Zum Inhalt springen

Verzicht auf Klimadaten und Klimaschutz, dafür Gas- und Atomkraftwerke: was lässt Rösti alles anbrennen?

Rösti’s Trump-Methoden: kein klimatauglicher Wald, kein Copernikus, dafür eine Energiepolitik aus dem letzten Jahrhundert.
16. September 2026 durch
stromzeit.ch

Verzicht auf Klimadaten und Klimaschutz, dafür Gas- und Atomkraftwerke: was lässt Rösti alles anbrennen?

16.09.2026

Ist Albert Rösti mental und konzeptionell in der Mitte des letzten Jahrhunderts stecken geblieben? 

Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle politische und ökologische Lage in der Schweiz im Sommer 2026, geprägt durch massive Budgetkürzungen im Umweltbereich, die daraus resultierende politische Kritik sowie weitere gesellschaftlich relevante Entwicklungen.


Kein klimatauglicher Wald

Illustration © stromzeit.ch* 


Kürzungen bei der Waldbrand- und Klimaförderung.

Inmitten des extremen Hitzejahres 2026 hat der Bundesrat unter Umweltminister Albert Rösti entschieden, die zusätzlichen Mittel für den klimatauglichen Umbau der Schweizer Wälder massiv zu streichen. Ab dem Jahr 2027 stehen diese Gelder in der Finanzplanung nicht mehr zur Verfügung. Ursprünglich hatte das Parlament im Jahr 2020 einen Kredit von 100 Millionen Franken über vier Jahre bewilligt, um den Wald fit für den Klimawandel zu machen. Diese Massnahmen wurden 2023 zwar verlängert, jedoch bereits damals um ein Drittel gekürzt.

Die Begründung des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) für den kompletten Wegfall ab 2027 liegt in den notwendigen Entlastungsmassnahmen und der Einhaltung der Schuldenbremse. Während die reguläre Forstfinanzierung von jährlich etwa 115 bis 150 Millionen Franken stabil bleiben soll, fallen die spezifischen Mittel für den klimaangepassten Waldumbau weg.

Betroffene Massnahmenpakete im Detail.

Die nun gestrichenen Mittel flossen bisher in drei wesentliche Pfeiler der Waldpflege:

  • Klimaangepasste Waldverjüngung: Förderung von Baumarten wie Eichen oder Kirschbäumen, die hitze- und trockenheitsresistenter sind als herkömmliche Monokulturen.
  • Stabilitäts-Waldpflege: Gezielte Eingriffe zur Stärkung junger Bestände gegen Stürme, Borkenkäfer und Trockenstress.
  • Sicherheitsholzschläge: Das Entfernen von absterbenden Bäumen (insbesondere Fichten) entlang von Strassen und Schienen sowie in Erholungswäldern, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.
Der Zustand des Schweizer Waldes.

Die ökologischen Folgen der anhaltenden Hitze und Trockenheit sind bereits deutlich sichtbar. In vielen Wäldern liegt bereits im August so viel Laub am Boden wie sonst im Oktober. Besonders die Fichte, die wichtigste Baumart der Schweiz, hat im Mittelland aufgrund ihrer flachen Wurzeln kaum noch eine Zukunft. Experten der WSL prognostizieren eine Verschiebung des Baumbestands: Während Fichten und Buchen unter Druck geraten, werden sich Arten wie Eichen und Tulpenbäume stärker ausbreiten.

Zudem steigt die Waldbrandgefahr massiv an, mittlerweile auch in Gebieten nördlich der Alpen. Forstexperten warnen, dass Mischwälder mit verschiedenen Altersstufen Wasser besser speichern können und bei Bränden leichter zu verteidigen sind als Monokulturen. Der Umbau zu solchen Strukturen ist jedoch ein Prozess, der mehrere Generationen dauert und erhebliche Investitionen erfordert.

Heftige politische Reaktionen und Widerstand.

Die Sparpläne stossen auf breiten Widerstand in der Politik und bei Fachverbänden. Daniel Fässler, Mitte-Ständerat und Präsident von WaldSchweiz, bezeichnete die Kürzungen als „brandgefährlich“ und unverständlich angesichts der aktuellen Krise. Der Verband WaldSchweiz fordert nun einen Runden Tisch mit Albert Rösti, um einen Aktionsplan zur Rettung der Wälder zu diskutieren.

Auch aus den Kantonen kommt scharfe Kritik. Der Innerrhoder Regierungsrat Stefan Müller betonte, dass die Streichung zur Unzeit komme. Im Kanton St. Gallen reichte der Kantonsrat und Förster Renaldo Vanzo einen Vorstoss ein, da er befürchtet, dass die Einsparungen zu Lasten kommender Generationen gehen und die Kantone die finanzielle Last allein nicht tragen können .

Die Grünen gehen in ihrer Kritik noch weiter: Parteipräsidentin Lisa Mazzone forderte den Bundesrat auf, Albert Rösti das Umweltdepartement zu entziehen. Sie wirft ihm vor, die Klimapolitik „an die Wand zu fahren“ und den Volkswillen zu ignorieren, während er gleichzeitig Milliarden in den Autobahnbau stecken wolle.

Verzicht auf das Copernicus-Programm.

Ein weiterer Streitpunkt in der Schweizer Umweltpolitik ist der Verzicht auf die Teilnahme am EU-Satellitenprogramm Copernicus. Trotz eines parlamentarischen Auftrags entschied der Bundesrat aus Kostengründen (ca. 50 Millionen Franken jährlich) gegen einen Beitritt. Klimaforscher wie Reto Knutti und Martin Grosjean kritisieren dies scharf als „gefährlich“ und werfen dem Bundesrat „Trump-Methoden“ vor, da ohne diese Langzeitdaten eine korrekte Einordnung von Extremereignissen kaum möglich sei.

Energiewende und Stromversorgung.

Die Diskussion um die Energiezukunft der Schweiz bleibt ebenfalls hitzig. Um Stromlücken zu schliessen, plant Energieminister Rösti den Bau von vier neuen fossilen Notkraftwerken für rund 2,3 Milliarden Franken. Dies stösst auf Skepsis im Parlament und in der Bevölkerung, da Kritiker lieber in erneuerbare Energien (Solar, Wind, Wasser) oder in einen Neubau von Kernkraftwerken investieren würden. Gleichzeitig steht das AKW-Neubauverbot zur Debatte, wogegen sich bereits ein Referendum formiert.

Weitere Entwicklungen aus den Sonntagsnachrichten.

Neben der Umweltpolitik prägen weitere Themen den gesellschaftlichen Diskurs im August 2026:

  • Armee und Ukraine: Die Schweizer Armee verzichtet bewusst auf Fachwissen aus der Ukraine, obwohl das Neutralitätsrecht einen Austausch zuliesse. 
  • SRG und UKW: Die SRG plant im Herbst ein Comeback auf UKW, was jährliche Kosten von zunächst 6,6 Millionen Franken verursachen wird.
  • Wirtschaftskriminalität: Angestellte der Zurich Schweiz sollen über Jahre hinweg Regeln verletzt und interne Kontrollen getäuscht haben.
  • Mobilität: SVP-Nationalrat Franz Grüter setzt sich für die Einführung von Robotaxis der Firma Waymo in der Schweiz ein.
  • Gesellschaft: Eine Studie zeigt, dass sich Stadtbewohner für arroganter und egoistischer, aber auch für offener halten als die Landbevölkerung.
  • Wohnen: In über 60'000 Minergie-Häusern beklagen Bewohner zunehmend zu hohe Innentemperaturen aufgrund der extremen Sommerhitze.

Das letzte Wort über das Budget für den Wald und die Umweltmassnahmen wird im Dezember 2026 während der Budgetdebatte im Parlament gesprochen.


Rösti mit Trump-Methoden – ist Rösti noch tragbar?

Der Vorwurf, Bundesrat Albert Rösti greife auf „Trump-Methoden“ zurück, sowie die Frage nach seiner politischen Tragbarkeit werden in den Quellen vor allem im Kontext seiner Sparmassnahmen in der Umweltpolitik und seiner Haltung zu internationalen Klimaprogrammen thematisiert.

Vorwurf der „Trump-Methoden“.

Diese spezifische Kritik stammt von Martin Grosjean, dem Direktor des Oeschger-Zentrums für Klimaforschung der Universität Bern. Er zieht den Vergleich zu Donald Trump aus folgenden Gründen:

  • Verzicht auf Klimadaten: Der Bundesrat hat trotz eines klaren parlamentarischen Auftrags entschieden, dem EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus aus Kostengründen (ca. 50 Millionen Franken jährlich) nicht beizutreten.
  • Parallelen zur US-Politik: Grosjean sieht darin eine Parallele zur Trump-Regierung, die sich aus dem Weltklimarat zurückzog und Mittel für Umweltbeobachtungsprogramme strich . Er warnt, dass eine Gesellschaft ohne solche wissenschaftlichen Grundlagen keine „wissensbasierten Entscheide“ mehr treffen könne.
  • Gefährdung der Vorsorge: Auch ETH-Professor Reto Knutti bezeichnet den Verzicht als „gefährlich“, da hochwertige Daten für die Analyse von Extremereignissen wie dem Rekordsommer 2026 essenziell seien, um die Gesellschaft auf Klimarisiken vorzubereiten.
Kritik an der Tragbarkeit Röstis.

Die Frage, ob Albert Rösti als Umweltminister noch tragbar ist, wird insbesondere von den Grünen offen bejaht bzw. seine Absetzung gefordert:

  • Forderung nach Entmachtung: Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone bezeichnet Rösti als den „falschen Mann zur falschen Zeit am falschen Ort“ . Sie fordert den Bundesrat auf, ihm das Umweltdepartement (UVEK) zu entziehen.
  • Vorwurf der Untätigkeit: Die Grünen werfen ihm vor, angesichts der Hitzekrise und Dürre die Klimapolpolitik „an die Wand zu fahren“ und den Volkswillen zu ignorieren.
  • Interessenkonflikte: Mazzone kritisiert Röstis Nähe zu Lobbyisten, etwa bei der Förderung von Autoimporteuren oder dem Vorantreiben von Autobahnprojekten, die vom Volk abgelehnt worden seien.
  • Verpasste Chancen: Während andere Parteien die Energiewende durch erneuerbare Energien fördern wollen, setze Rösti auf ein „ruinöses AKW-Revival“ und fossile Notkraftwerke.
Kritik aus der politischen Mitte und den Kantonen.

Auch wenn sie nicht explizit seine Abdankung fordern, äußern bürgerliche Politiker und Kantonsvertreter massive Zweifel an Röstis Kurs beim Waldumbau:  

  • „Brandgefährliche“ Sparmassnahmen: Mitte-Ständerat Daniel Fässler bezeichnet die Streichung der Mittel für den klimatauglichen Waldumbau ab 2027 als „brandgefährlich“. 
  • Ignorieren des Parlaments: Kritisiert wird, dass Rösti Mittel streicht, die das Parlament zuvor explizit bewilligt hatte . Der Innerrhoder Regierungsrat Stefan Müller bezeichnet dies als politisch kaum nachvollziehbar. 
  • Finanzpolitische Bedenken: Der Zürcher Baudirektor Martin Neukom hält Röstis Sparpolitik beim Wald für „finanzpolitisch nicht seriös“, da sich die heutigen Einsparungen später rächen würden.
Gegenpositionen und Unterstützung.

Demgegenüber wird Rösti von seiner eigenen Partei und Teilen der Bevölkerung unterstützt:

  • Schuldenbremse: Rösti selbst begründet seine Entscheide mit der Notwendigkeit, nachhaltig zu haushalten und die Schuldenbremse einzuhalten.
  • Genügend Mittel: SVP-Nationalrat Lars Guggisberg betont, dass der Bund auch ohne die Zusatzkredite bereits 150 Millionen Franken jährlich für den Wald ausgibt, was ausreichen müsse.
  • Energiesicherheit: Befürworter seiner Energiepolitik sehen in den geplanten fossilen Notkraftwerken den schnellsten Weg, um Stromlücken zu verhindern und Fehler früherer Energieminister zu korrigieren.

Während Fachleute und linke Parteien in Röstis Vorgehen einen gefährlichen Rückzug aus der wissenschaftsbasierten Klimapolitik sehen und ihn für nicht mehr tragbar halten, verteidigt Rösti seinen Kurs als finanzpolitisch notwendige Realpolitik.

Welche Alternativen gibt es zum Wald-Sparplan?

Angesichts der massiven Kritik an den Sparplänen von Bundesrat Albert Rösti für den klimatauglichen Waldumbau kristallisieren sich in den Quellen verschiedene politische und strukturelle Alternativen heraus. Diese reichen von parlamentarischen Korrekturen bis hin zu neuen Kooperationsformen.

Hier sind die genannten Alternativen zum Wald-Sparplan im Detail:

1. Wahrnehmung der Budgethoheit durch das Parlament.

Die direkteste Alternative besteht darin, dass das Parlament den Entscheid des Bundesrates in der kommenden Budgetdebatte im Dezember 2026 korrigiert.

  • Widerstand aus dem Parlament: Mehrere Parlamentarier, darunter Daniel Fässler (Mitte) und Daniel Ruch (FDP), haben bereits angekündigt, Anträge zur Wiedereinführung der Mittel zu stellen.
  • Röstis Position: Der Umweltminister selbst verwies darauf, dass die Budgethoheit beim Parlament liege. Er erklärte, er wäre „nicht allzu verärgert“, sollte das Parlament beschliessen, das Budget für die Wälder gegen den Willen des Bundesrates wieder zu erhöhen.
2. Umverteilung innerhalb des bestehenden Forstbudgets.

Albert Rösti sieht eine Alternative darin, die notwendigen Klimamassnahmen aus dem regulären Budget zu finanzieren, ohne zusätzliche Kredite zu beanspruchen.

  • Nutzung regulärer Mittel: Er betont, dass die reguläre Forstfinanzierung von jährlich rund 115 bis 150 Millionen Franken stabil bleibe. Innerhalb dieses Rahmens gebe es Spielraum, um Massnahmen zum Schutz des Klimas und der Wälder zu unterstützen.
  • Kritik an diesem Vorschlag: Forstexperten und Kantone halten dies für unzureichend, da die Kosten für den Waldumbau, die Sicherheitsholzschläge und die steigende Waldbrandgefahr die regulären Mittel bei weitem übersteigen würden.
3. Kompensation durch die Kantone.

Eine weitere diskutierte Option ist die Übernahme der fehlenden Bundesgelder durch die Kantone.

  • Kantonale Initiativen: Im Kanton St. Gallen fordert beispielsweise der Kantonsrat Renaldo Vanzo die Regierung auf, zu prüfen, ob die gestrichenen Bundesmittel auf kantonaler Ebene kompensiert werden können.
  • Risiko der Abwärtsspirale: Der Solothurner Kantonsförster Rolf Manser warnt jedoch davor, dass dies nach hinten losgehen könnte: Da die Waldpflege eine Verbundaufgabe ist, könnten Kantone ihre eigenen Beiträge senken, wenn der Bund sich zurückzieht.
4. Einberufung eines „Runden Tisches“ und Aktionsplan.

Der Verband WaldSchweiz schlägt als konstruktive Alternative zum reinen Sparplan einen strukturierten Dialog vor.

  • Forderung nach Dialog: WaldSchweiz fordert von Albert Rösti die rasche Einberufung eines Runden Tisches mit Vertretern der Wald- und Holzwirtschaft.
  • Ziel: Die Erarbeitung eines Aktionsplans, um kurz- und mittelfristige Massnahmen festzulegen, die über reine Budgetkürzungen hinausgehen und die langfristige Sicherheit (insbesondere von Schutzwäldern) gewährleisten.
5. Grundlegende Neupriorisierung der Ausgaben (Grüne).

Die Grünen und ihre Präsidentin Lisa Mazzone fordern eine radikale Abkehr von Röstis aktueller Politik als Alternative zum Sparen beim Wald.

  • Umschichtung von Autobahngeldern: Anstatt Milliarden in den Ausbau des Autobahnnetzes zu stecken, fordern sie Investitionen in eine Begrünungsoffensive und in den Klimaschutz.
  • Fokus auf Erneuerbare: Anstelle von „ruinösen AKW-Revivals“ oder fossilen Notkraftwerken (Kosten ca. 2,3 Mrd. CHF) solle das Geld konsequent in die Energiewende und den Schutz natürlicher Ressourcen wie den Wald fliessen.

Die Fachwelt und die politische Mitte setzen vor allem auf eine parlamentarische Korrektur im Dezember, während Verbände einen Aktionsplan fordern, um den Waldumbau trotz der angespannten Finanzlage des Bundes zu sichern.

Was sind die Folgen des Copernicus-Verzichts?

Der Verzicht des Bundesrates auf die Teilnahme am EU-Satellitenprogramm Copernicus hat laut den Quellen weitreichende Konsequenzen für die Forschung, die Wirtschaft und die Sicherheit der Schweiz. Obwohl die Schweiz als eines der reichsten Länder gilt, wird sie von Kritikern nun als „Trittbrettfahrerin“ eingestuft.

Die Folgen im Einzelnen:

Einschränkungen für Forschung und Klimaanalyse:
  • Fehlende Einordnung von Extremereignissen: Experten wie Martin Grosjean warnen, dass ohne die Langzeitbeobachtung von Copernicus extreme Ereignisse wie der Hitzesommer 2026 nicht mehr korrekt wissenschaftlich eingeordnet werden können.
  • „Stich ins Herz“ der Forschung: Klimaforscher bezeichnen den Entscheid als massiven Rückschlag für die Klima- und Umweltforschung. Ohne diese Datengrundlagen könne die Gesellschaft keine „wissensbasierten Entscheide“ mehr treffen.
  • Gefährliche Datenlücken: Der Verzicht wird als „gefährlich“ eingestuft, da eine qualitativ hochwertige Plattform für Beobachtungsdaten fehlt, die für die Vorbereitung auf Klimarisiken essenziell wäre.
Operative und technische Nachteile.
  • Eingeschränkter Dienstzugang: Zwar hat die Schweiz Zugriff auf die meisten Rohdaten, doch die damit verbundenen spezifischen Dienste sind teilweise gesperrt oder nur eingeschränkt zugänglich.
  • Keine Echtzeit-Daten: Die Schweiz kann keine Produkte in Echtzeit empfangen und hat nicht die Möglichkeit, Dienste bei Bedarf selbst zu aktivieren.
  • Schwächung von Warnsystemen: Der Bund nutzt Copernicus-Daten unter anderem für das Frühwarnsystem für Trockenheit, das durch den eingeschränkten Zugang an Effektivität verlieren könnte.
Wirtschaftliche und politische Folgen.
  • Verlust von Aufträgen: Schweizer Unternehmen und Forschungsinstitute können nicht von den durch Copernicus finanzierten öffentlichen Aufträgen profitieren.
  • Kein Mitspracherecht: Die Schweiz kann das Programm weder mitgestalten noch in den Leitungsgremien Einfluss auf die Steuerung nehmen.
  • Negatives Kosten-Nutzen-Verhältnis: Ein Gutachten kam zum Schluss, dass eine Teilnahme volkswirtschaftlich empfehlenswert gewesen wäre, da der Nutzen die jährlichen Kosten von etwa 50 Millionen Franken voraussichtlich deutlich überstiegen hätte.
Politische Einordnung.

Klimaforscher werfen dem Bundesrat aufgrund dieses Sparkurses „Trump-Methoden“ vor, da – ähnlich wie unter der ehemaligen US-Regierung – wichtige Mittel für Umweltbeobachtungsprogramme gestrichen werden. Der Bundesrat plant, eine Teilnahme erst im Jahr 2032 erneut zu prüfen.

Wie steht es um die neuen Notkraftwerke? Warum plant Rösti neue fossile Kraftwerke?

Energieminister Albert Rösti plant den Bau von vier neuen, fossil betriebenen Notkraftwerken, um die Schweiz vor möglichen Stromengpässen abzusichern. Dieses Vorhaben ist jedoch sowohl im Parlament als auch in der Bevölkerung höchst umstritten.

Aktueller Stand der Notkraftwerke.
  • Geplante Investitionen: Für den Bau dieser vier Kraftwerke fordert Rösti vom Parlament einen Betrag von 2,3 Milliarden Franken.
  • Gesamtkosten: Inklusive weiterer Massnahmen gegen eine Strommangellage könnten die Kosten für die Stromverbraucher in den nächsten 20 Jahren auf insgesamt vier Milliarden Franken ansteigen.
  • Politischer Widerstand: Im Bundeshaus herrscht grosse Skepsis. Mehrere Parlamentskommissionen stellen sich gegen den Plan, unter anderem um einen weiteren Fehlschlag wie beim Reservekraftwerk in Birr (AG) zu verhindern, das eine halbe Milliarde Franken kostete, nie in Betrieb ging und nun bereits wieder abgebaut wird.
Gründe für die Planung fossiler Kraftwerke.

Rösti und die Befürworter der Pläne führen verschiedene Argumente für diesen Weg an:

  • Prävention von Stromlücken: Das primäre Ziel ist die Sicherung der Stromversorgung, um zukünftige Mangellagen zu verhindern.
  • Fehler der Vergangenheit: Es wird argumentiert, dass frühere Energieminister notwendige präventive Massnahmen versäumt hätten, weshalb nun eine schnelle „Notlösung“ zwingend erforderlich sei.
  • Schnelligkeit und Kosten: Unterstützer betrachten fossile Notkraftwerke als den günstigsten und schnellsten Weg, um die Versorgungssicherheit kurzfristig zu garantieren.
  • Skeptizismus gegenüber Erneuerbaren: Es bestehen Zweifel, ob Wind- und Solarenergie allein ausreichen, um insbesondere während extremer Hitzesommer genügend Strom zu liefern.
Kritik und Alternativen.

Kritiker werfen Rösti vor, an veralteten Technologien festzuhalten, anstatt die Energiewende konsequent voranzutreiben.

  • Forderung nach Erneuerbaren: Viele Gegner der Pläne fordern, die Milliarden stattdessen in die Kombination aus Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie in Stromspeicher zu investieren.
  • Kernenergie: Ein Teil der politischen Akteure und der Bevölkerung sieht die Lösung eher in der Rückkehr zum Atomstrom und fordert den Bau neuer AKW, weshalb Rösti auch plant, das Neubauverbot für Kernkraftwerke zu kippen.
  • Klimaziele: Der Einsatz fossiler Brennstoffe wird von Umweltverbänden und den Grünen als massiver Rückschritt in der Klimapolitik scharf kritisiert.
Was sind die Alternativen zu den fossilen Kraftwerken?

In der Debatte um die von Energieminister Albert Rösti geplanten fossilen Notkraftwerke werden in den Quellen verschiedene Alternativen genannt, die von erneuerbaren Energien über Effizienzmassnahmen bis hin zur Kernkraft reichen.

Erneuerbare Energien und Speicherung:

Eine breite Allianz aus Politik und Bevölkerung fordert, die Milliardeninvestitionen anstatt in fossile Brennstoffe in den Ausbau nachhaltiger Energiequellen zu lenken.

  • Kombination von Energiequellen: Als zukunftsfähige Lösung wird eine Kombination aus Solarkraft, Windkraft und Wasserkraft vorgeschlagen.
  • Stromspeicher: Um die Unregelmässigkeit erneuerbarer Energien auszugleichen, wird der Ausbau von Stromspeichern als notwendige Ergänzung betont.
  • Kritik an diesem Weg: Befürworter der Notkraftwerke geben zu bedenken, dass Windräder und Solarpaneele in extremen Hitzesommern möglicherweise nicht genügend Strom liefern könnten.
Kernenergie (AKW).

Ein wesentlicher Teil der Diskussion dreht sich um die Rückkehr zur Atomenergie als verlässlichem Stromlieferanten.

  • Aufhebung des Neubauverbots: Der Nationalrat hat bereits zugestimmt, das Verbot für den Bau neuer AKW aufzuheben.
  • Argumente der Befürworter: Kernkraft wird als einer der zuverlässigsten Wege angesehen, um Stromlücken „zackig“ zu schliessen.
  • Gegenargumente: Die Grünen kritisieren dieses Vorhaben als „ruinöses AKW-Revival“. Sie verweisen auf die Abhängigkeit von Uranimporten, die ungelöste Abfallfrage und die Gefahr von Störfällen. Zudem müssten AKW bei extremer Hitze oft wegen des fehlenden Kühlwassers gedrosselt oder abgeschaltet werden.
Energieeffizienz und Sanierungen.

Ein weiterer Ansatz besteht darin, den Stromverbrauch durch bauliche Massnahmen grundlegend zu senken.

  • Gebäudeprogramm: Durch energetische Sanierungen und bessere Isolierung kann der Heiz- und Energiebedarf deutlich gesenkt werden.
  • Begrünungsoffensive: Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone fordert zudem einen Plan, der eine Begrünungsoffensive in Städten und einen besseren Schutz am Arbeitsplatz vorsieht, um die Auswirkungen der Hitzekrise zu dämpfen, anstatt nur die Energieproduktion zu erhöhen.
Finanzielle und strategische Kritik.

Innerhalb des Parlaments wird gefordert, kostengünstigere Alternativen besser zu prüfen, bevor 2,3 Milliarden Franken für fossile Anlagen ausgegeben werden. Kritiker betonen, dass Investitionen in fossile Kraftwerke „fernab der Realität“ seien und die Schweiz weiterhin von ausländischem Öl abhängig machen würden. Zudem wird auf das gescheiterte Projekt in Birr (AG) verwiesen, das Millionen kostete, ohne je in Betrieb gegangen zu sein.


Warum wird das AKW-Neubauverbot diskutiert?

Die Diskussion über die Aufhebung des AKW-Neubauverbots in der Schweiz wird vor allem im Zusammenhang mit der zukünftigen Energie- und Versorgungssicherheit geführt.

Hier sind die zentralen Gründe für die aktuelle Debatte:
  • Gegenvorschlag zur „Blackout“-Initiative: Umweltminister Albert Rösti möchte das Verbot mit einem Gegenvorschlag zur sogenannten „Blackout“-Initiative kippen. Das Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen zu senken und die Energiewende voranzutreiben, wobei die Kernkraft als Teil der Lösung betrachtet wird.
  • Sicherung der Stromversorgung: Der Nationalrat hat der Aufhebung des Verbots bereits zugestimmt. Befürworter argumentieren, dass Atomstrom einer der zuverlässigsten Stromlieferanten ist und man ihn benötige, um drohende Stromlücken schnell zu schliessen.
  • Kompensation für fehlende Investitionen: Ein Teil der Bevölkerung sieht in neuen AKW eine notwendige Reaktion darauf, dass es in der Vergangenheit verpasst wurde, präventiv genug gegen Strommangellagen zu unternehmen.
Gleichzeitig stösst das Vorhaben auf heftigen Widerstand und Kritik:
  • Nachhaltigkeit und Abfall: Kritiker betonen, dass für den radioaktiven Müll weiterhin keine nachhaltige Lösung existiert und dieser über Jahrhunderte gelagert werden muss.
  • Sicherheitsrisiken: Es wird auf die Gefahr eines Super-GAUs wie 2011 in Fukushima verwiesen.
  • Abhängigkeit: Neue Reaktoren würden die Schweiz durch notwendige Uranimporte wieder stärker von Staaten wie Russland oder anderen autokratisch geführten Ländern abhängig machen.
  • Technische Grenzen bei Hitze: Gegner wie die Grünen-Präsidentin Lisa Mazzone weisen darauf hin, dass AKW gerade in heissen Sommern oft wegen Mangel an Kühlwasser gedrosselt oder ganz abgestellt werden müssen.
  • Aufgrund dieser kontroversen Ansichten sammelt eine breite Allianz derzeit Unterschriften für ein Referendum, um der Bevölkerung eine erneute Abstimmung über die Atomenergie zu ermöglichen.

Wie viel kosten die Notkraftwerke die Steuerzahler und sind sie überhaupt nötig?

Die geplanten fossil betriebenen Notkraftwerke sind mit erheblichen Kosten für die Bevölkerung verbunden, während ihre Notwendigkeit politisch und gesellschaftlich stark umstritten ist.

Kosten für die Steuerzahler und Konsumenten.

Die finanziellen Aufwendungen für das Projekt gliedern sich in kurzfristige Investitionen und langfristige Belastungen:

  • Investitionskosten: Energieminister Albert Rösti fordert vom Parlament 2,3 Milliarden Franken für den Bau von vier neuen fossilen Kraftwerken.
  • Gesamtkosten: Über einen Zeitraum von 20 Jahren wird mit Gesamtkosten von rund vier Milliarden Franken gerechnet, die von der Bevölkerung (den Stromverbrauchern) getragen werden müssen (Anmerkung stromzeit.ch: 4 Milliarden sind massiv zu wenig).
  • Vergleichswert: Kritiker verweisen mahnend auf das Reservekraftwerk in Birr (AG), das bereits eine halbe Milliarde Franken kostete, jedoch nie in Betrieb ging und nun wieder abgebaut wird.
Die Debatte um die Notwendigkeit.

Ob diese Kraftwerke tatsächlich nötig sind, wird je nach politischer Ausrichtung sehr unterschiedlich beurteilt:

Argumente für die Notwendigkeit:
  • Versorgungssicherheit: Das Hauptziel ist die Vermeidung von zukünftigen „Stromlücken“ in der Schweiz.
  • Versäumnisse der Vergangenheit: Befürworter argumentieren, dass frühere Energieminister präventive Massnahmen verpasst hätten und man nun eine schnelle „Notlösung“ brauche.
  • Effizienz: Unterstützer bezeichnen diesen Weg als den günstigsten und schnellsten zur Sicherung der Stromversorgung, da Solar- und Windkraft in künftigen Hitzesommern möglicherweise nicht ausreichen könnten.
Argumente gegen die Notwendigkeit:
  • Fehlende Nachhaltigkeit: Kritiker bezeichnen das Festhalten an fossilen Brennstoffen als „fern ab der Realität“ und fordern stattdessen Investitionen in die Energiewende.
  • Alternativen: Viele Stimmen in der Community und im Parlament fordern eine Kombination aus Sonne, Wind, Wasser und Stromspeichern als zukunftssichere Alternative. Andere plädieren für die Rückkehr zur Kernkraft, die sie als zuverlässigeren Stromlieferanten ansehen.
  • Skepsis im Parlament: Mehrere Kommissionen im Bundeshaus halten dagegen und verlangen eine genauere Prüfung kostengünstigerer Alternativen, um einen weiteren finanziellen Reinfall wie in Birr zu vermeiden.
Fazit.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Notkraftwerke als teure Sicherungsmassnahme gegen Energiemangel konzipiert sind, ihre strategische Ausrichtung auf fossile Energieträger jedoch auf massiven Widerstand stösst.

Die Elektrifizierung der Wirtschaft.

Strom hat eine grosse Zukunft - dank innovativen Technologien.



Themen


Sind Sie an spezifischen Themen interessiert?

Highlights


Suchen Sie besonders herausragende Blogbeiträge?

Neuste Artikel


Suchen Sie die laufend neuesten Blogbeiträge?

Innovationen


Interessiert an den neuesten Innovationen?

SWEET: 
«SWiss Energy research for the Energy Transition».

 CROSS 

Disclaimer / Abgrenzung

Stromzeit.ch übernimmt keine Garantie und Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der in diesem Bericht enthaltenen Texte, Massangaben und Aussagen.


Quellenverzeichnis (August 2026).


Es geht um 50 Millionen Franken: Klimaforscher werfen Rösti «Trump-Methoden» vor.

Die vorliegenden Quellen berichten über den kontroversen Entscheid von Umweltminister Albert Rösti und dem Bundesrat, die finanziellen Mittel für den klimaangepassten Waldumbau ab 2027 vollständig zu streichen. Trotz extremer Hitze und Trockenheit im Jahr 2026 werden diese Fördergelder, die ursprünglich für die Anpflanzung hitzeresistenter Baumarten vorgesehen waren, aus Gründen der Schuldenbremse eingespart. Dieser Schritt stösst bei Kantonsvertretern, Forstverbänden und Klimaforschenden auf massiven Widerstand, da sie vor steigenden Waldbrandgefahren und langfristigen ökologischen Schäden warnen. Zudem wird die Entscheidung kritisiert, auch die Teilnahme am europäischen Erdbeobachtungsprogramm Copernicus aus Kostengründen abzulehnen, was die Klimaforschung zusätzlich schwäche. Während die SVP die Sparmassnahmen verteidigt, fordern politische Gegner eine Rückkehr zu einer aktiveren Umweltpolitik zum Schutz der natürlichen Ressourcen. Das Parlament wird in der kommenden Budgetdebatte das letzte Wort über diese umstrittenen Kürzungen haben.

 

Illustration © stromzeit.ch* Gemini Notebook:

Die Weiterverwendung einzelner Illustrationen erfordert eine explizite Bewilligung von stromzeit.ch.