elektromotor angetrieben, der die Vorderräder speist. Durch die effiziente Kühlung konnten die Motoren deutlich verkleinert werden, während eine hohe Leistungsdichte beibehalten wurde.
  • Gewicht: Ein zentrales Merkmal ist das geringe Gewicht von etwa 1.170 kg (einige Quellen nennen ein Zielgewicht von 1.000 kg). Dies macht es rund 25 % leichter als vergleichbare Fahrzeuge wie den Renault 5.
  • Batterie: Das Herzstück ist eine kompakte 31–32 kWh Batterie, die lediglich 210 kg wiegt. Trotz der geringen Kapazität erreicht das Auto eine reale Reichweite von etwa 320 km (200 Meilen).
  • Aerodynamik: Das Design ist konsequent auf Windschlüpfigkeit getrimmt, mit einem Luftwiderstandsbeiwert (Cd-Wert) von 0,267. Details wie bündige Türgriffe, verkleidete Räder und digitale Spiegel (Kameras statt Außenspiegel) unterstützen die Effizienz.
  • Innenraum: Trotz der kompakten Außenmaße bietet das Fahrzeug im Inneren überraschend viel Platz für eine Familie. Da die Batterie klein genug ist, um unter den Rücksitzen und dem Kofferraum Platz zu finden, konnten die Fußräume besonders tief gestaltet werden. Das Cockpit ist minimalistisch und funktional gehalten, mit einem digitalen Instrumentencluster, einem zentralen Bildschirm und einem drehbaren Gangwahlschalter.
Nachhaltige Materialien und Kreislaufwirtschaft.

Das Ziel der „Triple 10 Challenge“, die CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus auf 10 Tonnen zu begrenzen (etwa die Hälfte eines typischen europäischen E-Autos), wird maßgeblich durch die Materialwahl und die Konstruktion erreicht.

  • Flachsfasern: Ein besonderes Highlight der Innenausstattung sind die Rahmen der vier Leichtbau-Schalensitze, die aus einem Verbundwerkstoff mit Flachsfasern bestehen. Flachs ist ein nachwachsender Rohstoff und dient als leichte, nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen oder Metallen.
  • Recycelte Komponenten: Shell betont den Einsatz von recycelten Bauteilen im gesamten Fahrzeug, um den ökologischen Fußabdruck der Produktion zu minimieren.
  • Leichtbaumaterialien: Das Konzeptfahrzeug nutzt Kohlefaser für die Karosserie und die Räder. Während dies für ein Massenmarktmodell möglicherweise durch Aluminium ersetzt würde, dient es hier der maximalen Gewichtsreduktion.
  • Ressourcenschonung durch „Downsizing“: Die größte Nachhaltigkeitskomponente ist die kleine Batterie. Da die Batterieproduktion der CO2-intensivste Teil der Herstellung ist, reduziert die Halbierung der Batteriegröße im Vergleich zu Standard-E-Autos die Herstellungsemissionen massiv.
  • Vollständige Recyclingfähigkeit: Das Fahrzeug wurde unter Berücksichtigung von kohlenstoffarmen und recycelbaren Materialien entwickelt, um am Ende seiner Lebensdauer einfacher in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden zu können.

Abgerundet wird die Nachhaltigkeitsbilanz durch die Vorgabe, das Fahrzeug über eine Lebensdauer von 200.000 km ausschließlich mit 100 % erneuerbarem Strom zu laden.

Technische Daten.

Basierend auf den vorliegenden Quellen sind hier die wichtigsten technischen Daten und Leistungsmerkmale des Shell Triple 10 Challenge Konzeptfahrzeugs in tabellarischer Form zusammengefasst:

Technische Daten: Shell Triple 10 Challenge.

Merkmal
Spezifikation / Wert

Fahrzeugsegment

B-Segment (Kompaktwagen / Hatchback)

Leergewicht

ca. 1.170 kg (Vergleichbar mit VW Polo)

Antriebsleistung

136 PS (100 kW), Frontantrieb

Batteriekapazität

ca. 31 – 32 kWh (netto)

Batteriegewicht

ca. 210 kg

Reichweite

ca. 320 km (200 Meilen)

Energieeffizienz

10 km/kWh (entspricht 10 kWh/100 km)

Ladezeit (10–80 %)

9 Minuten und 54 Sekunden

Erforderliche Ladeleistung

175 kW (Standard-DC-Schnelllader)

Reichweitengewinn beim Laden

24 – 25 km pro Minute

Luftwiderstandsbeiwert (-Wert)

0,267

CO2-Fußabdruck (Lebenszyklus)

10 Tonnen CO2e

Kühltechnologie

Dielektrische Immersionskühlung (Ein-Kreis-System)

Kühlmedium

Shell Recharge Thermal Fluid

Zusätzliche Details zur Konstruktion und Nachhaltigkeit.

Neben den rein numerischen Daten zeichnet sich das Fahrzeug durch innovative Ansätze in der Materialwahl und Systemarchitektur aus:

  • Thermische Architektur: Das Fahrzeug nutzt eine Single-Circuit-Architektur, bei der ein einziger Kühlkreislauf gleichzeitig die Batterie, den Motor und die Leistungselektronik verwaltet.
  • Kosteneffizienz: Durch den Verzicht auf komplexe Rohrleitungen und die Reduzierung der Bauteile schätzt Shell, dass die Kosten für das Batteriepaket um etwa 25 % gesenkt werden können.
  • Nachhaltige Materialien: Für die Sitzstrukturen werden Flachsfasern verwendet; zudem kommen recycelte Komponenten und Leichtbaumaterialien wie Kohlefaser (für Karosserie und Räder des Prototyps) zum Einsatz.
  • Platzangebot: Trotz der kompakten Maße bietet der Innenraum viel Platz, da die kleine Batterie unter den Rücksitzen und dem Kofferraum platziert ist, was tiefere Fußräume ermöglicht.
  • Digitale Ausstattung: Das Fahrzeug verfügt über digitale Spiegel (Kameras statt Außenspiegel) und ein minimalistisches Cockpit mit zwei Bildschirmen.

Wie viel günstiger ist die Batterieproduktion durch dieses System?

Durch die technologischen Innovationen im Rahmen der Triple 10 Challenge schätzt Shell, dass die Kosten für das Batteriepaket um etwa 25 % im Vergleich zu einem herkömmlichen Elektroauto reduziert werden können.

Dieser Kostenvorteil in der Produktion ergibt sich aus mehreren Faktoren:
  • Vereinfachte Architektur: Das System ersetzt komplexe und schwere Rohrleitungen herkömmlicher Wasser-Glykol-Kühlsysteme durch eine Single-Circuit-Architektur (Einkreissystem). Da die Batteriezellen direkt in die dielektrische Flüssigkeit eingetaucht werden, entfallen aufwendige Kühlplatten und die dazugehörige Verrohrung innerhalb des Batteriegehäuses.
  • Reduzierung der Bauteile: Durch das vereinfachte Gehäusedesign und den Einsatz eines gemeinsamen Kühlkreislaufs für Batterie, Motor und Leistungselektronik werden weniger Komponenten wie separate Pumpen, Schläuche und Wärmetauscher benötigt.
  • Kompakteres Design: Das Batteriepaket ist effizienter gestaltet und nutzt weniger Module.
  • Effekt des „Downsizing“: Da das Fahrzeug durch das Wärmemanagement und den Leichtbau extrem effizient ist (10 km/kWh), kann eine deutlich kleinere Batterie (ca. 32 kWh) verbaut werden, ohne die Alltagstauglichkeit zu verlieren. Da die Batterie die teuerste Komponente eines E-Autos ist, führt diese Verkleinerung direkt zu erheblich niedrigeren Herstellungskosten.

Shell betont, dass diese Kosteneinsparungen durch Technologien erreicht werden, die bereits heute existieren und für den Massenmarkt skalierbar sind.

 

Welche Vorteile bietet das System für Ladezeit und Nachhaltigkeit?

Das Shell „Triple 10 Challenge“ System bietet signifikante Vorteile bei der Ladegeschwindigkeit und der ökologischen Nachhaltigkeit, indem es herkömmliche Konstruktionsansätze für Elektrofahrzeuge durch intelligentes Wärmemanagement ersetzt.

Vorteile für die Ladezeit.

Das System ermöglicht es, ein Elektrofahrzeug in einer Zeit aufzuladen, die einem herkömmlichen Tankstopp nahekommt, ohne dabei auf seltene Infrastruktur angewiesen zu sein.

  • Ultraschnelles Laden an Standard-Hardware: Das Konzeptfahrzeug lädt von 10 % auf 80 % in genau 9 Minuten und 54 Sekunden. Während andere EVs für ähnliche Zeiten Ultra-Schnelllader mit über 300 kW benötigen, erreicht das Shell-System dies an einem marktüblichen 175-kW-Lader.
  • Hoher Reichweitengewinn: Pro Lademinute gewinnt das Fahrzeug etwa 24 bis 25 km Reichweite hinzu. Dies entspricht einer Steigerung von fast 90 % gegenüber dem Branchendurchschnitt von ca. 13 km/Min an derselben Ladesäule.
  • Vermeidung von Leistungsdrosselung: Durch die dielektrische Immersionskühlung, bei der die Batteriezellen direkt in das Shell Recharge Thermal Fluid eingetaucht sind, wird Wärme effizienter und gleichmäßiger abgeführt. Dies verhindert das sogenannte „Thermal Throttling“ (Hitzedrosselung), wodurch die Batterie über einen längeren Zeitraum mit maximaler Leistung laden kann.
Vorteile für die Nachhaltigkeit.

Die Nachhaltigkeitsstrategie des Systems basiert auf dem Prinzip, Fahrzeuge „smarter statt größer“ zu machen, um den Ressourcenverbrauch drastisch zu senken.

  • Halbierung des CO2-Fußabdrucks: Das Ziel sind 10 Tonnen CO2e über den gesamten Lebenszyklus. Dies entspricht einer Reduktion von etwa 50 % im Vergleich zu typischen heutigen Elektroautos auf dem europäischen Markt, deren Emissionen oft zwischen 18 und 25 Tonnen liegen.
  • Ressourcenschonung durch „Downsizing“: Da das Fahrzeug extrem effizient ist (10 km/kWh), benötigt es für eine praxistaugliche Reichweite von ca. 320 km nur eine kleine 32-kWh-Batterie. Eine kleinere Batterie reduziert die CO2-intensivste Phase der Produktion: die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen.
  • Nachhaltige Materialien: Das Design nutzt recycelte und kohlenstoffarme Materialien. Ein Beispiel sind die Sitzrahmen, die aus einem Verbundstoff mit nachwachsenden Flachsfasern bestehen.
  • Ganzheitliches Ökosystem: Die Berechnung der 10-Tonnen-Bilanz setzt voraus, dass das Fahrzeug über eine Laufleistung von 200.000 km ausschließlich mit 100 % erneuerbarem Strom geladen wird.
  • Gewichtsreduktion: Die vereinfachte Ein-Kreis-Kühlarchitektur benötigt weniger Bauteile wie Pumpen und Schläuche, was das Fahrzeug leichter macht und somit den Energieverbrauch während der Fahrt weiter senkt.

Welche Lade-App ist für Gelegenheitslader am besten und am günstigsten?

Für Gelegenheitslader, die keine monatliche Grundgebühr zahlen möchten, ist laut den Quellen aktuell die App Electroverse (von Octopus Energy) die beste und oft günstigste Wahl.

Hier ist eine detaillierte Analyse der besten Optionen für diesen Nutzertyp:

1. Der Preis-Leistungs-Sieger: Electroverse.

In einem Praxisvergleich verschiedener Ladesäulen (von 22 kW AC bis 400 kW DC) stellte sich heraus, dass Electroverse am häufigsten den günstigsten Preis ohne Grundgebühr bietet.

  • Vorteile: Die App hat kein eigenes Ladenetz, verhandelt aber sehr gute Preise mit Partnern aus. Die Preise lagen im Test oft deutlich unter 70 Cent, teilweise sogar unter 60 Cent pro kWh.
  • Besonderheit: Es gibt ein Empfehlungssystem, bei dem Neukunden ein Startguthaben von 5 € erhalten können.
2. Die Platzhirsche: EnBW mobility+ und Shell Recharge.

Diese Anbieter sind vor allem dann attraktiv, wenn man an deren eigenen Ladesäulen lädt.

  • EnBW: Das Laden an EnBW-eigenen Säulen ist mit der hauseigenen App günstig (ca. 59 Cent im Test), aber an Fremdsäulen ohne Grundgebühr oft sehr teuer (über 80 Cent).
  • Shell Recharge: Ähnlich wie bei EnBW ist der Preis an Shell-Säulen mit der eigenen App am besten (ca. 64 Cent), während Fremdsäulen im Mittelfeld liegen.
  • Abomodelle: Beide bieten Pakete mit monatlicher Gebühr an (Shell ca. 4,99 €; EnBW ca. 5,99 €), die den Preis an eigenen Säulen um etwa 10 Cent pro kWh senken. Für Gelegenheitslader, die nur etwa einmal im Monat öffentlich laden, lohnen sich diese Grundgebühren jedoch nicht.
3. Alternative: Tesla Supercharger.

Für Fahrer von Fremdfabrikaten können auch die Tesla Supercharger eine preislich sehr attraktive Alternative sein. Tesla ist an seinen Standorten oft sogar günstiger als Electroverse.

Empfohlene Strategie für Gelegenheitslader.

Da die Preise je nach Standort und Betreiber massiv schwanken können, empfiehlt es sich, alle drei Apps (Electroverse, EnBW, Shell Recharge) sowie die Tesla-App auf dem Smartphone zu haben.

  • Man sollte vor dem Laden kurz in der App prüfen, welcher Anbieter an der spezifischen Säule gerade den besten Preis aufruft.
  • Apps wie Chargeprice können beim Preisvergleich helfen, auch wenn die Daten dort nicht immer zu 100 % aktuell sind.
  • Es ist ratsam, sich die physischen Ladekarten (NFC) der Anbieter kostenlos zu bestellen, da diese den Start des Ladevorgangs oft komfortabler machen als die App.

 

Was kostet das Shell Recharge Thermal Fluid?

In den vorliegenden Quellen wird kein spezifischer Preis für das Shell Recharge Thermal Fluid genannt. Einer der Berichte merkt explizit an, dass an der gesamten Geschichte des „Triple 10 Challenge“ Konzeptautos bisher „kein Preis dran hängt“.

Es finden sich jedoch Informationen zur allgemeinen preislichen Einordnung und den wirtschaftlichen Auswirkungen des Einsatzes dieses Fluids:

  • Senkung der Batteriekosten: Shell gibt an, dass der Einsatz des Fluids und die damit verbundene vereinfachte Architektur (Wegfall komplexer Rohrleitungen) die Kosten für das gesamte Batteriepaket im Vergleich zu herkömmlichen Elektroautos um etwa 25 % reduzieren kann.
  • Allgemeine Kosten von dielektrischen Flüssigkeiten: In den Quellen wird angemerkt, dass wasserlose, dielektrische Kühlmittel im Vergleich zu herkömmlichen Wasser-Glykol-Gemischen teuer sind. Diese höheren Kosten haben bisher eine breite Anwendung in Serienfahrzeugen verhindert.
  • Geschäftsmodell: Shell beabsichtigt nicht, das Auto selbst zu verkaufen, sondern möchte die Technologie und das Fluid an Automobilhersteller (OEMs) vertreiben. Ein Endkundenpreis für das Fluid als separates Produkt wird daher nicht aufgeführt.

Das Fluid soll zwar dazu beitragen, Elektroautos durch Systemvereinfachungen insgesamt günstiger zu machen, ein konkreter Literpreis für das Shell Recharge Thermal Fluid jedoch nicht veröffentlicht wurde.

 

Können andere Autos das Kühlsystem nachrüsten?

Basierend auf den Quellen gibt es derzeit keine Informationen über einen Nachrüstsatz für bestehende Elektroautos. Das Shell Triple 10 Challenge System ist als Technologiedemonstrator (Proof-of-Concept) konzipiert, um Automobilherstellern (OEMs) zu zeigen, wie die nächste Generation von Fahrzeugen effizienter gestaltet werden kann.

Obwohl eine direkte Nachrüstung für Endverbraucher nicht beschrieben wird, bietet das System interessante Aspekte zur Kompatibilität und zukünftigen Anwendung:

  • Fokus auf zukünftige Fahrzeuggenerationen: Shell beabsichtigt nicht, selbst Autos zu bauen, sondern möchte die Kühltechnologie und das Thermalfluid an Automobilhersteller lizenzieren und verkaufen. Ziel ist es, dass Hersteller diese Technologie in das Design künftiger Serienmodelle integrieren.
  • Notwendigkeit einer neuen Batteriearchitektur: Ein einfaches Austauschen der Kühlflüssigkeit in einem normalen E-Auto ist nicht möglich. Herkömmliche Batterien sind für die indirekte Kühlung mit Wasser-Glykol über Rohre und Platten ausgelegt. Die Immersionskühlung erfordert jedoch, dass die Zellen direkt in der Flüssigkeit „baden“, was ein völlig neues Design des Batteriegehäuses (ohne interne Verrohrung) voraussetzt.
  • Hardware-Kompatibilität (Backwards Compatibility): Ein wichtiger Vorteil für Hersteller ist, dass das System mit handelsüblichen, standardmäßigen Komponenten wie Radiatoren und Pumpen funktioniert. Shell konnte nachweisen, dass die spezialisierte Flüssigkeit die Wärme effektiv über einen normalen Autokühler abgibt. Das bedeutet, dass Hersteller für diese Teile auf bestehende Lieferketten zurückgreifen können.
  • Vereinfachung statt Komplexität: Während aktuelle E-Autos oft mehrere getrennte Kühlkreisläufe für Batterie, Motor und Elektronik haben, nutzt das Shell-System einen einzigen, gemeinsamen Kreislauf. Diese Vereinfachung ist ein integraler Bestandteil des Fahrzeugdesigns und lässt sich kaum nachträglich in eine bestehende, komplexe Fahrzeugarchitektur implementieren.

Das System ist als Blaupause für das Design neuer Autos gedacht und nicht als Upgrade-Option für bereits auf der Straße befindliche Fahrzeuge.

 

Welche Rolle spielten Partner wie RML und Empel?

Shell arbeitete bei der Entwicklung des Triple 10 Challenge Konzeptautos mit führenden britischen Automobilpionieren zusammen, um die Leistung des Fahrzeugs zu maximieren und die innovative Immersionskühlung unter realen Bedingungen zu validieren.

Die Rollen der wichtigsten Partner und der Prozess der Validierung stellten sich wie folgt dar:

Die Rolle der Partner im Detail:
  • RML Group (Batterie-Architektur): RML war federführend bei der Entwicklung der Batteriepaket-Architektur und der Hochleistungsintegration. Ein entscheidender Beitrag war der Entwurf eines rohrlosen (pipe-less) Designs: Durch den Einsatz des dielektrischen Shell-Fluids konnte RML die schweren und komplexen Rohrleitungen eliminieren, die bei herkömmlichen Wasser-Glykol-Systemen zwingend erforderlich sind. Dies führte dazu, dass das Batteriepaket geschrumpft werden konnte, was massiv zur Reduzierung der Fahrzeugmasse beitrug.
  • Empel Systems (Antriebseinheit): Empel entwickelte den fortschrittlichen Elektromotor und die Antriebseinheiten sowie die zugehörige Leistungselektronik. Da das System die hocheffiziente Immersionskühlung in einem einzigen Kreislauf nutzt, konnte Empel die Motoren signifikant verkleinern (Downsizing), während gleichzeitig eine außergewöhnlich hohe Leistungsdichte beibehalten wurde. Diese kompakte Bauweise war eine Grundvoraussetzung, um das Effizienzziel von 10 km/kWh zu erreichen.
  • Gordon Murray Group: Diese Experten waren für die ersten Entwürfe der Fahrzeugform und des Rahmens verantwortlich.
Validierung und Tests durch HORIBA MIRA.

Die Validierung des gesamten Systems wurde von HORIBA MIRA auf deren Testgelände in Nuneaton, England, durchgeführt.

  • Integration und Testung: HORIBA MIRA war für die gesamte Fahrzeugintegration zuständig und führte umfangreiche Fahrtests und Validierungen durch.
  • VTEOS-Prüfstand: Zur Validierung wurde das hochmoderne VTEOS-System (Vehicle Thermal and Electrical Optimisation System) eingesetzt. Hierbei wurde die Wirksamkeit der Einzelflüssigkeits-Architektur unter Beweis gestellt.
  • Extremszenarien: Das System wurde simulierten extremen globalen Wetterbedingungen ausgesetzt, um sicherzustellen, dass die Kühlung auch unter härtesten Belastungen (wie extremem Schnellladen) stabil bleibt.
  • Nachweis der Skalierbarkeit: Ein zentrales Ergebnis der Validierung war, dass die spezialisierte Shell-Flüssigkeit die gesamte Wärme effektiv über einen standardmäßigen, handelsüblichen Radiator abgeben kann. Dies bewies, dass die Technologie "rückwärtskompatibel" zu bestehender Hardware ist und somit für Automobilhersteller leicht skalierbar wäre.
Weitere beteiligte Spezialisten.

Zusätzlich zu den Kernpartnern waren weitere spezialisierte Unternehmen an der Realisierung beteiligt, darunter Pentaxia, Carbon ThreeSixty, Engys, Chasestead und SHD Composites.

 

Strategische Bedeutung für Shell.

Die strategische Bedeutung des Triple 10 Challenge Projekts für Shell liegt nicht in der Produktion von Fahrzeugen, sondern in der Neupositionierung des Unternehmens als führender Systemlieferant und Technologiepartner in der Ära der Elektromobilität.

Hier sind die zentralen strategischen Aspekte im Detail:

1. Verkauf von „Spitzhacken und Schaufeln“ (Picks and Shovels).

Shell verfolgt das Ziel, die grundlegende Infrastruktur und die Betriebsmittel für die Fahrzeuge anderer Hersteller bereitzustellen.

  • Keine Autohersteller-Ambitionen: Shell hat klargestellt, dass es kein Interesse daran hat, selbst zum Automobilhersteller zu werden oder das Konzeptauto in Serie zu produzieren.
  • Technologielieferant: Das Fahrzeug dient als „rollendes Labor“. Die Strategie besteht darin, das Shell Recharge Thermal Fluid sowie das Know-how zur Immersionskühlung an Automobilhersteller (OEMs) und Batterieproduzenten zu lizenzieren und zu verkaufen.
2. Sicherung von Kohlenwasserstoff-Umsätzen in der E-Ära.

Ein entscheidender strategischer Faktor ist die Verwertung eigener Rohstoffe in einem schrumpfenden Markt für fossile Brennstoffe.

  • Erdgas-Basis: Das dielektrische Kühlmittel wird aus einem hochreinen Basisöl gewonnen, das zu 99,5 % aus Erdgas besteht.
  • Zukunftssicherung: Durch den Vertrieb dieser Spezialflüssigkeiten schafft Shell eine neue, auf Kohlenwasserstoffen basierende Einnahmequelle, die auch dann Bestand hat, wenn klassische Verbrennungsmotoren an Bedeutung verlieren.
3. Markenkonsolidierung unter „Shell Recharge“.

Parallel zur Vorstellung des Triple 10 Projekts hat Shell eine umfassende Umstrukturierung seines E-Mobilitätsportfolios vorgenommen.

  • End-to-End-Angebot: Alle Aktivitäten – von der Ladeinfrastruktur über Kühlflüssigkeiten bis hin zu Batterielösungen – werden unter der globalen Marke Shell Recharge gebündelt.
  • Einstellung von Shell EV-Plus: Die bisherige Marke Shell EV-Plus wurde im Zuge dieser Neuausrichtung eingestellt, um ein stärkeres, geschlossenes Angebot für B2B- und B2C-Kunden zu schaffen.
4. Beeinflussung der Industrie-Philosophie.

Shell möchte den Diskurs in der Automobilindustrie weg von immer größeren Batterien hin zu intelligenterem Wärmemanagement lenken.

  • Effizienz statt Größe: Mit dem Nachweis, dass eine 32-kWh-Batterie durch Immersionskühlung die Leistung wesentlich größerer Akkus erbringen kann, positioniert sich Shell als Vordenker für ressourcenschonende und kosteneffiziente EV-Designs.
  • Lösung von Infrastrukturproblemen: Indem das Auto zeigt, dass 10-Minuten-Laden an bestehender 175-kW-Infrastruktur möglich ist, entlastet Shell den Druck, massiv in extrem teure Ultra-Schnellladenetze investieren zu müssen, und wertet gleichzeitig das eigene bestehende Ladenetz auf.
5. Positionierung in der globalen Lieferkette.

Durch die Validierung der Technologie mit Partnern wie RML und HORIBA MIRA demonstriert Shell, dass seine Fluidsysteme ein „bedeutender Teil der Lieferkette für Elektromobilität“ sind. Shell strebt danach, die thermische Steuerung nicht länger als unbedeutende Nebenkomponente, sondern als zentrale Designvariable für zukünftige Fahrzeuggenerationen zu etablieren.


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Quellenverzeichnis (Juli 2026).

https://www.shell.com/business-customers/industrial-lubricants-and-specialty-fluids-for-business/thermal-management-for-evs.html

Shell unveils a concept EV designed to charge in under 10 minutes
https://www.youtube.com/watch?v=CEK4aafttYQ

Shell Unveils EV That Can Recharge in Under 10 Minutes
https://www.youtube.com/watch?v=MY5rLVtgEDQ

Shell Unveils EV That Charges in Under 10 Minutes Using New Battery Cooling Technolog
https://www.youtube.com/watch?v=CJXotDlbiEg

Shell Just Shocked the EV World with This New Concept
https://www.youtube.com/watch?v=ZX84bT3HMRg

One of the Worlds Largest Oil Companies Just Built The Best EV on Earth
https://www.youtube.com/watch?v=mAiHX3HG50E

Tech Weekly: Tesla's FSD tech up for debate, Shell unveils concept car
https://www.youtube.com/watch?v=pmKTf0f9xzs

Shell baut ein E-Auto – und zeigt den Automobilherstellern, was sie falsch machen - YouTube
https://www.youtube.com/watch?v=nvn8gnyoUeI

E-Auto Ladetarife im Praxischeck: EnBW vs. Shell vs. Electroverse – Wo lädt man am günstigsten?
https://www.youtube.com/watch?v=_-mqYDV0Vyw

Shell Unveils EV That Can Recharge in Under 10 Minutes
https://www.youtube.com/watch?v=MY5rLVtgEDQ&t=19s

Shell präsentierte mit dem Triple 10 Challenge ein bahnbrechendes Konzeptfahrzeug, das die Effizienz zukünftiger Elektromobilität durch radikal neues Wärmemanagement steigern soll. Das Herzstück des Prototyps bildet eine dielektrische Kühlflüssigkeit, welche die Batterie und den Antriebsstrang direkt umschließt und so herkömmliche, schwere Kühlsysteme ersetzt. Durch diese Immersionskühlung erreicht der Wagen drei Kernziele: eine Ladezeit von unter zehn Minuten, eine Reichweite von zehn Kilometern pro Kilowattstunde und eine CO2-Bilanz von nur zehn Tonnen über den gesamten Lebenszyklus. Mit diesem Projekt fungiert Shell weniger als Automobilhersteller, sondern vielmehr als Technologielieferant für skalierbare Lösungen unter der Marke Shell Recharge. Die beteiligten Partnerunternehmen bestätigen, dass durch die Vereinfachung der Systemarchitektur sowohl das Fahrzeuggewicht als auch die Produktionskosten der Batterien deutlich sinken. Letztlich demonstriert das Konzept, dass überlegene Fahrleistungen nicht durch größere Akkus, sondern durch intelligente thermische Kontrolle erzielt werden können.


Illustration © stromzeit.ch* NotebookLM:

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