Besuch der alpinen Freiflächen-Solaranlage am Lai da Nalps, Leuchtturmprojekt auf 2000 M.ü.M, 8 MWp, 11 GWh.
21.08.2026
Saubere Energie aus der Höhe: STRABAG baut an der alpinen Solarzukunft.
Im Auftrag der Axpo realisiert STRABAG seit April 2025 die Lose Rohbau, Technikgebäude, Modultisch Montage mit Fundationen sowie die Werleitungen direkt am Lai da Nalps für die alpine Solaranlage mit einer Leistung von rund acht Megawatt.
Der Sommer zeigt sich von seiner intensivsten Seite, und die Schweiz erlebt eine Hitzewelle nach der nächsten. Doch die intensive Sonnenstrahlung lässt sich nachhaltig nutzen, und zwar zur Erzeugung von Solarstrom – auch in den Alpen.
Klimatische Herausforderungen auf 2'000 Metern über Meer.
Das Bauen im Hochgebirge folgt eigenen Gesetzen. Bis zum planmässigen Unterbruch im Oktober 2025 konnten bereits die ersten 10 % der Anlage erfolgreich in Betrieb genommen werden. Danach zwang der Winter die Teams in die Pause, denn auf rund 2'000 Metern herrschen erschwerte Bedingungen – selbst Anfang Juni 2026 kletterte das Thermometer auf der Baustelle kaum über 5 Grad. Mittlerweile laufen die Arbeiten wieder auf Hochtouren und die alpine Solaranlage wird von Tag zu Tag grösser.
Um den Schneemassen in der Winterzeit zu trotzen, sind die Solarmodule in einer Höhe grösser 3 Meter konstruiert. Damit wird sichergestellt, dass die Module selbst bei einer lokalen Rekordschneehöhe schneefrei bleiben und keinen Schaden nehmen.
Anpassung von Technik und Natur.
Dass sich Grossprojekte und ökologische Verantwortung nicht ausschliessen, zeigt sich direkt vor Ort. Bei den bestehenden Flächen aus dem Vorjahr hat sich die Vegetation bereits gut erholt; unter den Solartischen grünt es kräftig.Dem Bodenschutz wird eine besondere Wichtigkeit beigemessen. Auch die im Vorfeld geäusserten Sorgen um eine dauerhafte Störung von schützenswerten Lebensräumen haben sich bisher nicht bewahrheitet. Massnahmen zum Schutz der Wildtiere wurden im Vorfeld präzise geplant und werden strikt umgesetzt.
Ein wichtiger Bestandteil für die winterliche Stromversorgung
Bis zur geplanten Gesamtinbetriebnahme Ende 2028 bleibt der Zeitplan straff. Nach der Fertigstellung werden rund 1'500 Solartische mit jeweils bis zu zehn Modulen jährlich zirka 11 Gigawattstunden sauberen Strom produzieren. Das reicht aus, um den Jahresbedarf von rund 2'000 Haushalten zu decken. Ein entscheidender Vorteil der alpinen Lage: Ca. 40 % des Ertrags werden im wichtigen Winterhalbjahr generiert, wenn im Flachland oft Nebel herrscht. Die STRABAG im Auftrag der Axpo legt hier das Fundament für ein echtes Leuchtturmprojekt der Schweizer Energiewende.
Technische Daten im Überblick:
Merkmal |
Details |
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Standort |
Tujetsch (GR), nahe Stausee Lai da Nalps |
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Höhenlage |
ca. 2'000 m ü. M. |
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Installierte Leistung |
rund 8 Megawatt (MWp) |
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Energieproduktion |
ca. 11 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr |
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Winterstrom-Anteil |
ca. 40 % (ca. 60 % im Sommer) |
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Fläche |
ca. 10 Hektaren |
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Anzahl Solartische |
ca. 1'500 Tische |
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Versorgte Haushalte |
ca. 2'000 Haushalte |
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Investitionsvolumen |
rund 50 Millionen Franken |
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Stromabnehmer |
SBB (Vertrag über 20 Jahre) |
Zeitplan und Meilensteine:
- März 2025: Beginn der Vorbereitungsarbeiten und Schneeräumung.
- 5. Mai 2025: Offizieller Spatenstich.
- Oktober/Dezember 2025: Geplante Teilinbetriebnahme der ersten 10 % der Leistung.
- März 2026: Fortsetzung der Arbeiten an der Energieableitung.
- Dezember 2028: Vollständige Inbetriebnahme (100 %) der Gesamtanlage.
Besuch der alpinen Freiflächen-Solaranlage NalpSolar am Lai da Nalps.
03.08.2026
Ausgangspunkt für die Biketour war das Dorf Sedrun auf etwa 1450 Meter über Meer. Von hier aus ging es über Foppas-Surrein auf einer asphaltierten Bergstrasse leicht ansteigend hinein in ein langgezogenes Tal, das Val Nalps. Der Aufstieg im oberen Teil der Strecke war mit dem e-Bike problemlos, auch wenn es teilweise etwas steil war. Die Landschaft wechselte von Alpweide zur hochalpinen Fauna und Flora. Und die Serpentinenstrasse wand sich stetig nach oben, durch ein Naturtunnel, welches im Fels in einer Linkskurve am Ende auf eine Brücke führte, die das Tal und den Fluss Rein da Nalps überquerte.

Blick ins Tal und den Fluss Rein da Nalps (*Fotos©).
Danach ging es zehn Kehrschlaufen weiter den steilen Berg hinauf, teilweise den Felsen entlang und teilweise über saftige Alpwiesen mit herrlich bunter Vegetation. Fast ganz oben blickte man plötzlich frontal an die imposante Staumauer des Stausees Lai da Nalps auf 1904 Metern.

Imposante Staumauer des Stausees Lai da Nalps (*Fotos©).
Die Staumauer kann man mit dem Bike befahren und hat so einen wunderschönen Blick über den tiefblauen Stausee. Überquert man die ganze Staumauer und blickt dann zurück, entdeckt man die höher gelegene Baustelle der alpinen Solaranlage und das technische Gebäude auf dem Cuolm Nalps. Einzelne Solartische ragen gegen den Himmel und man gewinnt einen ersten Eindruck dieser imposanten alpinen Solaranlage.

Solaranlage und das technische Gebäude auf dem Cuolm Nalps (*Fotos©).
Die Strasse führt dann weiter von der Staumauer ganz nach oben und bis zum technischen Gebäude. Von hier aus kann man weiter zu Fuss, zuerst dem Weg zwischen Solaranlage und See entlang. Zum einen blickt man von hier oben rechts hinunter zum See. Die Sonne spielgelte sich in den leichten Wellen, die der mittelstarke Bergwind in den tiefblauen See blies.

Blick vom Cuolm Nalps auf die Staumauer (*Fotos©).
Die Naturstrasse Via Nalps, die über dem Ufer entlang des Sees und am Ende des Stausees weiter dem Rein da Nalps folgend ins Tal Val da Nalps führt, kann man nutzen, um unterhalb der alpinen Solaranlage durchzugehen.

Blick vom Cuolm Nalps auf den Stausee Lai da Nalps (*Fotos©).
Hier, gleich neben dem technischen Gebäude, blickt man nach links und von unten her in die alpine Solaranlage mit den imposanten und mehreren Metern hohen Solartischen, die sich optisch zu einer, sich in der Sonne spiegelnden Schrägwand aus einzelnen Solarmodulen den steilen Hügel unterhalb der felsigen Bergspitze Ills Cotschens hinaufzieht. 
Erster Blick auf die alpine Solaranlage Lai da Nalps (*Fotos©).

Die hohen Solartische im Steilhang von unten (*Fotos©).
Das Gelände am Hang ist unwegsam und steil. Deshalb wurde eine Naturstrasse durch die Alpine Solaranlage gebaut. Der Raum zwischen der unteren und oberen Strasse ist jedoch sehr gross. Am östlichen Ende der Anlage zweigt diese Naturstrasse von der Via Nalps links ab, welche dann durch die alpine Solaranlage hindurch nach oben führt und von Geländefahrzeugen und einem hohen Lastwagenkran für Montagearbeiten genutzt wird.
Das Betreten der Baustelle selbst ist nicht erlaubt (die Fotos wurden mit einem grossen Teleobjektiv gemacht).
Schaut man von der Strasse aus von unten in die Solaranlage an diesem Steilhang hinein, erblickt man hunderte von diesen Tischbeinen hintereinander. Auf den Solartischen reihen sich die Rahmen mit den Solarmodulen aneinander, die genau im gleichen Winkel zur Sonne ausgerichtet sind.
Mit dem grossen Kran, der auf der Naturstrasse in der Anlage steht, werden die vorgefertigten Rahmen, auf denen die Solarmodule montiert sind, zu den vorbereiteten Stahlträgern gehievt und dort montiert.

Erster Einblick in die Montagearbeiten (*Fotos©).

Vorbereitete Rahmen mit Solarmodulen werden für die Montage am Solartisch vorbereitet (*Fotos©).

Fertig montierte Rahmen mit den Solarmodulen werden für die Montage am Solartisch mit dem Kran in die Anlage hinein gehievt (*Fotos©).

Rahmen, vorbereitet für die Montage an Solartischen (*Fotos©).
Auf der dem Technikgebäude gegenüberliegenden Teil der Anlage hat man wieder einen imposanten Blick von unten in die Solaranlage mit den vielen Solartische.

Solartische, fertig montiert im Steilhang (*Fotos©).
Steht man auf der Via Nalps und blickt man die Strasse hoch, die durch die Anlage führt, erlebt man die Grösse der Tischkonstruktionen erst richtig. Es ist beeindruckend. Die untere Stahlkonstruktion der Solartische ist massiv, muss sie doch starken Winden und Stürmen trotzen. Die Verankerung im Boden besteht aus Stahlstangen. Um diese im Boden zu verankern, werden mit Spezialbohreren entsprechende Löcher in den steinigen Untergrund gebohrt. Betonfundamente dürfen nicht angebracht werden, damit die gesamte Konstruktion Jahre später einmal rückgebaut werden kann.
Ausserhalb der Anlage am Steilhang, einem Bach entlang geht es hoch hinauf, bis man die Anlage von oben sieht.

Fertig montierte Solartische bis hoch in den Steilhang (*Fotos©).
Zu Fuss kann man ausserhalb der Baustelle am äusseren Rande der Solaranlage einem Bach entlang hochklettern, doch es ist sehr steil. Weiter oben gelangt man auf eine hochalpine Landschaft aus Gras und Stauden, die mit grossen Steinen durchsetzt ist. Die Kühe haben Trampelpfade die dieses steile Gelände getreten, die man benutzen kann, um am Steilhang über dem See hochzuklettern. So geniesst man einen seitlichen Blick auf und in die alpine Solaranlage. Von hier aus überblickt man die gesamte Baustelle, die rechts vom Stausee und über der Staumauer am Steilhang liegt.

Blick von oben auf die Solartische und den Lai da Nalps (*Fotos©).

Gesamtsicht: Alpine Solaranlage, Stausee und Staumauer (*Fotos©).

Die gesamte Baustelle von oben betrachtet (*Fotos©).
Vor der Montage der Solartische wird das Gelände genau Vermessen und danach folgen die vorbereitenden Arbeiten für die spätere Montage der Solartische. Es werden Kabelkanäle verlegt und Bohrungen in das steile Gelände gemacht, in welche später Eisenstangen getrieben werden, auf denen dann die Sockel der Solartischbeine geschweisst werden. Diese Sockel verfügen über eine halbmondartige Montagevorrichtung, welche dann später dazu dient, die stelzenartigen Beine der Solartische zu justieren und zu verschrauben.

Vermessung des Geländes und der Bohrlöcher (*Fotos©).

Bohrmaschinen im Gelände (*Fotos©).

Blick auf die Baustelle und den Lai da Nalps von oben (*Fotos©).

Verkabelung der Modultische (*Fotos©).

Ein letzter Blick in die Anlage hinein (*Fotos©).

Das Technikgebäude unten an der Strasse (*Fotos©).
Möchte man einen frontalen Blick auf die alpine Solaranlage haben, kann man zu Fuss oder mit dem e-Bike auf der linken Seite des Lai da Nalp die Strasse nutzen, um am See entlang ins hintere Hochtal zu gelangen. Blickt man zurück, hat man einen herrlichen Blick auf den Stausee und die Staumauer mit den Bergspitzen des Piz Ault (3027 M.üM.) und den Piz Acletta (2911 M.ü.M) über Sedrun im Hintergrund. Von hier blickt man frontal zur alpinen Solaranlage und realisiert die grosse Dimension der gesamten alpinen Solaranlage am Steilhang über dem See.
Obwohl die alpine Solaranlage sehr gross und massiv gebaut ist, sieht man sie von hier aus fast nicht, da sie sich sehr gut in das Landschaftsbild integriert. Vom unteren Tal Val da Nalps und von Sedrun aus ist die Solaranlage sowieso nicht sichtbar. Aber auch von hier oben, von der gegenüberliegenden Seite des Lai da Nalps, verschwinden die Konturen der Solartische im Steilhang und man muss schon genau hinsehen, um die alpine Solaranlage zu erkennen.

Dem Stausee entlang, Blick von der Strasse zurück auf die alpine Solaranlage (*Fotos©).

Weiter die Via Nalps nach hinten ins Tal Val Nalps, ein Blick zurück etwa von der Mitte des Sees (*Fotos©).

Der frontale Blick auf die Baustelle zeigt die Dimension am Steilhang erst richtig (*Fotos©).

Blickt man von ganz hinten des Lai da Nalps zurück auf die Staumauer, nimmt man die alpine Grossanlage kaum wahr (*Fotos©).
Ein eindrückliches Fazit.
Man darf gespannt sein, wie sich der Bau in diesem hochalpinen Gelände weiter entwickelt und wie sich die Anlage präsentiert, wenn sie einmal fertig gebaut ist. Sehr beeindruckend ist sie heute schon.
Alpine Solaranlagen im Bau und Ausbau.
Das Schweizer Stromnetz der Zukunft.
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Die Elektrifizierung der Wirtschaft.
Strom hat eine grosse Zukunft - dank innovativen Technologien.
Disclaimer / Abgrenzung
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Quellenverzeichnis (Datum, einzelne Links).
Diverse Artikel in www.stromzeit.ch.
Der Text beschreibt das Pionierprojekt am Lai da Nalps, eine hochalpine Photovoltaikanlage der Axpo, die durch STRABAG seit April 2025 in der Schweizer Gemeinde Tujetsch realisiert wird. Diese Anlage auf 2'000 Metern Höhe zielt darauf ab, die Stromversorgungssicherheit im Winter zu stärken und über 2'000 Haushalte sowie den Bahnverkehr der SBB mit nachhaltiger Energie zu versorgen. Aufgrund der extremen klimatischen Bedingungen im Hochgebirge kommen speziell entwickelte, robuste Solarmodule zum Einsatz, die hohen Schnee- und Windlasten standhalten. Die Umsetzung erfordert eine komplexe Logistik mit kurzen Bauphasen im Sommer sowie präzise digitale Planungsverfahren für das unwegsame Gelände. Bis zur geplanten vollständigen Inbetriebnahme im Jahr 2028 dient das Projekt als wichtiges Lernobjekt für die technologische Entwicklung künftiger alpiner Solarkraftwerke. Inmitten der nationalen Energiewende fungiert die alpine Solaranlage am Lai da Nalps somit als strategisches Vorzeigebeispiel für die Nutzung erneuerbarer Ressourcen in anspruchsvollen Höhenlagen.
Illustration © stromzeit.ch* Gemini Notebook:
Die Weiterverwendung einzelner Illustrationen erfordert eine explizite Bewilligung von stromzeit.ch.
Bruno Giordano fotografierte die alpine Solaranlage im Bau von ausserhalb der gekennzeichneten Grenzmarkierungen mit einem 600mm Teleobjektiv am 03.08.2026.
*Fotos© Bruno Giordano
Besten Dank an AXPO für die Freigabe des Artikels.





























