Elektromobilität Schweiz 2025: über 5 Prozent, 250'000 Fahrzeuge, 62% Akzeptanz, Kostenvorteile TCO bei Elektroautos.
30.01.2026
Der Schweizer Automobilmarkt befindet sich in einer Phase des rasanten Wandels, in der die Elektromobilität zunehmend die Vorherrschaft von Verbrennungsmotoren herausfordert. Rund neun von zehn StimmbürgerInnen (89 %) zeigen sich grundsätzlich an Verkehrsfragen interessiert, wobei das Interesse in den letzten Jahren insbesondere bei den „sehr Interessierten“ deutlich zugenommen hat. Gleichzeitig erreichte die positive Bewertung des motorisierten Verkehrs im Jahr 2023 einen neuen Höchstwert, da 37 Prozent der Bevölkerung mehr Vorteile als Nachteile in dieser Form der Mobilität sehen.
Der Durchbruch der Elektromobilität im Markt.
Obwohl der Anteil von Elektroautos am gesamten Schweizer Fahrzeugbestand über zehn Jahre hinweg von 0,2 % auf lediglich 4,2 % anstieg, zeigt der Trend bei den Neuzulassungen eine völlig andere Dynamik. Im Jahr 2025 erreichte der Marktanteil rein elektrischer Pkw in der Schweiz 22,8 Prozent, was einem deutlichen Zuwachs gegenüber den Vorjahren entspricht. Zusammen mit den Plug-in-Hybriden machten elektrifizierte Fahrzeuge bereits rund ein Drittel aller Neuzulassungen aus, während klassische Benziner und Dieselmodelle massiv an Boden verloren. Bemerkenswert ist, dass sich im Jahr 2023 bereits mehr Personen für einen reinen Elektrowagen als für Benzin- und Dieselmotoren zusammen aussprachen, sofern ein Neukauf anstünde. Eine klare Mehrheit von 62 Prozent würde sich bei einem Fahrzeugkauf für einen Antrieb entscheiden, der zumindest teilweise elektrisch funktioniert.
Anteil von Elektroautos am gesamten Schweizer Fahrzeugbestand über zehn Jahre hinweg.
In den letzten zehn Jahren hat sich die Präsenz von Elektroautos auf Schweizer Strassen grundlegend gewandelt. Während die Anzahl der Personenwagen insgesamt in diesem Zeitraum um über 300'000 auf fast 4,8 Millionen Fahrzeuge anstieg, wuchs der Anteil der Elektroautos am gesamten Fuhrpark um das Zwanzigfache. Lag dieser Anteil im Jahr 2015 noch bei marginalen 0,2 Prozent, so erreichte er bis zum Jahr 2024 bereits 4,2 Prozent. Bis Ende 2025 konnte ein weiterer Meilenstein verzeichnet werden: Der Bestand an reinen Elektroautos (BEV) überschritt die Marke von 250'000 Fahrzeugen, was einem Anteil von über 5 Prozent am gesamten Schweizer Personenwagenbestand entspricht.
Entwicklung des Elektroauto-Anteils am Schweizer Fahrzeugbestand.
Jahr |
Anteil am Gesamtbestand (BEV) |
Anzahl registrierter Fahrzeuge (BEV) |
Kontext / Meilenstein |
|
2010 |
vernachlässigbar |
< 1'000 |
Elektromobilität ist noch ein Nischenthema. |
|
2015 |
0,2 % |
– |
Beginn des deutlichen Wachstums über das nächste Jahrzehnt. |
|
2022 |
– |
ca. 111'000 |
Tesla Model Y wird meistverkaufter Neuwagen (alle Antriebsarten). |
|
2024 |
4,2 % |
– |
Der Anteil hat sich seit 2015 verzwanzigfacht. |
|
2025 |
> 5,0 % |
> 250'000 |
Jeder zwanzigste Wagen im Bestand ist rein elektrisch. |
Wichtige Erkenntnisse zum Fahrzeugbestand:
Wachstumsdynamik: Obwohl der Anteil am Gesamtbestand mit über 5 % im Jahr 2025 noch moderat wirkt, zeigt die Dynamik bei den Neuzulassungen eine deutlich schnellere Transformation; hier erreichten Elektroautos 2025 bereits einen Marktanteil von 22,8 Prozent.
- Bestandsveränderung: Die Zahl der reinen Verbrennungsmotoren im Bestand nimmt ab, da deren Anteil bei den Neuzulassungen im Jahr 2025 erstmals unter den Anteil der "Steckerfahrzeuge" (BEV und PHEV kombiniert) fiel.
- Vergleich zum Vorjahr: Im Jahr 2025 kamen knapp 6'700 Elektroautos mehr auf die Strassen als noch im Jahr zuvor, was den Bestand massiv stützte.
- Herausforderung der Flottenerneuerung: Trotz des Booms bei Neukäufen verläuft die vollständige Erneuerung des Gesamtbestands aufgrund der langen Lebensdauer bestehender Verbrenner langsamer, da viele SchweizerInnen ihre Fahrzeuge zehn Jahre oder länger behalten.
Entwicklung der Elektromobilität.
Die folgende Tabelle fasst die Entwicklung der Elektromobilität in der Schweiz. Sie zeigt den deutlichen Anstieg der Neuzulassungen sowie den wachsenden Anteil reiner Elektroautos (BEV) am Gesamtbestand.
Jahr |
Neuzulassungen Elektroautos (BEV) |
Marktanteil Neuzulassungen (BEV) |
Anteil am Gesamtbestand (BEV) |
Wichtige Meilensteine |
|
2010 |
– |
– |
– |
Weniger als 1'000 Elektrofahrzeuge im Bestand. |
|
2015 |
3'882 |
~1,0 % |
0,2 % |
Über 90 % der Neuzulassungen waren noch reine Verbrenner. |
|
2022 |
– |
– |
– |
Tesla Model Y ist der meistverkaufte Neuwagen der Schweiz. |
|
2023 |
> 31'000 |
27,3 % (inkl. Hybride) |
– |
Rekordjahr vor einem vorübergehenden Markteinbruch 2024. |
|
2024 |
46'568 |
18,9 % |
4,2 % |
Erster Knick in der Wachstumskurve (-2 % gegenüber 2023). |
|
2025 |
53'250 |
22,8 % |
> 5,0 % |
Skoda (Modelle Elroq/Enyaq) löst Tesla als meistverkaufte E-Marke ab. |
Zusätzliche statistische Eckpunkte der Entwicklung:
- Wachstum der Steckerfahrzeuge: Im Jahr 2025 machten Elektroautos zusammen mit Plug-in-Hybriden (PHEV) bereits 33,9 Prozent aller Neuzulassungen aus.
- Niedergang der Verbrenner: Der Marktanteil reiner Verbrennungsmotoren sank von über 90 % im Jahr 2015 auf nur noch 30,7 Prozent im Jahr 2025.
- Fahrzeugbestand: Der Bestand an reinen Elektroautos überschritt 2025 die Marke von 250'000 Fahrzeugen.
- Infrastruktur: Das öffentliche Ladenetz wurde massiv ausgebaut und erreichte bis Ende 2023 knapp 15'000 Ladepunkte. Bis Ende 2025 wurde ein Zielwert von rund 20'000 Ladepunkten angestrebt.
- Modelltrends: Seit 2022 dominieren zunehmend SUVs und Crossover-Modelle die Verkaufsranglisten der Elektroautos, während Kleinwagen (mit Ausnahme des Renault 5) an Bedeutung verloren haben.
Konsumentenprofile und Verhaltensweisen.
Die Einstellung zum Auto lässt sich in der Schweiz in drei Hauptgruppen unterteilen: die „überzeugten AutofahrerInnen“ (31,2 %), die „klimasensitiven AutofahrerInnen“ (44,7 %) und die „klimasensitiven VerkehrsteilnehmerInnen“ (24,1 %). Während die überzeugten AutofahrerInnen primär männlich sind und das Auto beruflich viel nutzen, zeichnet sich die Gruppe der klimasensitiven VerkehrsteilnehmerInnen dadurch aus, dass die Mehrheit kein eigenes Auto besitzt.
Konsumentenprofile und Verhaltensweisen.
Basierend auf den vorliegenden Quellen lassen sich die Konsumentenprofile in der Schweiz primär in drei psychografische Cluster unterteilen, ergänzt durch sozioökonomische Merkmale, die das Verhalten beim Kauf von Elektroautos massgeblich beeinflussen.
Übersicht der Konsumentenprofile und Verhaltensweisen:
Profilgruppe |
Anteil (%) |
Demografie (Alter/Geschlecht) |
Besitz & Nutzung |
Einstellungen & Verhalten |
|
Überzeugte AutofahrerInnen |
31,2 % |
Mehr Männer als Frauen; primär mittleres Alter (39–64 Jahre). |
Alle besitzen ein Auto; vergleichsweise häufige berufliche Nutzung und hohe Kilometerleistung. |
Sehen fast nur Vorteile im motorisierten Verkehr; bestreiten mehrheitlich die ökologische Verantwortung des Autos. |
|
Klimasensitive AutofahrerInnen |
44,7 % |
Mehr Frauen als Männer; vergleichsweise viele Ältere (über 65 Jahre). |
Die grosse Mehrheit besitzt ein Auto; durchschnittliche Kilometerleistung. |
Schätzen die Vorteile des Autos, teilen aber die Kritik an der Umweltbelastung und befürworten technologische Lösungen. |
|
Klimasensitive VerkehrsteilnehmerInnen |
24,1 % |
Mehr Frauen als Männer; vergleichsweise viele Junge (18–39 Jahre). |
Die Mehrheit besitzt kein eigenes Auto; sehr geringe Kilometerleistung. |
Äusserst kritisch gegenüber motorisiertem Verkehr; sehen das Auto oft als reinen Luxus oder Bequemlichkeit an. |
|
Potenzielle Elektroauto-KäuferInnen |
ca. 41 % (der Kaufplaner) |
Stark männlich dominiert (52 % Interesse bei Männern vs. 29 % bei Frauen). |
Oft Wohneigentümer mit Zugang zu eigener Ladeinfrastruktur. |
Treffen Kaufentscheide primär aus ökologischen Gründen (43 %) oder wegen Verzicht auf fossile Brennstoffe (39 %). |
Ergänzende Erkenntnisse zum Konsumentenverhalten:
- Sozioökonomische Faktoren: Der Besitz eines Elektroautos korreliert stark mit dem Einkommen: Während nur 6 % der Personen mit einem Einkommen unter 6'000 Franken ein E-Auto besitzen, sind es bei einem Einkommen ab 10'000 Franken bereits 20 %.
- Wohnsituation: Wohneigentümer schaffen sich deutlich häufiger ein Elektroauto an als MieterInnen, da für Letztere der Einbau einer eigenen Ladestation (Wallbox) oft mit administrativen Hürden verbunden ist.
- Erfahrungswert: KonsumentInnen, die bereits eigene Erfahrungen durch das Fahren eines E-Autos gesammelt haben oder positive Berichte aus dem Bekanntenkreis erhalten, zeigen eine signifikant höhere Kaufbereitschaft.
- Finanzierungspräferenzen: Trotz neuer Modelle wie Auto-Abos (7 %) oder Leasing (14 %) bevorzugt die klare Mehrheit der SchweizerInnen (62 %) weiterhin den traditionellen Kauf durch Barzahlung des vollen Preises.
- Informationsbedürfnis: Rund 74 % der potenziellen UmsteigerInnen legen grossen Wert auf eine umfassende und transparente Beratung beim Kauf, da bezüglich Reichweite und Batterielebensdauer oft noch Wissenslücken bestehen.
- Klimaschutzmassnahmen: In der Verhaltensabsicht sind die SchweizerInnen eher bereit, ihre Heizgewohnheiten anzupassen (70–73 %), als gänzlich auf das Autofahren zu verzichten (32 %), wobei die Bereitschaft, zumindest den Verbrennungsmotor aufzugeben, stetig auf 52 % angestiegen ist.
Der Besitz eines Elektroautos ist derzeit stark von sozioökonomischen Faktoren abhängig:
- Einkommen: Nur 6 % der Personen mit einem Einkommen unter 6.000 Franken besitzen ein E-Auto, während es bei einem Einkommen ab 10.000 Franken bereits 20 % sind.
- Wohnsituation: WohneigentümerInnen schaffen sich deutlich häufiger ein Elektroauto an als MieterInnen, da sie einfacher Zugang zu eigener Ladeinfrastruktur (Wallboxen) haben.
- Erfahrung: Personen, die bereits Erfahrungen mit Elektroautos gesammelt haben oder in ihrem Umfeld davon hören, zeigen eine deutlich höhere Kaufbereitschaft.
Wirtschaftlichkeit und Preisparität.
Lange Zeit galt der hohe Anschaffungspreis als grösste Hürde, doch dieser Effekt schwächt sich ab. Analysen zeigen, dass Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus (Total Cost of Ownership) bereits heute bis zu 19 % günstigere Gesamtkosten als Verbrenner aufweisen können, was vor allem an tieferen Wartungs- und Treibstoffkosten liegt. Im Herbst 2025 betrug die reale Preisdifferenz bei den meistverkauften Modellen oft nur noch etwa 1.600 bis 2.000 Euro. Dieser Preisverfall wird massgeblich durch sinkende Batteriekosten vorangetrieben, die sich dem Zielwert von 100 USD pro kWh nähern.
Entwicklung der Total Cost of Ownership bei Elektroautos.
Die Total Cost of Ownership (TCO), also die Gesamtkosten über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs, entwickeln sich bei Elektroautos sehr positiv und sind bereits heute oft günstiger als bei herkömmlichen Verbrennern. Während der höhere Anschaffungspreis lange als Hürde galt, wird dieser Nachteil zunehmend durch massiv tiefere Betriebs- und Wartungskosten wettgemacht.
Entwicklung der Kostenelemente.
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Entwicklung der verschiedenen Kostenfaktoren, die zur TCO beitragen:
Kostenfaktor |
Entwicklung & Trend |
Details aus den Quellen |
|
Anschaffungspreis |
Sinkend |
Die Preislücke schrumpft; im Herbst 2025 betrug die reale Differenz bei Top-Modellen oft nur noch 1'600 bis 2'000 Euro. |
|
Wartungskosten |
Konstant niedrig |
Elektroautos haben bauartbedingt deutlich geringere Wartungsaufwände als Verbrenner. |
|
Energiekosten |
Vorteilhaft |
Die Treibstoff- bzw. Stromkosten pro Kilometer sind beim E-Auto signifikant tiefer, besonders bei Nutzung von günstigem Eigenstrom. |
|
Batteriekosten |
Stark sinkend |
Die Kosten pro kWh fallen Richtung 100 USD, was als Schlüssel für die breite Preisparität gilt. |
|
Gesamtkosten (TCO) |
Bis zu 19 % günstiger |
Laut Erhebungen des Bundesamts für Energie liegen die Gesamtkosten von E-Autos über die Lebensdauer deutlich unter denen von Verbrennern. |
Zentrale Erkenntnisse zur Kostenentwicklung:
Kompensation durch Lebensdauer: Die anfänglich höheren Investitionskosten werden über die Lebensdauer des Fahrzeugs mehr als kompensiert. Besitzer von Elektroautos nehmen diese Kostenvorteile im Alltag deutlich stärker wahr als Personen, die den Kauf erst noch planen.
- Abbau des „Green Premium“: Der ursprüngliche Preisaufschlag für die umweltfreundliche Technologie wird dramatisch abgebaut. In Einzelfällen sind Elektroautos bereits heute realwirtschaftlich so günstig wie Verbrenner oder sogar günstiger, wenn man Hersteller-Prämien und Boni einrechnet.
- Einfluss des Wettbewerbs: Der Markteintritt chinesischer Hersteller sowie ein robuster werdender Occasionsmarkt für gebrauchte Elektrofahrzeuge dürften die Anschaffungskosten künftig weiter senken.
- Wissenslücke bei Konsumenten: Trotz der wirtschaftlichen Vorteile geben 77 % der Skeptiker den Kaufpreis immer noch als Grund gegen ein Elektroauto an, was darauf hindeutet, dass die Vorteile der TCO noch nicht vollständig im Bewusstsein der breiten Bevölkerung angekommen sind.
Barrieren und Bedenken.
Trotz des Booms bleiben signifikante Vorbehalte in der Bevölkerung bestehen:
- Reichweitenangst: Für 58 % der Befragten ist die vermeintlich begrenzte Reichweite ein Gegenargument, obwohl moderne Batterien bereits bis zu 600 Kilometer ermöglichen.
- Ladeinfrastruktur: Der mangelnde Ausbau des öffentlichen Netzes und fehlende Heimlademöglichkeiten werden von rund 80 % der Skeptiker als wichtigste Gründe gegen einen Kauf genannt.
- Ökologie der Batterie: 83 % der Personen, die kein E-Auto kaufen würden, sorgen sich um Umweltschäden beim Rohstoffabbau, und 54 % fürchten eine problematische Entsorgung der Akkus.
- Energieversorgung: Eine Zweidrittelmehrheit der Stimmberechtigten wäre damit einverstanden, die Nutzung von Elektroautos während einer Strommangellage einzuschränken, wobei die Zustimmung bei den direkt betroffenen E-Auto-BesitzerInnen mit nur 23 % deutlich geringer ausfällt.
Markenlandschaft und Markttrends.
Der Markt für Elektroautos wird in der Schweiz zunehmend von SUVs und Crossover-Modellen dominiert. Während Tesla mit dem Model Y und Model 3 jahrelang die Ranglisten anführte, hat der Wettbewerb massiv zugenommen. Insbesondere die Marken des VW-Konzerns, allen voran Skoda mit dem Modell Elroq und Enyaq, konnten ihren Marktanteil stark ausbauen und lieferten sich Ende 2025 ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit Tesla um die Marktführerschaft. Auch chinesische Hersteller wie MG, BYD oder Leapmotor gewinnen langsam an Sichtbarkeit, wobei deren Fahrzeuge in Europa oft deutlich teurer angeboten werden als in ihrem Heimatmarkt.
In der Schweiz am meisten verkaufte E-Auto-Typen.
Basierend auf den vorliegenden Quellen lässt sich die Marktentwicklung einzelner E-Auto-Typen und Marken in der Schweiz wie folgt zusammenfassen. Da die Quellen teilweise spezifische Verkaufszahlen für Marken und teilweise Ranglisten für Modelle (Typen) angeben, sind diese in der Tabelle kombiniert aufgeführt:
Meistverkaufte E-Auto-Typen und Marken in der Schweiz.
Jahr |
Modell / Marke |
Anzahl Fahrzeuge |
Rang / Status |
|
2022 |
Tesla Model Y |
> 4'900, |
Meistverkaufter Neuwagen der Schweiz (alle Antriebsarten) |
|
2024 |
Tesla (Marke gesamt) |
8'936 |
Marktführer bei Elektroautos |
|
2024 |
Skoda (Marke gesamt) |
3'204 |
Deutlicher Zuwachs gegenüber Vorjahren |
|
2025 |
Tesla Model Y |
keine genaue Zahl |
Rang 1 der E-Auto-Modelle (trotz 23 % Rückgang) |
|
2025 |
Skoda Elroq |
keine genaue Zahl |
Rang 2 der E-Auto-Modelle (Markteinführung Feb. 2025), |
|
2025 |
Renault 5 |
keine genaue Zahl |
Rang 7 der E-Auto-Modelle (beliebtester Kleinwagen) |
|
2025 |
Tesla (Marke gesamt) |
6'448 |
Knapper Vorsprung als meistverkaufte E-Marke |
|
2025 |
Skoda (Marke gesamt) |
6'307 |
Absatz nahezu verdoppelt (+97 %); Rang 2 der Marken, |
|
2025 |
AMAG Gruppe (VW, Skoda, Audi etc.) |
16'508 |
Marktanteil von 31 % am E-Auto-Markt |
Wichtige Trends bei den Fahrzeugtypen:
Dominanz der SUVs: Seit dem Jahr 2022 haben grosse elektrische SUVs und Crossover-Modelle die zuvor dominierenden kleineren Fahrzeuge als Haupttreiber des Marktes abgelöst. Zu den Top-Modellen in den Verkaufsrankings zählen neben dem Tesla Model Y auch der Skoda Enyaq, der Hyundai Ioniq 5 und der Audi Q4 e-tron.
- Verschiebung der Marktanteile: Während Tesla seit 2019 die Verkaufsranglisten konstant anführte (zuerst mit dem Model 3, ab 2022 mit dem Model Y), konnte die Marke Skoda ihren Absatz massiv steigern und lag Ende 2025 nur noch hauchdünn hinter Tesla.
- Markteintritt neuer Modelle: Der Skoda Elroq schlug 2025 direkt auf dem zweiten Platz der Modell-Rangliste ein. Der Renault 5 etablierte sich im gleichen Jahr als einziger Elektro-Kleinwagen in den Top 20, da der Markt ansonsten fast vollständig von mittelgrossen und grossen Fahrzeugen beherrscht wird.
- Gesamtmarkt: Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz insgesamt 53'250 reine Elektroautos (BEV) neu zugelassen, was einem Zuwachs von fast 6'700 Fahrzeugen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit sind mittlerweile deutlich über 250'000 reine E-Autos auf Schweizer Strassen unterwegs.
Politische Rahmenbedingungen und Finanzierung.
Die Finanzierung des Strassenverkehrs bleibt ein politisches Reizthema. Während die Bedeutung des Autos für die Erreichbarkeit entlegener Regionen (88 % Zustimmung) unbestritten ist, sorgt die Debatte um eine Importsteuer für Elektroautos für eine starke Polarisierung zwischen den politischen Lagern. Während Anhänger der GLP eine solche Steuer am stärksten ablehnen, befürworten Sympathisanten der SVP diese am ehesten. Zudem ist die Bereitschaft für ein Mobility Pricing gesunken; nur noch rund die Hälfte der Bevölkerung befürwortet eine leistungsabhängige Bezahlung der Mobilitätskosten.
Weshalb ist die Finanzierung des Strassenverkehrs ein politisches Reizthema?
Die Finanzierung des Strassenverkehrs ist in der Schweiz ein politisches Reizthema, da sie ein Spannungsfeld zwischen fiskalischen Interessen des Bundes, Klimaschutzzielen und der individuellen finanziellen Belastung der Haushalte darstellt.
Die folgenden Punkte verdeutlichen, weshalb das Thema so stark polarisiert:
- Importsteuer für Elektroautos: Die Diskussion über die Aufhebung der Steuerbefreiung für E-Autos spaltet die Stimmbevölkerung fast hälftig. Während die eine Seite argumentiert, dass die Elektromobilität als Treiber der CO2-Neutralität gefördert statt durch Steuern behindert werden sollte, sieht die andere Seite die Notwendigkeit von Mehreinnahmen für die Bundeskasse und empfindet eine Besteuerung als gerecht.
- Politische Gräben: Das Thema hebelt teilweise die klassische Links-Rechts-Polarisierung aus, da sich Klima- und Steueraspekte überschneiden. Besonders deutlich ist der Gegensatz zwischen den AnhängerInnen der GLP, die eine solche Steuer am stärksten ablehnen, und jenen der SVP, die sie am ehesten befürworten.
- Mobility Pricing: Die Zustimmung zu leistungsabhängigen Mobilitätskosten ist deutlich gesunken. Nur noch etwa die Hälfte der Bevölkerung befürwortet ein System, bei dem VerkehrsteilnehmerInnen ihre Kosten direkt oder nutzungsabhängig bezahlen. Massnahmen wie Preiserhöhungen während der Stosszeiten stossen bei einer grossen Mehrheit (rund 71 %) auf Ablehnung.
- Individuelle Kostenbelastung: Ein wesentlicher Grund für die Sensibilität ist, dass 69 Prozent der Stimmberechtigten die Verkehrskosten als grosse Belastung für den durchschnittlichen Haushalt wahrnehmen. Gleichzeitig wird die Mobilität als unverzichtbar für die Wirtschaft und die Erreichbarkeit entlegener Regionen angesehen.
- Widerstand gegen Systemwechsel: Obwohl eine knappe Mehrheit (52 %) grundsätzlich einen Systemwechsel in der Verkehrsfinanzierung befürwortet, gibt es keine Mehrheiten für konkrete einschneidende Massnahmen wie das Ende der Quersubventionierung zwischen verschiedenen Verkehrsträgern.
So bleibt die Finanzierung umstritten, weil sie direkt die Portemonnaies der BürgerInnen betrifft und gleichzeitig als steuerndes Instrument in der Klimapolitik dient, wobei die Akzeptanz neuer Abgaben bei den direkt betroffenen FahrzeughalterInnen besonders niedrig ist.
Fazit.
Die Elektromobilität hat in der Schweiz die Nische verlassen und wird zum Standard bei Neuzulassungen. Für eine vollständige Marktdurchdringung müssen jedoch insbesondere die Hürden für MieterInnen abgebaut und die verbliebenen Wissenslücken bezüglich Reichweite und Batterielebensdauer durch transparente Beratung geschlossen werden.
Disclaimer / Abgrenzung
Stromzeit.ch übernimmt keine Garantie und Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen Texte, Massangaben und Aussagen.
Quellenverzeichnis (Januar 2026)
E-Fahrzeuge in der Schweiz erstmals beliebter als Verbrenner
https://www.elektroauto-news.net/news/e-fahrzeuge-schweiz-beliebter-als-verbrenner
E-Autos und Hybride boomen in Europa und der Schweiz
https://www.blick.ch/auto/stromer-legen-2025-deutlich-zu-e-autos-und-hybride-boomen-in-europa-und-der-schweiz-id21555156.html
Werden Benzin-Autos wirklich verschwinden? Diese Grafiken zeigen es auf einen Blick
https://www.watson.ch/digital/elektroauto/360679246-verschwinden-benzin-autos-schon-bald-diese-grafiken-zeigen-es
Immer mehr Autofahrer entscheiden sich für Elektrofahrzeuge
https://www.elektrohaldemann.ch/newsletter/immer-mehr-autofahrer-entscheiden-sich-fuer-elektrofahrzeuge
Auf Wachstumskurs: In einem schwierigen Marktumfeld steigert die AMAG Gruppe den Marktanteil auf 32,1 Prozent
https://www.presseportal.ch/de/pm/100001252/100937833
Elektroautos erreichen zunehmend das Preisniveau der Verbrenner
https://www.elektroauto-news.net/news/elektroautos-teils-guenstiger-als-verbrenner
E-Autoland-Schweiz-eine-Studie-von-AutoScout24.pdf
232009_Mobilitaetsmonitor_Schlussbericht.pdf
Der Mobilitätsmonitor 2023 ist ein umfassender Schlussbericht des Forschungsinstituts gfs.bern, der die aktuellen Einstellungen der Schweizer Stimmbevölkerung zum Thema Verkehr und Antriebssysteme analysiert. Die Studie belegt ein historisch hohes Interesse an Verkehrsfragen und eine zunehmend positive Wahrnehmung des motorisierten Individualverkehrs, wobei besonders die infrastrukturelle Bedeutung des Autos hervorgehoben wird. Ein zentraler Befund ist der deutliche Trend zur Elektromobilität, da eine Mehrheit der Befragten bei einem Neukauf Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb bevorzugen würde. Dennoch bestehen weiterhin Vorbehalte bezüglich der Umweltbilanz von Batterien, der Ladeinfrastruktur und möglicher Einschränkungen während einer Strommangellage. Zudem untersucht der Bericht die gesellschaftliche Akzeptanz von Klimaschutzmassnahmen im Verkehrssektor sowie traditionelle Präferenzen beim Autokauf und dessen Finanzierung. Insgesamt zeigt die Untersuchung eine Bevölkerung, die zwischen der praktischen Unverzichtbarkeit des Autos und dem wachsenden Bewusstsein für ökologische Verantwortung balanciert.
























