Besuch der alpinen PV-Grossanlage Madrisa Solar in Klosters im Gebiet «Züg», 2000 M.ü.M., 11 MWp, 17 GWh.
28.08.2026
Madrisa Solar in Klosters.
Das Projekt Madrisa Solar im Gebiet Züg oberhalb von Klosters auf rund 2000 m ü. M. ist ein wegweisendes Pionierprojekt der Schweizer Energiewende. Als erstes alpines Solarkraftwerk im Rahmen der nationalen „Solarexpress“-Offensive hat es bereits im September 2025 mit einer Teilinbetriebnahme begonnen, Strom ins Netz einzuspeisen.
Projektübersicht:
- Beitrag zur Winterstromversorgung: Hochalpine Solaranlagen leisten einen Beitrag für die Schliessung der winterlichen Versorgungslücke in der Schweiz. Aufgrund ihrer Lage über der Nebelgrenze profitieren sie im Winter von überdurchschnittlicher Sonneneinstrahlung.
- Technologische Effizienz: Die Anlage nutzt beidseitig aktive (bifaziale) Module, die neben dem direkten Sonnenlicht auch die Reflexion durch die Schneedecke (Albedo-Effekt) in Strom umwandeln. Zusammen mit den niedrigen Temperaturen im Winterhalbjahr, welche die Effizienz von Solarzellen steigern, wird ein Winterstromanteil von über 40 % der Gesamtproduktion erzielt.
- Minimalinvasive Bauweise: Um die empfindliche alpine Vegetation zu schonen, wird gänzlich auf grossflächige Betonfundamente verzichtet. Die Stahlpfosten der Solartische werden mit mobilen, wendigen Bohrlafetten millimetergenau direkt in den Boden gebohrt und verankert.
- Breite gesellschaftliche Akzeptanz: Die Madrisa Solar AG gehört zu je einem Drittel der Gemeinde Klosters, der Repower AG und den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ). Diese paritätische Beteiligung lokaler und regionaler Akteure stärkte das Vertrauen der Bevölkerung und war ausschlaggebend für die positive Gemeindeabstimmung im Oktober 2023.
- Lokale Wertschöpfung und Nutzung: Die Wertschöpfung bei Planung und Bau verbleiben in der Region bzw. der Schweiz, da vorwiegend regionale Unternehmen berücksichtigt werden. Zudem nutzen die Klosters-Madrisa Bergbahnen den erzeugten Strom direkt vor Ort für den CO₂-neutralen Betrieb ihrer Transportanlagen.
Technische und wirtschaftliche Daten:
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten technischen, logistischen und finanziellen Kennzahlen von Madrisa Solar zusammen:
Parameter |
Spezifikation / Wert |
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Standort |
Gebiet Züg, oberhalb von Klosters Dorf, ca. 2'000 m ü. M. |
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Installierte Leistung (DC) |
11 MWp |
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Produktionsleistung (AC) |
12 MW (MVA) |
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Erwartete Jahresproduktion |
Rund 17 GWh (ausreichend für ca. 3'800 Haushalte) |
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Winterstromertrag |
Über 40 % der Jahresproduktion (Oktober bis März) |
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Anzahl Solartische |
ca. 3'170 Tische |
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Anzahl & Typ der Module |
ca. 20'000 bifaziale Hochleistungsmodule mit je 580 Wp |
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Gesamthöhe der Solartische |
Bis zu 5,6 m (Module befinden sich mind. 3 m über dem Boden, um ein Zudecken durch Schnee zu verhindern) |
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Bruttofläche der Anlage |
ca. 150'000 m² |
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Gesamtinvestition |
ca. 70 Millionen Schweizer Franken |
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Eigentümer (Madrisa Solar AG) |
Gemeinde Klosters (1/3), Repower AG (1/3), EKZ (1/3) |
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Bauzeit |
Juni 2025 (Spatenstich) bis Ende 2027 (geplante vollständige Inbetriebnahme) |
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Teilinbetriebnahme |
September 2025 (ca. 15 % der Anlage am Netz: 500 Solartische, 3'000 Module) |
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Hauptstromabnehmer |
Klosters-Madrisa Bergbahnen (Direktnutzung vor Ort), EKZ (eigenes Versorgungsgebiet) |
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Logistik-Besonderheit |
Transport über bestehende Zufahrtsstrassen; Verzicht auf den Bau einer Materialseilbahn oder Helikopter-Massentransporte |
11.08.2026.
Besuch der alpinen PV-Grossanlage Madrisa Solar in Klosters.
Kommt man oberhalb von Klosters auf der Schnellstrasse, die zum Autoverlad am Vereina-Tunnel führt an, steht man gleich vor der Ortstafel Klosters und blickt direkt zur Saaser Alp und die Madrisa. Über dem Wald liegt die Baustelle der alpinen Grossanlage Madrisa Solar. Schaut man nicht genau hin, achtet man die riesige Solaranlage gar nicht, denn optisch verschwimmt sie mit den Farben des dunklen Waldes.

Ortstafel Klosters (*Fotos©).

Saaser Alp und die alpine Solaranlage Madrisa Solar (*Fotos©).
Mit der Gondelbahn gelangt man zur Bergstation Madrisa. Von dort nimmt man einen kurzen Anstieg bis Soppenboden und hoch zur Albeina. Der Zutritt zur Baustelle auf der Naturstrasse ist hier gesperrt. Doch gibt es Informationstafeln, auf welchen die gesamte Anlage und die einzelnen Bauetappen eingezeichnet sind.

Informationstafel mit Bauetappen (*Fotos©).

Erster Blick zur Baustelle und den Installationsplatz (*Fotos©).

Solartische mit leicht unterschiedlicher Ausrichtung nach Süden hin (*Fotos©).

Blick aus westlicher Richtung in die Anlage hinein (*Fotos©).

Verankerungen ohne Betonfundament (*Fotos©).
Der Schaffürggli-Wanderweg führt am Hang oberhalb der Baustelle nach Osten bis ins Gebiet Züg. Vor hier aus erblickt man erstmals die Baustelle und den Installationsplatz von oben. Auf diesem werden die vorgefertigten Solartisch-Unterkonstruktionen fertig zusammengebaut und für die Montage im Gelände vorbereitet. Viele Solartische wurden in der ersten Bauetappe 2025 montiert und liefern bereits Strom. Unterhalb der Naturstrasse reihen sich die Solartische dem Steilhang entlang Richtung Süden. In Südwestlicher Richtung erblickt man das Grüenhorn und die Spitze des Casanna, dahinter das Weissfluhjoch.

Solartisch-Unterkonstruktionen vorbereitet für die Montage im Gelände (*Fotos©).

Die alpine Solaranlage von oben (*Fotos©).

Blick zum Grüenhorn und Casanna (*Fotos©).
Für die Verkabelung werden die Kabel von den Solartischen über Kabelkanäle zu den Trafostationen gezogen. Die Einspeisung des Madrisa-Stroms in die Mittelspannungsleitung erfolgt über das Skigebiet: nämlich über einen kleinen Anbau in der Nähe der Liftstation, ein paar Hundert Meter entfernt von der Produktionsanlage. Weit unten am Hang werden Vorbereitungen für die Montage getroffen. Weiter oben zur Naturstrasse hin erblickt man Schreitbagger, die Löcher in den felsigen Untergrund bohren. Die präzise Platzierung der Bohrköpfe mit exaktem Neigungswinkel ist eine anspruchsvolle Aufgabe im steilen Gelände. Daher werden die Bohrungen hauptsächlich mit Handlafetten durchgeführt. Diese verursachen aufgrund ihres geringeren Gewichts deutlich weniger Bodenverdichtungen und schonen dadurch den Untergrund besser.

Kabelrollenplattform hoch über Klosters (*Fotos©).

Vorbereitungen für die Montage im Steilhang (*Fotos©).

Schreitbagger bei der Arbeit (*Fotos©).

Präzise Platzierung des Bohrkopfs mit exaktem Neigungswinkel (*Fotos©).

Bohrunen mit Schreitbaggern in den felsigen Untergrund (*Fotos©).

Das nächste Bohrloch wird anvisiert (*Fotos©).

Mit wendigen Bohrlafetten werden millimetergenaue Bohrungen vorgenommen (*Fotos©).
Die bereits montierten Solartische wirken von unten besonders imposant. Sie wurden am Steilhang dem Geländeverlauf ausgerichtet. Sind die Solartische einmal fertig aufgestellt und montiert, beginnt die Verkabelung. Die entsprechenden Kabelkanäle wurden bereits als Vorbereitung im Steilhang verlegt.

Mächtige Solartische von unten (*Fotos©).

Von unten wirken die mächtigen Solartische noch höher (*Fotos©).

Detailmontage und Verkabelung (*Fotos©).

Vorbereitete Kabelkanäle im Steilhang (*Fotos©).
Nach Osten hin blickt man auf die gegenüberliegende Talseite mit der Börterhütte unterhalb des Valzifenzer Grats, in das langgezogene Schlappintal, zum Rotbüelspitz (2852 M.üM. und den Isentallispitz (2873 M.ü.M.). Richtet man sich von hier nach Westen, erblickt man im Hintergrund die bereits fertig montierten Solartische und davor die Bohrmaschinen im Steilhang bei ihrer Arbeit. Danach geht es auf dem Schaffürggli-Wanderweg zurück Richtung Madrisa Bergstation. Unterwegs geniesst man die tolle Aussicht ins Tal und auf die riesige Solaranlage, die hoch über Klosters am Steilhang thront und einen letzten Blick auf die Baustelle, bevor der Abstieg beginnt.

Börterhütte unterhalb des Valzifenzer Grats, das langgezogene Schlappintal, Rotbüelspitz (2852 M.üM. und Isentallispitz (2873 M.ü.M.), (*Fotos©).

Im Hintergrund fertig montierte Solartische, davor ein Schreitbagger im Steilhang (*Fotos©).

Einblick in die Baustelle am Steilhang von Osten her (*Fotos©).

Auf dem Rückweg, vom Schaffürggli-Wanderweg aus: imposanter Blick ins Tal (*Fotos©).

Solartischreihen unterhalb der Strasse im Steilhang (*Fotos©).

Gesamtsicht von oben Richtung Piz Vadret (3228 M.ü.M.), (*Fotos©).

Die alpine Solaranlage hoch über dem Tal (*Fotos©).

Ein letzter Blick zurück zur hochalpinen Baustelle (*Fotos©).
Alpine Solaranlagen im Bau und Ausbau.
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Disclaimer / Abgrenzung
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Quellenverzeichnis (August 2026)
Diverse Artikel in www.stromzeit.ch
Das Projekt Madrisa Solar in Klosters markiert als erstes alpines Solarkraftwerk der Schweizer „Solarexpress“-Initiative einen entscheidenden Fortschritt für die nationale Energiewende. Die Anlage auf 2000 Metern Höhe ist konsequent auf eine hohe Stromproduktion im Winter ausgelegt. Das erste Winterhalbjahr im Teilbetrieb verlief äusserst positiv: Es wurde mehr Strom produziert als erwartet. Mit dem Projekt leistet die Madrisa Solar AG einen wertvollen Beitrag für eine sichere Stromversorgung in der Schweiz mit erneuerbarem Strom.
Bruno Giordano fotografierte die alpine Solaranlage im Bau von ausserhalb der gekennzeichneten Grenzmarkierungen mit einem 600mm Teleobjektiv am 11.08.2026.
*Fotos© Bruno Giordano























