Zum Inhalt springen

Alpine Solaranlage MontSol: Präjudiz, öffentliches Interesse an einer sicheren Stromversorgung überwiegt.

11,4 GWh, 400 Solartische 20.000 bifaziale Solarmodule, viel Winterstrom für ca. 2.500 Haushalte.

Alpine Solaranlage MontSol: Präjudiz, öffentliches Interesse an einer sicheren Stromversorgung überwiegt.

13.03.2026

Das Projekt MontSol ist eine geplante Photovoltaik-Freiflächenanlage im Kanton Bern, die sich durch eine hohe Effizienz in den Wintermonaten auszeichnet. Die Anlage wird auf einer Höhe von über 1200 Metern errichtet und soll jährlich etwa 11,4 Gigawattstunden sauberen Strom erzeugen. Hinter dem Bauvorhaben stehen namhafte Energieunternehmen wie die BKW, die eine Investitionssumme von rund 25 Millionen Franken veranschlagen. Die technische Konzeption umfasst fast 20.000 Solarmodule, die auf einer Fläche von 15 Hektar installiert werden und speziell auf eine hohe Lichtausbeute im Winter optimiert sind. Dank der bereits vorliegenden lokalen Genehmigungen stellt dieses Vorhaben einen wichtigen Schritt zur Stärkung der regionalen Infrastruktur für erneuerbare Energien dar.

 

Projekt MontSol: Aktueller Status und rechtliche Situation.

 

Am 30. Januar 2026 hat die Bau- und Verkehrsdirektion (BVD) des Kantons Bern die Beschwerde gegen die geplante Anlage abgewiesen und damit die Baubewilligung der Regierungsstatthalterin bestätigt:

  • Vorgeschichte: Die ursprüngliche Bewilligung wurde Mitte März 2025 erteilt. Zuvor hatten die Stimmberechtigten von Saint-Imier dem Projekt in einer Volksabstimmung am 9. Juni 2024 knapp mit 753 zu 698 Stimmen zugestimmt.
  • Rechtsstreit: Rund 60 natürliche und juristische Personen hatten gemeinsam Beschwerde gegen das Vorhaben eingereicht. Sie äusserten Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf Flora, Fauna und das Landschaftsbild.
  • Begründung des Kantons: Das Gericht und die Behörden kamen zum Schluss, dass das öffentliche Interesse an einer sicheren Stromversorgung überwiegt. Da auf dem Mont Soleil bereits technische Infrastrukturen (wie ein Windpark) bestehen, wird das Landschaftsbild nicht unzulässig beeinträchtigt. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig und kann innerhalb von 30 Tagen beim Verwaltungsgericht angefochten werden.

Die Bau- und Verkehrsdirektion des Kantons Bern (BVD) gab bekannt: Die Gründe für die Zurückweisung der Beschwerde seien im Zusammenhang mit Artikel 71a des Energiegesetzes und der geforderten jährlichen Stromproduktion und insbesondere der Stromproduktion im Winterhalbjahr zu sehen. Deshalb seien Photovoltaik-Grossanlagen im Sinne des Energiegesetzes nicht nur in den Alpen zulässig. Wenn die in Artikel 71a des Energiegesetzes geforderte jährliche Stromproduktion und die Stromproduktion im Winterhalbjahr durch eine Ertragssimulation bestätigt werde, sei auch ein Standort im Jura zulässig:

  • der bereits bestehende Windpark sei ebenfalls kein Hindernis.
  • der vorgelegte Umweltverträglichkeitsbericht sei vollständig.
  • der Grundwasserschutz werde eingehalten.
  • die Voraussetzungen für eine Rodungsgenehmigung lägen vor.
  • übermässige Blendwirkungen seien nicht zu erwarten. 
  • im Hinblick auf das Orts- und Landschaftsbild gebe es nichts zu beanstanden.

 

Wichtigste Merkmale des Solarprojekts MontSol?

Das Solarprojekt MontSol ist eine geplante Erweiterung des bestehenden Sonnenkraftwerks Mont-Soleil im Berner Jura. Es gilt als eines der bedeutendsten alpinen Solarprojekte der Schweiz und fungiert als Referenzprojekt für den sogenannten „Solarexpress“ (Art. 71a des Energiegesetzes). Das Projekt befindet sich auf den Jurahöhen oberhalb von Saint-Imier auf einer Höhe von etwa 1.249 bis 1.250 Metern über Meer.

Energieertrag und Winterstrom:
  • Jahresproduktion: MontSol soll jährlich zwischen 11 und 11,4 Gigawattstunden (GWh) Strom liefern, was den Bedarf von ca. 2.500 Vierpersonenhaushalten deckt.
  • Fokus Winterstrom: Ein zentrales Merkmal ist der hohe Anteil an Winterstrom (ca. 4,4 GWh oder 38 %), da die Schweiz in dieser Zeit besonders auf Importe angewiesen ist.
  • Vorteile der Höhenlage: Durch die Lage über der Nebelgrenze, die hohe Sonneneinstrahlung, kühlere Temperaturen (welche die Effizienz der Module steigern) und die Reflexion durch Schnee (Albedo-Effekt) erzielen alpine Anlagen im Winter deutlich höhere Erträge als Anlagen im Flachland.
Synergien und Innovation:
  • Agri-Photovoltaik: Es wird eine Doppelnutzung der Fläche angestrebt. In einer Testphase wird untersucht, wie Photovoltaik und Landwirtschaft (z. B. weidende Kühe) nebeneinander funktionieren können.
  • Bestehende Infrastruktur: MontSol nutzt die Nachbarschaft zum bestehenden Sonnenkraftwerk (seit 1992) und ist mit dem dortigen Windpark vereinbar, was die Akzeptanz hinsichtlich des Landschaftsbildes erhöht.
  • Forschung: Der Standort dient zudem zu Forschungszwecken, etwa für das Projekt „pv-bench“ zum Vergleich verschiedener Solarmodule unter alpinen Bedingungen.
Technische Projektdaten (MontSol).

Das Projekt MontSol ist als Erweiterung des bereits seit 1992 bestehenden Sonnenkraftwerks Mont-Soleil geplant:

  • Leistung und Ertrag: Die Anlage soll eine Nennleistung von 8,5 Megawatt-Peak (MWp) erbringen und jährlich etwa 11 bis 11,4 Gigawattstunden (GWh) Strom produzieren. Dies reicht rechnerisch für die Versorgung von ca. 2.500 Vierpersonenhaushalten.
  • Dimensionen: Geplant sind rund 400 Solartische mit insgesamt ca. 20.000 bifazialen Modulen auf einer Fläche von etwa 14 bis 15 Hektar.
  • Standort: Die Anlage liegt auf 1.249 bis 1.250 Metern über Meer im Berner Jura (Gemeinde Saint-Imier).
  • Investition: Die Kosten für die Anlage werden auf rund 25 Millionen CHF geschätzt.
Strategische Bedeutung: Der „Solarexpress“.

Das Projekt wird im Rahmen von Artikel 71a des Schweizer Energiegesetzes – dem sogenannten „Solarexpress“ – umgesetzt:

  • Winterstrom: Alpine Anlagen gelten als zentral für die Schweizer Energiewende, da sie einen hohen Anteil ihres Stroms im Winter liefern, wenn der Bedarf am höchsten und die Produktion aus Wasserkraft am geringsten ist.
  • Vorteile der Höhenlage: In 1.250 Metern Höhe profitiert die Anlage von geringerer Nebelhäufigkeit, hoher Sonneneinstrahlung und der Reflexion durch Schneeflächen (Albedo-Effekt). Zudem arbeiten Solarmodule bei niedrigen Temperaturen effizienter.
  • Referenzcharakter: Das Urteil hat Signalwirkung, da es bestätigt, dass solche Grossanlagen nicht nur in den Alpen, sondern unter bestimmten Bedingungen auch im Jura zulässig sind.
Forschung und Innovation: Die Testphase.

Seit Juni 2025 läuft auf dem Mont Soleil eine wissenschaftlich begleitete Testphase, um die Auswirkungen der Anlage zu untersuchen:

  • Agri-Photovoltaik: In Zusammenarbeit mit der HAFL Zollikofen wird geprüft, wie sich die PV-Strukturen auf das Pflanzenwachstum und das Verhalten von Weidetieren (Kühen) auswirken. Ziel ist eine sinnvolle Doppelnutzung der Flächen.
  • Technik-Check: Gemeinsam mit der Berner Fachhochschule (BFH) werden auf einem „PV-Bench“ verschiedene Modultypen auf ihre Leistungsfähigkeit unter extremen klimatischen Bedingungen getestet.
  • Dauer: Diese Testinfrastruktur ist auf maximal zwei Jahre befristet und benötigt keine eigene Baubewilligung.


Wie funktioniert das Projekt 'pv-bench' zur Messung der Modul-Leistung?

Das Projekt „pv-bench“ ist ein internationales Pilotprojekt am Standort Mont-Soleil, das dem Vergleich verschiedener Photovoltaik-Module dient. Es wird in enger Zusammenarbeit mit dem BFH PV Lab der Berner Fachhochschule in Burgdorf betrieben.

Funktionsweisen und Ziele des Projekts:
  • Testumgebung: Die Testinstallation befindet sich im oberen Bereich der bestehenden Solaranlage auf dem Mont-Soleil.
  • Leistungsvergleich: Auf einem sogenannten „PV-Bench“ werden verschiedene Modultypen gleichzeitig unter den speziellen klimatischen Bedingungen des Jurabogens auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft.
  • Fokus auf Winterertrag: Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Ermittlung des Winterstromertrags, da dieser für die Versorgungssicherheit in der Schweiz von strategischer Bedeutung ist.
  • Präzision: Die Datenerhebung und die Messungen der Modulleistung erfolgen mit hochpräziser Technik, um wissenschaftlich fundierte Grundlagen für zukünftige Projekte zu schaffen.

Das Projekt dient somit als Forschungsstandort, um technische Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Modultypen in alpinen oder jurassischen Höhenlagen am effizientesten arbeiten.

Ökologie und Umweltschutz.

Trotz der industriellen Nutzung betont der Kanton die Umweltverträglichkeit des Projekts:

  • Umweltverträglichkeitsbericht: Dieser wurde als vollständig und positiv beurteilt. Im Bereich der Anlage wurden keine geschützten Pflanzen gefunden.
  • Ersatzmassnahmen: Die Betreiberin (MontSol AG) ist verpflichtet, Schutz-, Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen umzusetzen.
  • Lichtemissionen: Um Blendwirkungen zu minimieren, wurde die Auflage erteilt, reflexionsarme Module einzusetzen.

Für das Projekt MontSol wurden im Rahmen der Baubewilligung spezifische ökologische Anforderungen und Massnahmen festgelegt, um die Umweltverträglichkeit der Grossanlage sicherzustellen. Da das Projekt Eingriffe in die Lebensräume von geschützten oder schützenswerten Tieren vornimmt, ist die Umsetzung dieser Massnahmen eine zwingende Voraussetzung für die erteilte Ausnahmebewilligung.

Die wesentlichen ökologischen Auflagen und Ersatzmassnahmen umfassen:
  • Schutz-, Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen: Die MontSol SA ist rechtlich dazu verpflichtet, ein Paket an Massnahmen umzusetzen, das den Schutz der vorhandenen Naturwerte sowie die Wiederherstellung und den Ersatz betroffener Flächen regelt.
  • Einsatz reflexionsarmer Module: Um schädliche Auswirkungen auf die Umwelt und die Umgebung zu minimieren, wurde die Baubewilligung mit der Auflage ergänzt, dass reflexionsarme Module verwendet werden müssen. Dies dient dazu, übermässige Blendwirkungen im Sinne des umweltrechtlichen Vorsorgeprinzips zu vermeiden.
  • Biodiversitäts-Monitoring: Während der Bauphase und des späteren Betriebs wird eine detaillierte Erfassung der Biodiversität durch ein Monitoring durchgeführt. Dies baut auf den bereits im Vorfeld durchgeführten umfangreichen ökologischen Abklärungen zu Flora und Fauna auf.
  • Erhalt bestehender Ausgleichsmassnahmen: Das Projekt wurde so geplant, dass es keine negativen Auswirkungen auf die bereits bestehenden umweltrechtlichen Ausgleichsmassnahmen des benachbarten Windparks hat. Die neue Solaranlage ist somit mit der bestehenden ökologischen Infrastruktur vereinbar.
  • Schutz der Flora: Im Bereich der geplanten Anlagefelder wurden zwar keine geschützten Pflanzen direkt festgestellt, dennoch ist der allgemeine Schutz der Flora ein zentraler Bestandteil der sorgfältigen Planung und der begleitenden Massnahmen.
Wie reagieren Kühe auf die Solartische?

Um genau zu untersuchen, wie Kühe auf die Solartische reagieren, wurde im Juni 2025 eine wissenschaftlich begleitete Testphase auf dem Mont Soleil initiiert.

Details zu diesem Forschungsschwerpunkt:

  • Untersuchungsziel: In Zusammenarbeit mit der HAFL Zollikofen (Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften) wird unter realen Bedingungen erforscht, wie sich die PV-Strukturen auf das Verhalten der Kühe, das Pflanzenwachstum und das Mikroklima auswirken.
  • Synergien und Kohabitation: Das Ziel des Projekts ist es, Grundlagen dafür zu schaffen, dass Solaranlagen die landwirtschaftliche Nutzung durch Weidetiere so wenig wie möglich beeinträchtigen. Idealerweise sollen sogar neue Synergien zwischen der Stromproduktion und der Landwirtschaft (Agri-Photovoltaik) entstehen.
  • Zeitrahmen: Diese Testphase ist auf maximal zwei Jahre angelegt. Da die Testphase erst im Jahr 2025 startete, dienen die aktuellen Beobachtungen dazu, die Gestaltung der definitiven Anlage MontSol zu optimieren, damit eine harmonische „Kohabitation“ von Solarstrom und Landwirtschaft möglich ist.

Die Quellen enthalten zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschliessenden Berichte über spezifische Verhaltensmuster (wie etwa die Nutzung der Tische als Schattenspender), da die wissenschaftliche Auswertung Teil der laufenden zwei-jährigen Testinfrastruktur ist.

Gibt es bereits Erkenntnisse zum Pflanzenwachstum unter den Solartischen?

Derzeit liegen noch keine abschliessenden wissenschaftlichen Ergebnisse zum Pflanzenwachstum direkt unter den Solartischen vor, da die entsprechende Testphase noch läuft.

Aktueller Stand der Untersuchungen:

  • Laufende Testphase: Seit Juni 2025 führt die BKW in Zusammenarbeit mit der HAFL Zollikofen (Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften) ein zweijähriges Pilotprojekt durch. Ein zentrales Forschungsziel dieses Projekts ist es, unter realen Bedingungen zu messen, wie sich die PV-Strukturen auf das Pflanzenwachstum und das Mikroklima auswirken.
  • Ziel der Forschung: Es soll geklärt werden, wie die Solaranlagen gestaltet sein müssen, damit sie die landwirtschaftliche Nutzung so wenig wie möglich beeinträchtigen oder im Idealfall sogar Synergien (Agri-Photovoltaik) schaffen.
  • Bisherige ökologische Erkenntnisse: Bereits vor dem Start der Testphase wurden im Rahmen eines Umweltverträglichkeitsberichts umfangreiche Abklärungen zur Flora durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass im Bereich der geplanten Anlagefelder keine geschützten Pflanzen vorhanden sind.

Die wissenschaftliche Auswertung der Auswirkungen auf die Vegetation basiert der auf maximal zwei Jahre befristeten Testinfrastruktur. Da diese erst Mitte 2025 startete, sind detaillierte Erkenntnisse über Veränderungen im Pflanzenwachstum erst nach Abschluss oder im weiteren Verlauf dieser Beobachtungsperiode zu erwarten. Diese Massnahmen sollen sicherstellen, dass die Energieerzeugung auf dem Mont Soleil im Einklang mit dem Landschafts- und Umweltschutz erfolgt.

 

Beteiligte Partner.

Hinter der MontSol AG stehen mehrere Energieunternehmen:

  • BKW: 42,5 % Beteiligung
  • Société des Forces Electriques de La Goule SA: 42,5 % Beteiligung
  • AEW Energie AG: 15 % Beteiligung

Mont Soleil fungiert als Pionierprojekt, das technologische Innovation, landwirtschaftliche Nutzung und die Anforderungen der nationalen Energiestrategie an einem historisch bedeutsamen Solarstandort vereinen soll.


Elektrifizierung der Wirtschaft.

Strom hat eine grosse Zukunft - dank innovativen Technologien.



Themen


Suchen Sie spezifische Themen?

Highlights


Suchen Sie herausragende Blogbeiträge?

Artikel


Suchen Sie die neuesten Blogbeiträge?

Innovationen


I​nteressiert an den neuesten Innovationen?

E-Autos, Solarmodule, Batterien, Energiepolitik.

Beste
E-Autos.

Vergleich Modelle nach Reichweiten, Effizienz, Batterie, Software, Preis etc.

Beste Solar Module.

Bewertung, Leistung, Zuverlässigkeit, Preis-Leistung, TOPCon, HTJ, BC, Bifacial, PERC, Perowskit. 

Beste Batterien.

Batterietechnik, Zellchemien, Trockenbeschichtung, Energiedichte, stationäre Energiespeicher, Netzstabilität. 

Energiepolitik.

Energiepolitik Schweiz: Elektrizität, Photovoltaik, Wind, Wasserkraft, Wasserstoff, Erdöl, Erdgas, Biogas, Kernkraft. 

Anmelden , um einen Kommentar zu hinterlassen
Alpine Photovoltaik-Grossanlage SedrunSolar im Bau: 5'700 Solartische, 34'200 Module, 29 GWh im Jahr, 6’500 Haushalte.
Schliessung der Winterlücke: rund 47 % der Produktion fallen im Winterhalbjahr an.