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Solaranlage Lagerhaus, 730 Kilowatt, grösste PV-Anlage Klotens, ZEV, LEG, Industriebatterie, regionale Wertschöpfung.

Bis 2030 soll der Energieversorger ibk AG 80 % der Gesamtstrommenge aus erneuerbaren Quellen liefern.

Solaranlage Lagerhaus, 730 Kilowatt, grösste PV-Anlage Klotens, ZEV, LEG, Industriebatterie, regionale Wertschöpfung.

26.06.2026

Kloten und das Zürcher Unterland: Die Transformation eines historischen Areals zum regionalen Vorreiter der Energiewende.

Die Stadt Kloten und die Region Zürcher Unterland befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel, bei dem historische Industriekultur und modernste nachhaltige Technologien eine zukunftsweisende Symbiose eingehen. Im Zentrum dieser Entwicklung steht das über 100 Jahre alte Lagerhaus-Areal in Kloten, das sich von einem klassischen Güterumschlagplatz zu einem nachhaltigen Quartier für Wohnen, Gewerbe und Kultur wandelt. Parallel dazu treibt die Stadt Kloten mit strategischen Programmen wie dem «Kraftwerk Kloten» den massiven Ausbau der Photovoltaik voran, um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen.

Das Lagerhaus Kloten: Ein Handwerkerdorf mit Vision. 

Das Lagerhaus-Areal ist seit drei Generationen im Familienbesitz der Familie Keller und umfasst heute eine Gewerbefläche von über 20.000 Quadratmetern. Die Geschwister Flurina und Men Keller haben das Areal von ihrem Vater Matthias Keller übernommen und verfolgen die Vision eines lebendigen Quartiers, in dem Arbeiten, Wohnen und Leben verschmelzen.

Historische Wurzeln und Entwicklung.

Die Geschichte des Areals begann bereits im Jahr 1902 mit dem Bau der ersten Sheddach-Halle durch die Eisenbaugesellschaft Zürich. Im Jahr 1953 erwarben Max Keller und sein Partner das Gelände und gründeten die Lagerhaus Kloten AG, die 1965 ihre heutige Grösse erreichte. Nach einer Konsolidierung innerhalb der Familie übernahm Matthias Keller das Areal 2001 vollständig, bevor er es 2021 an die heutige Generation übergab. Ein entscheidender Impuls für die Neuausrichtung war die Umzonung des Steinacker-Gebiets durch die Stadt Kloten in den Jahren 2019/2020, was den Weg für eine Mischnutzung aus Wohnen und Gewerbe ebnete.

Gelebte Synergien im «Handwerkerdorf».

Das Lagerhaus versteht sich heute als ein «Handwerkerdorf», in dem über 250 Menschen in verschiedensten Betrieben arbeiten. Mieter wie Gil Hegetschweiler vom 3S-Schreinerservice oder Thomas Buchwalder von Buchwalder Metallbau schätzen die ideale Infrastruktur mit grosszügigen Hallen und die direkte Kommunikation mit den Eigentümern. Die Zusammenarbeit der Betriebe ist ein zentrales Erfolgsrezept; so werden Maschinen geteilt, gemeinsame Aufträge abgewickelt und Materialien unkompliziert ausgetauscht. Das Areal bietet Raum für vielfältige Nutzungen, von der Eventhalle 13a für kulturelle Anlässe bis hin zu Ateliers für lokale Kunstschaffende. Mittelfristig ist die Erweiterung der Fläche auf 30.000 Quadratmeter sowie die Integration von Gastronomie und Wohnraum für Menschen aller Kulturen und Altersgruppen geplant.


Meilenstein der Solarenergie: Die grösste PV-Anlage Klotens

Ein Kernstück der Nachhaltigkeitsstrategie des Lagerhauses ist die neu in Betrieb genommene Photovoltaikanlage, die mit einer Spitzenleistung von 730 Kilowatt die grösste der Stadt Kloten ist. Davon entfallen rund 608 Kilowatt auf die neuen Installationen der Lagerhaus Kloten AG, während die restliche Leistung von einer bereits bestehenden Anlage der Firma Hirsch Ruckstuhl AG beigesteuert wird.

Technische Herausforderungen auf historischer Substanz.

Die Installation auf den teils über 100 Jahre alten Dächern erforderte enormes Fingerspitzengefühl und präzise statische Berechnungen, da für viele Gebäude kaum noch Pläne existierten. Während die Anpassung der Kiesdächer relativ einfach verlief, mussten für die komplexen Foliendächer individuelle Lösungen vor Ort durch Statiker und Planer erarbeitet werden. Bei der Sanierung der ikonischen Sheddächer wurde darauf geachtet, möglichst viel Originalsubstanz wie die innere Holzverkleidung zu erhalten. Ein fast 100-jähriger Kran wurde dabei zur mobilen Arbeitsbühne umfunktioniert, um den laufenden Betrieb der Mieter in den Hallen nicht zu unterbrechen.

Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung.

Das Projekt wurde konsequent mit regionalen Partnern und nachhaltigen Materialien umgesetzt. Zur Isolierung der Sheddächer kamen Naturmaterialien wie Schafwolle und Hanf-Jute zum Einsatz, während die Dämmstoffe der Flachdächer teilweise aus Muschelkalk bestehen. Die Solarpanels und Wechselrichter stammen aus der Schweiz und Deutschland. Beteiligt waren zahlreiche lokale KMU, darunter die Frischknecht Holzbau Team AG, Buchwalder Metallbau und Oswald Bedachungen aus Kloten.

Intelligente Energienutzung der Zukunft. 

Das Ziel ist ein möglichst hoher Eigenverbrauch des produzierten Stroms direkt auf dem Areal. Hierfür prüfen die Verantwortlichen Modelle wie eine Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) oder eine Eigenverbrauchsgemeinschaft (ZEV). Die Anlage ist bereits für die Erweiterung um eine Industriebatterie vorbereitet, um Lastspitzen und den Nachtbedarf abzudecken. Zudem sind intelligente Energiemanagementsysteme und der Ausbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge geplant.

Strategische Initiativen: Kraftwerk Kloten und Kraftwerk Unterland.

Die privaten Bemühungen auf dem Lagerhaus-Areal werden durch breitere regionale Initiativen gestärkt. Hinter dem Projekt «Kraftwerk Unterland» steht die EnergieGenossenschaft Zürcher Unterland (EGZU), die in Zusammenarbeit mit Gemeinden wie Kloten und Embrach die Energiewende vorantreibt.

Das «Rundum-Sorglos-Angebot».

Das Programm bietet Grundeigentümern ein attraktives Paket für den Bau eigener PV-Anlagen, das von der ersten Potenzial-Einschätzung mittels Solarrechner bis zur Inbetriebnahme und Wartung reicht. Ein 5-Schritte-Prozess führt die Interessenten digital durch die Planung und Umsetzung. Die EGZU fungiert dabei als zentrale Ansprechpartnerin und koordiniert regionale Handwerksbetriebe.

Finanzielle Förderung und Wirtschaftlichkeit.

Die Stadt Kloten unterstützt dieses Vorhaben massiv und hat den entsprechenden Zusatzkredit im September 2025 um 1,1 Millionen Franken aufgestockt. Hausbesitzer können von Förderbeiträgen bis zu 15.000 Franken pro Anlage profitieren, was die Amortisationszeit deutlich verkürzt. Zusätzlich zur städtischen Förderung erhalten die Betreiber die Einmalvergütung des Bundes (Pronovo) und können durch die Einspeisevergütung der ibk AG (9,47 Rp./kWh ab Oktober 2025) sowie den Verkauf von Herkunftsnachweisen (HKN) zusätzliche Erträge generieren. Ähnliche Programme existieren auch in Nachbargemeinden wie Embrach und Oberembrach.

Die Klimastrategie der Stadt Kloten im Überblick.

Die Stadt Kloten überwacht ihre Fortschritte in einem «Klima-Cockpit», das verschiedene Handlungsfelder und Indikatoren abbildet. Das übergeordnete Ziel ist die Erreichung von Netto-Null CO2 in der Stromversorgung bis 2050.

Ausbauziele und Potenziale.

Das theoretische Solarpotenzial auf Klotener Dachflächen (ohne Flughafen) wird auf rund 50 GWh pro Jahr geschätzt. Bis 2030 strebt die Stadt eine Produktion von 20 GWh/a aus Photovoltaik im gesamten Stadtgebiet an, ein Ziel, das durch die aktuellen Zuwachsraten (7,9 GWh/a im Jahr 2025) unterstützt wird. Auch auf städtischen Liegenschaften soll das Potenzial genutzt werden; bis 2030 sollen 60 % und bis 2050 alle geeigneten Dächer im Eigentum der Stadt mit PV-Anlagen ausgerüstet sein.

Erneuerbarer Strommix.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Erhöhung des Anteils an erneuerbarem Strom im lokalen Netz. Im Jahr 2024 lag der Anteil an erneuerbarem Strom im Strommix bereits bei 73 %, wobei Wasserkraft mit 55 % den grössten Teil ausmachte. Bis 2030 soll der Energieversorger ibk AG verpflichtet werden, 80 % der Gesamtstrommenge aus erneuerbaren Quellen zu liefern.

Regionaler Kontext: Solarstrom-Potenzial im Kanton Zürich.

Die Entwicklungen in Kloten spiegeln einen kantonalen Trend wider. Eine Studie des Kantons Zürich zeigt auf, dass das grösste Potenzial für die Energiewende auf den Dächern liegt, wo jährlich rund 6000 GWh Strom produziert werden könnten. Dies würde bereits 60 % des gesamten kantonalen Strombedarfs decken.

Zusätzliche Potenziale und Winterstrom.

Neben Dachanlagen bieten Fassaden ein Potenzial von 2200 GWh pro Jahr, wobei diese besonders im Winter wichtig sind, da sie bei tiefstehender Sonne mehr Energie liefern als Dachanlagen. Weitere Möglichkeiten zur Stromgewinnung sieht der Kanton in der Agrar-Photovoltaik, der Überdachung von Parkplätzen (ab 25 Feldern) sowie in Installationen auf Kläranlagen (ARA) und entlang von Infrastrukturen wie Lärmschutzwänden oder Brücken. Obwohl Solarstrom allein nicht ausreichen wird, um die volle Energieversorgung zu übernehmen, ist er ein entscheidender Pfeiler für die Versorgungssicherheit, insbesondere in Kombination mit Windkraft, Biomasse und saisonalen Speichern.

Das Beispiel des Lagerhaus-Areals in Kloten zeigt eindrücklich, wie durch lokale Initiative, familiäres Engagement und staatliche Förderung eine nachhaltige Energiezukunft gestaltet werden kann, die sowohl die Geschichte respektiert als auch technologische Innovationen nutzt.

 

Technische Daten zur Photovoltaikanlage auf dem Lagerhaus-Areal Kloten.

 

Merkmal
Details

Gesamtleistung (Peak)

730 Kilowatt (kWp)

Leistung Neuinstallation

Rund 608 Kilowatt (kWp)

Bestandsanlage (Partner)

Ca. 122 kWp (Anlage der Firma Hirsch Ruckstuhl AG)

Installationsorte

Über 100 Jahre alte Sheddächer und Flachdächer

Modultyp (Sheddächer)

PV-Indachmodule, die sich in die historische Struktur einfügen

Herkunft der Panels

Schweiz und Deutschland

Herkunft Wechselrichter

Deutschland

Isolierung (Sheddächer)

Naturmaterialien wie Schafwolle und Hanf-Jute

Isolierung (Flachdächer)

Dämmstoffe teilweise aus Muschelkalk

Energiespeicher

Vorbereitet für eine Industriebatterie

Amortisationszeit

Geschätzt 18 Jahre

Nutzungsmodelle

ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) oder LEG (Lokale Elektrizitätsgemeinschaft) in Prüfung

Zusätzliche Details zur Installation.

Die Anlage ist die grösste Photovoltaikanlage der Stadt Kloten. Zum Vergleich: Eine typische Anlage auf einem Einfamilienhaus leistet im Durchschnitt etwa 10 bis 12 Kilowatt.

Besonders hervorzuheben ist die technische Umsetzung auf der historischen Bausubstanz. Da für die teils über ein Jahrhundert alten Gebäude kaum noch Pläne existierten, mussten Statik und Denkmalschutz vor Ort individuell berücksichtigt werden. Ein fast 100-jähriger Kran diente während der Montage als mobile Arbeitsbühne, um den laufenden Betrieb der Mieter in den Hallen nicht zu stören.

Wie lange halten die PV-Module des Lagerhauses?

Sie können damit rechnen, dass die Solarmodule des Lagerhauses mindestens 25 Jahre lang zuverlässig Strom liefern werden.

Dieser Zeitraum orientiert sich an den branchenüblichen Standards und Garantien:

  • Leistungsgarantie: Die Hersteller der Solarmodule gewähren eine Leistungsgarantie von über 25 Jahren.
  • Produktgarantie: Für die meisten Komponenten der Photovoltaikanlage besteht zudem eine Produktgarantie von mindestens 10 Jahren.
  • Amortisation: Die Investitionen in die Anlagen auf dem Lagerhaus-Areal amortisieren sich laut Machbarkeitsstudien bereits nach etwa 18 Jahren.

Damit ist sichergestellt, dass die Anlage weit über den Zeitpunkt ihrer wirtschaftlichen Abzahlung hinaus grünen Strom für das Areal produziert.



Illustration © stromzeit.ch* 


Welche Firmen waren am Solaruprojekt beteiligt?

Am Solarprojekt auf dem Lagerhaus-Areal waren zahlreiche regionale Fachbetriebe und spezialisierte Planungsbüros beteiligt, wobei die Eigentümer bewusst auf lokale KMU und langjährige Partner setzten.

Folgende Firmen wurden explizit als Projektbeteiligte genannt:

  • Frischknecht Holzbau Team (Kloten): Dieses Unternehmen, das selbst Mieter auf dem Areal ist, war für die Sanierung der historischen Sheddächer verantwortlich.
  • Buchwalder Metallbau (Kloten): Ein weiterer Mieter des Areals, der die individuellen Metallbauarbeiten ausführte.
  • Oswald Bedachungen (Kloten): Ein langjähriger Partner, der die Dacharbeiten übernahm.
  • Bär Partner Elektro GmbH (Kloten): Diese Firma war für die Elektroinstallationen zuständig.
  • I.ON: Ein Schweizer PV-Installateur, der die technische Umsetzung der Photovoltaik begleitete.
  • JR Architektur (Winterthur): Dieses Büro übernahm die Bauleitung und unterstützt das Lagerhaus bereits seit Jahren bei verschiedenen Bauprojekten.
  • Basler & Hofmann AG (Zürich): Sie waren für die PV-Planung sowie die Prüfung der technischen Machbarkeit, Statik und Wirtschaftlichkeit zuständig.

Zusätzlich wird die Hirsch Ruckstuhl AG erwähnt, deren bereits bestehende PV-Anlage in das Gesamtkonzept integriert wurde, um die gesamte Solarleistung auf 730 Kilowatt zu steigern. Die Koordination des Projekts lag bei der Lagerhaus Kloten AG unter der Leitung der Geschwister Flurina und Men Keller.


Wie verbindet das Lagerhaus-Areal in Kloten Tradition mit ökologischer Zukunft?

Das Lagerhaus-Areal in Kloten verbindet seine über 100-jährige Geschichte mit einer ökologischen Vision, indem es historische Bausubstanz durch modernste Solartechnologie und nachhaltige Materialien revitalisiert. Die Geschwister Flurina und Men Keller führen das Areal in dritter Generation und transformieren den ehemaligen Güterumschlagplatz in ein nachhaltiges Quartier für Wohnen, Gewerbe und Kultur.

Erhalt der Tradition und historischen Substanz.

Die Verbindung zur Vergangenheit zeigt sich primär im bewussten Umgang mit der Architektur:

  • Zeitzeuge der Industriegeschichte: Die erste Sheddach-Halle wurde bereits 1902 errichtet. Das Areal gilt als Symbol für die industrielle Vergangenheit der Stadt.
  • Sanierung statt Abriss: Bei der Installation der neuen Solaranlage wurde darauf geachtet, so viel Originalsubstanz wie möglich zu erhalten. So blieb beispielsweise die innere Holzverkleidung der Sheddächer bewusst bestehen, da funktionierende Materialien im Sinne der Nachhaltigkeit nicht unnötig ersetzt werden sollen.
  • Historisches Werkzeug für moderne Technik: Während der Bauarbeiten wurde ein fast 100-jähriger Kran zur mobilen Arbeitsbühne umfunktioniert, um die Solarpanels unter den Dächern zu montieren, ohne den laufenden Betrieb der Mieter zu stören.
Ökologische Zukunft durch Solarenergie.

Das Herzstück der ökologischen Transformation ist die grösste Photovoltaikanlage der Stadt Kloten:

  • Rekordverdächtige Leistung: Die Anlage auf den historischen Dächern erbringt eine Spitzenleistung von 730 Kilowatt (zusammen mit der Anlage eines Mieters) und deckt damit einen beachtlichen Teil des lokalen Energiebedarfs.
  • Nachhaltige Baumaterialien: Bei der Sanierung der Dächer kamen ökologische Dämmstoffe wie Schafwolle, Hanf-Jute und Muschelkalk zum Einsatz.
  • Kreislaufwirtschaft: Für künftige Bauprojekte verfolgen die Eigentümer das Prinzip des «Re-Use» und «Re-Cycling», indem sie Bauteile aus Abbruchobjekten wiederverwenden oder nachhaltige neue Materialien wählen.
Synergien im «Handwerkerdorf».

Die ökologische Zukunft wird nicht nur technologisch, sondern auch sozial durch das Konzept eines «Handwerkerdorfs» gestaltet:

  • Regionale Wertschöpfung: Das Projekt wurde konsequent mit lokalen KMU und Handwerksbetrieben umgesetzt, von denen viele selbst Mieter auf dem Areal sind.
  • Gelebte Gemeinschaft: Über 250 Menschen arbeiten bereits vor Ort und nutzen Synergien, indem sie Maschinen, Fahrzeuge und Entsorgungseinrichtungen gemeinsam teilen, was Ressourcen schont.
  • Intelligente Energienutzung: Geplant ist die Integration einer Industriebatterie, um Nacht- und Lastspitzen abzudecken, sowie die Gründung einer Lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG), damit die Mieter direkt vom vor Ort produzierten Strom profitieren können.

Das Lagerhaus dient als Modell für zukunftsfähiges Wohnen und Arbeiten, das den Charakter eines historischen Industrieareals bewahrt und gleichzeitig konsequent auf regenerative Ressourcen und soziale Interaktion setzt.

 

Welche Vorteile bietet die geplante Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG)?

Die geplante Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) auf dem Lagerhaus-Areal in Kloten soll sicherstellen, dass die vor Ort produzierte Sonnenenergie effizient und gemeinschaftlich genutzt wird. Die wesentlichen Vorteile dieses Modells sind:

  • Direkter Nutzen für die Mieterschaft: Die LEG ermöglicht es den über 250 auf dem Areal tätigen Menschen und Betrieben, unmittelbar von der erzeugten Solarenergie zu profitieren. Ziel ist es, dass ein Grossteil des Energieverbrauchs der Mietenden direkt durch die Produktion auf den eigenen Dächern gedeckt wird.
  • Optimale Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch: Das Modell dient dazu, die Produktion der Photovoltaikanlage optimal mit dem tatsächlichen Verbrauch der verschiedenen Mieterinnen und Mieter abzustimmen. Dies ist besonders in einem "Handwerkerdorf" mit vielfältigen Gewerbebetrieben sinnvoll, um Lastspitzen besser zu verteilen.
  • Maximierung des Eigenverbrauchs: Durch die Vernetzung innerhalb einer LEG kann ein möglichst hoher Eigenverbrauch des auf dem Areal produzierten Stroms erreicht werden. Strom muss so seltener ins öffentliche Netz eingespeist werden, was die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage erhöht.
  • Teil eines intelligenten Energiesystems: Die LEG ist in ein grösseres Konzept eingebettet, das auch die Integration einer Industriebatterie vorsieht. So können künftig auch Nachtbedarfe und Lastspitzen mit eigenem Strom abgedeckt werden, was die Unabhängigkeit vom externen Strommarkt steigert.
  • Stärkung der Gemeinschaft und regionalen Identität: Die LEG unterstreicht die Vision der Eigentümer, das Areal als Ort der Zusammenarbeit zu führen. Men Keller betont, dass es ein gutes Gefühl sei, wenn der Strom, der fliesst, aus der eigenen Gemeinschaft stammt.

Die LEG bietet sowohl ökonomische Vorteile durch optimierten Eigenverbrauch als auch einen ideellen Mehrwert, indem sie die Vision eines nachhaltigen, autarken "Quartiers für alle" technisch unterstützt.

Wie hoch sind die Förderbeiträge für PV-Anlagen in Kloten?

In Kloten werden Photovoltaikanlagen über das Förderprogramm «Kraftwerk Kloten» mit finanziellen Beiträgen von bis zu CHF 15'000 pro Anlage unterstützt.

Die Förderung setzt sich wie folgt zusammen:
  • Grundbeitrag für Bestandsgebäude: Für Anlagen auf bestehenden Gebäuden wird ein Grundbeitrag von CHF 4'400 gewährt. Bei Neubauten entfällt dieser Grundbeitrag.
  • Zusätzliche Bundesförderung: Die städtischen Fördergelder werden zusätzlich zur Einmalvergütung des Bundes (KLEIV/Pronovo) ausgezahlt, was die wirtschaftliche Attraktivität der Anlagen deutlich erhöht.
  • Beispiele für Gesamtförderungen (Stadt Kloten):
    • Anlage mit ca. 6,7 kWp: ca. CHF 6'920.
    • Anlage mit ca. 14,4 kWp: ca. CHF 9'800.
    • Anlage mit ca. 24 kWp: ca. CHF 13'400.

Aufgrund der hohen Nachfrage hat der Gemeinderat Kloten am 2. September 2025 einen Zusatzkredit von CHF 1,1 Millionen genehmigt, um das Programm bis Ende 2026 fortzuführen. Bei einer Bestellung über das offizielle Programm «Kraftwerk Kloten» ist die Förderung garantiert; bei Eigenbau-Anlagen erfolgt die Berücksichtigung nach dem Prinzip «first come, first serve».

Zusätzlich profitieren Betreiber von einer Einspeisevergütung der ibk AG, die ab Oktober 2025 bei 9,47 Rp./kWh liegt, sowie von möglichen Steuereinsparungen, da Investitionen in erneuerbare Energien abzugsberechtigt sind.

 

Können auch Eigenbau-Anlagen von der Förderung profitieren?

Ja, auch selbst realisierte Photovoltaikanlagen (Eigenbau-Anlagen) können von den Förderbeiträgen der Stadt Kloten profitieren.

Dabei gelten jedoch spezifische Voraussetzungen und Bedingungen im Vergleich zu Anlagen, die über das offizielle Programm «Kraftwerk Kloten» bestellt werden:

  • Voraussetzung Bundesförderung: Die Anlage muss zwingend die Einmalvergütung des Bundes (KLEIV) durch die Pronovo AG erhalten.
  • Anmeldeprozess: Sobald die gültige Verfügung von Pronovo vorliegt, muss diese per E-Mail an die Stadt Kloten (raum-umwelt@kloten.ch) gesendet werden.
  • Vergabeprinzip: Im Gegensatz zu Bestellungen über das «Kraftwerk Kloten», bei denen die Förderung ab Bestellung garantiert ist, werden Eigenbau-Anlagen nach dem Prinzip «first come, first serve» berücksichtigt. Massgebend ist hierbei das Eingangsdatum der Bundesverfügung bei der Stadt Kloten.
  • Begrenzte Mittel: Da die Fördermittel begrenzt sind, besteht für selbst realisierte Anlagen kein automatischer Anspruch, wenn der Fördertopf bereits ausgeschöpft ist.

Eine Förderung ist möglich, sofern die Anlage die Bundeskriterien erfüllt und noch genügend Mittel im städtischen Förderbudget vorhanden sind.

 

Gibt es Förderungen für Solarfassaden oder Parkplatz-Überdachungen?

Aus den Quellen geht nicht hervor, dass es ein spezifisches Förderprogramm für private Solarfassaden oder Parkplatz-Überdachungen mit festen Beträgen gibt, wie es für Dachanlagen der Fall ist. Die bestehenden Förderungen und Strategien konzentrieren sich primär auf Dachflächen, wobei für andere Infrastrukturen Pilotprojekte und kantonale Kredite existieren.

Hier sind die Details zu den verschiedenen Bereichen:

Fokus auf Dachanlagen in Kloten und Embrach.

Das aktuelle Förderprogramm «Kraftwerk Kloten» (und analog dazu «Kraftwerk Embrach | Oberembrach») ist explizit auf die Nutzung von Dachflächen ausgerichtet.

  • Standard-Angebot: Das «Rundum-Sorglos-Angebot» bezieht sich auf Aufdach-Solaranlagen.
  • Ausschlüsse: Indach-Solaranlagen sind im Standardprogramm ausgeschlossen bzw. werden separat kalkuliert. Fassadenanlagen werden in den Preisbeispielen und Programmbeschreibungen für Privatpersonen nicht als förderfähige Standardkategorie aufgeführt.
Potenzial und Pilotprojekte im Kanton Zürich.

Auf kantonaler Ebene werden Solarfassaden und Parkplatz-Überdachungen als wichtige Ergänzung für die Energiewende betrachtet, befinden sich aber oft noch in einer Erprobungsphase:

  • Solarfassaden: Diese haben im Kanton ein Potenzial von 2200 GWh/a und sind besonders für die Winterstromproduktion wertvoll. Sie sind jedoch teurer als Dachanlagen und bisher weniger verbreitet.
  • Parkplatz-Überdachungen: Hier liegt das kantonale Potenzial bei 150 GWh/a, wobei insbesondere Flächen ab 25 Parkfeldern betrachtet werden. Auch diese Technik gilt als relativ teuer, da zuvor eine Tragkonstruktion errichtet werden muss.
  • Kantonale Förderung: Der Kantonsrat hat der Baudirektion einen Rahmenkredit bewilligt, um Erfahrungen mit solchen Anlagen (Fassaden, Parkplätze, Kläranlagen) zu sammeln und entsprechende Projekte umzusetzen.
Strategie für städtische Liegenschaften in Kloten.

Für Gebäude und Flächen im Eigentum der Stadt Kloten gibt es eine umfassendere Strategie:

  • Die Stadt plant, das Photovoltaik-Potenzial an sämtlichen Gebäuden und Infrastrukturen in ihrem Eigentum zu nutzen.
  • Dies schliesst explizit auch Fassaden (Potenzial von 35 GWh/a im Stadtgebiet) mit ein.
  • Das Ziel ist, bis 2050 alle geeigneten Dächer und Infrastrukturen im städtischen Besitz auszurüsten.

Während private Dachanlagen in Kloten mit bis zu CHF 15'000 gefördert werden, gibt es für private Fassaden- oder Parkplatzanlagen in den Quellen keine expliziten Förderbeträge. Auf kantonaler Ebene werden solche Projekte jedoch durch spezifische Kredite für Pilot- und Infrastrukturanlagen unterstützt.

Welche Rolle spielt die Winterstrom-Produktion durch Solaranlagen an Fassaden?

Solaranlagen an Fassaden spielen eine strategisch entscheidende Rolle für die Versorgungssicherheit im Winter, da sie in der kalten Jahreszeit effizienter arbeiten als herkömmliche Dachanlagen. Während Dachanlagen den grössten Teil des gesamten Solarpotenzials abdecken, bieten Fassaden spezifische Vorteile für die kritischen Wintermonate.

Der "Winter-Vorteil" von Fassadenanlagen.

Der wesentliche Vorteil von Fassadenanlagen liegt in ihrer vertikalen Ausrichtung:

  • Höhere Produktion bei tiefstehender Sonne: Im Winter steht die Sonne flacher am Horizont. Vertikale Panels an Fassaden können diese Sonnenstrahlen deutlich besser einfangen als waagerechte oder leicht geneigte Panels auf Dächern.
  • Energieproduktion zur Zeit des höchsten Bedarfs: Die Monate Dezember bis Februar gelten als die kritischsten Monate der Energieversorgung, in denen der Bedarf am höchsten ist. In dieser Zeit können Fassadenanlagen einen überproportional hohen Beitrag leisten.
  • Beitrag zur Versorgungssicherheit: Im Kanton Zürich beträgt der Stromverbrauch in den Wintermonaten rund 3 Terawattstunden (TWh). Das gesamte Solarstrom-Potenzial in dieser Zeit liegt bei etwa 1 TWh, wobei Fassaden aufgrund ihres Produktionsprofils eine "sehr interessante" Komponente darstellen.
Potenziale und Herausforderungen.

Trotz ihrer Vorteile sind Fassadenanlagen bisher weniger verbreitet als Dachanlagen.

  • Kantonales Potenzial: Eine Studie des Kantons Zürich beziffert das Potenzial für Solarstrom an Fassaden auf 2200 GWh pro Jahr.
  • Lokales Potenzial in Kloten: Für das Stadtgebiet von Kloten (ohne Flughafen) wird das Potenzial von Fassaden auf 35 GWh/a geschätzt.
  • Wirtschaftlichkeit: Ein wesentlicher Grund für die geringe Verbreitung sind die Kosten; Fassadenanlagen sind derzeit teurer in der Installation als konventionelle Anlagen auf dem Dach.
Strategische Umsetzung.

Aufgrund der Bedeutung für die Energiewende werden Fassaden zunehmend in öffentliche Strategien einbezogen:

  • Städtische Liegenschaften: Die Stadt Kloten verfolgt das Ziel, das Photovoltaik-Potenzial an sämtlichen Gebäuden und Infrastrukturen in ihrem Eigentum zu nutzen, was explizit auch Fassadenflächen einschliesst.
  • Förderung von Erfahrungen: Der Kantonsrat Zürich hat einen Rahmenkredit bewilligt, damit die Baudirektion durch Pilotprojekte Erfahrungen mit Fassadenanlagen sammeln kann.

Fassadenanlagen haben zwar ein kleineres Gesamtpotenzial als Dächer, aber aufgrund ihrer überlegenen Leistung im Winter ein unverzichtbarer Teil der zukünftigen Energielösung sind, um saisonale Versorgungsengpässe zu mildern.

 

Welche Rolle spielt die Industriebatterie für die Eigenversorgung?

Die Industriebatterie spielt eine zentrale Rolle bei der Maximierung des Eigenverbrauchs und der technischen Unabhängigkeit des Lagerhaus-Areals. Sie fungiert als strategisches Bindeglied zwischen der Energieerzeugung und dem tatsächlichen Verbrauch der Mieterschaft.

Ihre wesentlichen Funktionen und Merkmale sind:

  • Pufferung von Nacht- und Lastspitzen: Die Hauptaufgabe des industriellen Energiespeichers besteht darin, überschüssige Solarenergie, die während der Sonnenstunden produziert wurde, zwischenzuspeichern. Damit kann der Strombedarf in der Nacht sowie während kurzzeitiger Verbrauchsspitzen (Lastspitzen) direkt aus der eigenen Produktion gedeckt werden, anstatt teuren Strom aus dem Netz zu beziehen.
  • Erhöhung der Eigenversorgungsquote: Ziel der Eigentümer ist es, dass ein Grossteil des Energiebedarfs der über 250 auf dem Areal tätigen Menschen nachhaltig vor Ort erzeugt wird. Die Batterie ermöglicht es, die Produktion der Photovoltaikanlage optimal mit dem variierenden Verbrauchsprofil der Handwerksbetriebe und Gewerbe abzustimmen.
  • Teil eines intelligenten Energiemanagements: Die Industriebatterie ist in ein intelligentes Energiemanagement-System integriert. Dieses System optimiert den Stromfluss auf dem gesamten Areal und bereitet die Infrastruktur auch auf künftige Anforderungen wie den Ausbau von Ladestationen für Elektrofahrzeuge vor.
  • Vorbereitete Infrastruktur: Obwohl sich die Batterieintegration in der Planungs- bzw. nächsten Ausbauphase befindet, wurde die gesamte PV-Anlage bereits so konzipiert und vorinstalliert, dass sie jederzeit problemlos um diesen industriellen Speicher erweitert werden kann.
  • Wirtschaftlichkeit und Garantie: Während Solarmodule oft Leistungsgarantien von über 25 Jahren haben, werden Batterien in regionalen Förderprogrammen als Zusatzkomponenten betrachtet, die in der Regel von den standardmässigen 10-jährigen Produktgarantien anderer Systemkomponenten ausgenommen sind. Dennoch ist die Speicherung ein wesentlicher Faktor, um die Amortisation der Gesamtanlage – die derzeit auf etwa 18 Jahre geschätzt wird – durch höheren Eigenverbrauch zu unterstützen.

Die Industriebatterie ist das technische Herzstück, um das Lagerhaus-Areal von einem reinen Stromproduzenten zu einem weitgehend autarken Energienetz weiterzuentwickeln.

Wie hoch sind die aktuellen Einspeisevergütungen der ibk?

Ab dem 1. Oktober 2025 vergütet die ibk (Industrielle Betriebe Kloten) für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom 9,47 Rp./kWh (inkl. MwSt.).

Zusätzlich zu dieser Basisvergütung gelten seit dem 1. Januar 2026 für Anlagen mit einer Leistung von weniger als 100 kW folgende Konditionen für den Verkauf der Herkunftsnachweise (HKN):

  • Zusatzvergütung für HKN: Betreiber können die Herkunftsnachweise für weitere 1,62 Rp./kWh an die ibk verkaufen.
  • Gesamtvergütung: Für kleine Anlagen ergibt sich daraus eine potenzielle Gesamtentschädigung von 11,09 Rp./kWh.

Um diese Vergütungen zu erhalten, müssen Betreiber nach der Inbetriebnahme ihrer Anlage einen entsprechenden Lieferauftrag für die Herkunftsnachweise (beispielsweise bei Pronovo) akzeptieren. Die Rückspeisevergütung trägt wesentlich dazu bei, dass sich Investitionen in Photovoltaikanlagen – wie etwa auf dem Lagerhaus-Areal – wirtschaftlich lohnen und schneller amortisieren.

 

Welche besonderen Herausforderungen gab es bei der Installation auf denkmalgeschützten Dächern?

Die Installation der Photovoltaikanlage auf den über 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Dächern des Lagerhaus-Areals war ein komplexes Unterfangen, das besonderes Fingerspitzengefühl und eine enge Zusammenarbeit zwischen Statikern, Planern und Denkmalschutz erforderte.

Dabei traten folgende spezifische Herausforderungen auf:

  • Fehlende Dokumentation und Pläne: Da viele Gebäude mehr als ein Jahrhundert alt sind, existierten für einige Gebäudeteile kaum noch vollständige Unterlagen oder Baupläne. Dies erschwerte die technische Vorbereitung erheblich.
  • Anspruchsvolle Statik: Die statische Belastbarkeit der historischen Dächer musste präzise geprüft werden. Besonders bei den Flachdächern erwies sich die Berechnung als schwierig. Während die Anpassung bei Kiesdächern durch eine Reduktion der Kiesschicht relativ einfach war, mussten für die komplexen Foliendächer individuelle Lösungen oft erst direkt vor Ort durch die Fachleute erarbeitet und angepasst werden.
  • Erhalt der historischen Substanz: Ein zentrales Anliegen der Eigentümer war der maximale Erhalt der Originalsubstanz. So wurde beispielsweise bei den ikonischen Sheddächern die innere Holzverkleidung bewusst im Originalzustand belassen, da das alte Holz noch funktionstüchtig war. Um die Ästhetik der historischen Silhouette zu wahren, kamen auf den Sheddächern zudem PV-Indachmodule zum Einsatz, die sich harmonisch in die Struktur einfügen.
  • Logistische Herausforderungen im laufenden Betrieb: Die Installation musste so erfolgen, dass die über 250 auf dem Areal tätigen Personen in ihrer Arbeit nicht unterbrochen wurden. Eine kreative Lösung war hierbei die Umnutzung eines fast 100-jährigen Krans zu einer mobilen Arbeitsbühne, mit der die Handwerker komfortabel direkt unter den Dächern arbeiten konnten, während der Betrieb darunter normal weiterlief.
  • Materialwahl und Denkmalschutz: Um dem historischen Charakter und dem Nachhaltigkeitsgedanken gerecht zu werden, wurden für die Isolierung der Sheddächer Naturmaterialien wie Schafwolle und Hanf-Jute verwendet.

Trotz dieser „kniffligen“ Bedingungen konnten durch die Zusammenarbeit regionaler KMU und spezialisierter Planungsbüros für alle Probleme Lösungen gefunden werden.

 

Was ist für die langfristige Entwicklung des geschichtsträchtigen Areals geplant?

Die langfristige Entwicklung des über 100 Jahre alten Lagerhaus-Areals in Kloten sieht eine schrittweise Transformation von einem reinen Güterumschlagplatz zu einem lebendigen, nachhaltigen Stadtteil vor, in dem Wohnen, Arbeiten, Kultur und Gastronomie verschmelzen. Die Eigentümer Flurina und Men Keller verfolgen dabei eine Vision, die über die nächsten 20 Jahre in Etappen realisiert werden soll.

Die zentralen Säulen dieser langfristigen Entwicklung sind:

1. Ausbau zum gemischt genutzten Quartier.

Das Areal soll sich zu einem Ort entwickeln, an dem Menschen nicht nur arbeiten, sondern auch leben:

  • Wohnraum: Auf längere Sicht ist die Integration von Wohnungen geplant. Die Vision ist ein „kunterbunter Mix“ von Mietenden jeden Alters und aus verschiedenen Kulturen, die den Raum gemeinsam nutzen.
  • Gastronomie und Detailhandel: Mittelfristig sollen kleine, regional verankerte Läden sowie drei Gastrobetriebe einziehen – geplant sind ein Restaurant als Quartierstreffpunkt, ein Café mit Gelateria und ein Ort für den Feierabend.
  • Kultur: Die bestehende Eventhalle 13a soll durch weitere Kulturorte, Ateliers, Proberäume für lokale Kunstschaffende und einen grossen Veranstaltungsplatz ergänzt werden.
2. Erweiterung der Arbeitswelten.

Das Konzept des „Handwerkerdorfs“ soll gestärkt und ausgebaut werden:

  • Flächenwachstum: Die Gewerbefläche soll von derzeit 20'000 m² auf 30'000 m² erweitert werden.
  • Arbeitsplätze: Ziel ist es, langfristig bis zu 350 Arbeitsplätze (aktuell ca. 250) für lokales Kleingewerbe und KMU zu bieten.
  • Synergien: Mieter sollen künftig noch stärker voneinander profitieren, indem sie Infrastrukturen wie Entsorgungseinrichtungen, Recyclingstationen, Stapler und andere Fahrzeuge gemeinsam nutzen.
3. Ökologische Vorreiterrolle und Kreislaufwirtschaft.

Die Nachhaltigkeit steht bei allen zukünftigen baulichen Massnahmen im Fokus:

  • Zirkuläres Bauen: Bei Veränderungen oder Neubauten sollen konsequent wiederverwendete Bauteile (Re-Use) oder Materialien aus Abbruchobjekten (Re-Cycling) eingesetzt werden.
  • Energieautarkie: Aufbauend auf der neuen Photovoltaikanlage wird eine intelligente Energienutzung durch Industriebatterien und die Gründung einer Lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) angestrebt, um den vor Ort produzierten Strom optimal zu verteilen.

Das Lagerhaus soll als Modell für zukunftsfähiges Wohnen und Arbeiten dienen, das den historischen Charakter bewahrt und gleichzeitig eine moderne, soziale Interaktion ermöglicht.

Wie funktioniert das Rundum-Sorglos-Angebot vom Kraftwerk Kloten?

Das «Rundum-Sorglos-Angebot» des Programms «Kraftwerk Kloten» ist eine Initiative der Stadt Kloten und der EnergieGenossenschaft Zürcher Unterland (EGZU), die Grundeigentümer bei der Realisierung eigener Photovoltaikanlagen (PV) von der ersten Planung bis zur Inbetriebnahme unterstützt. Ziel ist es, den administrativen und technischen Aufwand für die Besitzer so gering wie möglich zu halten, wobei die EGZU als zentrale Ansprechpartnerin fungiert.

Das Angebot gliedert sich in fünf strukturierte Schritte:

1. Potenzial-Einschätzung.

Zunächst erfolgt eine kostenlose und unverbindliche Abklärung, ob die Dachflächen eines Gebäudes für Solarenergie geeignet sind. Interessenten nutzen hierfür einen digitalen Solarrechner, der nach Eingabe der Adresse und Verbrauchsdaten Angaben zur erwarteten Stromproduktion, zum Eigenverbrauch und zur Wirtschaftlichkeit liefert.

2. Detailofferte.

Basierend auf der ersten Einschätzung erstellt die EGZU bei ernsthaftem Interesse eine verbindliche Detailofferte. Dieser Schritt beinhaltet einen Besuch und eine Besprechung vor Ort, um die Materialkomponenten, Finanzierung und Fördergelder individuell abzustimmen. Falls man sich nach Erhalt der Offerte gegen den Bau entscheidet, wird eine Aufwandspauschale von CHF 300.– fällig; bei einer Realisierung sind diese Kosten im Auftrag enthalten.

3. Auftragserteilung.

Nach der digitalen Auftragserteilung übernimmt die EGZU die gesamte Administration. Dazu gehören:

  • Die Klärung von Baueinschränkungen.
  • Die Anmeldung des Projekts bei den zuständigen Stellen (Bund/Pronovo, Stadt Kloten und der Energieversorger ibk AG).
  • Die Erstellung der Unterlagen für das Meldeverfahren der Gemeinde. Nach der Auftragsbestätigung wird eine erste Akontozahlung von 50 % der Kosten fällig.
4. Bau der Anlage.

Sobald die Anzahlung, das Anschlussgesuch der ibk und die Bestätigung des Bauamtes vorliegen, beginnt der Bau. Die Montage dauert je nach Grösse der Anlage und Witterung in der Regel 5 bis 15 Arbeitstage. Die Realisierung erfolgt durch sorgfältig ausgewählte regionale Partnerfirmen und Fachleute. Kurz vor der Montage der Module wird eine zweite Akontozahlung von 40 % fällig.

5. Inbetriebnahme und Förderung.

Nach dem Anschluss ans Stromnetz erfolgt die technische Einweisung und die Erstellung eines Abnahmeprotokolls. Ein wesentlicher Vorteil des Angebots ist die Abwicklung der Fördergelder:

  • Städtische Förderung: Der Förderbeitrag der Stadt Kloten (bis zu CHF 15'000.–) wird direkt von der Schlussrechnung abgezogen, sodass der Kunde nur den Nettobetrag zahlen muss.
  • Bundesförderung: Die EGZU unterstützt bei der Beantragung der Einmalvergütung des Bundes (KLEIV).
  • Herkunftsnachweise (HKN): Die Anlage wird für den Verkauf der Herkunftsnachweise angemeldet, was die Wirtschaftlichkeit weiter erhöht.
Qualität und Sicherheit.

Das Paket bietet langfristige Sicherheit durch umfassende Garantien:

  • Gewährleistung: 2 Jahre auf die gesamte Anlage.
  • Produktgarantie: Mindestens 10 Jahre auf alle Komponenten (ausgenommen Batterien oder Steuerelemente).
  • Leistungsgarantie: Über 25 Jahre auf die Solarmodule durch die Hersteller.
  • Regionale Wertschöpfung: Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern wird die Qualität sichergestellt und die regionale Wirtschaft gestärkt.

 

Was ist der Unterschied zwischen einer LEG und einer ZEV?

In den Quellen werden die ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch bzw. „gemeinsame Eigenverbrauchsgemeinschaft“) und die LEG (Lokale Elektrizitätsgemeinschaft) als zwei verschiedene Modelle genannt, die aktuell für das Lagerhaus-Areal in Kloten geprüft werden.

Obwohl die Quellen die technischen Details der Unterschiede nicht explizit gegenüberstellen, lassen sich aus der Beschreibung der Projekte folgende Gemeinsamkeiten und Einordnungen ableiten:

Gemeinsamkeiten beider Modelle laut Quellen:
  • Zielsetzung: Beide Modelle dienen dazu, die Solarstrom-Produktion der neuen PV-Anlage optimal mit dem Verbrauch der Mieterinnen und Mieter abzustimmen.
  • Nutzen: Sie sollen einen möglichst hohen Eigenverbrauch des vor Ort produzierten Stroms direkt auf dem Areal ermöglichen, sodass die Mietenden unmittelbar von der erzeugten Energie profitieren können.
  • Teil eines Gesamtsystems: Beide Optionen werden im Kontext eines intelligenten Energiemanagements und der geplanten Integration einer Industriebatterie betrachtet, um auch Nacht- und Lastspitzen abzudecken.
Einordnung der Modelle (ergänzende Informationen).

Hinweis: Da die Quellen die genauen regulatorischen Unterschiede nicht detailliert erläutern, stammen die folgenden Definitionen aus allgemeinem Fachwissen zur Schweizer Gesetzgebung und sind nicht direkt den Quellen entnommen:

  1. ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch): In diesem Modell schliessen sich mehrere Endverbraucher (z. B. Mieter auf dem Lagerhaus-Areal) zusammen, um den selbst produzierten Strom gemeinsam zu nutzen. Physisch geschieht dies in der Regel über einen einzigen gemeinsamen Netzanschlusspunkt zum öffentlichen Stromnetz. Die Abrechnung gegenüber dem Energieversorger erfolgt gesammelt für die ganze Gemeinschaft.
  2. LEG (Lokale Elektrizitätsgemeinschaft): Dieses Modell ist in der Schweiz neuer (eingeführt mit dem Mantelerlass). Es erlaubt den Teilnehmenden, Strom über das bestehende öffentliche Verteilnetz innerhalb eines lokal begrenzten Gebiets (z. B. ein Quartier oder eine Gemeinde) zu teilen. Im Gegensatz zur ZEV behalten die Teilnehmenden in einer LEG oft ihre individuellen Netzanschlüsse und Verträge mit dem lokalen Energieversorger.

In den Quellen wird die LEG spezifisch als Option erwähnt, um „weitere Mieter auf dem Areal“ profitieren zu lassen oder als Alternative zur „direkten Anbindung“. Men Keller betont, dass man zunächst Erfahrungen im Betrieb sammeln wolle, bevor man sich für eines der Modelle zur intelligenten Energienutzung entscheidet.

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Disclaimer / Abgrenzung

Stromzeit.ch übernimmt keine Garantie und Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen Texte, Massangaben und Aussagen.


Quellenverzeichnis (Mai 2026).

Kloten: Grösste Solaranlage auf Lagerhaus-Areal in Betrieb.

https://lagerhauskloten.ch/

https://lagerhauskloten.ch/wer-wir-sind/

https://lagerhauskloten.ch/nachhaltiger-strom-fur-das-lagerhaus-direkt-vom-lagerhaus/

https://lagerhauskloten.ch/neue-pv-anlage-in-betrieb/

https://lagerhauskloten.ch/das-lagerhaus-als-handwerkerdorf-zusammenarbeit-als-erfolgsrezept/

https://lagerhauskloten.ch/das-lagerhaus-kloten-ein-ort-zum-zusammenarbeiten/

https://klima-cockpit.kloten.ch/actions/S2

https://kraftwerk-unterland.ch/kloten/

https://kraftwerk-unterland.ch/cockpit/

https://kraftwerk-unterland.ch/embrach/solarstrom-anlage/#cockpit

https://kraftwerk-unterland.ch/kloten/solarstrom-anlage/#cockpit

https://kraftwerk-unterland.ch/ueber-uns/

https://klima-cockpit.kloten.ch/actions/S1

https://klima-cockpit.kloten.ch/actions/S3

https://klima-cockpit.kloten.ch/actions/S4

https://klima-cockpit.kloten.ch/indicators/3323

https://klima-cockpit.kloten.ch/indicators/3483

Solarstrom-Potenzial auf Infrastrukturen im Kanton Zürich
https://www.youtube.com/watch?v=WohfsjKCVl4

In Kloten wurde auf dem Gelände des historischen Lagerhauses die bisher leistungsstärkste Solaranlage der Stadt offiziell in Betrieb genommen. Das ehrgeizige Bauprojekt umfasst eine Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 730 Kilowatt, die einen wesentlichen Teil der lokalen Stromversorgung sichert. Die Installation stellte eine technische Herausforderung dar, da die über hundertjährigen Gebäude unter Denkmalschutz stehen und eine behutsame Integration der Technik erforderten. Durch die Kooperation mit regionalen Fachkräften konnte die Anlage erfolgreich fertiggestellt werden, was den Wandel des ehemaligen Güterumschlagplatzes zu einem nachhaltigen Quartier markiert. Zukünftig soll das Areal als moderner Mix aus Wohnraum, Gewerbe und Kultur dienen und so Tradition mit ökologischem Fortschritt verbinden. Eine öffentliche Einweihungsfeier am 19. Mai 2026 bietet Interessierten die Möglichkeit, das zukunftsweisende Projekt aus nächster Nähe zu besichtigen.

Illustration © stromzeit.ch* NotebookLM:

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800 Helioplant-Solarbäume im hochalpinen „PV-Solarwald“ Sölden, 6,3 MWp, 28 GWh pro Jahr, 43 % Winterstrom.
Bauhöhe 6 m, 4 Flügel, jeweils ca. 2 m breit, 16 bifaziale Photovoltaik-Module, 7,2 kWp pro Element, SolarEdge Elektronik.