Globaler Triumph der Photovoltaik, Bedeutung für Elektrifizierung, Sektorkopplung, Energiewende und Klimawandel.
08.09.2026
Der globale Triumph der Photovoltaik: Von der Nische zur tragenden Säule der Weltenergieversorgung.
1. Einleitung: Expertise in der Solarökonomie.
Die Photovoltaik hat sich von einer teuren Weltraumtechnologie zur kostengünstigsten Energiequelle der Geschichte entwickelt. Professor Dr. Christian Breyer, ein weltweit führender Experte für die Modellierung von 100 % erneuerbaren Energiesystemen, betont, dass die Energiewende heute nicht mehr nur eine Frage des ökologischen Wollens, sondern der ökonomischen Vernunft ist. Seine Forschung zeigt, dass ein globales Energiesystem, das zu 70 bis 80 % auf Photovoltaik basiert, bis zum Jahr 2050 nicht nur technisch machbar, sondern auch kosteneffizient ist.
2. Historische Entwicklung und der Aufstieg Chinas.
Die Geschichte der PV ist geprägt von massiven technologischen Sprüngen und geopolitischen Verschiebungen:
- Anfänge und industrielle Basis: In den 2000er Jahren war Deutschland mit Unternehmen wie Q-Cells ein Pionier der PV-Industrie. Doch aufgrund mangelnder strategischer Industriepolitik und politischem Desinteresse – auch seitens der Gewerkschaften – verlor Europa seine Führungsposition.
- Chinas Dominanz: China erkannte früh, dass fossile Ressourcen für seinen wachsenden Lebensstandard nicht ausreichen würden. Durch gezielte Investitionen, Zugang zu Kapital und die strategische Entwicklung von Technologien wie Wind, Wasser und PV kontrolliert China heute 75 bis 80 % der globalen PV-Wertschöpfung.
- Technologiewahl: Während in den 2000er Jahren noch über Dünnschichttechnologien debattiert wurde, setzte sich kristallines Silizium durch ("Never bet against Silicon"). Silizium erwies sich als das überlegene Material, um Effizienz und Kostensenkungen gleichzeitig zu realisieren.
3. Die ökonomische Revolution: Lernraten und Kostensenkungen.
Das wichtigste Merkmal der Photovoltaik ist ihre konstante Lernrate:
- Seit den 1960er Jahren beträgt die Lernrate etwa 20 %, was bedeutet, dass sich die Kosten mit jeder Verdopplung der installierten Kapazität um 20 % reduzieren.
- In den letzten 15 Jahren stieg diese Rate bei PV-Modulen sogar auf ca. 40 %.
- Heute ist PV in fast jedem Land der Welt die günstigste Form der Stromerzeugung, mit Gestehungskosten von teils unter 20 € pro Megawattstunde.
4. Globale Erfolgsmodelle: Pakistan und Uruguay.
Das Gespräch hebt zwei Länder hervor, die zeigen, wie schnell die Transformation gelingen kann:
- Pakistan: Aufgrund instabiler Netze und hoher Strompreise haben Bürger und Unternehmen in nur fünf Jahren massiv in PV investiert – oft im Do-it-yourself-Verfahren. Heute basiert etwa 30 % der Elektrizitätsversorgung Pakistans auf PV, ein Rekordtempo für ein bevölkerungsreiches Land.
- Uruguay: Das Land beschloss 2008, von 50 % auf 100 % erneuerbare Energien umzustellen, um sich von teuren fossilen Importen zu befreien. Innerhalb von weniger als 10 Jahren wurde dieses Ziel erreicht, wobei die Stromkosten halbiert werden konnten.
5. Technologische Innovationen und Materialverfügbarkeit.
Die PV-Technologie ist noch lange nicht an ihrem Limit:
- Wirkungsgrade: Aktuelle Module liegen bei ca. 23–24 % Wirkungsgrad. Zukünftige Tandem-Solarzellen (z. B. Silizium-Perowskit) könnten Wirkungsgrade von 30 bis 40 % erreichen. Da viele Kosten flächenbezogen sind (Gestelle, Glas, Pacht), senken höhere Wirkungsgrade die Systemkosten massiv.
- Ressourceneffizienz: Um Engpässe zu vermeiden, stellt die Industrie bereits von teurem Silber auf Kupfer oder Aluminium für die Zellkontaktierung um.
- Batterietechnologie: Hier findet ein Wechsel von kobalt- und nickelhaltigen Batterien hin zu Lithium-Eisenphosphat (LFP) und künftig Natrium-Ionen-Batterien statt, die auf unbegrenzt verfügbaren Rohstoffen basieren.
6. Sektorenkopplung und "Power-to-X".
Um 80 % der Primärenergie abzudecken, muss PV weit über den klassischen Stromsektor hinauswirken:
- Direkte Elektrifizierung: Wärme (Wärmepumpen) und Mobilität (E-Autos, auch LKW) werden massiv elektrifiziert.
- Grüne Moleküle: Für die Langstreckenschifffahrt, den Flugverkehr und die chemische Industrie werden Wasserstoff, Methanol und Ammoniak benötigt. Diese "Power-to-X"-Produkte werden bevorzugt in Regionen mit extrem günstiger Solarenergie (z. B. Spanien, Marokko, Namibia) produziert und exportiert.
- Offgrid-Lösungen: Riesige Rechenzentren für KI oder industrielle Anlagen könnten künftig völlig autark ("offgrid") mit PV, Wind und Batterien betrieben werden, um Netzengpässe zu umgehen.
7. Flexibilität und Netze.
Ein System mit hohem PV-Anteil benötigt Flexibilität:
- Speicher: Batteriespeicher werden durch Preissignale im Markt (günstiger Strom bei Sonne, teurer Strom nachts) hochrentabel und stabilisieren das Netz.
- Flexible Nachfrage: Das Laden von E-Autos oder der Betrieb von Elektrolyseuren muss sich dem Angebot anpassen.
- Netzausbau: Während lokale Netze durch dezentrale PV entlastet werden können, ist ein starkes europäisches Verbundnetz essenziell, um Wettersysteme über den Kontinent hinweg auszugleichen.
8. Klimawandel und negative Emissionen.
Experten warnen davor, dass das 1,5°-Ziel physikalisch kaum noch zu halten ist und massive Klimaschäden (Abschmelzen Grönlands, Korallensterben) bereits ausgelöst wurden. Doch die günstige Photovoltaik bietet eine Chance für das "Aufräumen" der Atmosphäre:
- Direct Air Capture (DAC): Mit billigem Solarstrom kann CO2 technisch aus der Luft gefiltert werden.
- Terraforming: Entsalztes Meerwasser (betrieben durch PV) könnte genutzt werden, um Wüstenregionen wie die Sahara wieder zu begrünen und so biologische Kohlenstoffsenken zu schaffen.
- Mineralisierung: In Island wird CO2 bereits erfolgreich in Gestein mineralisiert, ein Modell, das durch günstigen Strom global skalierbar wäre.
Fazit.
Das solare Zeitalter ist keine ferne Vision mehr, sondern Realität. Die Photovoltaik hat bewiesen, dass sie die Erwartungen regelmässig übertrifft, während andere Technologien wie Kernkraft oft enttäuschen. Die Herausforderung liegt nun in der schnellen Umsetzung der Flexibilisierung und der globalen Kooperation, um nicht nur die Emissionen auf Null zu senken, sondern den Planeten durch negative Emissionen wieder zu stabilisieren.
Entwicklung der Photovoltaik.
Die Entwicklung der Photovoltaik (PV) lässt sich von einer Nischentechnologie zur global dominierenden Energiequelle wie folgt in einer Tabelle darstellen:
Jahreszahl |
Entwicklungsstand |
Bedeutung |
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1950er / 1960er Jahre |
Weltraumtechnologie: Einsatz primär für Satelliten. |
PV war extrem teuer, aber attraktiv, da sie die Lebensdauer von Satelliten im Vergleich zu Batterien massiv verlängerte. |
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1970er Jahre |
Terrestrische Nische: Übergang zu Netzefernen Anwendungen (Off-grid) auf der Erde. |
Erste wissenschaftliche Belege für eine Lernrate von ca. 20 %; Einsatz z. B. zur Überwachung von Pipelines in unwegsamem Gelände. |
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Ende der 1970er Jahre |
Visionäres Stadium: Ausrufung des „solaren Zeitalters“ nach den Ölpreiskrisen. |
Die Erkenntnis reifte, dass fossile Energien keine dauerhafte Basis für die Zivilisation sein können. |
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Anfang der 2000er Jahre |
Industrieller Aufbruch: Einführung des EEG in Deutschland; Entstehung der deutschen PV-Industrie (z. B. Q-Cells). |
PV wurde politisch gewollt; China begann zeitgleich, die Technologie strategisch für den Weltmarkt zu entwickeln. |
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2008 – 2012 |
Marktkonsolidierung: Sieg der Silizium-Technologie über die Dünnschicht („Never bet against Silicon“). |
China erlangte vollen Zugang zu Finanzierungen und begann, die globale Wertschöpfung zu dominieren. |
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2010er Jahre bis heute |
Globale Kostenführerschaft: PV wird in fast allen Ländern zur günstigsten Form der Stromerzeugung. |
Die Lernrate für Module stieg auf 40 %; China kontrolliert heute 75–80 % der weltweiten Herstellung. |
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Letzte 5 Jahre |
Explosiver Ausbau in Schwellenländern: Beispiel Pakistan mit massivem privatem Zubau. |
Länder wie Pakistan erreichen in Rekordzeit (5 Jahre) einen PV-Anteil von 30 %, um instabile Netze auszugleichen. |
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Aktuell / Nahe Zukunft |
Technologische Evolution: Fokus auf Wirkungsgradsteigerung und Materialersatz. |
Umstellung von Silber auf Kupfer/Aluminium; Vorbereitung von Tandem-Solarzellen (Silizium-Perowskit) mit Wirkungsgraden von 30–35 %. |
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Vision 2050 |
Fundament der Weltenergie: PV als tragende Säule der globalen Primärenergieversorgung. |
Ziel von ca. 75 Terawatt installierter Leistung; Deckung von 70–80 % des weltweiten Energiebedarfs durch Sektorenkopplung. |

Illustration © stromzeit.ch*
Zentrale Erkenntnisse der Entwicklung:
- Lernrate als Motor: Mit jeder Verdopplung der weltweit installierten Kapazität sanken die Kosten historisch um etwa 20 %, in den letzten 15 Jahren bei Modulen sogar um 40 %.
- Standardisierung und Modularität: Die industrielle Massenfertigung und globale Standards sind die Haupttreiber für den rasanten Preisverfall.
- Ökonomischer „No-Brainer“: Heute sind die Kosten so niedrig (teils unter 20 €/MWh), dass Investitionen in PV oft nach nur 2 bis 3 Jahren amortisiert sind, was den globalen Rollout massiv beschleunigt.
Expertise in der Solarökonomie.
Professor Dr. Christian Breyer gilt als ein weltweit führender Experte für die Modellierung von 100 % erneuerbaren Energiesystemen. Seine Expertise in der Solarökonomie basiert auf einer Kombination aus akademischer Forschung, industrieller Erfahrung und politischer Beratung.
Akademische und wissenschaftliche Qualifikation:
- Aktuelle Position: Er ist Professor für Solarökonomie an der LUT University in Finnland.
- Forschungsschwerpunkte: Seine Arbeit konzentriert sich primär auf die globale Energiewende, die Sektorenkopplung und Technologien im Bereich Power-to-X.
- Publikationsleistung: Mit über 400 hochzitierten Publikationen verfügt er über eine enorme wissenschaftliche Reichweite und Anerkennung in der Fachwelt.
- Auszeichnungen: Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Energy Global Award Finland 2017 geehrt.
- Interdisziplinärer Hintergrund: Breyer vereint verschiedene Fachdisziplinen; er ist Diplomingenieur, Diplom-Physiker und hat zudem einen Abschluss als Betriebswirt. Er promovierte in Kassel.
Praktische Erfahrung in der Photovoltaik-Industrie.
Breyer hat die Entwicklung der Solarbranche von den Anfängen an miterlebt:
- Industrie-Expertise: Er war mehrere Jahre bei Q-Cells tätig, einem Unternehmen, das Ende der 2000er Jahre Weltmarktführer für Silizium-Solarzellen war.
- Technologisches Verständnis: Bereits Anfang der 2000er Jahre baute er im Rahmen seines Physikstudiums eigene Silizium-Solarzellen und verfolgte den technologischen Wettbewerb zwischen Silizium- und Dünnschicht-Photovoltaik hautnah mit.
Rollen in Gremien und Organisationen.
Seine Expertise wird international in hochrangigen Gremien und Organisationen nachgefragt:
- Internationale Gremien: Er ist Mitglied im IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) und in der Energy Watchgroup.
- Gründertätigkeit: Er ist Mitbegründer der Desertec Foundation, die das Konzept verfolgte, Solarstrom in den Wüstenregionen Nordafrikas für den Export nach Europa zu gewinnen.
- Institutsarbeit: Er war am Reiner Lemoine Institut tätig, das sich ebenfalls der Forschung zu erneuerbaren Energien widmet.
Auf Basis seiner Modellierungen vertritt Breyer die Ansicht, dass die Photovoltaik bis zur Mitte des Jahrhunderts die tragende Säule der globalen Energieversorgung werden kann. Er betont dabei die Bedeutung der Lernrate von ca. 20 bis 40 %, die Photovoltaik zur heute günstigsten Form der Strombereitstellung gemacht hat. Seine Forschung zeigt auf, dass ein System, das zu 70 bis 80 % auf Photovoltaik basiert, technisch und ökonomisch realisierbar ist.
Anfänge und industrielle Basis.
Warum ist Silizium-Photovoltaik so erfolgreich im Vergleich zu anderen Technologien?
Die Geschichte der Photovoltaik (PV) ist der Weg einer exklusiven Weltraumtechnologie hin zum Fundament einer globalen, kostengünstigen Energieversorgung. Dieser Prozess wurde durch technologische Standardisierung und eine gezielte industrielle Skalierung vorangetrieben.
Anfänge und industrielle Basis.
In ihren Anfängen war die Photovoltaik eine extrem teure Technologie, die primär in der Weltraumfahrt Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre für Satelliten eingesetzt wurde. Dort war sie trotz hoher Kosten attraktiv, da sie die Lebensdauer der Satelliten im Vergleich zu Batterien massiv verlängerte. In den 1970er Jahren fand der Übergang zu terrestrischen Anwendungen statt, insbesondere für netzferne (Off-grid) Lösungen wie die Überwachung von Pipelines in unzugänglichem Gelände.
Die industrielle Basis festigte sich ab den späten 1990er Jahren:
- Deutschland: Unternehmen wie Q-Cells und Solon entwickelten sich aus frühen Systemhäusern zu bedeutenden Herstellern. Q-Cells war zeitweise (ca. 2007–2009) globaler Marktführer und konzentrierte sich auf die Veredelung von Silizium-Wafern zu Solarzellen.
- China: Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre begann China mit einer strategischen Industriepolitik. Das Land erkannte, dass es für seinen wachsenden Lebensstandard nicht genug fossile Brennstoffe besitzen würde, und investierte massiv in die Wertschöpfungsketten von PV, Wind und Wasserkraft. Heute kontrolliert China etwa 75 bis 80 % der globalen PV-Herstellung.
Meilensteine der PV-Industrieentwicklung.
Zeitraum |
Entwicklungsstand |
Industrielle Bedeutung |
|
Ende 50er / 60er |
Weltraumtechnologie |
Erste kommerzielle Nutzung für Satelliten; Fokus auf Langlebigkeit statt Kosten. |
|
1970er Jahre |
Terrestrische Nische |
Entwicklung erster terrestrischer Module; Einsatz für Pipelines und Signaltechnik (Off-grid). |
|
Ende 90er / 2000er |
Industrieller Aufbruch |
Markteinführung in Deutschland (EEG); Entstehung grosser Hersteller wie Q-Cells. |
|
Ab ca. 2008 |
Dominanz Chinas |
China skaliert die Produktion massiv durch strategische Finanzierung und Industriepolitik. |
|
Heute |
Globaler Massenmarkt |
PV ist die weltweit günstigste Form der Stromerzeugung; Fokus auf maximale Skalierung. |
Warum ist Silizium-PV so erfolgreich?
Der Satz "Never bet against Silicon" (Wette niemals gegen Silizium) gilt nicht nur für die Computerindustrie, sondern auch für die Photovoltaik. Silizium hat sich gegenüber Konkurrenztechnologien (wie der Dünnschicht-PV) aus mehreren Gründen durchgesetzt:
- Hervorragendes Material: Silizium bietet eine ideale Kombination aus hoher Effizienz und geringen Kosten. Während Konkurrenten oft auf seltene oder teure Materialien setzen mussten, ist Silizium reichlich verfügbar.
- Kontinuierliche Effizienzsteigerung: Die Wirkungsgrade von Siliziummodulen steigen seit Jahrzehnten stabil um etwa 0,5 Prozentpunkte pro Jahr. Heutige Module erreichen ca. 24 %, wobei das Potenzial durch neue Zellstrukturen noch höher liegt.
- Reduzierung flächenbezogener Kosten: Ein Grossteil der Systemkosten (Glas, Rahmen, Aufständerung, Pacht) ist flächenabhängig. Durch die steigende Effizienz der Siliziumzellen kann auf der gleichen Fläche mehr Strom erzeugt werden, was diese "indirekten" Kosten massiv senkt.
- Lernraten und Skaleneffekte: Die Photovoltaik weist eine historische Lernrate von etwa 20 % auf (Kostenreduktion pro Verdopplung der Kapazität). In den letzten 15 Jahren stieg diese Rate bei der Modulherstellung sogar auf 40 %.
- Standardisierung und Modularität: Die Industrie hat sich auf globale Standards geeinigt, was eine hochautomatisierte Massenfertigung ermöglicht. Die Modularität erlaubt es zudem, die Technologie sowohl für winzige Anwendungen als auch für Gigawatt-Parks einzusetzen.
Andere Technologien wie die Dünnschicht-PV konnten mit diesem rasanten Preis-Leistungs-Fortschritt der Silizium-Technologie letztlich nicht mithalten. Heutige Innovationen, wie Tandem-Solarzellen, bauen daher meist auf Silizium als Basis auf, um Wirkungsgrade von über 30 % zu erreichen.
Chinas Dominanz bei erneuerbaren Energien.
Die Dominanz Chinas im Bereich der erneuerbaren Energien, insbesondere der Photovoltaik, ist das Ergebnis einer langfristig angelegten und strategischen Industriepolitik, die bereits Ende der 1990er Jahre ihren Anfang nahm. Während Europa sich oft naiv auf Marktkräfte verliess, analysierte China gezielt, welche Technologien für die nationale Entwicklung und den Weltmarkt entscheidend sein würden.

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Chinas Weg zur globalen Dominanz.
- Strategische Motivation: China erkannte früh, dass die eigenen fossilen Ressourcen – insbesondere Kohle – nicht ausreichen würden, um den angestrebten hohen Lebensstandard für 1,3 Milliarden Menschen dauerhaft zu sichern. Daher setzte das Land strategisch auf Wasserkraft, Windkraft und Photovoltaik als die drei Hauptpfeiler der künftigen Energieversorgung.
- Technologietransfer und Skalierung: Ein wesentlicher Baustein war der Import von Hochtechnologie. China kaufte in grossem Umfang – schätzungsweise für 50 Milliarden Euro – moderne deutsche Produktionsmaschinen ein, um eine eigene, hocheffiziente Industrie aufzubauen.
- Finanzierung und Marktmacht: Ende der 2000er Jahre erhielten chinesische Unternehmen vollen Zugang zu exzellenten Finanzierungsmöglichkeiten, was den massiven globalen Rollout ermöglichte. Heute konzentriert China etwa 75 bis 80 % der globalen Wertschöpfung in der Photovoltaik-Herstellung.
- Kontinuierliche Entwicklung: China testet und entwickelt nahezu jede relevante Technologie, was zu einem Vorsprung bei Batterien, Elektromobilität und Telekommunikation geführt hat.
Übersicht der Green-Tech-Bereiche und ihrer Bedeutung.
Die folgende Tabelle gibt einen detaillierten Überblick über die im Gespräch diskutierten Sektoren der Energiewende und deren technologische sowie ökonomische Relevanz:
Bereich |
Technologische Details & Innovationen |
Strategische Bedeutung |
|
Photovoltaik (PV) |
Übergang von multikristallinem zu monokristallinem Silizium; Entwicklung von Tandem-Solarzellen (Silizium-Perowskit) mit Wirkungsgraden von 30-40 %. |
Günstigste Form der Stromerzeugung weltweit; wird ca. 70-80 % der globalen Primärenergie decken. |
|
Windkraft |
Kombination mit PV zur Sicherstellung der Ganzjahresversorgung; besonders effizient an Küsten und in Nordeuropa. |
Zweite tragende Säule; ergänzt PV in sonnenarmen Zeiten (Winterhalbjahr). |
|
Batteriespeicher |
Wandel von Nickel-Mangan-Kobalt (NMC) zu Lithium-Eisenphosphat (LFP) und künftig Natrium-Ionen-Batterien. |
Ermöglicht Netzstabilität und macht PV-Strom rund um die Uhr nutzbar; Amortisation oft in nur 3-5 Jahren. |
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Power-to-X |
Umwandlung von Strom in Moleküle wie Wasserstoff, Ammoniak und Methanol. |
Unverzichtbar für die chemische Industrie, Stahlherstellung, Schifffahrt und den Langstreckenflugverkehr. |
|
Direkte Elektrifizierung |
Einsatz von Wärmepumpen und massiver Ausbau der Elektromobilität (PKW und LKW). |
Höchster Effizienzgrad bei der Energienutzung; ersetzt fossile Verbrennungsprozesse in Wärme und Verkehr. |
|
CO2-Management |
Direct Air Capture (DAC) und Mineralisierung von CO2 in Gestein (Beispiel Island). |
Notwendig für negative Emissionen, um das Klima nach Überschreiten der 1,5°-Grenze wieder zu stabilisieren. |
|
Netzinfrastruktur |
Ausbau von Verteil- und Übertragungsnetzen sowie europäische Integration über HGÜ-Leitungen. |
Erforderlich für den Austausch von Energie zwischen Wind- und Sonnenregionen (z. B. Nord-Süd-Ausgleich). |
|
Meerwasserentsalzung |
Hocheffiziente Verfahren, betrieben mit günstiger PV-Energie. |
Grundlage für die Begrünung von Wüsten (Terraforming) und die Sicherung der Wasserversorgung in trockenen Regionen. |
Diese Bereiche bilden zusammen ein integriertes System, in dem Flexibilisierung – also das Zusammenspiel von Speichern, sektorenübergreifender Nachfrage und intelligenter Steuerung – die zentrale Rolle spielt, um die schwankende Erzeugung von Wind und Sonne optimal zu nutzen.
Technologiewahl und Weiterentwicklung der Solartechnologie.
Die technologische Entwicklung der Photovoltaik (PV) ist durch eine konsequente Standardisierung und den Sieg der Silizium-Technologie geprägt. Die Wahl des Materials und die kontinuierliche Steigerung der Effizienz sind die zentralen Treiber für den globalen Siegeszug der Solarenergie.
1. Die Entscheidung für Silizium: „Never bet against Silicon“.
In den 2000er Jahren herrschte in der Industrie, unter anderem bei Unternehmen wie Q-Cells, noch Unsicherheit darüber, ob sich die kristalline Silizium-Photovoltaik oder die Dünnschicht-Technologie durchsetzen würde.
- Sieg des Siliziums: Rückblickend war die Investition in Silizium die richtige Wahl, da es sich als hervorragendes Material erwies, um sowohl hohe Wirkungsgrade als auch niedrige Kosten zu realisieren. Dieser Trend folgt der Erkenntnis aus der Halbleiterindustrie für Computerchips: „Wette niemals gegen Silizium“.
- Wechsel zu Monokristallin: Während früher multikristallines Silizium aufgrund geringerer Herstellungskosten verbreitet war, ist die Industrie heute fast vollständig auf monokristallines Silizium umgestiegen. Das reinere Material ermöglicht höhere Wirkungsgrade und hat technologische Hürden früherer Jahre überwunden.
2. Kontinuierliche Effizienzsteigerung und Materialoptimierung.
Die Weiterentwicklung der PV-Technologie erfolgt nicht in sprunghaften Revolutionen, sondern durch stetige, planbare Verbesserungen:
- Wirkungsgrad-Zuwachs: Der Wirkungsgrad von PV-Modulen steigt im Schnitt um etwa 0,5 Prozentpunkte pro Jahr. Während Module vor 20 Jahren bei etwa 12 % lagen, erreichen heutige Standardmodule bereits ca. 24 %.
- Materialeffizienz: Moderne Wafer sind deutlich dünner geworden, wodurch aus der gleichen Menge hochreinen Siliziums heute die doppelte Energieausbeute erzielt wird. Zudem sinkt der Energieaufwand für die Produktion mit jeder Verdopplung der Kapazität um ca. 15 % (energetische Lernrate).
- Substitution von Edelmetallen: Um Engpässe zu vermeiden, stellt die Industrie derzeit die Kontaktierung der Solarzellen von teurem Silber auf Kupfer oder Aluminium um. Marktführer haben bereits begonnen, Gigawatt-Kapazitäten auf Kupfertechnologie umzurüsten.
3. Zukünftige Technologien: Tandem- und Mehrfachsolarzellen.
Da die herkömmliche Silizium-Photovoltaik bei etwa 26 % Wirkungsgrad an ihre physikalischen Grenzen stösst, fokussiert sich die Forschung auf neue Zellstrukturen:
- Silizium-Perowskit-Tandemzellen: Dies gilt als der nächste grosse Schritt der globalen PV-Hersteller. Durch das Übereinanderstapeln zweier Zellen können verschiedene Lichtspektren besser genutzt werden, was Wirkungsgrade von 30 bis 35 % in greifbare Nähe rückt.
- Tripel-Solarzellen: Langfristig ist der Weg zu drei Schichten und Wirkungsgraden Richtung 40 % vorgezeichnet.
- Bedeutung der Effizienz: Höhere Wirkungsgrade sind entscheidend, da ein Grossteil der Systemkosten (Glas, Rahmen, Montage, Pacht) flächenbezogen ist. Mehr Leistung pro Fläche senkt somit indirekt alle anderen Kostenkomponenten.
4. Industrielle Treiber der Entwicklung.
Die rasanten Kostensenkungen der letzten Jahrzehnte (mit Lernraten von bis zu 40 % bei Modulen) basieren laut den Quellen auf drei Pfeilern:
- Globale Standardisierung: Es gibt keine unzähligen Varianten, sondern weltweit einheitliche Standards.
- Hochmodularität: PV-Systeme sind einfach skalierbar, vom Hausdach bis zum Gigawatt-Park.
- Automatisierte Massenfertigung: Hochautomatisierte Fabriken minimieren den Ausschuss und sichern eine konstante Qualität.
Die Photovoltaik hat ihre hohen Erwartungen stets übertroffen, während andere Technologien oft enttäuschten. Die technologische Roadmap sieht vor, die installierte Leistung von heute 3 Terawatt auf etwa 75 Terawatt bis Mitte des Jahrhunderts zu steigern.
Lernraten der Photovoltaik.
Die Lernrate der Photovoltaik beschreibt die konstante Senkung der Kosten in Abhängigkeit von der weltweit installierten Kapazität. Gemäss den Ausführungen der Experten ist diese Lernrate der zentrale Motor für den Erfolg der Solarenergie, da sie die Technologie von einer extrem teuren Nischenanwendung (Weltraum) zur heute günstigsten Energieform der Geschichte geführt hat.

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Das Prinzip der Lernrate.
Eine Lernrate von beispielsweise 20 % bedeutet, dass mit jeder Verdopplung der historisch kumulierten Kapazität die Kosten um 20 % sinken. Dieser Effekt wirkt seit den Anfängen der Photovoltaik kontinuierlich:
- Historische Konstanz: Seit den späten 1950er und frühen 1960er Jahren (Satellitenanwendungen) lässt sich eine Lernrate von etwa 20 % beobachten.
- Beschleunigung bei Modulen: In den letzten ca. 15 bis 20 Jahren (insbesondere ab 2008) stieg die Lernrate bei der reinen Modulherstellung sogar auf 40 %. Das bedeutet, dass die Kosten für die Solarzellen selbst extrem schnell gesunken sind, was typisch für Halbleiterprodukte ist.
- Systemebene: Auf Ebene der gesamten installierten Anlage (inklusive Wechselrichter, Stahlträgern, Verkabelung und Montage) liegt die Lernrate etwas niedriger, bei etwa 15 %. Dies liegt daran, dass konventionelle Komponenten wie Stahl oder Erdarbeiten nicht denselben technologischen Sprüngen unterliegen wie die Halbleitertechnik.
Treiber der Lernraten.
Mehrere Faktoren tragen dazu bei, dass diese Raten über Jahrzehnte hinweg stabil bleiben:
- Technologische Weiterentwicklung: Der Wirkungsgrad der Module steigt jährlich um etwa 0,5 Prozentpunkte. Höhere Effizienz senkt die flächenbezogenen Kosten (Pacht, Gestelle, Glas), da mehr Strom auf derselben Fläche erzeugt wird.
- Materialeffizienz: Wafer werden immer dünner, und teure Materialien wie Silber werden sukzessive durch günstigere Alternativen wie Kupfer oder Aluminium ersetzt.
- Skaleneffekte und Standards: Die globale Standardisierung, hohe Modularität und die automatisierte industrielle Massenfertigung in riesigen Fabriken minimieren den Ausschuss und senken die Produktionskosten pro Einheit massiv.
- Energetische Lernrate: Auch der Energieaufwand für die Produktion sinkt mit jeder Kapazitätsverdopplung um ca. 15 %.
Zusammenfassung der PV-Lernraten:
Bereich |
Lernrate |
Zeitraum / Kontext |
Bedeutung |
|
Historische Lernrate |
~20 % |
Seit den 1960er Jahren |
Langfristiger Trend vom Weltraum zur Erde. |
|
Modul-Herstellung |
~40 % |
Letzte 15–20 Jahre |
Schneller Preisverfall durch Halbleiter-Innovationen. |
|
Systemebene (PV-Anlage) |
~15 % |
Aktuell |
Gesamtkosten inkl. Montage und Infrastruktur. |
|
Energetische Lernrate |
~15 % |
Fortlaufend |
Reduktion des Energieaufwands pro installierter Kapazität. |
Heute führt dies dazu, dass Photovoltaik-Strom in günstigen Regionen (wie Pakistan) oder bei grossen Freiflächenanlagen bereits für unter 20 € pro Megawattstunde (2 Cent/kWh) erzeugt werden kann. Experten betonen, dass die Photovoltaik ihre hohen Erwartungen im Gegensatz zu anderen Technologien (wie der Kernkraft) stets übertroffen hat.
Globale Erfolgsmodelle: Pakistan.
Wie konnte Pakistan in nur fünf Jahren seine Solarstrom-Kapazitäten massiv ausbauen?
Pakistan ist eines der beeindruckendsten globalen Beispiele für den rasanten Ausbau der Photovoltaik (PV). Innerhalb von nur fünf Jahren konnte das Land seinen PV-Anteil an der Elektrizitätsversorgung auf etwa 30 % steigern. Es gibt kein anderes Land mit mehr als einer Million Einwohnern, das in so kurzer Zeit einen derart massiven Zubau realisiert hat.
Warum konnte Pakistan seine Kapazitäten so schnell ausbauen?
Der Erfolg in Pakistan ist nicht das Ergebnis eines zentralen staatlichen Grossprojekts, sondern eine Bottom-up-Bewegung der Bürger und Unternehmen. Folgende Faktoren waren entscheidend:
- Unzuverlässige Stromversorgung: Das öffentliche Stromnetz in Pakistan ist instabil; selbst in Grossstädten sind tägliche Stromausfälle von vier Stunden üblich. Dies zwingt die Menschen dazu, Eigeninitiative für eine verlässliche Versorgung zu ergreifen.
- Hohe Strompreise: Da die öffentliche Elektrizitätsversorgung teuer ist, bietet die Photovoltaik eine attraktive Alternative.
- Extreme ökonomische Attraktivität: Die Amortisationszeiten für PV-Anlagen liegen in Pakistan bei nur zwei bis drei Jahren. Da die technische Nutzungsdauer der Module bei etwa 30 Jahren liegt, gilt die Investition als ökonomisch zwingend („No-brainer“).
- Wettbewerb und günstige Komponenten: Pakistan profitiert von einem intensiven Wettbewerb chinesischer Anbieter und lokaler Distributeure. Die Systempreise für Aufdachanlagen gehören zu den niedrigsten weltweit und kosten nur etwa ein Drittel im Vergleich zu Deutschland.
- DIY-Mentalität und YouTube: Die Installation erfolgte oft informell; viele Bürger lernten durch YouTube-Videos, wie man Anlagen anschliesst, oder halfen sich gegenseitig.
- Geringe Bürokratie: Der Ausbau fand weitgehend ohne hinderliche bürokratische Hürden statt.
Erfolgsfaktoren der Photovoltaik in Pakistan:
Faktor |
Details und Bedeutung |
|
Zubau-Tempo |
Erhöhung des PV-Anteils auf ca. 30 % innerhalb von 5 Jahren. |
|
Akteure |
Primär private Endverbraucher, Landwirte (für Wasserpumpen), Gewerbe und Industrie. |
|
Hauptmotivation |
Kompensation von Netzinstabilität (4h Blackout täglich) und Senkung der hohen Stromkosten. |
|
Wirtschaftlichkeit |
Extrem kurze Amortisation von 2–3 Jahren bei 30 Jahren Laufzeit. |
|
Implementierung |
„Do-it-yourself“-Ansatz durch Wissenstransfer via soziale Medien (YouTube). |
|
Marktsituation |
Hoher Wettbewerbsdruck unter Importeuren sorgt für Weltbestpreise bei Komponenten. |
|
Staatliche Rolle |
Unterstützung durch Konzepte wie Net-Metering und grundsätzliches politisches Wohlwollen gegenüber privaten Investitionen zur Netzentlastung. |
Pakistan dient heute als „erster fallender Dominostein“ und Vorbild für andere Länder im Sonnengürtel, wie etwa Südafrika oder Ägypten, die ähnliche Entwicklungen zeigen könnten.

Illustration © stromzeit.ch*
Globale Erfolgsmodelle: Uruguay.
Wie konnte Uruguay in nur fünf Jahren seine Solarstrom-Kapazitäten massiv ausbauen?
Uruguay gilt neben Pakistan als eines der weltweit erfolgreichsten Modelle für eine extrem schnelle und ökonomisch vorteilhafte Energiewende. Während Pakistan durch eine private "Bottom-up"-Bewegung innerhalb von fünf Jahren seinen PV-Anteil massiv steigerte, war der Erfolg Uruguays das Ergebnis einer gezielten staatlichen Strategie, die innerhalb von weniger als 10 Jahren zu einer fast vollständigen Dekarbonisierung des Stromsektors führte.
Der Weg Uruguays zur solaren und windbasierten Unabhängigkeit.
Die Transformation Uruguays begann mit einer ökonomischen Krise:
- Der Auslöser: In den Jahren 2008 und 2009 litt das Land unter extrem hohen Energieimportkosten, da die Ölpreise bei 150 $ pro Barrel lagen. Uruguay war zu diesem Zeitpunkt zu 50 % von thermischen Kraftwerken (Öl und Gas) abhängig.
- Die strategische Entscheidung: Um sich von der Preiswillkür fossiler Brennstoffe zu befreien, beschloss die Regierung 2008 den Umstieg auf 100 % erneuerbare Energien.
- Technologiemix: Uruguay setzte massiv auf Windkraft, die Anfang der 2010er Jahre stark ausgebaut wurde. Heute wird ergänzend auch verstärkt Photovoltaik (PV) genutzt, wobei die Kombination verschiedener Technologien der Schlüssel zum Erfolg ist.
- Synergie mit Wasserkraft: Uruguay nutzt seine bestehende Wasserkraft als natürliche Batterie. Wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, wird die Wasserkraft zurückgefahren und gespeichert; weht kein Wind, wird sie zur Stabilisierung des Netzes hochgefahren.
Erfolgsfaktoren des Modells Uruguay:
Faktor |
Detail / Umsetzung |
Bedeutung |
|
Zeitrahmen |
Übergang von 50 % auf fast 100 % Erneuerbare in weniger als 10 Jahren. |
Beweis, dass eine vollständige Transformation zügig möglich ist, wenn der politische Wille vorhanden ist. |
|
Kostensenkung |
Die Stromversorgungskosten konnten durch den Umstieg halbiert werden. |
Die Energiewende ist keine Last, sondern ein ökonomischer Gewinn für das Land. |
|
Technologie-Kombination |
Mix aus Windkraft, Wasserkraft, PV und Bioenergie. |
Diversifizierung stellt die Versorgungssicherheit sicher und nutzt lokale Wettervorteile optimal aus. |
|
Regelbarkeit |
Wasserkraft dient als steuerbare Reserve für fluktuierende Quellen wie Wind und Sonne. |
Ermöglicht ein stabiles Netz ohne die Notwendigkeit fossiler Backup-Kraftwerke. |
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Politischer Konsens |
Strategischer Beschluss im Jahr 2008, getrieben durch den Energieminister. |
Langfristige Planungssicherheit ermöglichte die schnellen Investitionen Anfang der 2010er Jahre. |
Wie Uruguay den massiven Ausbau realisierte.
Im Gegensatz zu Pakistan, wo der Ausbau eher informell und durch Bürger geschah, zeichnete sich Uruguay durch eine koordinierte industrielle Umsetzung aus:
- Schnelligkeit durch Entschlossenheit: Uruguay hat das Ziel von 100 % Erneuerbaren schneller erreicht, als viele Experten es für möglich hielten (innerhalb eines Jahrzehnts statt über Generationen hinweg).
- Fokus auf Wind und PV: Aufgrund der hervorragenden Windressourcen investierte Uruguay früh in Windparks, nutzt heute jedoch auch die fallenden Preise der PV, die weltweit mittlerweile fast überall die günstigste Form der Elektrizitätsbereitstellung ist.
- Ökonomische Unvernunft vermeiden: Da die Kosten für erneuerbare Energien so stark gesunken sind (Amortisationszeiten oft nur 2 bis 5 Jahre), wurde der Ausbau in Uruguay als „No-Brainer“ betrachtet – es wäre teurer gewesen, weiterhin auf fossile Importe zu setzen.
- Flexibilität im System: Durch die Kombination von Wind und Sonne mit speicherfähiger Wasserkraft konnte Uruguay die typischen Probleme fluktuierender Energien (Dunkelflauten) ohne teure fossile Reserven lösen.
Uruguay zeigt, dass Länder durch eine Kombination aus Wind, Sonne und Wasserkraft nicht nur ihre Emissionen eliminieren, sondern gleichzeitig ihre Energiekosten massiv senken können.
Technologische Innovationen und Materialverfügbarkeit.
Die technologische Entwicklung der Photovoltaik (PV) ist durch eine kontinuierliche Effizienzsteigerung und eine strategische Anpassung der Materialnutzung geprägt, um globale Skalierungseffekte zu ermöglichen. Die Branche folgt dem Grundsatz „Wette niemals gegen Silizium“, da sich dieses Material als ideal für hocheffiziente und kostengünstige Anwendungen erwiesen hat.
Technologische Innovationen
Die Innovationen in der Solartechnik verlaufen sowohl stetig als auch in absehbaren grossen Sprüngen:
- Effizienzsteigerung: Der Wirkungsgrad von PV-Modulen nimmt jährlich um etwa 0,5 Prozentpunkte zu. Während Module vor 20 Jahren bei ca. 12 % lagen, erreichen heutige Standardmodule bereits etwa 24 %.
- Vom Multi- zum Monokristallin: Die Industrie ist fast vollständig auf monokristallines Silizium umgestiegen, da das reinere Material höhere Wirkungsgrade ermöglicht und technologische Hürden bei der Herstellung überwunden wurden.
- Tandem- und Mehrfachsolarzellen: Da reine Siliziumzellen physikalisch bei etwa 26 % an ihre Grenzen stossen, gilt die Silizium-Perowskit-Tandemtechnologie als der nächste grosse Schritt. Diese Schichtstrukturen könnten Wirkungsgrade von 30 % bis 35 % erreichen, während Tripel-Solarzellen langfristig sogar 40 % anvisieren.
- Materialeffizienz: Durch technologische Fortschritte werden die Silizium-Wafer immer dünner, was die Materialausbeute verdoppelt hat. Zudem sinkt der Energieaufwand pro installierter Kapazität mit jeder Verdopplung der Produktion um ca. 15 % (energetische Lernrate).
Materialverfügbarkeit und Substitution.
Um Engpässe bei kritischen Rohstoffen zu vermeiden, setzt die Industrie auf die Substitution seltener Materialien durch massenhaft verfügbare Stoffe:
- Silber zu Kupfer/Aluminium: Für die Kontaktierung der Solarzellen wurde lange Zeit Silber genutzt, da es der zweitbeste metallische Leiter nach Gold ist. Aufgrund der hohen Kosten und begrenzten Menge findet aktuell ein Switch auf Kupfer oder Aluminium statt. Der Weltmarktführer hat bereits Gigawatt-Kapazitäten auf Kupfertechnologie umgestellt.
- Batterietechnologien: In der Speichertechnik findet eine Abkehr von NMC-Batterien (Nickel, Mangan, Kobalt) statt, da Kobalt ein problematischer Rohstoff ist. Stattdessen dominieren heute Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP), die ohne Nickel und Kobalt auskommen.
- Natrium-Ionen-Batterien: Sollte Lithium knapp werden, steht mit der Natrium-Ionen-Technologie (Kochsalz-Basis) ein unbegrenzter Ersatz bereit, der bereits in erste Elektrofahrzeuge eingebaut wird.
- Verzicht auf Seltene Erden: In der Windkraft und bei Elektromotoren können Permanentmagneten (die Seltene Erden benötigen) durch selbsterregte elektrische Felder ersetzt werden.
Übersicht: Materialnutzung und Innovationsstatus.
Rohstoff / Komponente |
Aktueller Status |
Technologische Lösung / Substitution |
|
Silizium |
Dominanter Standard ("Goldstandard") |
Weiterentwicklung zu Tandemzellen (Perowskit) |
|
Silber |
Wird für Zellkontakte physisch reduziert |
Umstellung auf Kupfer oder Aluminium |
|
Kobalt / Nickel |
Problematisch (Abbau/Kosten) |
Wechsel zu Lithium-Eisenphosphat (LFP) |
|
Lithium |
Aktuell ausreichend, aber Fokus der Märkte |
Übergang zu Natrium-Ionen-Batterien |
|
Kupfer |
Hoher Bedarf in Leitungen/Motoren |
Substitution durch Aluminium möglich |
|
Seltene Erden |
In Permanentmagneten (Windkraft) |
Einsatz von selbsterregten elektrischen Feldern |
Diese Entwicklungen zeigen, dass die Energiewende durch technologische Innovationen zunehmend unabhängig von kritischen Rohstoffengpässen wird, indem sie auf Materialien setzt, die im Periodensystem der Elemente reichlich vorhanden sind.
Wie funktionieren Tandem-Solarzellen technisch?
Die technologischen Entwicklungen in der Photovoltaik (PV) basieren auf kontinuierlicher Materialoptimierung und dem Streben nach maximaler Effizienz. Basierend auf den Quellen lassen sich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

Illustration © stromzeit.ch*
Technische Funktionsweise von Tandem-Solarzellen.
Tandem-Solarzellen stellen den nächsten grossen Entwicklungsschritt der PV-Industrie dar, um die physikalischen Grenzen herkömmlicher Siliziumzellen zu überwinden.
- Schichtstruktur: Technisch gesehen werden bei einer Tandem-Solarzelle zwei Solarzellen direkt hintereinander gepackt (gestapelt).
- Spektrale Ausnutzung: Der entscheidende Vorteil dieser Bauweise ist, dass die verschiedenen Schichten unterschiedliche Bereiche des Lichtspektrums der Sonne optimal nutzen können.
- Materialkombination: Die Fachwelt erwartet als nächsten Standard die Silizium-Perowskit-Tandemtechnologie. Dabei dient Silizium oft als Basisschicht, während Perowskit-Schichten darauf platziert werden.
- Effizienzpotenzial: Während reine Siliziumzellen bei etwa 26 % Wirkungsgrad an ihre Grenzen stossen, ermöglichen Tandemstrukturen industriell herstellbare Wirkungsgrade von 30 % bis 35 %. Zukünftige Tripel-Solarzellen (drei Schichten) könnten diesen Wert sogar in Richtung 40 % treiben.
Vorteile des Ersatzes von Silber durch Kupfer.
Silber wird traditionell für die Kontaktfinger auf der Oberseite von Solarzellen verwendet, da es nach Gold der zweitbeste metallische Leiter ist und so extrem feine Kontakte ermöglicht. Der Wechsel zu Kupfer bietet jedoch entscheidende ökonomische und strategische Vorteile:
- Kostensenkung: Silber ist ein sehr teures Material, was die Produktionskosten der Zellen belastet. Kupfer hingegen ist wesentlich günstiger.
- Materialverfügbarkeit: Silber ist als Rohstoff begrenzt. Um die Photovoltaik auf das Terawatt-Niveau zu skalieren, muss auf massenhaft verfügbare Materialien wie Kupfer oder Aluminium umgestellt werden.
- Industrielle Umsetzung: Die technologischen Lösungen für diesen Wechsel liegen bereits seit Jahren bereit und werden aktuell vom Weltmarktführer industriell ausgerollt. Sollte auch Kupfer knapp werden, dient Aluminium als nächste Stufe der Substitution.
Der Sieg von Silizium gegen die Dünnschichttechnologie.
In den Jahren 2008 und 2009 war noch unsicher, ob sich die kristalline Silizium-PV oder die Dünnschichttechnologie durchsetzen würde. Dass Silizium das Rennen machte, hat mehrere Gründe:
- Hervorragende Materialeigenschaften: Silizium erwies sich als das überlegene Material, um gleichzeitig hocheffiziente und kostengünstige Module zu produzieren.
- „Never bet against Silicon“: Ähnlich wie in der Computerchip-Industrie profitierte die PV von der enormen Lernkurve der Halbleitertechnologie. Silizium-PV erreicht heute bei der Modulherstellung Lernraten von etwa 40 %.
- Kontinuierliche Evolution: Die Industrie konnte die Effizienz von Siliziummodulen stetig steigern (ca. 0,5 Prozentpunkte pro Jahr). Durch den Wechsel von multikristallinem zu monokristallinem Silizium konnte mit reinerem Material noch mehr Energie aus der gleichen Fläche gewonnen werden.
- Langlebigkeit und Zuverlässigkeit: Silizium gilt als der „Goldstandard“ in Bezug auf die Haltbarkeit. Es gibt Glas-Glas-Module aus den 1980er Jahren, die nach 40 Jahren noch immer über 90 % ihrer ursprünglichen Leistung liefern. Diese bewährte Stabilität konnten Dünnschichttechnologien in diesem Masse oft nicht garantieren.
Wirkungsgrade.
Die Effizienzsteigerung ist einer der zentralen Motoren der Photovoltaik-Entwicklung. Der Wirkungsgrad von PV-Modulen nimmt im Schnitt um etwa 0,5 Prozentpunkte pro Jahr zu. Während früher multikristallines Silizium aufgrund geringerer Kosten dominierte, hat sich heute das reinere monokristalline Silizium durchgesetzt, da es höhere Wirkungsgrade ermöglicht und die technologischen Herstellungshürden mittlerweile überwunden sind.
Entwicklung der Wirkungsgrade.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die historischen, aktuellen und prognostizierten Wirkungsgrade verschiedener Photovoltaik-Technologien basierend auf den Quellen:
Technologie / Zeitraum |
Wirkungsgrad (ca.) |
Bedeutung / Kontext |
|
Erste Siliziumzellen (Anfang 2000er) |
„einige Prozent“ |
Labor- und frühe Heimanwendungen. |
|
PV-Module vor 20 Jahren |
~12 % |
Stand der Technik zur Zeit der ersten EEG-Förderungen. |
|
Heutige Standardmodule |
23 – 24 % |
Aktueller Marktdurchschnitt für monokristalline Module. |
|
Physikalische Grenze (Silizium-Einzelzelle) |
~26 % |
Theoretisches Limit für reine Silizium-Technologie. |
|
Tandem-Solarzellen (Silizium-Perowskit) |
30 – 35 % |
Nächster industrieller Entwicklungsschritt. |
|
Tripel-Solarzellen |
~40 % |
Langfristiges Ziel durch Übereinanderstapeln von drei Schichten. |
|
Laborrekorde (Konzentrator-Zellen) |
47 – 48 % |
Höchstleistung unter Einsatz von Raffinessen und konzentriertem Licht. |
Höhere Wirkungsgrade sind deshalb so entscheidend, weil ein Grossteil der Systemkosten (wie Pacht, Gestelle, Glas und Installation) flächenbezogen ist. Mehr Leistung pro Fläche senkt somit die Kosten der gesamten Kette.
Markthürden für Tandem-Solarzellen.
Obwohl die grossen Photovoltaik-Hersteller weltweit intensiv an der Silizium-Perowskit-Tandemtechnologie arbeiten, gibt es signifikante Hürden für den breiten Markteintritt:
- Langlebigkeit und Stabilität: Reine Silizium-Technologie gilt als der „Goldstandard“ in Bezug auf Zuverlässigkeit. Es existieren Glas-Glas-Module aus den 1980er Jahren, die nach 40 Jahren noch immer über 90 % ihrer Leistung erbringen. Tandem-Zellen müssen erst beweisen, dass sie über Jahrzehnte hinweg eine vergleichbare Stabilität aufweisen.
- Degradationsprozesse: Eine der grössten technischen Herausforderungen besteht darin, die Degradationsprozesse – insbesondere der Perowskit-Schicht – in den Griff zu bekommen.
- Fehlende Langzeiterfahrung: Die Technologie hat sich bisher noch nicht über viele Jahre in den unterschiedlichsten Klimazonen der Welt im realen Einsatz bewährt.
- Industrielle Skalierung: Während Startups die Technologie bereits einführen, steht der grossflächige, standardisierte industrielle Rollout durch die Top-Hersteller noch bevor, wird jedoch für das Ende dieses Jahrzehnts als Standard erwartet.
In aktuellen Energiesystemmodellen wird oft noch konservativ mit Wirkungsgraden von maximal 30 % bis zum Jahr 2050 gerechnet, bis die Tandem-Technologie ihre Marktreife vollständig unter Beweis gestellt hat.
Ressourceneffizienz.
In der Photovoltaik und den begleitenden Technologien der Energiewende spielt die Ressourceneffizienz eine entscheidende Rolle, um eine globale Skalierung auf Terawatt-Niveau zu ermöglichen. Die Industrie hat durch technologische Sprünge, Materialsubstitution und effizientere Fertigungsprozesse die Abhängigkeit von knappen Rohstoffen massiv reduziert.
Strategien der Ressourceneffizienz.
Die Ressourceneffizienz lässt sich in drei zentrale Bereiche unterteilen:
- Steigerung des Wirkungsgrads: Da ein Grossteil der Systemkosten (Glas, Aluminiumrahmen, Aufständerung, Pacht) flächenbezogen ist, führt jede Steigerung des Wirkungsgrads dazu, dass pro eingesetzter Ressource mehr Energie gewonnen wird. Der Wirkungsgrad steigt historisch um etwa 0,5 Prozentpunkte pro Jahr.
- Materialsubstitution: Um Engpässe bei seltenen Erden oder teuren Metallen zu vermeiden, wechselt die Industrie auf massenhaft verfügbare Stoffe. Ein Beispiel ist der Ersatz von Silber durch Kupfer oder Aluminium in der Solarzellen-Kontaktierung.
- Energetische Lernrate: Nicht nur die finanziellen Kosten sinken, sondern auch der Energieaufwand für die Herstellung der Module. Die energetische Lernrate liegt bei etwa 15 %, was bedeutet, dass sich der Energieeinsatz pro installierter Leistung mit jeder Verdopplung der kumulierten Weltkapazität um diesen Prozentsatz verringert.
Übersicht: Materialeffizienz und Innovationsstatus.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Entwicklungen bei der Nutzung von Rohstoffen und technologischen Innovationen zusammen:
Komponente / Rohstoff |
Status Quo & Herausforderung |
Lösungsweg & Effizienzsteigerung |
|
Silizium |
Basis-Material; Wafer wurden über die Jahre deutlich dünner. |
Durch Wirkungsgradsprünge (12 % auf 24 %) wird aus der gleichen Siliziummenge heute die doppelte Energie gewonnen. |
|
Silber |
Zweitbester elektrischer Leiter; bisher Standard für Zellkontakte, aber teuer und begrenzt. |
Umstellung der Produktion auf Kupfer oder Aluminium; Weltmarktführer haben bereits Gigawatt-Kapazitäten umgestellt. |
|
Kobalt & Nickel |
Kritische Rohstoffe in NMC-Batterien (Elektroautos); begrenzte Verfügbarkeit und problematische Herkunft. |
Wechsel zu Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batterien; bereits 50 % Marktanteil bei E-Autos; stationär seit über 10 Jahren Standard. |
|
Lithium |
Aktuell ausreichend, aber potenzielle Knappheit bei massiver Skalierung. |
Einführung von Natrium-Ionen-Batterien (auf Kochsalz-Basis); technologisch gelöst und bereits im Einsatz in ersten E-Autos. |
|
Seltene Erden |
Einsatz in Permanentmagneten für Windkraft und Elektromotoren. |
Substitution durch selbsterregte elektrische Felder, die ohne Permanentmagneten auskommen. |
|
Kupfer |
Hoher Bedarf als elektrischer Leiter in Motoren und Leitungen. |
Substitution durch Aluminium möglich; Windkraftanlagen mit Aluminiumwicklungen sind bereits am Markt erhältlich. |
Fazit zur technologischen Evolution.
Die Quellen verdeutlichen, dass die Energiewende nicht an Rohstoffmangeln scheitern muss. Sobald Preissignale Knappheit anzeigen, liegen technologische Lösungen oft bereits „fertig in der Schublade“, wie der seit 20 Jahren bekannte Wechsel von Silber auf Kupfer zeigt. Durch die Kombination aus Standardisierung, Modularisierung und industrieller Massenfertigung werden Ressourcen immer effizienter genutzt, was die Photovoltaik zur nachhaltigsten und günstigsten Energiequelle macht.
Sektorenkopplung und "Power-to-X", direkte Elektrifizierung.
Die Sektorenkopplung und die damit verbundene direkte sowie indirekte Elektrifizierung (Power-to-X) bilden das Rückgrat eines kostengünstigen, globalen Energiesystems, das bis Mitte des Jahrhunderts zu 70 % bis 80 % auf Photovoltaik (PV) basieren kann. Das Ziel ist es, fossile Energieträger in allen Lebensbereichen durch Strom aus erneuerbaren Quellen zu ersetzen, wobei die direkte Elektrifizierung aufgrund ihrer hohen Effizienz stets Vorrang hat.

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1. Direkte Elektrifizierung: Der effizienteste Pfad.
Die direkte Nutzung von Strom ist der technologische Standard, um den Energiebedarf mit geringsten Verlusten zu decken. Laut den Quellen werden folgende Bereiche konsequent elektrifiziert:
- Wärmesektor: Die Wärmepumpe fungiert als zentraler Baustein für Niedertemperaturwärme. Sie wird im Sommer primär durch PV-Strom und im Winter durch Windkraft betrieben.
- Mobilität auf der Strasse: Nahezu alles, was sich auf der Strasse fortbewegt – vom PKW über Lastkraftwagen bis hin zu Zweirädern –, wird direkt elektrisch betrieben. Experten prognostizieren hier einen Elektrifizierungsgrad von bis zu 98 %.
- Kurzstrecken-Transport: Im Schiffsverkehr sind Entfernungen bis 100 km (Fähren) und im Flugverkehr Distanzen bis 500 km bereits heute oder in naher Zukunft batterieelektrisch effizienter und günstiger abzubilden.
- Industrie und Wasser: Verfahren wie die Meerwasserentsalzung oder die Herstellung von Sekundärstahl (Recycling) lassen sich hervorragend direkt elektrisch betreiben.
2. Sektorenkopplung und Power-to-X: "Grüne Moleküle".
Überall dort, wo die direkte Elektrifizierung an physikalische oder ökonomische Grenzen stösst (z. B. Langstreckenflüge, schwere Chemie), kommen chemisch gebundene Energieträger ins Spiel.
- Wasserstoff als Basis: Die Umwandlungskette beginnt meist mit Wasserstoff, der per Elektrolyse gewonnen wird. Da Wasserstoff jedoch schwierig zu handhaben ist ("kleinstes Molekül des Universums"), wird er oft zu besser transportablen Molekülen weiterverarbeitet.
- Methanol: Dies gilt als Schlüsselrohstoff für die chemische Industrie (Ersatz für Öl/Gas bei der Herstellung von Kunststoffen und Aromaten) und als Treibstoff für die Containerschifffahrt.
- Ammoniak: Unverzichtbar für die Düngemittelproduktion und potenziell als kohlenstofffreier Treibstoff für die internationale Seeschifffahrt.
- Synthetisches Kerosin (SAF): Für Langstreckenflüge (z. B. München nach Los Angeles) wird über Fischer-Tropsch-Verfahren oder Methanol-Routen künstliches Kerosin auf Strombasis hergestellt.
- Stahlherstellung: Bei der Primärstahlproduktion dient Wasserstoff als notwendiges Reduktionsmittel, um Eisenerz ohne Kohle zu verarbeiten.
3. Flexibilität durch Sektorenkopplung.
Ein entscheidender Vorteil der Kopplung ist die Flexibilisierung des Netzes. Flexible Nachfragen, wie das Laden von E-Autos oder der Betrieb von Elektrolyseuren, reagieren auf das Angebot:
- Preissignale: Wenn viel Sonne und Wind verfügbar sind, sinken die Preise, und Speicher werden beladen oder Wasserstoff wird produziert.
- Speicherung: Wasserstoff kann, ähnlich wie heute Erdgas, in riesigen Salzkavernen unterirdisch zwischengespeichert werden, um die Grundlast für die Industrie abzusichern.
Übersicht: Sektorenkopplung und Elektrifizierungsstrategie:
Bereich |
Technologie / Verfahren |
Elektrifizierungstyp |
Bedeutung / Innovation |
|
Niedertemperaturwärme |
Wärmepumpen |
Direkte Elektrifizierung |
Hocheffizient; nutzt PV im Sommer und Wind im Winter. |
|
Strassenverkehr |
E-PKW, E-LKW, E-Zweiräder |
Direkte Elektrifizierung |
Ersetzt Verbrennungsmotoren fast vollständig (bis zu 98 %). |
|
Kurzstrecken-Transport |
Batterieelektrische Fähren & Kurzstreckenflieger |
Direkte Elektrifizierung |
Ökonomisch vorteilhaft bei Distanzen bis 100 km (Schiff) bzw. 500 km (Flug). |
|
Schwerindustrie (Stahl) |
Wasserstoff-Direktreduktion |
Indirekt (Power-to-H2) |
Wasserstoff ersetzt Kohle als Reduktionsmittel bei Primärstahl. |
|
Chemieindustrie |
Grünes Methanol |
Indirekt (Power-to-Methanol) |
Basisbaustein für Kunststoffe; eleganter zu händeln als Öl oder Gas. |
|
Langstrecken-Flug |
Synthetisches Kerosin (SAF) |
Indirekt (Power-to-Liquid) |
Strombasiert; notwendig für interkontinentale Flüge. |
|
Landwirtschaft |
Grüner Ammoniak |
Indirekt (Power-to-Ammonia) |
Sichert die weltweite Düngemittelproduktion ohne fossiles Erdgas. |
|
Flexibilisierung |
Elektrolyseure |
Sektorenkopplung |
Laufen nur bei günstigen Strompreisen (2.000–3.000 Std./Jahr). |
Durch diesen massiven Ausbau der Elektrifizierung wird das globale Stromsystem in Zukunft um den Faktor 3 bis 5 grösser sein als heute, was den Bedarf an stärkeren und intelligenteren Netzen unterstreicht.
Sektorenkopplung und "Power-to-X", Grüne Moleküle.
Die Sektorenkopplung und die damit verbundenen Verfahren des „Power-to-X“ bilden die Grundlage für ein globales Energiesystem, das bis zur Mitte des Jahrhunderts zu etwa 70 % bis 80 % auf Photovoltaik (PV) basieren kann. Dabei wird zwischen der direkten Elektrifizierung, die aufgrund ihrer hohen Effizienz bevorzugt wird, und der indirekten Elektrifizierung über chemische Energieträger („Grüne Moleküle“) unterschieden.

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Direkte Elektrifizierung als primärer Pfad.
Die direkte Nutzung von Strom ist der effizienteste Weg, um fossile Brennstoffe zu ersetzen. Laut den Quellen werden folgende Bereiche konsequent direkt elektrifiziert:
- Wärmesektor: Die Wärmepumpe fungiert als zentraler Baustein für die Niedertemperaturwärme und nutzt im Sommer primär PV-Strom, während im Winter Windkraft dominiert.
- Strassenverkehr: Nahezu alle Fahrzeuge auf der Strasse, von PKWs über Lastkraftwagen bis hin zu Zweirädern, werden künftig elektrisch betrieben, wobei ein Elektrifizierungsgrad von 97 % bis 98 % erreicht werden kann.
- Kurzstrecken-Transport: Batterien sind bereits heute für Fähren auf Distanzen bis 100 km und für den Flugverkehr bis 500 km die ökonomisch günstigere Lösung.
- Industrielle Prozesse: Verfahren wie die Meerwasserentsalzung oder das Recycling von Stahl (Sekundärstahl) lassen sich hocheffizient direkt mit Strom betreiben.
Power-to-X und „Grüne Moleküle“.
Überall dort, wo Batterien aufgrund der benötigten Energiedichte oder chemischen Eigenschaften an ihre Grenzen stossen, kommen indirekte Verfahren (Power-to-X) zum Einsatz. Die Umwandlungskette beginnt meist mit Wasserstoff, der jedoch aufgrund seiner schwierigen Handhabung oft zu besser transportablen Molekülen weiterverarbeitet wird.
- Grünes Methanol: Es dient als universeller Baustein für die Chemieindustrie zur Herstellung von Kunststoffen und Aromaten sowie als Treibstoff für die internationale Containerschifffahrt.
- Grüner Ammoniak: Dieses Molekül ist essenziell für die weltweite Düngemittelproduktion und wird als potenzieller kohlenstofffreier Treibstoff für Schiffe diskutiert.
- Synthetisches Kerosin (SAF): Für interkontinentale Langstreckenflüge wird strombasiertes Kerosin benötigt, da Batterien hierfür nicht ausreichen.
- Stahlherstellung: Bei der Produktion von neuem Stahl (Primärstahl) dient Wasserstoff als notwendiges Reduktionsmittel, um Eisenerz ohne den Einsatz von Kohle zu verarbeiten.
Flexibilität und Standortvorteile.
Die Produktion dieser Moleküle bietet dem Energiesystem eine enorme Flexibilität, da Elektrolyseure bevorzugt in den 2.000 bis 3.000 Stunden pro Jahr laufen können, in denen Strom aus Wind und Sonne besonders günstig ist. Der gewonnene Wasserstoff kann in unterirdischen Salzkavernen zwischengespeichert werden, um eine konstante Versorgung der Industrie sicherzustellen. Da die Kosten für PV-Strom in sonnenreichen Regionen wie Spanien, Marokko oder Namibia extrem niedrig sind, werden diese Länder voraussichtlich zu bedeutenden Exporteuren grüner Moleküle für den Weltmarkt.
Übersicht: Sektorenkopplung und Elektrifizierungsstrategie:
Anwendungsbereich |
Technologie / Verfahren |
Elektrifizierungstyp |
Bedeutung / Ziel |
|
Niedertemperaturwärme |
Wärmepumpen |
Direkte Elektrifizierung |
Hocheffiziente Nutzung von PV- und Windstrom. |
|
Strassenverkehr |
E-Autos, E-LKW, E-Bikes |
Direkte Elektrifizierung |
Ersetzt fast vollständig fossile Verbrennungsmotoren. |
|
Kurzstreckentransport |
E-Fähren, E-Flugzeuge |
Direkte Elektrifizierung |
Günstiger bei Distanzen bis 100 km (See) bzw. 500 km (Luft). |
|
Seeschifffahrt |
Methanol, Ammoniak |
Indirekt (Power-to-X) |
Notwendig für interkontinentale Logistikketten. |
|
Langstreckenflug |
Synthetisches Kerosin (SAF) |
Indirekt (Power-to-X) |
Ermöglicht CO2-freie interkontinentale Flüge. |
|
Chemieindustrie |
Grünes Methanol |
Indirekt (Power-to-X) |
Basisrohstoff für Kunststoffe; ersetzt Öl und Gas. |
|
Primärstahl |
Wasserstoff-Direktreduktion |
Indirekt (Power-to-X) |
Ersetzt Kohle als Reduktionsmittel im Hochofen. |
|
Landwirtschaft |
Grüner Ammoniak |
Indirekt (Power-to-X) |
Sichert nachhaltige Düngemittelproduktion weltweit. |
Sektorenkopplung und "Power-to-X", Offgrid-Lösungen.
Die Sektorenkopplung und die damit verbundenen Verfahren des „Power-to-X“ bilden die Grundlage für ein globales Energiesystem, das bis zur Mitte des Jahrhunderts zu etwa 70 % bis 80 % auf Photovoltaik (PV) basieren kann. Dabei wird strikt zwischen der hocheffizienten direkten Elektrifizierung und der indirekten Elektrifizierung über chemische Energieträger („Grüne Moleküle“) unterschieden. Ergänzend dazu gewinnen Offgrid-Lösungen an Bedeutung, um den massiven Energiebedarf neuer Industrien ohne Netzengpässe zu decken.
1. Sektorenkopplung und Direkte Elektrifizierung.
Die Sektorenkopplung zielt darauf ab, fossile Energieträger in allen Sektoren durch Strom aus erneuerbaren Quellen zu ersetzen. Die direkte Nutzung von Strom gilt dabei als der ökonomische und energetische Goldstandard, da sie die geringsten Umwandlungsverluste aufweist.
- Wärmesektor: Der Einsatz von Wärmepumpen für die Niedertemperaturwärme ist hocheffizient. Sie nutzen im Sommer bevorzugt PV-Strom und im Winterhalbjahr Windkraft.
- Mobilität: Der Strassenverkehr kann fast vollständig (zu 97 % bis 98 %) direkt elektrifiziert werden, was PKWs, LKWs und Zweiräder einschliesst. Batterien sind zudem für den Kurzstrecken-Transport bereits heute überlegen, etwa bei Fähren bis 100 km und Flugzeugen bis 500 km.
- Industrie: Prozesse wie die Meerwasserentsalzung oder das Recycling von Stahl (Sekundärstahl) lassen sich hervorragend direkt elektrisch betreiben.
2. Power-to-X: Die Rolle der „Grünen Moleküle“.
Wo die direkte Elektrifizierung an physikalische Grenzen stösst (z. B. bei der Energiedichte für Langstrecken oder in der chemischen Synthese), kommt Power-to-X zum Einsatz. Die Kette beginnt meist mit der Elektrolyse von Wasserstoff, der aufgrund seiner schwierigen Handhabung oft weiterveredelt wird.
- Grünes Methanol: Es dient der Chemieindustrie als eleganter Ersatz für Öl und Gas, um Kunststoffe (Olefine) und Aromaten herzustellen. Zudem nutzt die Grossschifffahrt (z. B. Mærsk) Methanol bereits als Treibstoff für Containerschiffe.
- Grüner Ammoniak: Er ist unverzichtbar für die nachhaltige Düngemittelproduktion und wird als kohlenstofffreier Treibstoff für den internationalen Seetransport diskutiert.
- Synthetisches Kerosin (SAF): Für interkontinentale Langstreckenflüge (z. B. München nach Los Angeles) ist strombasiertes Kerosin auf absehbare Zeit die einzige CO2-freie Lösung.
- Stahlherstellung: Wasserstoff fungiert bei der Primärstahlproduktion als notwendiges Reduktionsmittel, um Eisenerz ohne Kohle zu verarbeiten.
3. Offgrid-Lösungen für Hochleistungssektoren.
Ein neuer Trend in der Energiewende ist die netzunabhängige Versorgung (Offgrid) von industriellen Grossverbrauchern. Dies geschieht nicht nur in entlegenen Regionen, sondern zunehmend zur Umgehung von Infrastrukturengpässen.
- KI-Rechenzentren: Da Netzanschlusspunkte oft voll sind und der Ausbau Jahre dauert, werden gigantische Rechenzentren künftig direkt mit eigenen PV-Parks, Windkraftanlagen und Batterien betrieben. Gasturbinen decken dabei lediglich 5 % bis 10 % zur Absicherung ab.
- Synthetische Kraftstoffanlagen: Anlagen für Power-to-X sind oft so gross (im Gigawatt-Massstab), dass sie physisch nicht sinnvoll in bestehende Netze integrierbar sind. Ein Beispiel ist ein Projekt in Namibia, bei dem eine 2,4-GW-Wasserstoffproduktion völlig isoliert vom nationalen Netz geplant wird.
Übersicht: Strategien der Sektorenkopplung und Offgrid-Nutzung:
Anwendungsbereich |
Technologie / Energieträger |
Typ der Elektrifizierung |
Besonderheit / Status |
|
Niedertemperaturwärme |
Wärmepumpen |
Direkt |
Hocheffizient; Standard für Gebäude. |
|
Strassenverkehr |
E-PKW / E-LKW |
Direkt |
Ersetzt fast 100 % der Verbrenner. |
|
Langstreckenflug |
Synthetisches Kerosin (SAF) |
Indirekt (PtX) |
Notwendig für interkontinentale Flüge. |
|
Chemieindustrie |
Grünes Methanol |
Indirekt (PtX) |
Universalbaustein für Kunststoffe. |
|
Düngemittel |
Grüner Ammoniak |
Indirekt (PtX) |
Sichert die Welternährung ohne Erdgas. |
|
KI-Rechenzentren |
PV + Wind + Batterie |
Offgrid |
Umgeht Netzengpässe; sehr schnelle Umsetzung. |
|
Grossindustrie (PtX) |
Elektrolyseure |
Offgrid |
Massenproduktion in sonnenreichen Regionen (z.B. Namibia). |
Durch die Kombination dieser Ansätze kann ein Energiesystem geschaffen werden, das nicht nur klimaneutral ist, sondern durch die niedrigen Kosten der Photovoltaik (teils unter 20 €/MWh) ökonomisch attraktiver als das bisherige fossile System ist.
Welche Rolle spielt Photovoltaik bei der Herstellung von grünem Wasserstoff?
Photovoltaik (PV) spielt eine entscheidende Rolle als kostengünstige Primärenergiequelle für die Herstellung von grünem Wasserstoff im Rahmen der sogenannten indirekten Elektrifizierung oder „Power-to-X“. Da die Gestehungskosten für PV-Strom weltweit massiv gesunken sind – in günstigen Regionen bereits auf unter 20 € pro Megawattstunde –, bildet sie das ökonomische Fundament, um Wasserstoff wettbewerbsfähig zu produzieren.
Folgende Aspekte charakterisieren die Rolle der Photovoltaik in diesem Prozess:
- Ausgangspunkt für grüne Moleküle: Überall dort, wo die direkte Elektrifizierung (z. B. Wärmepumpen oder E-Mobilität) an physikalische Grenzen stösst, wird Wasserstoff benötigt. PV-Strom wird genutzt, um mittels Elektrolyse Wasserstoff herzustellen, der dann als Basis für weitere Energieträger wie Ammoniak, Methanol oder synthetisches Kerosin dient.
- Flexibilisierung des Energiesystems: Elektrolyseure können flexibel betrieben werden und nutzen gezielt die Phasen, in denen PV-Strom (und Windkraft) im Überfluss und somit besonders günstig zur Verfügung steht. Es ist ökonomisch sinnvoll, diese Anlagen etwa 2.000 bis 3.000 Stunden im Jahr laufen zu lassen, wenn die Strompreise niedrig sind.
- Offgrid-Grossprojekte: Da für die Wasserstoffproduktion enorme Kapazitäten im Gigawatt-Bereich benötigt werden, entstehen zunehmend netzunabhängige (offgrid) Lösungen. Ein Beispiel ist ein Projekt in Namibia, bei dem eine 2,4-GW-Wasserstoffanlage völlig isoliert vom nationalen Netz direkt durch grossflächige PV-Parks gespeist wird.
- Industrielle Anwendung: In der Stahlherstellung wird durch PV-Strom erzeugter Wasserstoff als notwendiges Reduktionsmittel eingesetzt, um Eisenerz ohne den Einsatz von Kohle zu verarbeiten.
- Geopolitische Standortvorteile: Regionen mit extrem hoher Sonneneinstrahlung wie Spanien, Marokko, Ägypten oder Namibia werden durch die Kombination aus günstiger Photovoltaik und Wasserstoffproduktion zu attraktiven Exporteuren für den Weltmarkt. Da der direkte Transport von Wasserstoff über weite Distanzen ökonomisch schwierig ist, wird er oft vor Ort in leichter transportable Derivate wie Ammoniak umgewandelt.
Die Photovoltaik ist der wichtigste Treiber, um die für die Wasserstoffwirtschaft benötigten enormen Mengen an günstiger Energie bereitzustellen, wobei Schätzungen davon ausgehen, dass PV bis zur Mitte des Jahrhunderts 70 % bis 80 % der globalen Primärenergieversorgung decken könnte.
Flexibilität und Netze und Speicher.
In einem Energiesystem, das zu einem Grossteil auf Photovoltaik (70–80 %) und Windkraft basiert, verschiebt sich der Fokus von der reinen Erzeugung hin zur Flexibilisierung und dem Netzausbau. Das Ziel ist, die Stromnachfrage über alle 8760 Stunden des Jahres hinweg kosteneffizient zu decken.

Illustration © stromzeit.ch*
Flexibilität und die „Faktor-2-Regel“.
Ein stabiles Netz, das auf fluktuierenden Erneuerbaren basiert, erfordert zusätzliche Infrastruktur. Man nutzt hierfür eine Daumenregel: Um ein System angebotsseitig so zu stabilisieren, dass jede Stunde des Jahres der Bedarf gedeckt ist (inklusive Speichern und Abregelung), müssen die reinen Erzeugungskosten etwa mit dem Faktor 2 multipliziert werden.
Die Flexibilität wird dabei durch drei Säulen erreicht:
- Diverse Erzeugungsformen: Eine Kombination aus PV und Wind ist in Europa essenziell (ca. 80 % Anteil zusammen), ergänzt durch steuerbare Quellen wie Wasserkraft oder Bioenergie.
- Flexible Nachfrage: Anstatt dass die Erzeugung der Last folgt, passt sich die Nachfrage dem Angebot an. Dazu gehören das Laden von E-Autos, der Betrieb von Wärmepumpen oder Elektrolyseure, die bevorzugt bei günstigen Strompreisen laufen.
- Speichersysteme: Diese gleichen kurzfristige (Batterien) und langfristige (Wasserstoff) Schwankungen aus.
Netze: Ausbau und Dezentralisierung.
Die vollständige Elektrifizierung aller Sektoren führt dazu, dass das globale Stromsystem künftig um den Faktor 3 bis 5 grösser sein wird als heute.
- Netzstärkung: Es werden grundsätzlich stärkere und besser ausgelastete Netze benötigt. Ein starkes europäisches Verbundnetz ist dabei von Vorteil, um Wettersysteme über den Kontinent hinweg auszugleichen.
- Lokaler Ausgleich: Je mehr Energie direkt auf der Verteilnetzebene (z. B. durch PV auf Dächern in Kombination mit Batterien und E-Autos) ausgeglichen wird, desto weniger muss das Übertragungsnetz belastet werden.
- Offgrid-Lösungen: Aufgrund langer Wartezeiten für Netzanschlüsse werden Grossverbraucher wie KI-Rechenzentren oder Anlagen für synthetische Kraftstoffe zunehmend autark (offgrid) mit eigenen PV- und Windparks sowie Speichern betrieben.
Speichertechnologien.
Speicher sind heute aufgrund der volatilen Marktpreise hochrentabel. Wenn PV- und Windstrom im Überfluss vorhanden sind, sinken die Preise im Grosshandel massiv, was das perfekte Geschäftsmodell für Speicher darstellt.
- Batteriespeicher: Diese werden aktuell in grossen Mengen in das System integriert. Unter aktuellen Marktstrukturen können sich Batteriespeicher bereits in 3 bis 5 Jahren amortisieren. Sie dienen primär als Kurzfrist- oder Tagesspeicher.
- Wasserstoffspeicher: Für die saisonale Absicherung und die Industrie wird Wasserstoff in unterirdischen Salzkavernen gespeichert – ein technologisch bewährtes Verfahren, das bereits seit Jahrzehnten für Erdgas genutzt wird.
- Wasserkraft als Batterie: Länder wie Uruguay oder Norwegen nutzen ihre Wasserkraft als steuerbare Reserve, um Schwankungen von Wind und Sonne unmittelbar auszugleichen.
Übersicht: Infrastruktur und Flexibilität im solaren Zeitalter.
Komponente |
Funktion & Rolle im System |
Wirtschaftliche / Technische Details |
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Batteriespeicher |
Kurzfristiger Ausgleich von Tag/Nacht-Schwankungen. |
Amortisationszeit von oft nur 3–5 Jahren durch Preisarbitrage. |
|
Wasserstoff (H2) |
Langfristige/saisonale Speicherung; Grundlast für die Industrie. |
Speicherung in Salzkavernen; Betrieb der Elektrolyseure bei Niedrigpreisen. |
|
Flexible Nachfrage |
Lastmanagement (E-Autos, Wärmepumpen, Elektrolyse). |
Reduziert den Bedarf an teuren Backup-Kraftwerken durch Preissignale. |
|
Stromnetze |
Überregionaler Ausgleich; Integration dezentraler Ressourcen. |
Zukünftiger Energiefluss 3–5 Mal höher; Tendenz zu autarken Offgrid-Industrieparks. |
|
Wasserkraft |
Regelbare Reserve und „natürliche Batterie“. |
Ermöglicht in Ländern wie Uruguay eine Transformation auf 100 % Erneuerbare in nur 10 Jahren. |
Batterietechnologien.
In einem Energiesystem, das massgeblich auf fluktuierenden Quellen wie Photovoltaik und Wind basiert, übernimmt die Batterietechnologie die entscheidende Rolle der Flexibilisierung, um die Stromnachfrage über alle 8760 Stunden des Jahres hinweg zu decken. Batterien ermöglichen es, die tageszeitlichen Preisschwankungen am Markt zu nutzen: Strom wird bei Sonnenschein günstig gespeichert und bei Dunkelheit wieder abgegeben.
Wirtschaftlichkeit und Marktdynamik.
- Amortisation: Aufgrund der starken Preissignale (günstiger PV-Strom vs. teurer Strom bei Nacht) sind Batteriespeicher unter aktuellen Marktbedingungen oft bereits innerhalb von drei bis fünf Jahren amortisiert.
- Vermeidung von Netzausbau: Insbesondere für riesige Rechenzentren (KI) bietet sich eine Kombination aus PV, Wind und Batterien an, um diese offgrid (netzunabhängig) zu betreiben und so langwierige Netzanschlussverfahren zu umgehen.
- Anwendungsbereiche: Neben der stationären Speicherung sind Batterien der Treiber für die Elektrifizierung des Verkehrs, von PKW und LKW bis hin zu Fähren (bis 100 km) und Kurzstreckenflugzeugen (bis 500 km).
Technologische Entwicklung und Materialwahl.
Die Batterietechnologie durchläuft derzeit einen massiven Wandel, um Materialengpässe und ethische Probleme beim Rohstoffabbau (z. B. Kobalt im Kongo) zu lösen:
- Abkehr von NMC: Die bisher dominierenden NMC-Batterien (Nickel, Mangan, Kobalt) werden zunehmend durch LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) ersetzt, die ohne Nickel und Kobalt auskommen. LFP hat bereits einen Marktanteil von 50 % bei Elektrofahrzeugen erreicht.
- Natrium-Ionen-Batterien als Alternative: Um eine potenzielle Knappheit von Lithium zu umgehen, wird die Natrium-Ionen-Technologie (auf Kochsalzbasis) eingeführt. Diese Technologie ist für stationäre Anwendungen bereits verfügbar und wird aktuell in die ersten Elektrofahrzeuge eingebaut.
- Zukunftstechnologien: Für Anwendungen mit extrem hohen Anforderungen an die Energiedichte (z. B. Flugzeuge oder Militärdrohnen) werden Festkörper-Lithium-Batterien entwickelt, die jedoch für den Massenmarkt bei Autos vorerst noch zu teuer sein könnten.
Übersicht der Batterietechnologien.
|
Batterietyp |
Merkmale & Materialien |
Hauptanwendungen |
|
NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) |
Sehr hohe Energiedichte; nutzt kritische Rohstoffe (Kobalt, Nickel). |
Elektrofahrzeuge; Anwendungen mit Fokus auf Reichweite/Gewicht. |
|
LFP (Lithium-Eisenphosphat) |
Kostengünstiger; keine kritischen Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel; langlebig. |
50 % der E-Autos; seit über 10 Jahren Standard bei stationären Speichern. |
|
Natrium-Ionen |
Basiert auf unbegrenzten Ressourcen (Kochsalz); löst das Lithium-Problem. |
Stationäre Speicher; erste Serien-E-Autos der Marktführer. |
|
Festkörper (Solid-State) |
Nächste Entwicklungsstufe; Ionen wandern nicht mehr hin und her; sehr hohe Dichte. |
Potenzial für Flugzeuge und Militär (Drohnen); aktuell noch teuer. |
Die Entwicklung zeigt, dass sich Rohstoffprobleme in der Batterietechnik oft innerhalb von 15 Jahren durch technologische Innovationen in Wohlgefallen auflösen, da die Industrie bei Preissignalen für knappe Materialien schnell auf "ready on the shelf" liegende Alternativen ausweicht.
Flexibilität und Netze, Netzausbau.
Könnten Natrium-Ionen-Batterien die Abhängigkeit von Lithium komplett beenden?
Die Transformation hin zu einem primär auf Photovoltaik (PV) basierenden Energiesystem erfordert einen massiven Ausbau der Infrastruktur sowie eine grundlegende Neugestaltung der Netzflexibilität. Laut den Quellen wird das globale Stromsystem durch die vollständige Elektrifizierung aller Sektoren künftig um den Faktor 3 bis 5 grösser sein als heute.
Flexibilität, Netze und Netzausbau.
Ein stabiles Netz, das zu grossen Teilen aus fluktuierenden Quellen gespeist wird, muss die Versorgung über alle 8760 Stunden des Jahres sicherstellen. Man nutzt auch hierfür die Daumenregel des „Faktors 2“: Die reinen Stromerzeugungskosten von PV und Wind müssen verdoppelt werden, um die notwendige Hintergrundinfrastruktur (Speicher, Netze, Abregelung) für ein jederzeit stabiles Angebot zu finanzieren.
Die wichtigsten Strategien für den Netzausbau und die Flexibilisierung umfassen:
- Stärkung und Auslastung der Netze: Es werden grundsätzlich stärkere Netze benötigt, wobei eine hohe Auslastung (mehr als nur 1000–2000 Stunden pro Jahr) entscheidend für die Wirtschaftlichkeit ist.
- Lokaler Ausgleich: Ein hoher Anteil an PV auf Dächern in Kombination mit Batterien und Elektromobilität ermöglicht es, Energie direkt auf der Verteilnetzebene auszugleichen, was das Übertragungsnetz entlastet.
- Europäisches Verbundnetz: Ein starkes kontinentales Netz ist notwendig, um Wetterphänomene, die über mehrere Tage über Europa hinwegziehen, über grosse Distanzen auszugleichen.
- Offgrid-Lösungen für Grossverbraucher: Aufgrund langer Wartezeiten für Netzanschlüsse werden riesige KI-Rechenzentren oder Power-to-X-Anlagen (z. B. in Namibia) zunehmend autark (offgrid) mit eigenen PV- und Windparks sowie Speichern geplant.
Übersicht: Infrastruktur und Netzaspekte im solaren Zeitalter.
Bereich |
Herausforderung / Bedarf |
Strategische Lösung |
|
Systemgrösse |
Strombedarf steigt durch Elektrifizierung um Faktor 3–5. |
Massiver Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze. |
|
Netzauslastung |
Unregelmässige Einspeisung gefährdet Wirtschaftlichkeit. |
Flexibilisierung der Nachfrage (Sektorenkopplung) zur besseren Auslastung. |
|
Regionale Asymmetrie |
Erzeugung (z. B. Wind im Norden) oft fern vom Verbrauch (Süden). |
Bau von HGÜ-Leitungen und Erzeugung näher am Verbraucher. |
|
Anschlussengpässe |
Lange Wartezeiten für industrielle Netzanschlüsse. |
Offgrid-Systeme für Rechenzentren und Wasserstoffproduktion. |
|
Versorgungssicherheit |
Ausgleich von Tag/Nacht- und saisonalen Schwankungen. |
Einsatz von Kurzzeitspeichern (Batterien) und Langzeitspeichern (Wasserstoff). |
Beendigung der Lithium-Abhängigkeit durch Natrium-Ionen-Batterien.
In Bezug auf Ihre Frage zu Natrium-Ionen-Batterien sind die Quellen sehr deutlich: Diese Technologie hat das Potenzial, die Abhängigkeit von Lithium für den Massenmarkt nahezu komplett zu beenden.
Das Rohstoffproblem ist bei Batterien als im Kern „seit zwei bis drei Jahren gelöst“. Die wichtigsten Erkenntnisse dazu sind:
- Unlimitierte Ressourcen: Natrium (auf Kochsalzbasis) ist im Gegensatz zu Lithium weltweit nahezu unbegrenzt verfügbar.
- Marktreife: Natrium-Ionen-Batterien sind für stationäre Anwendungen bereits erhältlich und werden aktuell von führenden Herstellern in die Serienproduktion von Elektrofahrzeugen eingeführt.
- Technologischer Wandel: Die Geschichte der Batterien zeigt, wie technologische Innovationen (wie der Wechsel von Kobalt-haltigen NMC-Batterien zu LFP-Batterien) Materialengpässe innerhalb weniger Jahre auflösen können.
- Spezialisierung: Während Natrium-Ionen-Batterien die Basis für den Massenmarkt bei Autos und Heimspeichern bilden könnten, werden für extreme Anforderungen (z. B. Luftfahrt) eventuell weiterhin spezialisierte Lithium-Lösungen (wie Festkörperbatterien) genutzt.
Natrium-Ionen-Batterien stehen als eine „Ready-on-the-shelf“-Lösung bereit, die sofort grossflächig skaliert werden kann, sobald wirtschaftliche oder physische Knappheiten bei Lithium auftreten.
Flexibilität: Netze und flexible Nachfrage.
In einem Energiesystem, das massgeblich auf fluktuierenden Quellen wie Photovoltaik (PV) und Windkraft basiert, ist die Flexibilisierung der Nachfrage sowie der massive Ausbau und die intelligente Steuerung der Netze von zentraler Bedeutung. Laut den Quellen wird PV bis zur Mitte des Jahrhunderts etwa 70 bis 80 % der globalen Primärenergieversorgung decken, was eine grundlegende Transformation der Infrastruktur erfordert.
Flexibilität und die „Faktor-2-Regel“.
Ein stabiles Netz, das auf Erneuerbaren Energien basiert, muss jede Stunde des Jahres den Bedarf decken. Hierfür gilt die Daumenregel: Um die reinen Stromerzeugungskosten von PV und Wind für ein stabiles Gesamtsystem (inklusive Infrastruktur, Speichern und Abregelung) abzusichern, müssen diese etwa mit dem Faktor 2 multipliziert werden. Diese zusätzlichen Kosten ermöglichen es, den Lastgang an das dargebotsabhängige Angebot anzupassen.
Flexible Nachfrage: Strom folgt dem Angebot.
Die herkömmliche Logik, bei der die Erzeugung der Last folgt, kehrt sich um: Die Nachfrage muss flexibel auf das Angebot reagieren. Dies wird primär durch Preissignale im Grosshandel gesteuert.
- Elektromobilität: Ein Elektroauto muss nicht täglich geladen werden; es stellt eine enorme flexible Nachfrage dar, die gezielt dann bedient werden kann, wenn die Sonne scheint oder der Wind weht.
- Wärmesektor: Wärmepumpen können in Phasen günstiger Strompreise Wärme erzeugen und gegebenenfalls zwischenspeichern.
- Elektrolyseure: Die Produktion von grünem Wasserstoff ist hochflexibel. Diese Anlagen laufen idealerweise nur in den 2.000 bis 3.000 Stunden des Jahres, in denen Strom im Überfluss und somit extrem günstig zur Verfügung steht.
- Industrielle Prozesse: Verfahren wie die Meerwasserentsalzung sind hocheffizient und lassen sich gut an das Energieangebot anpassen.
Netze: Ausbau und Dezentralisierung.
Da das künftige Energiesystem durch die vollständige Elektrifizierung (direkt und indirekt) um den Faktor 3 bis 5 grösser sein wird als heute, ist ein massiver Netzausbau unverzichtbar.
- Lokaler Ausgleich: Je mehr Energie direkt auf der Verteilnetzebene (z. B. durch PV auf Dächern in Kombination mit Batterien und E-Autos) ausgeglichen wird, desto weniger muss das Übertragungsnetz belastet werden.
- Europäisches Verbundnetz: Ein starkes kontinentales Netz ist essenziell, um Wettersysteme auszugleichen, die über mehrere Tage hinweg über Europa ziehen (z. B. von Irland über Deutschland bis Finnland).
- Offgrid-Lösungen: Aufgrund langer Wartezeiten für Netzanschlüsse werden Grossverbraucher wie KI-Rechenzentren zunehmend autark (offgrid) mit eigenen PV-, Windparks und Speichern betrieben.
Übersicht: Flexibilität und Netzinfrastruktur.
Komponente |
Rolle im Energiesystem |
Flexibilitätsvorteil |
|
Flexible Nachfrage |
Lastmanagement bei E-Autos, Wärmepumpen und Industrie. |
Nutzt Preissignale; reduziert den Bedarf an teuren Backup-Kraftwerken. |
|
Batteriespeicher |
Kurzfristiger Ausgleich von Tag- und Nachtschwankungen. |
Hohe Wirtschaftlichkeit durch Preisarbitrage (Amortisation in 3–5 Jahren). |
|
Elektrolyseure |
Umwandlung von Stromüberschüssen in Wasserstoff (Power-to-X). |
Dienen als „Puffer“; laufen nur bei sehr niedrigen Strompreisen rentabel. |
|
Verteilnetze |
Integration dezentraler PV-Anlagen und lokaler Speicher. |
Verringert durch Eigenverbrauch die Belastung des Übertragungsnetzes. |
|
Übertragungsnetze |
Überregionaler Ausgleich von Wind- und Sonnenerträgen. |
Ermöglicht den Austausch von Energie zwischen verschiedenen Wetterzonen. |
|
Offgrid-Infrastruktur |
Netzunabhängige Versorgung von KI-Rechenzentren oder PtX-Anlagen. |
Schnelle Umsetzung ohne Abhängigkeit von überlasteten Netzanschlusspunkten. |
Klimawandel und negative Emissionen, Direct Air Capture (DAC).
In einem Energiesystem, das gegen Mitte des Jahrhunderts massgeblich auf extrem günstiger Photovoltaik (PV) basiert, ergeben sich neue Möglichkeiten, den Klimawandel nicht nur zu bremsen, sondern aktiv rückgängig zu machen. Da das Emissionsbudget für das 1,5°-Ziel faktisch aufgebraucht ist und wir auf eine Erwärmung von 2,5° bis 3° Celsius zusteuern, wird die Erzeugung negativer Emissionen zur Notwendigkeit für den Fortbestand der Zivilisation.

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Direct Air Capture (DAC) und die Rolle der Photovoltaik.
Die technische Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre (Direct Air Capture) ist ein energieintensiver Prozess, der durch den massiven Ausbau der Photovoltaik ökonomisch tragfähig wird.
- Energiebedarf der CO2-Filterung: Um CO2 technisch aus der Luft zu extrahieren, wird zu etwa 80 % thermische Energie auf einem Temperaturniveau von 100 bis 120 °C benötigt.
- Wirtschaftlichkeit durch Niedrigpreise: Die Photovoltaik liefert die hierfür notwendige günstige Elektrizität und Wärme. Stromkosten von etwa 1 Cent pro Kilowattstunde (10 €/MWh) können erreicht werden. Bei diesen extrem niedrigen Kosten wird es energetisch leistbar, CO2 als „Müll“ aus der Atmosphäre zu entfernen und so die CO2-Konzentration aktiv einzustellen.
- Mineralisierung als Speicherlösung: Ein konkretes Modell für die dauerhafte Lagerung wird am Beispiel Islands diskutiert. Dort wird aus der Luft gefiltertes CO2 in Wasser gelöst und in vulkanisches Gestein (Basalt) gepresst. Innerhalb von zwei Jahren mineralisieren über 95 % des CO2 zu festem Gestein (Carbonaten), was eine sichere Endlagerung ermöglicht.
Biologische Senken durch PV-gestützte Bewässerung.
Neben der rein technischen Filterung ermöglicht günstige Photovoltaik auch grossskalige biologische Lösungen:
- Terraforming und Wiederaufforstung: In Regionen wie der Sahara könnten durch PV-betriebene Meerwasserentsalzungsanlagen künstliche Wälder entstehen.
- Wiederherstellung von Ökosystemen: Da Wälder heute oft aufgrund von Trockenheit abbrennen, könnte eine gezielte Bewässerung mit entsalztem Wasser diese Senken stabilisieren und so Milliarden Tonnen CO2 binden.
Ziel: Rückkehr zu sicheren planetaren Grenzen.
Das Ziel dieser Massnahmen ist es, die CO2-Konzentration von derzeit über 420 ppm (Parts per Million) wieder auf das nachhaltige Niveau der 1980er Jahre von etwa 350 ppm zu senken. Dies entspräche einer globalen Erwärmung von ca. 1,0 °C, was als sichere planetare Grenze gilt, um katastrophale Kipppunkte wie das vollständige Abschmelzen Grönlands oder das Sterben der Korallenriffe langfristig zu verhindern.
Zusammenfassend ist die Photovoltaik der entscheidende Hebel, um die notwendige Energie für die „Müllabfuhr“ der Atmosphäre bereitzustellen. Erst durch ihre extrem niedrigen Gestehungskosten wird das aktive Aufräumen des zivilisatorischen Abfallprodukts CO2 zu einem realistischen Geschäftsmodell.
Wie hängen das 1,5°-Ziel und negative Emissionen zusammen?
Das Verhältnis zwischen dem 1,5°-Ziel und negativen Emissionen ist laut den Quellen kritisch, da das zur Einhaltung dieser Grenze verfügbare Emissionsbudget bereits vor etlichen Jahren aufgebraucht wurde. Um die globale Erwärmung langfristig wieder auf ein sicheres Niveau zu senken, ist die Menschheit daher auf die aktive Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre angewiesen.
Hier sind die zentralen Punkte dieses Zusammenhangs:
- Notwendigkeit der Korrektur: Selbst wenn bis zum Jahr 2050 ein vollständiges Null-Emissions-System erreicht wird, gehen aktuelle Prognosen davon aus, dass wir zu diesem Zeitpunkt bereits in einer Welt mit 1,8° bis 1,9° Erwärmung leben werden. Negative Emissionen sind erforderlich, um diesen „Overshoot“ abzufangen und das Klima nachträglich zu stabilisieren.
- Rückkehr zu sicheren Grenzen: Die wissenschaftlich als „sicher“ geltende planetare Grenze für das Klima liegt bei einer Erwärmung von etwa 1,0° Celsius (entsprechend einer CO2-Konzentration von 350 ppm), wie sie Ende der 1980er Jahre herrschte. Um von den derzeitigen Werten (über 420 ppm) dorthin zurückzukehren, muss CO2 als „zivilisatorischer Müll“ aktiv aus der Atmosphäre entfernt werden.
- Irreversible Kipppunkte: Das Überschreiten der 1,5°-Grenze ohne anschliessende Korrektur durch negative Emissionen führt zu irreversiblen physikalischen Prozessen, wie dem vollständigen Abschmelzen des grönländischen Eisschildes oder dem weltweiten Absterben der Korallenriffe durch Hitzetod.
- Die Rolle der Photovoltaik: Erst durch extrem kostengünstige Photovoltaik (mit Preisen von etwa 1 Cent pro Kilowattstunde) wird es energetisch und ökonomisch leistbar, energieintensive Verfahren wie Direct Air Capture (DAC) oder grossflächige Bewässerungsprojekte zur Aufforstung (Terraforming) umzusetzen, um negative Emissionen in relevantem Massstab zu erzeugen.
Das 1,5°-Ziel kann aufgrund des bereits verbrauchten Budgets nur noch durch den massiven Einsatz von Technologien zur CO2-Entnahme erreicht werden, die durch den Siegeszug der günstigen Solarenergie wirtschaftlich möglich werden.
Wie funktioniert die CO2-Mineralisierung in Gestein auf Island?
Die CO2-Mineralisierung in Island ist ein technischer Prozess, bei dem Kohlendioxid dauerhaft in festes Gestein umgewandelt wird, um negative Emissionen zu erzeugen. Das Verfahren läuft in mehreren Schritten ab:
- Filterung aus der Luft: Zunächst wird das CO2 mittels Direct Air Capture (DAC) technisch aus der Atmosphäre extrahiert. Dieser Prozess ist sehr energieintensiv und benötigt zu 80 % thermische Energie auf einem Niveau von etwa 100 bis 120 °C. Island bietet hierfür ideale Bedingungen, da Geothermie dort reichlich vorhanden ist und Wärme bei Temperaturen von 200 bis 250 °C sehr günstig bereitstellen kann.
- Lösen in Wasser: Das aufgefangene CO2 wird anschliessend in Wasser gelöst, ein Vorgang, der physikalisch der Herstellung von kohlensäurehaltigem Sprudelwasser entspricht.
- Injektion in Basaltgestein: Diese wasserbasierte CO2-Lösung wird in das vulkanische Gestein (Basalt) unter der Erdoberfläche gepresst.
- Chemische Umwandlung (Mineralisierung): Im Gestein findet eine chemische Reaktion statt. Innerhalb von nur zwei Jahren mineralisieren mehr als 95 % des injizierten CO2 und werden zu festen Carbonaten.
Dieses Verfahren wird als ein mögliches zukünftiges Geschäftsmodell für Island betrachtet, da das Land anderen Staaten die Dienstleistung anbieten könnte, deren CO2-Emissionen dauerhaft zu kompensieren oder negative Emissionen zu generieren. Schätzungen zufolge könnten auf Island bis zu eine Milliarde Tonnen (Gigatonne) CO2 auf diese Weise verarbeitet werden.
Wie funktioniert die CO2-Entnahme aus der Luft technisch?
Die technische Entnahme von CO2 aus der Luft – oft als Direct Air Capture (DAC) bezeichnet – wird in den Quellen als ein energieintensiver Prozess beschrieben, der durch extrem günstige Energiequellen wie Photovoltaik und Geothermie wirtschaftlich tragfähig wird.
Hier ist die technische Funktionsweise sowie die anschliessende Lagerung im Detail erklärt:
1. Der Extraktionsprozess (Filtern).
Um CO2 direkt aus der Atmosphäre zu filtern, wird eine grosse Menge Energie benötigt. Technisch gesehen setzt sich der Bedarf wie folgt zusammen:
- Thermische Energie: Etwa 80 % der benötigten Energie muss als Wärme bereitgestellt werden.
- Temperaturniveau: Die benötigte Wärme muss ein Temperaturniveau von etwa 100 bis 120 °C erreichen, um das CO2 aus den Filtern zu lösen.
- Energiequellen: Idealerweise wird hierfür sehr günstige Energie genutzt, wie etwa Geothermie (die auf Island beispielsweise bei 200–250 °C verfügbar ist) oder Strom aus Photovoltaikanlagen, der zur Wärmeerzeugung genutzt wird.
2. Dauerhafte Speicherung durch Mineralisierung.
Ein zentrales technisches Problem ist die Frage, was mit dem extrahierten CO2 geschieht. In den Quellen wird das Modell Island als erfolgreiches Beispiel für die dauerhafte Lagerung (Mineralisierung) angeführt:
- Lösen in Wasser: Das technisch aus der Luft gefilterte CO2 wird in Wasser gelöst, vergleichbar mit der Herstellung von kohlensäurehaltigem Sprudelwasser.
- Injektion: Diese Flüssigkeit wird in den Untergrund gepresst, in der Regel in vulkanisches Gestein (Basalt).
- Versteinerung: Innerhalb von nur zwei Jahren reagiert das CO2 mit dem Gestein und mineralisiert zu festen Silikaten oder Carbonaten. Damit ist das CO2 dauerhaft und sicher als Stein gebunden.
3. Biologische CO2-Entnahme durch Meerwasserentsalzung.
Ergänzend zur rein mechanischen Filterung wird eine indirekte technische Methode erwähnt:
- PV-gestützte Entsalzung: Mit sehr günstigem Photovoltaik-Strom wird Meerwasser entsalzt.
- Terraforming: Dieses Wasser wird genutzt, um trockene Gebiete wie die Sahara zu bewässern und dort grossflächig Wälder entstehen zu lassen.
- Natürliche Senke: Diese künstlich geschaffenen Wälder dienen dann als biologische CO2-Filter, die Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre binden können.
Die technische CO2-Entnahme ist vor allem ein Energieproblem: Sobald Strom und Wärme (etwa durch PV) massenhaft und extrem günstig zur Verfügung stehen, wird die Atmosphärengereinigung zu einem machbaren Prozess, um die CO2-Konzentration wieder auf ein sicheres Niveau (ca. 350 ppm) zu senken.
Klimawandel und negative Emissionen, Terraforming.
Der Klimawandel hat ein Stadium erreicht, in dem die blosse Reduktion von Emissionen allein nicht mehr ausreicht, um die globale Erwärmung auf einem sicheren Niveau zu stabilisieren. In den Quellen betont Professor Dr. Christian Breyer, dass das Emissionsbudget für das 1,5°-Ziel faktisch bereits vor etlichen Jahren aufgebraucht wurde. Um die Zivilisation langfristig zu schützen, wird daher die Erzeugung negativer Emissionen und Konzepte wie das Terraforming unumgänglich.
Klimawandel und die Notwendigkeit negativer Emissionen.
Die aktuelle Entwicklung steuert laut Prognosen auf eine Erwärmung von 2,5° bis 3° Celsius zu, was weit über den Zielen des Pariser Klimaabkommens liegt.
- Überschreiten von Kipppunkten: Bereits ab einer Erwärmung von 1,5° Celsius werden kritische physikalische Prozesse unaufhaltsam. Dazu gehört das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes, was langfristig zum Untergang von Küstenstädten wie New York, Tokio oder Amsterdam führen wird. Zudem führt der Hitzetod der Korallenriffe und die Abschwächung des Golfstroms zu massiven Extremwetterereignissen in Europa.
- Rückkehr zu sicheren Grenzen: Die nachhaltige planetare Grenze liegt bei einer Erwärmung von etwa 1,0° Celsius, was einer CO2-Konzentration von 350 ppm (Teilchen pro Million) entspricht, wie sie Ende der 1980er Jahre herrschte. Da wir heute bereits bei über 420 ppm liegen, muss CO2 aktiv als „zivilisatorischer Müll“ aus der Atmosphäre entfernt werden.
Technische Entnahme: Direct Air Capture (DAC).
Ein zentrales Instrument für negative Emissionen ist die technische Filterung von CO2 aus der Luft.
- Der Prozess: Das Verfahren ist extrem energieintensiv. Etwa 80 % der benötigten Energie entfallen auf Wärme (ca. 100 bis 120 °C), um das CO2 wieder aus den Filtern zu lösen.
- Wirtschaftlichkeit durch Photovoltaik: Solche Verfahren werden erst durch die extrem niedrigen Kosten der Photovoltaik (prognostiziert bis zu 1 Cent pro kWh) ökonomisch darstellbar.
- Beispiel Island: In Island wird CO2 technisch gefiltert, in Wasser gelöst und in Basaltgestein gepresst. Innerhalb von nur zwei Jahren mineralisieren über 95 % des CO2 zu festem Stein und sind somit dauerhaft sicher gelagert. Dieses Modell könnte ein künftiges Geschäftsmodell für Länder mit günstiger Geothermie oder PV-Energie sein.
Terraforming: Biologische Senken durch Technik.
Unter Terraforming versteht man in diesem Kontext die gezielte Umgestaltung von unbewohnbaren Flächen in CO2-senkende Ökosysteme.

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- Wiederaufforstung der Wüste: Durch extrem günstigen PV-Strom kann Meerwasser entsalzt werden, um Regionen wie die Sahara zu bewässern. Da die Sahara vor Jahrtausenden bereits ein Regenwald bzw. eine Savanne war, ist es physikalisch möglich, dort durch künstliche Bewässerung neue Wälder entstehen zu lassen.
- Schutz vor Hitzetod: In Regionen wie dem Persischen Golf wird das Klima Mitte des Jahrhunderts so extrem sein, dass Menschen im Sommer im Freien ohne Klimatisierung den Hitzetod sterben würden. Terraforming-Massnahmen könnten hier regulatorisch einwirken.
- Aktive Einstellung der Atmosphäre: Mit massenhafter, günstiger Solarenergie kann die Menschheit anfangen, die CO2-Konzentration der Atmosphäre aktiv „einzustellen“, um die Ozeane vor Übersäuerung zu schützen und das Klima wieder auf ein stabiles Niveau abzusenken.
Die sinkenden Kosten ermöglichen der Photovoltaik den Übergang von einem reinen Nullemissionssystem zu einem negativen Emissionssystem, das die „Müllabfuhr“ der Erdatmosphäre ökonomisch leistbar macht.
Wie hängen das Schmelzen Grönlands und der Golfstrom zusammen?
Der Zusammenhang zwischen dem Schmelzen des grönländischen Eisschildes und dem Golfstrom ist eine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung, bei der Grönland der treibende Faktor ist.
Folgende Details erläutert:
- Ursache der Abschwächung: Der Golfstrom schwächt sich aktuell erheblich ab, weil das Abschmelzen des Eises grosse Mengen Süsswasser in den Ozean freisetzt. Dies führt dazu, dass sich der Salzgehalt im Nordatlantik verändert, was den Antrieb des Golfstroms stört.
- Physikalische Unaufhaltsamkeit: Es wird darauf hingewiesen, dass das Abschmelzen Grönlands ab einer globalen Erwärmung von 1,5 °C physikalisch wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten ist.
- Folgen für Europa: Die Abschwächung des Golfstroms führt paradoxerweise dazu, dass es im Norden von Europa deutlich kälter wird. Gleichzeitig heizt sich die Mittelmeerregion klimawandelbedingt weiter auf.
- Extremwetter: Diese massiven Temperaturunterschiede zwischen Nord- und Südeuropa entladen sich in extremen Wetterereignissen, wie beispielsweise schweren Stürmen und extremen Niederschlägen im Herzen Europas.
Die Schwächung des Golfstroms ist eine direkte Konsequenz aus den veränderten physikalischen Bedingungen im Nordatlantik, die durch den Masseverlust des grönländischen Eises hervorgerufen werden.
Klimawandel und negative Emissionen, Mineralisierung.
Der Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Notwendigkeit negativer Emissionen ergibt sich daraus, dass das Emissionsbudget für das Erreichen des 1,5°-Ziels bereits vor etlichen Jahren aufgebraucht wurde. Selbst wenn bis zur Mitte des Jahrhunderts ein Nullemissionssystem erreicht wird, steuert die Welt nach aktuellen Prognosen auf eine Erwärmung von 2,5° bis 3° Celsius zu. Um langfristig wieder zu einer sicheren planetaren Grenze von etwa 1,0° Celsius (entsprechend einer CO2-Konzentration von 350 ppm) zurückzukehren, muss die Menschheit CO2 aktiv als „zivilisatorischen Müll“ aus der Atmosphäre entfernen.
Die Rolle der Photovoltaik bei negativen Emissionen.
Technologien zur CO2-Entnahme, wie das Direct Air Capture (DAC), sind extrem energieintensiv. Ungefähr 80 % der benötigten Energie für DAC entfallen auf thermische Energie bei Temperaturen von etwa 100 bis 120 °C, um das CO2 wieder aus den Filtern zu lösen. Erst durch den massiven Ausbau der Photovoltaik und den damit verbundenen Preisverfall auf etwa 1 Cent pro Kilowattstunde wird die grossflächige Reinigung der Atmosphäre energetisch und ökonomisch leistbar.
Der Prozess der Mineralisierung (Beispiel Island).
Ein zentrales Modell zur dauerhaften Speicherung von entnommenem CO2 ist die Mineralisierung, die bereits erfolgreich auf Island praktiziert wird:
- Verfahren: Das technisch aus der Luft gefilterte CO2 wird in Wasser gelöst, ähnlich wie Kohlensäure in Sprudelwasser.
- Injektion: Diese Lösung wird in vulkanisches Basaltgestein im Untergrund gepresst.
- Versteinerung: Innerhalb von nur zwei Jahren mineralisieren über 95 % des injizierten CO2 und werden zu festem Gestein, sogenannten Carbonaten oder Silikaten.
- Potenzial: Auf Island könnten auf diese Weise bis zu eine Milliarde Tonnen (eine Gigatonne) CO2 dauerhaft gebunden werden, was das Land zu einem Dienstleister für negative Emissionen auf dem Weltmarkt machen könnte.
Terraforming als biologische Lösung.
Ergänzend zu technischen Verfahren ermöglicht extrem günstiger PV-Strom auch biologische Ansätze wie das Terraforming. Durch Meerwasserentsalzung könnte beispielsweise die Sahara bewässert werden, um dort neue Wälder entstehen zu lassen, die als natürliche Kohlenstoffsenken fungieren. Dies würde helfen, die Ozeane vor weiterer Übersäuerung zu schützen und das Klima auf planetarer Ebene aktiv einzustellen.
Gefahren bei Nichterreichen der Ziele.
Das Überschreiten kritischer Kipppunkte (Tipping Points) führt zu irreversiblen Schäden: Ab 1,5° Erwärmung lässt sich das Abschmelzen Grönlands physikalisch kaum noch aufhalten, was langfristig zum Untergang von Küstenstädten wie New York, Amsterdam oder Tokio führen wird. Das schmelzende Eis verändert zudem den Salzgehalt im Nordatlantik, wodurch sich der Golfstrom abschwächt, was wiederum zu extremen Wetterereignissen und Kälteeinbrüchen in Nordeuropa führt.
Fazit des Gesprächs.
Das Fazit des Gesprächs mit Professor Christian Breyer ist, dass die Photovoltaik (PV) zur dominanten Primärenergiequelle des 21. Jahrhunderts wird und bis zur Mitte des Jahrhunderts etwa 70 % bis 80 % des globalen Energiebedarfs decken kann. Dieser Wandel wird nicht primär durch Subventionen, sondern durch eine unaufhaltsame ökonomische Logik getrieben, da PV inzwischen fast weltweit die günstigste Form der Energiebereitstellung ist.
Die Kernpunkte dieser Entwicklung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Technologische Überlegenheit von Silizium: Das Motto „Never bet against Silicon“ hat sich bestätigt, da Silizium das ideale Material für hocheffiziente und kostengünstige Zellen ist. Der nächste grosse Sprung wird durch Tandem-Solarzellen (Silizium-Perowskit) erwartet, die Wirkungsgrade von 30 % bis 40 % in den Bereich des industriellen Standards rücken.
- Globale Dynamik und Eigeninteresse: Länder wie Pakistan (massiver privater PV-Ausbau aufgrund unzuverlässiger Netze) oder Uruguay (Umstellung auf fast 100 % Erneuerbare in nur 10 Jahren bei gleichzeitiger Kostenteilung) zeigen, dass die Energiewende ein ökonomischer „No-Brainer“ ist, sobald Barrieren abgebaut werden.
- Lösung von Rohstoffengpässen: Kritische Abhängigkeiten werden durch Innovationen aufgelöst. Beispiele sind der Wechsel von Silber zu Kupfer oder Aluminium bei Solarzellen sowie der Einsatz von Lithium-Eisenphosphat (LFP) und Natrium-Ionen-Batterien, die ohne knappe Ressourcen wie Kobalt oder Nickel auskommen.
- Sektorenkopplung und grüne Moleküle: Alles, was direkt elektrifiziert werden kann (Wärme, Strassenverkehr), wird elektrisch betrieben. Für den Rest (Flugverkehr, Chemie, Stahl) dienen PV-basierte „grüne Moleküle“ wie Methanol oder Ammoniak als Basis, wobei die Produktion zunehmend in sonnenreiche Regionen wie Spanien oder Namibia wandert.
- Vom Nullemissions- zum Negativ-Emissions-System: Da das 1,5°-Ziel faktisch bereits überschritten ist, wird extrem günstiger Solarstrom (prognostiziert bei ca. 1 Cent pro kWh) genutzt werden müssen, um CO2 aktiv aus der Luft zu entfernen (Direct Air Capture) oder durch Terraforming (z. B. Meerwasserentsalzung zur Bewässerung der Sahara) negative Emissionen zu erzeugen.
Die Photovoltaik bietet laut Breyer die technologische Grundlage, um die Atmosphäre wieder „aufzuräumen“ und die CO2-Konzentration auf ein stabiles Niveau von 350 ppm zurückzuführen, was die langfristige Stabilität der Zivilisation sichern würde.
Die Elektrifizierung der Wirtschaft.
Strom hat eine grosse Zukunft - dank innovativen Technologien.
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Quellenverzeichnis (August 2026).
Heindl Energiegespräch: Gründe für den globalen PV Einsatz
https://www.youtube.com/watch?v=k0mw1YD1prE
Dieser ausführliche Artikel fasst die zentralen Erkenntnisse und Themen des Gesprächs mit Professor Dr. Christian Breyer von der LUT University in Finnland zusammen. Er beleuchtet den rasanten Aufstieg der Photovoltaik (PV), die ökonomischen Treiber hinter dieser Entwicklung und die Vision einer globalen Energieversorgung, die bis zur Mitte des Jahrhunderts zu einem Grossteil auf Solarenergie basieren könnte. Im Interview erläutert der Experte Christian Breyer den beispiellosen globalen Siegeszug der Photovoltaik, der auf einer konstanten Lernrate und massiven Kostensenkungen basiert. Er beschreibt, wie Länder wie Pakistan oder Uruguay die Solarenergie bereits heute erfolgreich zur wirtschaftlichen Stabilisierung und Unabhängigkeit nutzen. Die Diskussion verdeutlicht, dass Silizium als Material die Branche dominiert und durch Sektorenkopplung künftig auch die Industrie sowie den Transportsektor dekarbonisieren wird. Laut Breyer wird die Photovoltaik bis Mitte des Jahrhunderts zur wichtigsten Primärenergiequelle weltweit aufsteigen und dabei fossile Brennstoffe zunehmend verdrängen. Trotz politischer Versäumnisse in Europa sieht er in der Kombination aus Speichertechnologien und günstiger Solarstrahlung den Schlüssel für ein nachhaltiges, globales Energiesystem. Abschliessend thematisiert das Gespräch das Potenzial, durch extrem günstigen Sonnenstrom künftig sogar aktiv CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen.
Illustration © stromzeit.ch* Gemini Notebook:
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Titelbild: ©Bruno Giordano


































